Wesen des Assyrismus

 

 

 

 

Was ist Pan-mesopotamismus

 

Ich habe das Thema Pan-Mesopotamismus, oder auch Assyrianism zwar in frühren Ausführungen abgehandelt, doch ich erkenne nun, dass eine ausführlichere Analyse dieses Themas notwenig ist.
Sicherlich ist es dabei auch notwendig, eine Analyse der verschiedenen Strömungen in der Nationalbewegung durchzuführen. Dies ist leider aufgrund des Umfangs innerhalb dieser Abhandlung nicht möglich. Deshalb möchte ich mich hier ausschließlich auf die Definition begrenzen, denn es kann sein, dass so ein Fremdbegriff, für viele Leser nicht, oder nur schwer definierbar verständlich ist, was durchaus das Lesen eines Artikels erschwert. Doch in dieser Zeit, in der sich Menschen oft über die Zugehörigkeit zu einer Nation definieren, ist die Notwendigkeit
größer denn je auch unseren Nationalismus fassbar zu machen. Aus diesem Grund, will ich ihn näher erläutern.
Selbst wenn die Nationalgesinnten, die Verfechter an-mesopotamistischen Denkens und Intellektuelle der Nationalbewegung ein intuitives Verständnis dafür haben, fehlt oft eine adäquate Verbalisierung. Es wird versucht das Wesen der Bewegung des Assyrismus in eine Schublade zu legen, doch gelegentlich unpassend, da dieses, mehr ist als nur eine politische Bewegung unseres Volkes und auch mehr als eine
reine politische Ideologie darstellt. Denn genau das, ist das Gewand, das alleine sie oft nicht so anziehend machen würde??.
In dieser Abhandlung möchte ich meine Erkenntnisse, sowie die Erkenntnisse Anderer wiedergeben, die auch infolge der Anregungen des Diskurs zum Thema pan-mesopotamische Leitkultur, Leitwerte und Wertekonsens zustande kamen.
Der Terminus Pan-Mesopotamismus kann möglicherweise auch durch den „Pan“ und den „Ismus“ irritieren, doch ist er dann plausibel in seiner Bedeutung, wenn wir wissen, dass er eben ein National-Ismus1 ist, also eine patriotische Bewegung im christlich-mesopotamischen
Sinne darstellt; Eine (allgemein)-gesellschaftliche Aufklärungsbewegung und Trägerin von Gedankenwerten, die stets in neuem Bemühen verwirklicht werden müssen, somit auch ein selbstverständliches Kollektivgefühl beinhaltet, das durch verschiedene Faktoren entsteht.
Doch diese Bewegung ist gewiss mehr als - zwar edle, jedoch vergängliche
emotionale nationale Gefühle, mit einer Hinwendung zur ostchristlichen Tradition; und gewiss auch mehr, als ein in sich wachsendes ideologisches Verständnis patriotischer Gedanken.
Der Pan-Mesopotamismus bildet den Hintergrund des politischen Denkens unserer Nationalbewegung2.
Darin kommen verschiedene Strömungen, die sich gegebenenfalls auch als Teil eines nationalen Kampfes verstehen, zur Geltung sowie nonkonformistischer Gedankenwerte und gesellschaftliche Grundsätze, die sich oft ergänzen, doch manchmal kurioserweise auch gegenseitig ausgrenzen können.
Wir können ihn auch als eine, aus den Leiden entwickelte christlich-mesopotamische Bewegung zur Verbesserung unserer Gesellschaft und zur Bewahrung der nationalen Identität und der Traditionen, sowie eine ORIENTIERUNG zur besseren Gestaltung der Zukunft verstehen.
Diese Bewegung stellt keine institutionalisierte Verbandspolitik dar, sondern ist eher überparteiisch und Institutionstunabhängig, obgleich mit dem Ziel auch ein systematisches politisches Denken und ein fortgeschrittenes Nationaldenken zu erreichen. Dieses proklamierte schon immer die Einheit des Volkes, seine gemeinsame Kultur, Sprache, Geschichte, Leiden und Schicksal, trotz einer geteilten
kirchlichen Tradition.
Der Pan-Mesopotamismus beinhaltet ferner eine Entwicklung gesellschaftlicher Werte und Tugenden für die Errichtung einer besseren Gesellschaft und das Streben des Volkes nach Aufklärung, Freiheit, Gerechtigkeit, sowie Erlangung der nationalen Rechte und damit selbstverständlich nach nationaler Unabhängigkeit. In ihr drückt
sich die Weigerung vor der nahoststaatlichen Assimilation aus.
Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass ich die Bezeichnung Assyrismus oder Pan-Mesopotamismus als passend für diese Volksbewegung, bzw. für diesen Nationalismus im mesopotamischen Sinne, als Bewegung der Liebe sehe. Dieser Nationalismus, ist damit keine Angelegenheit der nationalen Elite, der Intellektuellen
und Gelehrten mehr, sondern ist in den Alltag der Menschen durchgedrungen. Sie gelangte jedoch noch nicht zu einer Massenbewegung. Die Frage stellt sich jedoch, ob sie dadurch nicht institutionalisiert wird?
Der Nationalismus im mesopotamischen Sinne kann von jedem genannt werden, wie (jeder von uns es) er es für richtig hält. Denn entscheidend ist nicht der Name, sondern was er zu bedeuten hat.... was jeder von uns auf seiner Art und Weise zum Wohle unseres Volkes, unserer Gesellschaft und unserer Heimat tut und wie er es sich dafür bemüht und demgemäß, was er sagt und wie er handelt.

Raif Toma
C21Toma@web.de



Fußnoten

  1. Ich habe das Thema in einem anderen Beitrag mit dem Titel „Patriotismus und Patriotismus im mesopotamischen Sinne“ behandelt
  2. 2 Dr. Joseph Jacob, in seinem Vortrag „die internationale Anerkennung des assyrischen Volkes“ in Södertalije/Schweden, am
    06.12.1987 führt diesen nationalen geistigen Aufstieg noch auf das Jahr 1830


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Wesen des Assyrismus

 

Der Assyrismus ist nicht nur eine Ideologie, die die Sehnsucht aller Nachfahren der Urbevölkerung Mesopotamiens, Syriens und Libanons nach ihrer historischen Heimat, der Geschichte der Sumerer, Akkader, Aramäer, Assyrer, BabylonierChaldäer und Phönizier Der Begriff des Assyrismus, ist nicht nur Patriotismus [1]  im mesopotamischen Sinne, sondern deutet auf die Einheit aller Mesopotamier. Wir bilden eine Einheit durch die einheitliche Sprache und die gemeinsame Geschichte, Vergangenheit und Schicksal und natürlich auch durch die gemeinsamen Leiden in einer einheitlichen Heimat (Mesopotamien ). Diese Wirklichkeit, war eine in der Vision und Gedanken der Träger dieses Gedankengutes untrennbare Wirklichkeit.

Dieser Begriff ist in seinen Eigenschaften Vielen nicht bekannt, denn es ist keine politische Bewegung, die politische Ziele hat. Der Assyrismus, stellt eine Verbindung her zwischen dem Namen der syrischen Kirchen und der Geschichte des einen Volkes dieser Kirchen. Der Assyrismus ist mehr eine Reform, eine Philosophie und eine Verwirklichung der Träume der Jugend als bloß ein Name. Es bedeutet eher ein Pan-Mesopotamismus. 

Wir sind Syrer, Assyrer, Aramäer, Babylonier, Chaldäer und Chaldo-Assyrer. Das ist eine untrennbare Einheit des Volkes Mesopotamiens, jeder Name von diesen Namen ist ein Teil unserer Geschichte und ein Teil der nationalen Identität. Unser Gelehrte Naoum Fayek aus Amed [2] sagte in einem bekannten Lied (erwache Sohn Assurs, erwache). Er meinte mit Assur nicht die alte und prächtige mesopotamische Hauptstadt Assur, sondern Mesopotamien als ganzes, als Vaterland aller Angehörigen der syrischen Kirchen, aller syrisch sprechenden – vielleicht auch die Muslimen unter uns. Er sieht hier und in allen seinen Schriften Mesopotamien als eine Einheit und ihr Volk als eine Einheit in den Armen der Mutterkirche geborgen. Denn in seinen Zeiten haben unsere Väter und Großväter diese notwendige Geborgenheit gebraucht.

Der Assyrismus basiert auf der langen Verbindung zwischen dem einen Volk und seiner Sprache sowie seiner Heimat, seiner Verbindung, die später durch das Christentum und das erste christliche Reich (Edessa / Urhoy) und später die syrischen Kirchen erstärkt und ihren Höhepunkt wurde.

So wurde die Wichtigkeit einer gesamten Analyse und Bewertung aller Eigenschaften unserer Nation und ihrer Zukunftsperspektiven, als Voraussetzung für eine Veränderung, immer deutlicher. Diese Veränderung, soll eine Befreiung von allen reaktionären Elementen in unserer Gesellschaft und von allen hindernden Praktiken hervorrufen. Sowie die Befreiung von Unterdrückung, Verfolgung und aller Art Spaltung in unserer noch stark dem 19. Jahrhundert verhafteten Gesellschaft in der ganzen Welt.

Es ist jedoch dringend notwendig die Holocaust und die Verschleppung der letzten Jahrhundert anerkennen zu lassen. Den unserem Volk wurde das Verlangen nach Selbstbestimmung und Autonomie nicht berücksichtigt. Nicht einmal die Rückkehr in ihre alten Wohngebiete konnten sie trotz internationaler Versprechungen erlangen [3]

 


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Pan-Mesopotamismus in der Zeit des Wandels
 
 
Die Lösung, uns in den vielen Gesellschaften, in denen wir leben, assimilieren zu lassen – als Staatsbürger, Christen etc., kann uns zwar manchmal Frieden bringen und auch regionale oder periodische Lösungen anbieten, doch kann nicht ein Rezept eine wirkliche Lösung sein. Trotz aller Bemühungen trotzdem können wir entweder integrierte Fremde oder verhasste bzw. unerwünschte Andersgläubige sein.
 
Einige reden sogar davon, unsere Nationalkirchen aufzugeben, damit uns der Westen unterstützt. Einige Andere denken, dass es besser gewesen wäre, wenn wir alle schon lange Katholiken geworden wären, dann hätten wir nach deren Auffassung schon längst unseren eigenen Staat, oder der Genozid und viele Massaker wären uns erspart geblieben. Doch unser Volk besteht in der Mehrheit aus Angehörigen katholischer Kirchen, was viele nicht wissen und trotzdem kann der größte Teil unseres Volkes nicht in Frieden, Würde und Sicherheit in seiner Heimat leben.
 
Bevor wir uns jedoch mit möglichen Lösungen nationaler Probleme befassen die möglichen Lösungen nationaler Probleme durchdenken, ist es wichtig, die Nationalfrage klar zu definieren. Danach diese, als Ziel einer kollektiven Arbeit festlegen. Anschließend können wir uns gemeinsam, die Lösung und eine Strategie überlegen und die organisierte gesellschaftliche und politische Arbeit festlegen, die zur Verwirklichung dieser Lösung bzw. Lösungen führen können. Dann noch die dazu nötigen Ressourcen mobilisieren. =>warum machst du keinen Vorschlag hierzu, wie dies aussehen könnte
 
Die nationale Sache verkörpert sich in den nationalen Herausforderungen unserer östlich- mesopotamischen[1] Gesellschaft. Ich persönlich sehe diese nationale Sache, in der Erhaltung unserer Existenz und Identität als nichtarabische Nation in unserer Heimatstätte.
 
Doch es ist nicht nur eine rein politische Frage, sondern, waren es auch nicht nur politische Gründe, die viele Intellektuelle und wirtschaftlich starke und   bedeutsame Menschen dazu brachten, auszuwandern. Es waren auch nicht nur politische und religiöse Gründe, die den Genozid, die späteren Massaker, Vertreibung, Zerstreuung, Verfolgungen und Unterdrückung verursachten, sondern  es waren durchaus auch interne Streitereien sowie psychologische, soziale und geistige Bedürfnisse, die zumindest teilweise Schuld an dessen Ausmaß haben.
 
Die Gefahr besteht darin, dass unser Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten sowie in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen-islamischen Umgebung - in unseren syro-mesopotamischen Ursiedlungsgebieten steht. Was uns als ethnische Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt unseres Lebens raubt. Dies ist nicht nur als Ergebnis unserer Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten passiert, sondern wird im Nahen Osten politisch beeinflusst und rigoros politisch gelenkt.
 
Das alles wird uns mit der Zeit, die Sicherung unserer nationalen Identität als Eigendasein nehmen.
 
In keinem der Staaten des Nahostens, konnte das Urvolk des syro-mesopotamischen Gebietes, den Wunsch nach Eigenständigkeit und Anerkennung als eigenständiges Volk und eingewurzelte Nation bisher durchsetzen.
 
Im Irak wird unser Volk weiterhin auf abscheuliche Art und Weise schikaniert und massakriert. Dies bringt es zur Auswanderung in die Nachbarländer, oder in die Überwanderung in die sichereren Gebiete des Iraks. So sucht unser Volk die Sicherheit als Lösung seiner Probleme, vermeidet jedoch dabei die unausweichliche politische und sicherheitspolitische Konfrontation. Ich behaupte sogar, dass die politischen Organisationen, zur Zeit noch nicht alleine in der Lage sind, an diese politische Herausforderung heranzutreten.
 
Es ist auch ein politisches und kulturelles Chaos zu beobachten! Dieses kann sowohl die Nationalsache, als auch die pan-mesopotamistische Vision nicht nur gefährden, sondern mittelfristig zu Nichte machen. In diesem politischen Chaos [2] haben die politischen Organisationen in der Gestaltung ihrer Programme und in der Erfüllung Ihrer Verantwortung gegenüber des Volkes und der Heimat zum größten Teil versagt. Doch ganz offensichtlich versagten sie, in der Bildung einer einheitlichen öffentlichen Meinung und der klaren Verformung einer Nationalsache, sowie in der einheitlichen Vertretung der politischen Ziele und Träume des Volkes –gewiss war es auch in der Verfassung und in den Wahlen zu beobachten. Sie waren auch nicht in der Lage, ihren inneren Streit und Machtkämpfe zu überbrücken, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten[3].
Um welche Monopolmacht geht es hier? Und welche politische Größe und welches politisches Gewicht hat unser Volk in der Region und in der Welt, um uns in dieser Situation, Machtspiele zu erlauben?
 
Die sozialen, politischen und kulturellen Verbände, versagten nicht nur in dem Dialog miteinander, sondern auch in ihrer Arbeit für die Festigung des Gesellschaftslebens und für die Erhaltung der Sprache. Und einige taten sogar dazu die Gesellschaft beinahe zu zerreißen. Diese Zerrissenheit ist die  Folge der sich nach und nach schwächenden sozialen, politischen und ethischen Bildung.
 
 
In der Konzentration auf polemischen gegen den Zeitgeist gerichteter Streitereien und Diskussionen[4], haben es die diversen Sippen- und Interessenverbände und die konfessionellen Einrichtungen verpasst, funktionierende Integrationsmodelle in den Ländern der Zerstreuung zu gestalten – die zum Teil neue Heimaten wurden. Ferner verpassten Sie, sich auch auf das Individuum zu konzentrieren. Sie versagten in der patriotischen Bildung der Jugend[5] als tragende Säule der Gesellschaft, in den neuen Heimaten - für die Stärkung einer gezielt angepassten soliden Gesellschaft. Sie sind noch nicht kompetent genug, dies zu realisieren, da sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Auch die wenigen Versuche, sich den unvertrauten Ansichten Anderer zu diversen nationalen Problemen Aufmerksamkeit zu widmen, scheiterten.
 
Als erstes Ergebnis dieser Streitigkeiten und Uneinigkeiten, verursachten diese kirchlichen, sozialen und politischen Institutionen eine in der Verfassung bestätigte konfessionelle Trennung unseres Volkes in Assyrer und Chaldäer im Irak.
 
Die Verwirklichung der politischen, sozialen und kulturellen Ziele der Chaldo-Assyrer im Irak, bedarf einer zusätzlichen Lösung der pan-mesopotamistischen Sache. Die einzige vernünftige und gerechte Lösung für unser Volk, unter Bewahrung und Respektierung der Integrität des Iraks, ist die Gründung einer international gesicherten Autonomie in einem pluralistischen, demokratischen und föderalen Irak, wodurch das Recht dieses Volkes auf Selbstbestimmung in dem historischen Heimatland verwirklicht werden sollte. Damit das Urvolk dieses Gebietes als Territorialnation frei von Verfolgung, Mord, Assimilierung und Unterdrückung leben kann, sein Leben weit von Gefahren selbst bestimmen und seine eigene nationale Identität weiterentwickeln kann.
 
Es ist auch eine bedeutende unverfälschbare historische Tatsache, dass ganz besonders unser Volk eng mit diesem Gebiet verbunden ist. Diese Tatsache und die ganzen historischen Gegebenheiten und das ganze Leiden, sitzen tief in unserem Bewusstsein und in unserer Seele.
 
Die Wahrheit bleibt es jedoch; unabhängig davon, ob andere dies anerkennen oder nicht, ob Viele oder Wenige davon überzeugt sind, oder daran glauben! Keine Macht in der Welt wird uns dies aus unserem Bewusstsein wegnehmen können.
 
Die Sammlung und der Schutz unseres Volkes in seiner Heimat ist der wichtigste Teil der Lösung der nationalen Sache unseres Volkes. Das versteht sich nicht als Abgrenzung von anderen Völkern, sondern stärkt sogar unsere Toleranz zu anderen Völkern und gilt gleichzeitig als Garant unserer Sicherheit und unserer nationalen Rechte, sowie als Genugtun des Genozids und der Massaker des assyrischen Widerstandes von 1933 und des vielen Leidens. Als Maßstab ist dabei, die weitere Existenz unseres Volkes in allen seinen Besonderheiten.
 
Ich finde es auch wichtig zu erwähnen, dass der King-Krayn-Ausschuss[6] das Gebiet in Syrien, Mesopotamien und Higaz (Arabien) trennte und diese als vollkommene Einheiten sah. Und empfahl zwei Nationalstaaten zu gründen Syrien (und beinhaltet Palästina) und Mesopotamien.
 
Ferner ist es wichtig, die Kultur unseres Volkes kontinuierlich und intensiver zu pflegen. Nicht nur nationale Studien zu fördern, sondern auch, die Kommunikation und den Dialog mit den anderen Völkern mit denen wir leben, bewusster und auf Basis der Gewaltlosigkeit, der Gleichberechtigung und Toleranz zu gestalten, damit unser Eigensein als selbständige Ethnische Gemeinschaft, stärker hervorgehoben und als Bereicherung für unsere zusätzlichen Identitäten zu sehen wird.
 
Dies ist möglich durch unpolitisierte Kulturzentren in der Heimat, sowie in der Diaspora. Diese nationale Vision ist von langjährigen Bestrebungen, sowie mit organisierter und harter Arbeit verbunden. In der nationalen Vision soll der Bewahrung der mesopotamistischen ethisch-moralischen Werte einen hohen ethischen Stellenwert zugeordnet werden.
 
Der Pan-Mesopotamismus, ist nicht nur eine Rückbesinnung in die tiefen Wurzeln, sondern sieht seine Aufgabe auch darin, in der Realisierung der "Vereinigung unseres in der Diaspora lebenden Volkes und die Unterstützung der Rückkehrwilligen zu motivieren". Eine Vision, die außergewöhnliche Anstrengungen zur Zusammenführung der Kräfte der zerstreuten Gemeinden erfordert – nicht nur als abstrakter kirchlicher Begriff, sondern als wirkliche Gemeinschaften.
 
Der Pan-Mesopotamismus bietet einen geistigen Gehalt patriotischdenkender und Intellektuelle Denker und erstrebt die soziale Gerechtigkeit, die Erhaltung der Einheit und die Kontinuität der Nation ebenso wie die Zentralität der Heimat in unserem Leben überall in der ganzen Welt. Diese Gedankenwerte zielen auch auf die Erhaltung der syrischen Sprache hin. So ist es wichtig in den Kulturzentren, die Hochsprache nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Literatur zu stärken. Denn es ist nicht irgendeine Sprache, sondern unsere nationale Sprache und die Sprache, die Jesus sprach. Eine Sprache, die nicht nur unser Kulturelles Erbe in sich trägt, sondern auch eine Sprache in der wir wertvolle Kulturschätze der Welt schenkten. Diese hochgeschätzte Sprache, die in der persischen, assyrischen und babylonischen Zeit die diplomatische Sprache (Lingua Franca) des nahen Ostens war, mit der auch viele Völker des Gebietes gesprochen haben. Sogar das religiöse Buch „Talmud“ der Juden wurde in Aramäisch verfasst. Sie ist eine besondere Eigenschaft unserer nationalen Identität - und drückt in sich ein kollektiver und nationaler Wille aus. Und ist in ihren Ausdrucksmöglichkeiten sehr reich.
 
Ich bin ferner davon überzeugt, dass wir mit dem pan-mesopotamistischen Gedankengut - die in der Nationalbewegung ihren besonderen Ausdruck fand - zwar keine endgültig vorgeschriebenen Endlösungen unserer Nationalsache und der vielen Gesellschaftlichen Herausforderungen bieten kann, doch mit der Einheit von Gedanken, Ideen und Gefühlen dazu, unserer Gesellschaft geholfen wird, die Fähigkeit zu erringen, sich mit Aufklärung und Patriotismus in Anbetracht unserer Erfahrungswerte, unserer Kultur und unserer Gemeinsamkeiten sich zu verändern (einschließlich auch aus der soziokulturellen Krise hinaus zu retten).
 
 
Peter BetBasoo in seinem Artikel „Assyrisch Nationalism: a Survival Mechanism“ in AINA, sieht, dass unser Nationalismus im „Wettbewerb mit der konfessionellen Ideologie“ steht, und sieht in dem begleitenden Denominationalismus eines der Phänomene unserer Neuzeit, die unsere Nation in den nächsten Jahrhunderten „überwältigen“ werden. Denn es sei klar, „dass unsere Nation dem Druck durch die kulturelle Assimilation, nicht widerstehen kann, wenn sie geteilt wird“. Er schlägt einen Nationalismus als einen mechanischen Prozess vor, den er einen Überlebensmechanismus nennt. Er schreibt: „Ein Überlebensmechanismus ist eine Ideologie, eine Reihe von Grundsätzen, die von der abstrakten Doktrinen zu konkreten Aktionen führen. Dass die Reformbewegung durch mechanische Aktionen Veränderung hervorrufen soll. Er empfiehlt ein aktives Engagement.
Gamil Rafael fordert: „Wir müssen unser Schicksal über unsere Streitigkeiten und die unterschiedlichen Gesichtspunkte stellen“. Diese pan-mesopotamistischen Reformgedanken, die mit Menschlichkeit, Toleranz, Brüderlichkeit bereichert sind, schaffen es mit Sicherheit einen gesunden Wandel zu erreichen, die über die Behandlung von Phänomenen hinausgeht. Mit diesen Gedanken, können wir der Zukunft die Hand reichen - ohne der Vergangenheit den Rücken wenden zu müssen, sondern mit einer gezielten und bewussten Rückkehr in die Wurzeln. Nötig bleibt auch die Konsequenz eines entschlossenen Neuanfangs in der Beziehung der sozialen Einrichtungen mit einander.
 
 
Raif Toma
 
 
 
 
 
 
 
[1] Östlich in seiner Identität und mesopotamisch in seiner Zugehörigkeit bzw. Bodenfestigkeit
[2] Vgl. Journalist und politischer Analyst Gamil Rufael
[3] Gewiss auch in der Gründung eines Dachverbandes als erster Schritt zur Gründung eines Parlamentes
[4] Ich meine zuerst muss jede Seite der anderen das recht zugestehen zu existieren und anders zu denken.
[5] Karl Marks schreibt über die Jugend, dass sie keine in der Gesellschaft integrierte Subjekte sind.
[6] Nach den Amerikanern Charles R. Krayn und Dr. Henri Churchel King als Mitglieder des internationalen Ausschusses, die zur Vorbereitung des Mandates über die Türkei während der Friedenskonferenz in Paris im Jahr 1919.
 

 


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