Genocide

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  •  Zeitschrift für Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum

              

     

     

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    Presseerklärung

     

     

    Der Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein und seines Regimes brachte im ersten Augenblick eine Befreiung für das irakische Volk. Fast alle Volksgruppen waren von der systematischen Unterdrückung, Verfolgung und von den Zwangsumsiedlungsmaßnahmen dieses Regimes betroffen. Hinzu kamen noch die zahlreichen Kriege, die dieses ursprünglich reiche Land ins Chaos bzw. Armut gestürzt haben und Hunderttausenden Menschen das Leben kosteten und ebenso viele in die Flucht zwangen.

    Die Intervention der Amerikaner und deren Verbündeten der Koalitionsstreitkräfte brachte im Vergleich zur alten Ordnung, Hoffnung für Freiheit und Demokratie. Aufgrund der unzureichenden Stabilität und den andauernd aufflammenden Unruhen, Zusammenstöße und Terroranschlägen mussten Tausende unschuldige Menschen sterben. Aufgrund der ständigen Angriffe auf zivile und behördliche Stellen wird der Wiederaufbau des Landes zurückgeworfen und die Etablierung von demokratischen Strukturen verhindert.

     

    Das Volk der Assyrer (Chaldäer-Suryoye) stellt mit etwa 1,2 Millionen (in der 70/80 Jahren waren es noch 2.2 Millionen) Menschen die drittgrößte ethnische Volksgruppe des Irak dar. Dieses Volk bekennt sich seit dem 1. Jahrhundert zum Christentum und hat das Aramäische als eigenständige Sprache.

    Obwohl die Assyrer das älteste Volk und somit die indigenen Bewohner von Mesopotamien sind, erlitten sie im Zuge vieler Ereignisse und Vorfälle schwere Rückschläge. Innerhalb der regionalen Ordnung in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekamen sie keinen Status, so dass ihre Existenz und Identität faktisch verleugnet wurde.

     

    Die Assyrer werden als Teil des irakischen Volkes und insbesondere als eine christliche Minderheit öfter Ziel von gezielten terroristischen Anschlägen. Schon vor und nach dem Sturz der irakischen Regimes wurde unser Volk zur Zielscheibe von rückständigen Kreisen, die die Absicht verfolgen, den Irak bzw. den ganzen Mittleren Osten zu Entchristianisieren. In den vergangenen Monaten mussten mehrere christliche Ladenbesitzer aufgrund ihrer Konzession zum Verkauf von Alkohol sterben. Auch christliche Frauen sind im Zuge der verstärkten Islamisierung des Landes verunsichert und können sich nicht in Freiheit bewegen.

    Ein Höhepunkt der terroristischen Akte, stellten die fast gleichzeitig verübten Bombenanschläge am 01.08.2004 auf sechs Kirchen, verschiedener Konfessionen, in Bagdad und Mossul dar. Bisher sind 18 Tote und mehrere Dutzend Verletzte zu beklagen. Unter den Opfern befinden sich hauptsächlich Kinder, Frauen und ältere Menschen, die sich zum sonntäglichen Gebet in den Kirchen versammelt hatten. Diese Anschläge sind die Fortsetzung bisheriger Drohungen und Übergriffe, wie Entführung und Ermordung, gegen Christen im Irak. Bisher haben aufgrund der Kirchenattacken Zehntausende Christen den Irak Richtung Syrien und Jordanien verlassen.

     

    Damit unser Volk nicht noch einmal Opfer jener Tragödien und Ungerechtigkeiten wird, ist es dringend erforderlich, langfristige und realistische Lösungskonzepte zu entwerfen. Mit der Unterstützung unserer Bevölkerung und in Solidarität mit den modern denkenden und demokratischen Kräften in der Region kann der drohenden Vernichtungspolitik entgegengetreten werden.

     

    Vor diesem Hintergrund appellieren wir an die Staatengemeinschaft um unsere Forderungen zu unterstützen:

     

    - Übergriffe gegen Assyrer sind zu verurteilen und entgegenzuwirken. Des weiteren müssen Maßnahmen eingeleitet werden, die Sicherheit und Erhalt der Einrichtungen und Besitztümer gewährleisten.

    - Die Gründung eines demokratischen, laizistischen, pluralistischen und föderalistischen Parlamentssystems im neuen und freien Staat Irak, der sich auf die Brüderlichkeit und Gleichheit der Völker stützt.

    - Die harte Bekämpfung von rückständigen Strukturen und terroristischen Gruppen, die Feindschaften zwischen den Religionen und Völkern schüren.

    - Die Statusanerkennung des Bundesstaates “Ninova” als autonomes Gebiet, damit sich das Assyrer Volk gegenüber den Angriffen verteidigen, seine national-gesellschaftliche Identität bewahren, pflegen und weiterentwickeln und sich selbst verwalten kann.

     

    Wiesbaden, den 25.08.2004

     

    Assyrische Demokratische Organisation (ADO)

    Freiheitspartei Mesopotamien (GHB)

    Shuraya Party                                                 

    Assyrische Befreiungspartei (GFA)

    Assyrische Patriotische Partei (APP)

    Assyrische Demokratische Bewegung  (ADM)

     

    Schaffung einer Sicherheitszone für die Chaldo-Assyrer

     

    Die gezielten und sich eskalierenden Attacken gegen die chaldo-assyrischen Christen im Irak haben die Volksgruppe ernsthaft beunruhigt. Zu den systematisch angelegten Bombenattacken auf ihre Kirchen vom 1.August, 16.Oktober und 9. November dieses Jahres kommen die fast täglichen Meldungen von Entführungen, Hinrichtungen, Brandlegung und Tötung von unschuldigen Angehörigen der chaldo-assyrischen Minderheit. In den letzten Monaten sind Chaldo-Assyrer zunehmend Ziel von Terror und Mord geworden. Andere Formen des Drucks auf die christliche Bevölkerung gipfeln in Drohungen Haus und Hof zu verlassen, Zwang gegen die christlichen Frauen sich zu verhüllen, Entführung von Frauen und Mädchen um sie gegen ihren Willen mit Moslems zu verheiraten.

     

    Diese fortgesetzten Angriffe gegen die indogene christliche Bevölkerung haben die offensichtliche Absicht die Gemeinschaft soweit zu terrorisieren, damit sie ihre seit Jahrtausenden angestammte Heimat verlässt.

     

    Wir die Unterzeichner dieses Aufrufs bitten und fordern deshalb, dass die Irakische Regierung und die internationale Gemeinschaft dringend,

     

    1-     mit besonderen Maßnahmen für die Sicherheit aller chaldo-assyrischen Kirchen, Institutionen, Städte und Dörfer im ganzen Irak sorgt,

    2-     eine Sicherheitszone in der Nineveh-Ebene etabliert, um das historische Siedlungsgebiet der chaldo-assyrischen Bevölkerung zu erhalten, damit der bedrohten und zerstreuten Gruppe als Zufluchtsort dienen kann,

    3-     entsprechend dem Artikel 53d der Übergangsverfassung eine administrative Region für die Chaldo-Assyrer in der Ebene von Nineveh etabliert.

     

    Als Folge der ersten Irak-Krieges etablierte die internationale Gemeinschaft ein Sicherheitszone (sog. Save Haven) im Norden Iraks um die Zivilbevölkerung von den Attacken des Saddam Hussein Regimes zu schützen. Gegenwärtig sind die Attacken die Chaldo-Assyrer verhängnisvoller und bedrohlicher.

    Angesicht von Berichten. Wonach Tausende von Chaldo-Assyrer den Irak bereits verlassen, scheint die Möglichkeit sich abzuzeichnen, dass nach sechs Jahrtausenden Präsens der Chaldo-Assyrischen Bevölkerung im Irak eine Auslöschung ihrer Existenz erfolgt.

    Der endgültige Glaubwürdigkeitstest der Aussagen bezüglich Pluralismus und Demokratie der Irakischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft hängt nicht zuletzt vom Schutz der indogenen Chaldo-Assyrischen Bevölkerung im Irak ab.

     

          -    Assyrische Demokratische Organisation (ADO)

                Sektionen Europa, Schweden, USA und Kanada.

    -         Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Europa (ZAVD).

    -         Federation Tur Abdin Holland (FTH).

    -         Assyrisches Institut in Europa, Brüssel/Belgien.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

 


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