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Die Suche nach den Wurzeln des Nationalbewusstseins im Verständnis der  Heimat  bei dem Urvolk Mesopotamiens

Die kulturelle Vision, die hinnimmt, dass Mesopotamien (das Zweistromland)[1] als eine historische Heimat der heutigen Mesopotamier[2] ist, sieht vor, dass bei jedem existierenden politischen System, die Rechte, die Kultur, die Sprache und Traditionen dieser Urbewohner des Gebietes berücksichtigt werden sollen.  

Der Überschuss dieser Berg - und Talbevölkerung wanderte nach dem Fall der alten mesopotamischen Reiche in die Berge und Richtung Syrien im Westen. Die Heimat der Urbevölkerung Mesopotamiens heute, streckt sich weiter auf Syrien und Libanon aus, in die Ursiedlungsgebiete der alten Phönizier und der aramäischen Stämme westlich des Euphrats.

Gabriele Yonan beschreibt[3] unsere heutigen Siedlungsgebiete in dieser Form „ in einem Dreieck dessen westliche Spitze das Bergland Tur Abdin in der Südost-Türkei ist, im Süden stellte die Mossul-Ebene[4] mit vielen christlichen Dörfern die Siedlungsgrenze dar, und im Nordosten bildete das Hakkari-Gebirge einen Siedlungsschwerpunkt“. Sie bezeichnet Sie später auch als geographisch homogenes Siedlungsgebiet Obermesopotamiens.
Der Schriftsteller und Wissenschaftler Harry Sager in seinem Buch ´die Herrlichkeit Babylons´ beschreibt die regionale Bezeichnung des Gebietes: Die Bezeichnungen Assyrien und Babylon sind homogen und bedeuten ursprünglich die Bezeichnungen der Hauptreiche, des nördlichen und des südlichen in der Region.... Doch sie wurden in einer ungenauen Form benutzt um die nördlichen und südlichen Gebieten zu beschreiben, ohne auf die politische Lage zurückzublicken, um auch Zeiten zu beschreiben vor dem Existenz  Babylons.

Damals war der überragende Name, Sumer für den Süden und Akkad für den Norden des Gebietes Babylon. Die sumerische Sprache blieb aber bis zur Zeitenwende die Sprache der Gebildeten, ähnlich wie es Latein im Mittelalter war[5].

Spuren der kleinen und großen Reiche, sind in Edessa (Urfa)[6], Gosan (Tell Halaf), Harran, Mari, Uraget, Aram-Damskus, Aram-Nahrin und andere sowie andere Stadtstaaten im Libanon wie Saidun  und andere. Im Süden, Norden und Mitte des heutigen Iraks wie Kisch, Ur, Uruk und viele andere Reiche.

So sind die heutigen Syrischsprechenden, die Abkömmlinge dieser Reiche und die Erben dieser Weltkultur.

Der babylonische König Nabunaid, war nicht von der königlichen Familie des Nabupolasser. Denn er war Sohn eines Adels und seine Mutter, war eine hohe Priesterin des Gottes Sin in Harran. Sie stammte aus der assyrischen Königsfamilie.

In der Zeitepoche des zweiten babylonischen Reiches 610-465, war in Harran und Ur der gleiche Mondgott Sin oder die Fruchtbarkeits- und Liebesgöttin Inanna [7] - der babylonische König wollte es so haben. Dies auch beweist die Verbundenheit Mesopotamiens und deren Urbevölkerung mit einander.

Der Kommentar "Oxford Companion to the Bible" erklärt auf Seite 63 in seiner aus dem Jahre 1993 stammenden Ausgabe, dass der assyrische Herrscher Aschurnasirpal II 884-859 v. Chr. viele Aramäer nach Assyrien brachte, die dann die Gerichte überrannten und zu Anfang des siebten Jahrhunderts die assyrische Sprache mit Aramäisch einer semitischen Sprache als Amtssprache ersetzt hatten"[8]

Seit dem Verlust und des Verschwindens der Herrlichkeit des assyrischen und des babylonischen Reiches und des Verlustes der nationalen Freiheit, ging die syrische[9] Politik in Richtung der geistlichen Administration, durch den religiösen Fortschritt. Verzichtete auf die Gründe der Wiedererlangung der weltlichen Macht, weil sie sich an den Glaube der göttlichen und an die menschliche  Liebe stürzte[10]. 

Der Bischof Michele Yatim, erzählt in seinem „Geschichte der Ostkirche“ von der Entstehung eines national-patriotischen Bewegung in der zeit des Römischen Reiches mit dem Ziel des  Widerstandes gegen des Römischen Reiches.

Die Sprache; das Syrische - die Jesus Christus, ist eine besondere Eigenschaft der nationalen Zugehörigkeit und eine besondere und bereichernde Eigenschaft des syro-mesopotamischen Raumes.

Die Vordenker des Pan-Mesopotamismus definierten den Begriff des Vaterlandes Mesopotamien (als „Beth Nahrin“ das Zweistromland, die einheitliche Heimat der Syrer, Assyrer, Chaldäer). Als der Gelehrte Naoum Fayek aus Amed[11] in einem bekannten Lied sagte: (erwache Sohn Assurs, erwache), meinte er mit „Assur“ nicht die alte und prächtige assyrische Hauptstadt Assur, sondern Mesopotamien als ganzes, als „Vaterland der Angehörigen der syrischen Kirchen“[12].

Von der Vorstellung der Heimat, können einem Volk, weder Verfälschungen noch Repressalien abbringen. Denn diese  bewusste und intellektuelle Vorstellung von vielen, ist mit der unbewussten und emotionalen Vorstellung vieler anderen vermischt. Dies hob das Nationalbewusstsein von Anfang an von einem Symptom, zu einer unumstrittenen verwurzelte Wirklichkeit.   

So sehe ich, dass die Verschmelzung der alten Mesopotamier unter einander und deren Verbindung als die Urbevölkerung des Landes stark ist. Dies wird durch die Verwurzelung in ihrer historischen Heimat und die Verbundenheit in der syrischen Sprache als Ursprache des Gebietes. Dies übertrug mit sich sehr viele Traditionen – auch in die Nationalkirchen und wuchs in dem Bewusstsein der Christen des syro-mesopotamischen Raumes weiter. So bietet die Zughörigkeit zu den einheimischen, Ostorientalischen Kirchen, nicht nur eine zusätzliche Identität, sondern auch eine Stärkung der nationalen Zugehörigkeit und deren Wurzeln.

Die Ursiedlungsgebiete des Urvolkes des syro-mesopotamischen Raumes, werden seit vielen Jahren leider von ihrem Volk rigoros entleert[13].

So haben die Massaker und Deportierungen in der Türkei am Anfang des letzten Jahrhunderts, die vielen Einheimischen das Leben gekostet[14].. Die meisten der Überlebenden haben ihre Ursiedlungsgebiete verlassen und siedelten in den Süden über.

Im Irak wurden mit der Gründung des irakischen Reiches bis zu den dreißiger Jahren assyrische Christen massakriert und deportiert.

Im Libanon haben die Kriege viel syrische Christen[15] dazu gebracht, auszuwandern, dass die Ostchristen in ihrem Hochburg zur Minderheit wurden. 

Die Kurden haben gezielt eine Verfälschung der Realität durchgeführt dem Gebiet einen neuen fremden unwahren Namen geben wollen.

Die Unruhen kurdischer Organisation im März dieses Jahres (unterstützt von ausländischen Kurden) in den mesopotamischen Gebieten Syriens, haben nicht nur die Infrastruktur der nordöstlichen Gebieten Syriens zerstört, sondern verunsicherten auch das Urvolk des Landes und treiben es noch stärker dazu aus seiner historischen Heimat auszuwandern, was auch seit vielen Jahren auch mit Duldung der syrischen Regierung und der Sicherheitsapparate passierte.Diese Unruhen, haben nicht nur die Infrastruktur der nordöstlichen Gebieten Syriens zerstört, sondern verunsicherten auch das Urvolk des Landes und trieben es dazu aus seiner historischen Heimat auszuwandern, was seit vielen Jahren auch mit Duldung der syrischen Regierung und der Sicherheitsapparate passiert.

So hat die syrische Staatsmacht, irakisch- und türkischkurdischen  Organisationen nicht nur Asyl angeboten, sondern auch aus politischen Gründen Unterstützt. Doch diese haben endlich ihre Ziele in Syrien veröffentlicht und wendeten sich gegen die syrische Bevölkerung, die Behörden und die Staatsmacht. Doch auch  gegen die einheimische Identität des Landes. Dies zeigte wie wenig loyal diese kurdische Organisationen dem syrischen Staat sind - und welche negative Energie sie gegen das Land hegen.

Das Urvolk des Zweistromlandes – das in seinen Ursiedlungsgebieten unter demografischer Erpressung steht –  erwartet mehr Schutz und eine harte Bestraffung der Straftäter. Doch leider im Gegenteil, haben die sonst mächtigen Sicherheitsbehörden, die Führer und viele Verantwortlichen dieser fanatischen und terroristischen Taten freigelassen. Dies löste innerhalb der einheimischen Bevölkerung im Nordosten (Eljazira) und unter den arabischen Stämmen, eine tiefe Entrüstung und Verdrießlichkeit aus.  

Die Mesopotamier, die eine Identität und eine ständige Bereicherung des Gebietes zwischen dem Euphrat und Tigris bilden, werden unter diesen Umständen weiter auswandern, und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln und das Volk seine Visionen, wenn es keine Lösungen verwirklicht wird[16].

In diesen Lösungen muss enthalten sein, eine Gewährung des Schutzes und der Sicherheit für das Gebiet und die Urbevölkerung[17], der Wiederaufbau der Ursiedlungsgebiete und die Förderung freiwilliger Wiederkehrer. Doch die Bewahrung der historischen Identität Mesopotamiens, bleibt eine moralische Verantwortung der Staaten des Nahostens und der Völkergemeinschaft.

Dies kann allerdings nur mit einer friedlichen Einwirkung der gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Institutionen dieses Volkes verwirklicht werden. 

In den Ländern in denen dieses Volk jetzt und später lebet, ist es notwendig seine Werte nicht aufzugeben. Doch mit dem Grund der Erhaltung der Werte und der Bewahrung der nationalen Identität, darf keine Parallelgesellschaften gebildet werden. Denn ihre Mitmenschen werden ihnen immer eine Bereicherung bleiben.    

Mit pan-mesopotamistischen Gedankenwerte, - die für die gesunde und bewusste Rückkehr zu den Wurzeln eintritt, kann die  Wiedererwachungsbewegung eine unumgängliche gesellschaftliche Bewegung der Aufklärung und der Hoffnung werden, um die Existenz dieses Volkes und die Identität seiner Heimat Beth Nahrin[18] Verständnis zu machen, damit sein Fortbestehen in seiner Heimat als eine selbständige und gleichberechtigte Nation und die Identität dieser Heimat nicht durch irgendwelche Hindernisse und Verfälschungen[19] gebremst wird. Und nur durch Aufklärung, gesellschaftlichen Fortschritt und liberalen Nationalbewusstsein, wird dies gelingen. Doch auch für die kraftvolle, gesunde und bewusste Rückkehr zu den Wurzeln.

Mit pan-mesopotamistischen Nationaldenken und der ostchristlichen Verbundenheit, bleibt eine wirkungsvolle Position zur Stärkung des liberaleingeprägten Nationalbewusstseins, verbunden mit einer starken und bewussten Vaterlandsliebe[20] und der Zentralität der Heimat im Leben und in den Visionen[21], unvermeidbar. 


 


[1] Der populäre Denker Dr. Walid Phares benutzt den Begriff Syro-Mesopotamien

[2] Die Nachfahren der alten Akkader, Aramäer, Assyrer, Babylonier und Summer.

[3] In „Assyrer heute“

[4] Das Gebiet um der assyrischen Hauptstadt Nineve

[5] Barthel Hrouda: Mesopotamien, die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. 3. Aufl. München 2002.

[6] Siehe  „Urhoy, die Heilige Stadt“ geschrieben vom Verfasser

[7] Auch Niniana genannt

[9] Gemeint ist hier nicht die Politik des heutigen Staat „Syrien“, sondern meint der Schriftsteller „Ibrahim Gabriel Saume“ die as-syrische Politik als mesopotamische oder den oft in Deutschland benutzten wörtlich und übersetzten „Suryoyo“.

[10] „Buch der Vorträge in der syrischen Nation“, Seite 140,  Ibrahim Gabriel Saume, Brasilien 1979 

[11] Die heutige Diar Bakir in der heutigen Türkei, der Autor

[12] Der Journalist Gamil Rufael sagte: „ Trotz der vielen religiös-konfessionellen Zugehörigkeiten, die es zwar eine kirchliche Vielfältigkeit verleiht, doch es nicht historisch, sprachlich sowie das Schicksal und die Sitten und soziale Traditionen trennen kann“

[13] Auch Kirchenväter äußern sich sehr besorgt über die Auswanderung

[14] Mehr als 500.000 fielen zum Opfer

[15] Zu meist Maroniten

[16] Wolf-Rüdiger Schmidt sagte: Wurzeln werden wir weiterhin brauchen. Auf Visionen können wir auch in Zukunft nicht  verzichten.

[17] Ohne Schutzbefohlene zu sein,  der Autor

[18] Doch auch in den geografischen Gebieten Syrien und Libanon, der Autor

[19] ´Historische und gegenwärtige demographische Verfälschungen durch starke unmoderate Medienarbeit sowie durch gesteuerte Bildung´ der Autor

[20]Die Vaterlandliebe ist kein bloßes Gefühl, erst recht kein Chauvinismus. Sie ist Gehorsam und Loyalität. Sie ist lebendige Anteilnahme am Wohl und Wehe des Volkes.....“,  Joseph Kardinal Höffner, Christliche Gesellschaftslehre. 

[21]Vaterland bedeutet gemeinsame Heimat, Abstammung, Sprache, Kultur und Geschichte..,“  Joseph Kardinal Höffner, Christliche Gesellschaftslehre, II, II


 


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