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·       ´Urhoy´ die heilige Stadt von Abgar u´Komo

 

Urhoy auch Edessa, Osronoye und Al-Raha, heißt jetzt Urfa und liegt in der  heutigen Südosttürkei, nahe der syrischen Grenze. Im Norden und Westen der Region fließt der Euphrat. Ebenen wechseln mit niedrigen Plateaus; der höchste Punkt ist der Karacadag mit 1914m. Das Zentrum Urhoys liegt 549m über dem Meeresspiegel.

Urhoy ist aus allen vier Himmelsrichtungen über Fernstraßen zu erreichen. Bis Istanbul sind es 1253km, bis Ankara 829km, bis Antiochien 342 km, bis Antep 144km, bis Adiyaman 160km, bis Diyarbakir (Amed) 185km und bis nach Mardin 183km. Der nächste Bahnhof befindet sich im Kreis Akcakale und die am nächsten liegenden zivilen Flughäfen in Diyarbakir und Antep. Urhoy wurde bekannt durch den ersten christlichen König Abgar V, der mit unserem Herrn Jesus Christus durch seinen Sekretär Hannan (der auch ein Maler war) korrespondierte und die erste christliche heilige Ikone das Bild mit dem strahlenden Gesicht des Erlösers. Er ließ das Bild in eine Nische über das Stadtgatter legen, damit alle seine Leute das Gesicht von unsrem Herrn betrachten konnten. Es wurde als das "Bild (Ikone) gebildet nicht mit den Händen" bekannt. Diese heilige Ikone wurde von Walled der Bischof von Edessa in einer Nische in der Mauer der Stadt versteckt, damit der vom wahren Glauben des Christentums abgekommene König sie nicht schädigen würde, und es blieb dort, versteckt, für fast 400 Jahre.

Ausgrabungen bei Ruinenhügeln und Höhlen in der Umgebung um Urhoy haben ergeben, dass sich hier schon 8000 Jahre v. Chr. Menschen angesiedelt hatten. Die Gegend war früher dicht bewaldet, wie auch Skelettfunde von verschiedensten Waldtieren beweisen.
Vermutlich hat der ruhmreiche assyrische König Namrud die Stadt gegründet. Im 4. Jh. v. Chr. wurde sie von Alexander erobert. Dessen Nachfolger bauten sie neu auf und gaben ihr den Namen Edessa “
Stadt auf dem Wasser“. Ab 130 v. Chr. war Urhoy Sitz eines Königreiches, das später durch die heiligen Mar Addai und Mar Aggai christlich wurde und damit als erste christliche Reich wurde.

Unter grausamer Verfolgung des Kaisers Marcus Aurelius litten die Christen in Urhoy sehr. Dieser Starb im Jahre 180 n. Chr. der Nähe von Edessa

Die ersten christlichen Kirchen wurde im Jahre 190 unter König Abgar IX (170-214)gebaut.

Im November des Jahres 201 n. Chr. In der Regierung des Königs Abgar Sohn  des Königs Manu ereignete sich der große Flut und zerstörte die Stadt.

Als Urhoy unter römische Herrschaft gelangte, behielt sie ihre Unabhängigkeit als ein Reich bis Kaiser Caracalla im Jahre 216 das Königreich der Osronoye abschuf –Die Liste der Könige steht im Chronik des Dionysius von Tellmahre  –  

Die Stadt hatte eine Weltoffene Oberschicht und war ein Handelszentrum durch den Karawanenfernhandel mit Luxusgütern. So gab es Handelsbeziehungen zwischen Urhoy und Indien, die sehr alt sind. Auch die Gebeine des heiligen Thomas (Mar Tuma) wurden um 233 n. Ch. in die heilige Stadt gebracht und wurde ihm ein Gran in der Hauptkirche errichtet.

Im Jahre 259 besiegten die Römer unter Valerian die Perser unter Šapurs in der Nähe von Urhoy. Um diese Zeit fing die Stadt Palmyra an zu blühen und war dann ein Königreich innerhalb des römischen Imperiums.

Nach dem anfänglich mit dem mondanbetenden Sin-Kult im nahen Harran konkurrierte, war Urhoy im 4. und 5. Jh. ein bedeutendes Zentrum des nestorianischen Christentums und war dann durch Mar Ephrem der Syrer zu dem Glaube und Lehren der syrischen Kirche zurückgekehrt und die Schule von Urhoy blühte, dass viele bekannte Lehrer der syrischen Kirchen dort lernten und lehrten wie die bekannten Dichter Jacob von Serugh und Mar Narsai und Ihr Bischof und Dichter Mar Rabula.

Urhoy wuchs zur Hauptstadt der syrischen Literatur und Sprache, dass auch Inder ihre Priester für Ausbildung und Studien nach Mesopotamien, zur Schule in Urhoy sandten. Dort war ein Daniel der den Kommentar zur Epistel übersetzte aus dem Griechischen ins Syrische.

Die Region Urhoy hat besonders in verschiedenen Mythologien eine große Bedeutung. So wurde sie in den heiligen Schriften als die „heilige Stadt“ genannt, in der heiligen und Propheten geboren wurden oder gelebt haben. So hielt sich auch Abraham auf seinem Weg von der Schwesterstadt Ur im Süden Mesopotamiens nach Kanaan einige Zeit in Urhoy auf. Noch heute glaubt man in der Region an die heiligen Fischen des Teiches in Urhoy. Als weiterer heiliger Ort wird eine Höhle in der Nähe des Teiches verehrt, in der Abraham geboren worden sein soll. In den religiösen Schriften wird weiter davon berichtet, dass auch Moses, David, Adam und Hiob, sowie die heiligen Addai und Aggai (ihr erster Bischof und der Weiher der ersten Priester und Diakone) in Urhoy gelebt haben sollen, sowie Bardaissan. Es gibt sogar Erzählungen, dass der Apostel Judas in Urhoy war und dort begraben wurde.

Besonders die Nachbarstadt Harran mit ihrer Sin-Kult ist zu einem Zentrum der Kulturen geworden. Die Rolle, die Urhoy für verschiedene Religionen gespielt hat, und die heute noch vorhandenen historischen Spuren, haben die Region nachhaltig geprägt.

Auch wenn nicht bekannt ist, wann genau die Zitadelle erbaut wurde, lassen der Hauptfelsen und die Bauform erkennen, dass ihre Entstehung in die Zeit der Kreuzfahrer fällt. Es ist ersichtlich, dass die später zu militärischen Zwecken befestigte Zitadelle hauptsächlich in der Zeit, in der sich die Kreuzzüge in Urhoy befanden, benutzt wurde. Die Zitadelle, die über eine innere und äußere Festungsmauer verfügte, konnte durch drei Tore im Osten und Westen betreten werden. In der quadratischen äußeren Festungsmauer ist das Harran-Tor der einzige heute noch erhaltene Eingang. Dort sind die in Stein gemeißelten Reliefs von einem doppelköpfigen Adler, einem Löwen und einer mit einem Kaftan bekleideten Figur erkennbar. Die in der Zeit von 240-242 erbaute 1000m lange innere Festungsmauer erinnert an einen Kreis. Auf einer der beiden Säulen befindet sich ein Denkmal mit der aramäischen Inschrift: "Ich bin Eftuha, der Sohn der Sonne, diese Säule habe ich für Shalmet, die Tochter Manos erbauen lassen." Die Säulen haben eine Höhe von 17,25 m und einen Durchmesser von 4,60m.

Die in dem Museum ausgestellten Fundstücke spiegeln die früh- und spätgeschichtlichen Kulturen wider; sie stammen aus der Jung- und Altsteinzeit und gehören archäologisch der Zeit der Babylonier, Assyrer und der nachfolgenden Epochen an. Darüber hinaus existieren auch noch einige wenige Funde aus der Bronzezeit. In einem weiteren Ausstellungsraum befinden sich besondere ethnographische Objekte der Region. Berühmt sind der "Mondgott" und die "Steinkatze".

Im Jahre 608 fielen die Sassaniden unter Chosroes II ein, 625 wurde Urhoy von den Byzantinern unter Heraclius zurückerobert, aber nur für kurze Zeit. Im Jahre 638 besetzten die aus dem arabischen Halbinsel stürmenden Araber Urhoy, die sie im Jahr 1030 wieder an die Byzantiner verkauften. Es folgte eine armenische Herrschaft, die ihrerseits kurz unterbrochen wurde von den Seldschuken. Im 12. Jh. machten die Kreuzfahrer auf ihrem Weg nach Jerusalem Halt in Urhoy und gründeten die ‚Grafschaft von Edessa', die ebenfalls keinen Bestand hatte. 1182 war besetzte Salhadin Urhoy und begann damit für die Stadt die Zeit der Dunkelheit. 50 Jahre später der Seldschukensultan Alaeddin Keykobat. Es folgten die Mongolen, ägyptische Mamelucken und Timur Lenk. Die Osmanen unter Sultan Selim besetzten die Stadt 1516, gefolgt von den Persern. Zuletzt okkupierten die Franzosen Urhoy 1920 und zogen nach einjähriger militärischer Anwesenheit wieder ab.

Obwohl Urhoy im Laufe seiner Geschichte unzählige Male und von verschiedenen fremden Mächten okkupiert wurde, hat es nie seine Besonderheiten verloren. Es ist das Ergebnis historischer Dialektik, dass die militärischen Besatzer immer wieder gezwungen waren, die Region zu verlassen.

Raif Toma

 

 

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  • Die Bevölkerung Edessas kann nicht arabisch gewesen sein

In der Zeitschrift Alhikma des Syrisch-Orthodoxen Vikariats in Jerusalem und der heiligen Stätten, hat Herr Mohamad Abulhamid Alhmad über die Geschichte der Heiligen Stadt Edessa (Urhoy) geschrieben. Doch wie es von panarabischen Autoren gewohnt ist die Bewohner der Stadt zu Araber erklärt.

Ich frage gezielt Herrn Alhamad, wie er zu der wissenschaftlichen Tatsache kam, dass die Bewohner Urhoys, Araber sind und dass diese nicht die Nachkommen der alten Assyrer, Chaldäer und Aramäer sind.

König Abgar V, der mit unserem Herrn Jesus Christus durch seinen Sekretär Hannan (der auch ein Maler war) korrespondierte und die erste christliche heilige Ikone das Bild mit dem strahlenden Gesicht des Erlösers. Dieser König mit den syrischen Nachfahren der Königsfahren sprach in seinem Königreich die syrische Sprache und schrieb mit der syrischen Schrift.

Ausgrabungen bei Ruinenhügeln und Höhlen in der Umgebung um Urhoy haben ergeben, dass sich hier schon 8000 Jahre v. Chr. Menschen angesiedelt hatten. Wissenschaftler reden davon, dass die erste menschliche Siedlung in kleiner Form sich befand. Viele Tausende, bevor arabische Stämme mit der  islamischen Besatzung das Gebiet ansiedelten. Vermutlich hat der ruhmreiche assyrische König Namrud die Stadt gegründet. Im 4. Jh. v. Chr. wurde sie von Alexander erobert. Dessen Nachfolger bauten sie neu auf und gaben ihr den Namen Edessa “Stadt auf dem Wasser“. Ab 130 v. Chr. war Urhoy Sitz eines Königreiches, das später durch die Heiligen Mar Addai und Mar Aggai zum Christentum missioniert wurde und damit als erste christliche Reich wurde.

Urhoy war im 4. und 5. Jh. ein bedeutendes Zentrum des nestorianischen Christentums und war dann durch Mar Ephrem dem Syrer zu dem Glaube und den Lehren der syrischen Kirche zurückgekehrt. Und die Schule von Urhoy blühte, dass viele bekannte Lehrer der syrischen Kirchen dort lernten und lehrten wie die bekannten Dichter Jacob von Sarug und Mar Narsai und Ihr Bischof und Dichter Mar Rabula. Diese alle schrieben nicht auf Arabisch, sondern zum größten Teil auf Syrisch und auch viel auf Griechisch.

Die Bewohner Urhoys mussten ihre Söhne nicht nach Antiochien, Athen oder Beirut und Hirrapolis zum Studium schicken, wenn die mächtigste Schule und der theologischen Universitäten der Zeit im Osten haben. Urhoy wuchs zur Hauptstadt der syrischen Literatur und Sprache, dass auch Inder ihre Priester für Ausbildung und Studien nach Mesopotamien, zur Schule in Urhoy sandten. Und keiner hat dort jemals Arabisch gelernt.

Besonders die Nachbarstadt Harran mit ihrer Sin-Kult ist zu einem Zentrum der Kulturen geworden. Die Rolle, die Urhoy für verschiedene Religionen gespielt hat, und die heute noch vorhandenen historischen Spuren, haben die Region nachhaltig geprägt. Doch arabische Spuren gibt es nur ganz selten und nur für die Zeit nach dem Islam.

Die Bauweise der Stadt differenziert sich ganz stark von der arabischen Bauweise

Die in dem Museum ausgestellten Fundstücke spiegeln die früh- und spätgeschichtlichen Kulturen wider; sie stammen aus der Jung- und Altsteinzeit und gehören archäologisch der Zeit der Babylonier, Assyrer und der nachfolgenden Epochen an. Darüber hinaus existieren auch noch einige wenige Funde aus der Bronzezeit. Doch es sind keine Funde bekannt aus dieser Zeit, die die arabische Schrift aufweisen.

In einem weiteren Ausstellungsraum befinden sich besondere ethnographische Objekte der Region. Berühmt sind der "Mondgott" und die "Steinkatze". Es sind keine Zeichen da von den arabischen Göttern, in Arabien bekannt waren.

Im Jahre 608 fielen die Sassaniden unter Chosroes II ein, 625 wurde Urhoy von den Byzantinern unter Heraclius zurückerobert, aber nur für kurze Zeit. Erst im Jahre 638 besetzten die aus der arabischen Halbinsel stürmenden Muslime Urhoy.

Kaiser Romano Lakapenos hat im Jahre 942 (nicht im Jahre 945) die Bewohner von Edessa dazu aufgefordert ( und nicht von dem Kalifen Almutaqi) „das heilige Tuch mit dem Abbild des Herren“ ihm zu überliefern und belagerte deshalb die Stadt.

Im Jahr 1030 und nicht im Jahr 945 an die Byzantiner verkauften.  Wir reden hier von einer wirklichen arabischen Herrschaft von ca. 300 Jahren. Wenn die Araber die Urbevölkerung des Gebietes sind, würden sie wirklich diese Heilige Stadt verkaufen?

Das Volk Urhoys kann aus den genannten gründen nicht arabisch gewesen sein, wenn in der Zeit vor der islamischen Besetzung, nichts nach Arabern in dem Gebiet nachweist.

Die Rede von Araber der Raha, kann nicht die Rede von der Urbevölkerung Urhoys sein, sondern nur von den angesiedelten arabischen Stämme nach dem Islam. Die jedoch nicht in der Lage waren, wie in weiten Teilen Syrien, die einheimische Bevölkerung zu assimilieren und  das Land und die Kultur zu arabisieren.

Obwohl die Geschichte unseres Volkes und die Geschichte Urhoy vielen Historiker und die Sprache des Gebietes den Philologen bekannt sind, versuchen einige Schriftsteller, die Geschichte des Gebietes und die Geschichte der Urbevölkerung Mesopotamiens und Syriens zu verfälschen. Wenn der Schriftsteller jedoch behaupten will, dass die Araber der Stadt AlRaha etwa damals Syrisch sprachen und schrieben, so ist das doch ein ganz anderes Thema, worüber ich hier nicht schreiben will. 

Die Urbewohner Urhoys, sind die Abkömmlinge der alten Völker der alten Reiche Mesopotamiens und Syriens.       

Die Bewohner der Alten Sumer, Akkad, Assyrien, Babylon und der aramäischen Reiche haben sich schon damals in einander vermischt. Und aus welchen dieser Stämme und späteren Umsiedler haben sich die Bewohner Edessa gebildet.  

Es geschah durchaus, dass vielen Christen Edessas, die nach der arabischen Eroberung und nach der Islamisierung großer Teile Mesopotamiens zum Islam übertraten,  und zum Teil dann auch arabisiert wurden. Denn es war üblich, dass mit der Religion auch die Sprache des Eroberers übernommen wurde. Doch dies waren nur einige Hundert Jahren und dieser Einfluss war später mehr islamisch und römisch. Dieses Volk ist nicht arabisch und stammt nicht aus der arabischen Halbinsel und das Arabertum und der Islam, wurden uns Hunderten von Jahren aufgezwungen.

Ich möchte als Schlusswort sagen, dass obwohl Urhoy im Laufe seiner Geschichte unzählige Male und von verschiedenen fremden Mächten okkupiert wurde, hat es nie seine Besonderheiten verloren.

 

 

Raif Toma

23.04.2005


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