Creation of a political Existence

 

 

 

 

 

 

Eine Autonomie,
der Kern der gerechten assyrischen Frage im Irak
 
  Für die assyrische Nationalbewegung, kann die Lösung der Nationalsache, nur mit der Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte mit einer christlich-mesopotamischen Mehrheit in der historischen Heimat vollzogen werden, wodurch das Recht der Chaldo-Assyrer Selbstbestimmung sowie andere Menschenrechte verwirklicht werden sollten. Eine legalgesicherte Heimstätte in seinem historischen Vaterland, wo dieses Volk in allen seinen katholischen, orthodoxen, evangelischen und ost-kirchlichen Konfessionen frei von Verfolgung, Mord und Vertreibung leben kann. Wo auch diese Christen ihr Leben und ihren Glaube weit von Gefahren selbst bestimmen und ihre eigene nationale Identität entwickeln können. In diesem Artikel begründe ich die Notwendigkeit dieser Lösung und bringe auch dazu historische und gegenwärtige Gegebenheiten, die dieses nationale Recht dieses Volkes stärken.

Die Urbevölkerung Mesopotamiens wanderte zum größten Teil schon nach dem Fall der alten mesopotamischen Reiche in die Berge später auch in die Großstädte. Die Heimat dieses indigenen Volkes heute, streckt sich von Mesopotamien weiter auf Syrien und Libanon aus, in die Ursiedlungsgebiete der alten Phönizier und der aramäischen Stadtstaaten westlich des Euphrats.

Die chaldo-assyrischen Christen heute, sind Erben einer besonders seit der Regierungszeit des assyrischen Königs Sanharibs (705-681 v. Chr.) in einander verschmolzenen mesopotamischen und syrischen ethnolinguistischen Landschaft und besitzen eine klar erkennbare nationale Zugehörigkeit, die sich in den alten mesopotamischen Reiche als nationale Souveräne Einheit in der Staatsgebilde zum ersten Mal darstellte. Diese ist heute auch emotional nicht unübersehbar.

Die syrische Sprache, die schon Jesus sprach, ist eine besondere und vereinende Eigenschaft der nationalen Zugehörigkeit und eine besondere und bereichernde Eigenschaft des Nineve-Tals und der anderen Ursiedlungsgebieten dieses Volkes. Die heutigen Syrischsprechenden, sind die Abkömmlinge der alten Reiche und die Erben dieser noch lebenden Weltkultur, deren Zentrum auch das Gebiet um die alte assyrisch Hauptstadt Nineve war.

Viele historische Begebenheiten, die dieses Volk betreffen, sind im Vergleich zu ihrer verheerenden Dimension relativ unbekannt geblieben. In erster Linie trifft dies auf den vor und während des I. Weltkrieges begangenen Verschleppung und Völkermord an die christlichen Völkern Kleinasiens zu, im Zuge dessen ca. 500.000 assyrische Christen zum Opfer fielen. Mit der Gründung des Iraks 1930, ging es mit den geduldeten Nichtmuslimen im Irak herab und die assyrische Christen wurden massakriert und deportiert.

Die Geschichte wiederholt sich. Dieses Volk das unter der verschiedenen Machthabern immer mit Morden, Vertreibung, Krawallen und Pogromen rechnet, wird auch heute auf abscheulicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Diese Ungeheuerliche Taten bringen es zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sicherere Gebiete des ehemaligen UNO-Sicherheitsgebietes im Nordirak. So suchen diese Christen die Sicherheit als Lösung ihrer Probleme und vermeiden jedoch die politische Konfrontation.

Die letzten Entführungen, Drohungen und terroristischen Angriffe auf Menschen, Kirchen, Schulen und Geschäfte im Irak, sind nicht nur ein Produkt der Sicherheitslage, sondern auch ein Mittel islamistischer Terroristen zur Vertreibung dieser Christen wegen ihres Christseins und zu deren Zwangsislamiserung. Sie brachten Massen von allen christlichen Konfessionen aus ihrem historischen Zweistromland auszuwandern.

Die christliche Mesopotamier, die eine Identität und eine ständige Bereicherung des Gebietes zwischen dem Euphrat und Tigris bilden, werden unter den genannten Umständen weiter auswandern, und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln. Und dieses Volk das seit so vielen Tausenden Jahren in dem Gebiet präsent ist, verliert seine Visionen, seine Sicherheit und seine historische und religiöse Stätten, wenn es keine Lösungen verwirklicht wird.

Die Gefahr besteht noch heute darin, dass dieses Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung der syro-mesopotamischen Siedlungsgebieten steht. Was dieser ethnischen und religiösen Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt ihres Lebens raubt. Dies ist nicht nur das Ergebnis ihrer Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten im Westen passiert, sondern wird in der Urheimat politisch beeinflusst und rigoros gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete dieses indigenen Volkes werden seit vielen Jahren leider rigoros entleert. Die Bedrohung liegt in der eigentlichen Existenz dieser Menschen als Nichtmuslime und Nichtaraber.

Weder die Amerikaner noch die irakische Regierung sind in der Lage, diese Christen im Irak zu schützen. Angesichts dieser Entwicklungen, ist die Sammlung der im Irak und aus dem Irak stammenden chaldo-assyrischen Iraker zu motivieren und zu sichern, die einzige vernünftige und gerechte Lösung in einem föderalen Irak. Unter der Bewahrung der Souveränität des Landes, ist die Gründung einer administrativen- und Sicherheitszone - zuerst unter internationalem Schutz - und in den historischen Ursiedlungsgebieten des Nineve-Tals die beste Lösung. Die Förderung der Aufnahme der sich unter Flucht befindlichen Urbevölkerung des Iraks in den europäischen Staaten, ist zwar eine gut gemeinte Lösung der Freunde dieses Volkes, doch die Fortsetzung des Exodus gleich zu bedeuten ist. Es ist gewiss besser einen Lebensraum für diese Menschen in ihrer Heimat zu schaffen  .
In einem föderalen Irak, ist das Recht seines indigenen Volkes auf Selbstbestimmung nur durch die aktive Forderung nach einer internationalgesicherten administrativen- und Sicherheitszone zu gewährleisten.

Es ist auch die Verantwortung der westlichen Staaten und Russland, diesen Menschen zu Schützen und zur Verwirklichung ihrer nationalen Vision zu unterstützen.

Die Idee von einer Autonomie für die Chaldo-Assyrer, die zu Beginn des Krieges 1,2 Millionen betrugen, ist nicht neu. Dies wurde nach dem ersten Weltkrieg in der Staatengemeinschaft in den Gebieten; Mossul und Hakkari (liegt zur Zeit in der Türkei) vorgeschlagen. Am 10.08.1920 wurden zum ersten Mal die Rechte dieses Volkes in dem Vertrag von Sèvres in der Schweiz erwähnt. Doch die Forderungen dieses Volkes und die Bestimmungen von Sèvres wurde im Lausanner Vertrag und der Bestimmung der Brüsseler Linie zur Verlauf der Grenze zwischen dem Irak und der Türkei gescheitert. In dem Versailler Vertrag wurden die Rechte der Urbewohner des Gebietes negiert. Frankreich und England haben deren ehemaligen Alliierten im Sykes-Picot-Abkommen im stich gelassen. Und schlugen eher vor, die Assyrer in Brasilien oder Westafrika anzusiedeln. Deutschland trug sogar eine Mitverschuldung an den Massaker im Osten des damaligen osmanischen Reich. Auch Russland hat 1915 ihre imperialistische Interessen im Vordergrund gestellt. Im Geheimvertrag von London vom 23.11.1915 wurden den Russen sechs armenischen Provinzen und die Öffnung der Dardanellen zugesagt. Im Gegenzug erhielt England die freie Hand unter anderem im Nineveh-Tal.

Im Jahr 1932 wurde die assyrische Nationalsache bei den Aufnahmeverhandlungen des Iraks in die UNO angesprochen, doch auch hier scheiterte sie an dem Einfluss der britischen Aussenpolitik..

Die Ansiedlung der Assyrer im Khaburgebiet 1933, war ein erfolgreiches Projekt, doch reichte nicht aus. Die Franzosen planten dann die Ansiedlung der Flüchtlinge in dem syrischen Alghab-Gebiet, doch dies scheiterte an finanziellen Mitteln und langen Planungszeiten.

Das friedliche Urvolk des Zweistromlandes – das in allen seinen Ursiedlungsgebieten unter demografischer Erpressung steht – erlebt mit diesen Angriffen, Verfolgung und Vertreibung einen verstärkten Patriotismus und einen stärkeren Nationalbewusstsein vermischt mit viel Heimatliebe und Sorge um diese Heimat.

US-Amerikanische Menschenrechtler verschiedener Organisationen schrieben an den US-Amerikanischen Präsidenten Georg W. Bush. Sie verlangten von ihm unter anderem, die irakische Regierung dazu zu bringen, um die Umsetzung des §53/d des Übergangsverwaltungsgesetzes des irakischen Staates, in der Gründung eines Autonomiegebietes im Nineve-Tal, damit es auch eine Sicherheitszone für den Schutz der Chaldo-Assyrer im Irak sein kann. In den übrigen Gebieten mit der chaldo-assyrischen Konzentration ausserhalb des Autonomiegebietes sollen administrativen, kulturellen und politischen Rechte garantiert werden.

So kommen wir zu der Feststellung, dass bei jedem existierenden politischen System, müssen die Rechte, die Kultur, die Sprache und Traditionen der Urbewohner des syro-mesopotamischen Raumes berücksichtigt werden. Es kann sich auch im Irak keine gerechte politische Lösung durchsetzen ohne die politischen, sozialen und kulturellen Ziele aller Christen in einer Sicherheitszone in Form einer Autonomie in dem Gebiet des Nineve-Tals zu garantieren. Wenn dies nicht möglich ist, so ist es notwendig für diese Christen eine alternative politische Lösung, um außerhalb des Iraks ein Schutzgebiet anzubieten, dass ihnen die Sicherheit sowie ihre nationale und Menschenrechte garantieren kann.

Raif Toma
 
 
 
 
Genozid und Autonomie 
 
 
Dieses Thema stellt zwar seit langem ein wichtiges Thema in der Nationalbewegung unseres Volkes dar, und steht in den Programmen einiger politischen Parteien, doch in der letzten Zeit gewann sie an Popularität auch auf der bürgerlichen Ebene, und wurde in internationalen Stellen zum ernsten Thema. Ich spreche von der nationalen Vision der Schaffung einer nationalen Stätte in Form einer Autonomie in dem historischen Gebiet um die assyrische Hauptstadt Nineve ...... die Nineveh-Ebene im Irak. Darin gehe ich erstens auf die Situation im Irak, dann auf die Notwendigkeit und die Mechanismen dieser Lösung ein.
Unser Volk musste in seiner neuen Geschichte unter vielen Massaker, Genozide (Seyfe) und Vertreibungen leiden. Auch heute leidet es in seiner Heimat unter der Ohnmächtigkeit der irakischen Regierung und ihrer Sicherheitskräfte einerseits und andererseits unter dem Versagen der US-Streitkräfte im Irak.
Ich stelle mir die Gründe der Ohnmächtigkeit und des Versagens Beider wie folgt vor. Ein wichtiger Grund ist der Konfessionalismus und die konfessionelle Verteilung der irakischen Gesellschaft, dass oft die Konfession oder die Zugehörigkeit zu einer nationalen Gemeinschaft, in der Priorität vor dem Staat (Irak) steht und dies auch im Bezug auf die Loyalität. Kritiker der irakischen Regierung verdächtigen sie in einer Verstrickung mit dem Iran zu stehen, um iranische Ziele im Irak verwirklichen. Ein akutes Thema, das in den letzten Zwei Monaten (auch operativ) behandelt wird, ist die Beteiligung von Milizeninhaber (Orags wie al-Sadr) an der Regierung, was die Regierungsposition schwach gegenüber der Gewalt dieser Milizen macht. Die Regierung findet auch zurzeit kaum Rückhalt sogar auch von den Regierungsmitgliedern. Zum Anschein kommt auch das Versagen des neuen Sicherheitsplans.
Der Terrorismus erreichte im Irak die Spitze des Berges an Grausamkeiten und Professionalität. Von der Begrifflichkeit und der wissenschaftlichen Definition dieses Begriffes (Terrorismus) her, ist der Faktor Schreck im Irak erreicht, dass nicht nur viele Zivilisten und Unschuldigen aus Angst vor Entführung oder Mord auswandern, sondern beeinflusst auch die Regierung in ihren Entscheidungen. Wenn wir die Ziele der terroristischen Organisationen betrachten, so sind diese unterschiedlich wie die Gruppierungen und Milizen selbst. So sehen wir einmal ein Ziel der al-Qaida, das Verursachen von Unsicherheit und kaotischen Verhältnissen. Dann auch die Ziele konfessioneller und nationalistischer Gruppierungen in der Eliminierung von Andersdenkenden und  Andersgläubigen (Chaldo-Assyrer-Syrer) quasi die Vernichtung der „Anderen“. Doch ein wichtiges Ziel der terroristischen Aktivitäten all dieser Gruppierungen ist auch der Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak.
Der Irakkenner Erwin Decker schreibt in einem Bericht: „(...) Christen sind im Irak leichte Beute, weil die Täter keine Angst vor der Polizei haben und sie die Blutrache im Gegensatz wenn sie Moslems entführen, bei den Christen nicht fürchten müssen.
Der ehrwürdige Pfarrer und Freund unsres Volkes Horst Oberkampf, spricht von einer„ethnischen Säuberung“. Ferner müssen wir mit dem Vorwurf leben, wir würden mit den Amerikanern unter einer Decke stecken, da wir der gleichen Religion angehören.
Bei den letzten Wahlen, erfuhren wir auch von Enttäuschungen und Wahlfälschungen. Im Distrikt Mossul, in dem hunderttausende Angehörige unsers Volkes seit Alters leben, konnten am Wahltag über 150.000 Assyrer ihr Wahlrecht nicht ausüben, weil keine Wahlscheine und keine Wahlboxen da waren oder gar an der Wahl gehindert wurden.                                                                                                                           Viele gingen in Bagdad aus Angst nicht zur Wahl, weil sie als Christen von Islamisten bedroht wurden. Wenn ihr zur Wahl geht, müsst ihr mit dem Schlimmsten rechnen! So oder ähnlich lauteten diese Drohungen.
So sehen die meisten politischen Organisationen und gesellschaftlichen Verbände, die Lösung dieser ganzen Problematik, in der Erlangung einer autonomen oder administrativen Zone, als die einzige Lösung und die Rettung vor dem schleichenden Genozid (Seyfo). Einige sprechen von dem notwendigen internationalen Schutz.
Dieses Ziel unseres Volkes, ist verfassungskonform und realistisch. Die irakische Verfassung räumt „die administrative Rechte“ ein. Die Verfassung garantiert wörtlich im Artikel 125: „(...) den Volksgruppen, wie den Turkmenen, Chaldäer, Assyrer und all anderen Verfassungsmitgliedern die administrativen, politischen, kulturellen und bildungsrechte garantiert und diese vom Gesetz geregelt werden sollen (...)“. Was durchaus rechtlich und in einem föderalen System wie des Iraks vorsieht, dass eine föderale oder eine administrativ-autonome Zone im Rahmen der administrativen Rechte eingerichtet werden soll.
Was der demographischen Verteilung angeht, so verteilt sich unser Volk hauptsächlich auf zwei Gebiete: Erstens in dem kurdischen autonomen Gebiet des Nordiraks, besonders im Regierungsbezirk Dhok. Dort gibt eine Konzentration von mehr als 120 Kleinstädte und Dörfer in einem geographischen Gebiet. Das zweite Gebiet ist Ninive-Ebene. Darüber hinaus gibt es keine geschlossenen von Chaldo-Assyrer-Syrern bewohnte Gebieten mehr im Irak.
Nun stellt sich die Frage, welche rechtliche Definition oder Stellung soll diese Zone haben? Sicherlich bietet eine Autonomie mehr Selbständigkeit als eine Verwaltungszone, doch die Verfassung sieht vor, dass die Stimmen von 10% der Wähler des Regierungsbezirkes (Provinz) gebraucht werden, um ein Volksentscheid vorzulegen und dann eine Mehrheit von über 50% die Autonomie billigt.
Hier spielt die Nineveh-Ebene (Dishta d´ Nineve), die aus mehreren Distrikten (Hamdaniya, Telkaif, Sumel, Rizgary besteht eine zentrale Rolle, da es ein geographisches Gebiet, das auch ein demographisches Präsens darstellt. Und eine historische Verbindung zu dem assyrischen Kernland und der assyrischen Hauptstadt Nineve bietet. Dieses Gebiet stellt ein Teil der irakischen Provinz  NInawa.                                                                     Inwieweit jedoch die Autonomiebesterbung unseres Volkes im Irak auf konstitutionellem Wege und nach den heutigen internen Lage sowie unter den gegenwärtigen irakischen politischen Gegebenheiten möglich ist, bleibt fraglich. Ferner jedoch in Anbetracht der heutigen politischen und sicherheitspolitischen Lage in dem Provinz Ninawa ist dies zwar schwer zu realisieren, doch notwendiger denn je. Gleichwohl ist dieser politische Prozess von den Interessen anderer Volksgruppen (Araber, Kurden Yeziden, Shabaks) in dem Provinz und den Mechanismen zur Durchsetzung dieses Volkesentscheides abhängig.
Die EU sieht in einem Papier (P6_TA(2006)0143) und in der Erwägung der Sicherheitslage die Notwendigkeit des Schutzes und der Wiedereinsiedlung in einer sicheren Umgebung, was durchaus auf eine Sicherheitszone hindeuten kann.
Die Geschlossenheit innerhalb der politischen Organisationen unseres Volkes sehr ist gefragt, um eine politische Position zu nehmen, damit sich auch die Heterogenität mancher politischen Interessen mit der Zeit nicht potenzieren und zum Hindernis zur Verwirklichung einer nationalen Vision sein können.
Ich möchte im Schluss Nuri Kino in seiner Rede auf der letzten Jahrestagung der „Freunde des Tur Abdin“ in Würzburg zitieren: „ (...) Freunde und Freundinnen werden uns dabei nicht im Stich lassen, sondern begleiten. Aber zu aller erst sind wir selbst gefragt. Unsere Geschichte und unser Leben, unser Leid und unsere Hoffnungen müssen ausgepackt und angesprochen werden, von uns, von jedem Einzelnen, wenn wir bestehen und nicht untergehen wollen in dieser immer noch wunderbaren und weiten Welt Gottes.“ 
Raif Toma
11.2007
 
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Die nationale Frage in der Gegenwart 
 Die veränderte regionale Umwelt am Ende des 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts, hob die fundamentalen kulturellen Besonderheiten zwischen den im Nahosten lebenden Völkern hervor und brachte den assyrischen Christen ein stärkeres gemeinsames Nationalbewusstsein. Zwar ist unser Volk dem Nationalismus und der Entstehung der neuen Nationalstaaten des Nahen Ostens als Opfer gefallen, doch mit der  nationalen Wiedererwachungsbewegung, zeichnete sich eine Umwandelung in dem sozialen, kulturellen und politischen Aufbau in allen Konfessionen. In diesem Artikel gehe ich auf die Nationalfrage unseres Volkes ein und versuche die schwache Lage sowie auf die Chancen dieser Nationalfrage zu analysieren.
Wir sollten versuchen, näher zu beschreiben, wie im Sinne pan-mesopotamistischer Gedankenwerten, eine gute Basis für die Verwirklichung der Nationalsache geschaffen wird.
Mit der weiteren und kirchenübergreifenden Entwicklung, entfaltete sich eine Art Nationalismus im mesopotamischen Sinne - nicht nur im Nahosten, sondern entfachte sich auch in die Diaspora durch die ausgewanderten Vordenker wie Farid Nazha, Gabriel Ibrahim Some, Sanharib Bali und Naoum Faiq sowie andere.
Die nationale Sache unseres im Nahosten - als ethische Gemeinschaft nicht anerkannten - Volkes in der Gegenwart verkörpert sich aus den nationalen Herausforderungen dieses Volkes. Sie verkörpert sich zwangsläufig zuerst in der Erhaltung der Existenz und der Identität als nichtarabisches Volk in der eigenen Heimatstätte. Sie spiegelte sich hauptsächlich in der Forderung nach der Anerkennung des vergessenen Genozids (Sayfo) von 1915 –1918 und dessen Rehabilitation. Die Forderungen nach einer internationalanerkannten Autonomie oder Sicherheitszone zum Schutz vor Gewalt, Verfolgung und Vertreibung und zur Erlangung der Menschenrechte sind ein wichtiger Bestandteil der nationalen Sache geblieben.
Eine bedeutende Säule der nationalen Sache in der Gegenwart war immer, die Forderung nach einer Dachorganisation für die offizielle Vertretung dieses Volkes – als ein wichtiger Schritt zur ersehnten nationalen Einheit. Eine nationale Einheit aller Nachfahren der damaligen Bevölkerungen der alten assyrischen, babylonischen, sumerischen und aramäischen Reiche.
Das Verlangen mal nach Rückkehr in die Heimat, mal nach einem eigenen Staat, wurde für ein großes Teil dieses Volkes, eine Hoffnung und eine Vision in der nationalen Frage.
Die politische und kulturelle Arbeit bei der Masse, sowie das erwachte Konfessionsunabhängige Nationalbewusstsein und die hervorgehobene nationale Identität in verschiedener Form, konnten einen kontinuierlichen Nationalismus im mesopotamistischen Sinne in Gang setzen. Im Mittelpunkt dieses Gedankengutes steht die Auffassung vom syrischen Christentum und von dem einen Glauben, doch auch von der Ursprungsheimat Mesopotamien als eine historische Heimat.
Die meisten der entstandenen politischen Organisationen sind neu gegründet und ihrem Kader fehlt es zum großen Teil an praktische politische Erfahrung, um politische Abkommen zu verhandeln und Koalitionen mit anderen Kräften zu bilden. Sie vermeiden meistens politische Konfrontationen und suchen faule Kompromisse, um ihre Existenz auf dieser Weise zu sichern – gerade, wenn sie mit fremden und benachbarten Kräften
zusammenarbeiten oder für diese arbeiten. Sie verhandeln politische Abkommen, die jedoch sie nur zu weiteren Verzichte bewegen.
In den Ostchristlichen politischen Institutionen im Libanon, bildete sich eine Intellektuellen und Politikerschicht, die ein spürbares Interesse an der aktiven Teilnahme am politischen und kulturellen Leben im Libanon zeigte. Es zeigte sich jedoch auch, eine aktive politische, sowie kulturelle Arbeit im Rahmen der Nationalbewegung. Für die Nationalsache brachte es ein frisches Wind und alternative freie Ideen und Meinungen in diese Bewegung in der ganzen Welt.
Im Rahmen der Nationalsache versagten die politischen, kirchlichen und kulturellen Institute, eine kommunikative Kompetenz zwischen einender anzubieten. Eine Basis der Kollektiven Zusammenarbeit zur Verwirklichung der Ziele der nationalen Sache, konnten sie bis heute nicht finden.
Die Nichtlösung der nationalen Sache würde dazu führen, dass das Urvolk Syriens und Mesopotamiens unter diesen Umständen weiterhin auswandert und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln und dieses Volk seine Visionen und Menschenrechte.
Die Gefahr besteht jedoch in der Gegenwart auch darin, dass dieses Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung in den syro-mesopotamischen Siedlungsgebiete steht. Was es als ethnische und religiöse Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt ihres Lebens raubt. Dies ist nicht nur als Ergebnis der Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten (Europa, Australien und Amerika) passiert, sondern wird in der Heimat politisch beeinflusst und rigoros politisch gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete dieses indigenen Volkes, werden seit vielen Jahren leider rigoros von ihrem Urvolk entleert. So stellt sich hier die Frage, inwieweit dieses Volk, seine mit dieser Heimat verbundene Identität in sich tragen kann und mit welcher Intensität. Dies wird mit der Zeit die Sicherung der nationalen Identität als Eigendasein nehmen, deshalb ist es wichtig im Rahmen der nationalen Sache die Kultur intensiv zu pflegen.
Im Staatsgebiet des Iraks werden die Chaldo-Assyrer auf abscheulicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Dies bringt sie zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sichereren Gebiete des Iraks. So suchen sie die Sicherheit als Lösung ihrer Probleme und vermeiden jedoch die politische Konfrontation. Doch es kann sich keine politische Lösung durchsetzen ohne die politische, soziale und kulturelle Ziele aller Ostchristen im Irak zu berücksichtigen. Sogar eine politische Konfrontation ist unvermeidbar. Es ist nicht nur ein Teil der gesamtirakischen Lösung, sondern bedarf eine zusätzliche Lösung unserer nationalen Sache.
Doch das zum Anschein gekommene politische Chaos, kann die Nationalsache als auch die pan-mesopotamistischen Vision nicht nur gefährden, sondern mittelfristig zunichte machen. In diesem politischen und sozialen Chaos haben die politischen Organisationen in der Gestaltung ihrer Programme und der Erfüllung Ihrer Verantwortung gegenüber das Volk und der Heimat zum größten Teil versagt. Doch ganz offensichtlich versagten sie in der Bildung einer einheitlichen öffentlichen Meinung und der Verformung der Nationalsache Sache, sowie in der Vertretung der politischen Ziele und Träumen unseres Volkes. Sie waren auch nicht in der Lage, ihren inneren Streit und Machtkämpfe zu überbrücken, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.
In den möglichen Lösungen der Nationalsache dieses Volkes muss enthalten sein, eine Gewährung des Schutzes und der Sicherheit für das Gebiet und seine Urbevölkerung; Der Wiederaufbau der Ursiedlungsgebiete und die Förderung freiwilliger Wiederkehrer. Doch auch die Bewahrung der historischen Identität Mesopotamiens, bleibt eine moralische Verantwortung der Staaten des Nahen Ostens und der Völkergemeinschaft.
Die nationale Sache sieht sich jedoch optimal verwirklicht in der Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte im historischen Vaterland, wodurch das Recht unseres Volkes auf Selbstbestimmung verwirklicht werden sollte. In dieser legalgesicherten Heimstätte kann unser Volk frei von Verfolgung, Mord und Unterdrückung leben. Unter Bewahrung der Souveränität des Iraks, ist die Gründung einer Autonomie unter internationalem Schutz und in den Gebieten des Nineveh-Tals – in den historischen Ursiedlungsgebieten die einzige Lösung zum Schutz unseres Volkes vor einem schleichenden Genozid. Dies ohne die Abgrenzung von den benachbarten Völkern.
Mit pan-mesopotamistischen Gedankenwerte - die für die gesunde und bewusste Rückkehr zu den Wurzeln eintritt, kann eine kontinuierliche Wiedererwachungsbewegung eine unumgängliche gesellschaftliche Bewegung der Aufklärung und der Hoffnung werden. Mit dem Ziel die Existenz unseres Volkes zu sichern und die Identität seiner Heimat verständlich zu machen, damit es in seiner Heimat als eine selbständige und gleichberechtigte Nation fortbesteht. Doch auch, damit die Identität der Heimat nicht durch irgendwelche Hindernisse und Verfälschungen gebremst wird.
Die Nationalsache unseres Volkes ist stark abhängig von einer starken und bewussten Vaterlandsliebe und der Zentralität der Heimat im Leben und in den Visionen unserer Volksangehörigen. Hingegen ist es zu sehen, dass zurzeit die ideologische Kraft des Assyrismus zur Zeit nicht ausreicht, um die Spaltungen und Gegensätze zu überwinden.
Doch er ist eine Chance nicht nur für die Nationalsache, sondern auch für unsere Gemeinschaft, die überwiegend für Nächstenliebe, Brüderlichkeit, Toleranz, Friedensliebe jedoch auch für die soziale und politische Gerechtigkeit steht. Es ist zwar umstritten und länderspezifisch, doch der Libanon bleibt in den Herzen vieler, als ein Land, das den Ostchristen nicht nur ein Asyl anbot, sondern ein geliebtes Vaterland mit dem sie sich die Meisten identifizieren konnten. Viele sehen sogar darin schon lange ein zweites Mesopotamien.
Raif Toma
 
in Qenneshrin 08.07
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  • Eine Sicherheitszone
 
 
Da nationale Probleme, nationale Lösungen erfordern, müssen wir nationale Lösungen finden, die allerdings dem 21. Jahrhundert passen.
Die Lösung, uns in den vielen Gesellschaft, in denen wir leben assimilieren zu lassen – als Staatsbürgern, Christen oder überhaupt Etwas, kann uns manchmal sogar Frieden bringen, doch kann nicht ein Rezept sein. Auch da sind wir trotzdem, entweder integrierte Fremde oder verhasste oder unerwünschte Andersgläubige.
 
Die nationale Lösung der Syrischsprechenden, war immer die Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte mit einer mesopotamischen Mehrheit im historischen Vaterland1, wodurch das Recht dieses Volkes auf Selbstbestimmung verwirklicht werden sollte. Eine legalgesicherte Heimstätte für das Chaldo-(As)Syrische Volk (soll jeder es nennen wie er will) in seinem historischen Heimatland, wo unser Volk2 frei von Verfolgung, Mord und Unterdrückung leben kann, sein Leben weit von Gefahren selbst bestimmen und seine eigene nationale Identität entwickeln kann.
 
Die Gefahr besteht jetzt darin, dass unser Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung in den syro-mesopotamischen Siedlungsgebiete steht. Was uns als ethnische und religiöse Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt unseren Lebens raubt. Dies ist nicht als Ergebnis unserer Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten passiert, sondern wird in der Heimat politisch beeinflusst und rigoros gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete unseres indigenen Volkes, werden seit vielen Jahren leider von ihrem Volk rigoros entleert3. So stellt sich hier die Frage, in weit dieses Volk, die mit dieser Heimat verbundenen Identität in sich tragen kann und mit welcher Intensität. Dies wird uns mit der Zeit die Sicherung unserer nationalen Identität als Eigendasein nehmen. Deshalb ist es wichtig die Kultur unseres Volkes immer intensiv zu pflegen. Und die Kommunikation und Dialog mit den anderen Völker, mit denen wir leben bewusster zu gestalten, damit unser Eigensein als selbständige Ethnische Gemeinschaft, stärker hervorgehoben und als Bereicherung für unsere zusätzlichen Identitäten gezeigt wird.
Im Staatgebiet des Iraks wird unser Volk auf abscheuehrlicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Dies bringt ihn zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sicherere Gebiete des Iraks. So sucht unser Volk die Sicherheit als Lösung seiner Probleme und vermeidet jedoch die politische Konfrontation. Doch es kann sich keine politische Lösung durchsetzen ohne die politische, soziale und kulturelle Ziele aller Christen im Irak in Rücksicht zu nehmen. Und ohne eine politische Konfrontation zu bestreben. Es ist nicht nur ein Teil der gesamtirakischen nationalen Lösung, sondern bedarf eine zusätzliche Lösung der pan-mesopotamistischen Sache.
Weder die Amerikaner noch die irakische Regierung sind in der, unser Volk im Irak zu schützen. Somit beweisen die Entwicklungen, dass die Sammlung der im Irak und aus dem Irak stammenden chaldo-assyrischen Iraker zu motivieren und zu sichern die einzige vernünftige und gerechte Lösung für unser Volk in einem föderalen Irak und unter Bewahrung der Souveränität des Landes, ist die Gründung einer administrativen - und Sicherheitszone unter internationalem Schutz und in den Gebieten der Nineve-Tal – in den historischen Ursiedlungsgebieten mit zur Zeit einer christlichen Mehrheit.
Doch leider ist es zur Zeit, ein politisches Chaos zu beobachten. Dies kann sowohl die Nationalsache, als auch die pan-mesopotamistische Vision nicht nur gefährden, sondern mittelfristig zunichte machen. In diesem politischen Chaos4 haben die politischen Organisationen in der Gestaltung ihrer Programmen und der Erfüllung Ihrer Verantwortung gegenüber des Volkes und der Heimat zum größten Teil versagt. Doch ganz offensichtlich versagten sie in der Bildung einer einheitlichen öffentlichen Meinung und der Verformung der Chaldo-Assyrischen / Syro-mesopotamischen Sache, sowie in der Vertretung der politischen Ziele und Träume des Volkes. Sie waren auch nicht in der Lage, ihren inneren Streit und Machtkämpfe zu überbrücken, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten5.
Im Sumpf des politischen Wettens und Monopolmachtspiele, sinken die einzelnen politischen, sozialen und kirchlichen Institute in die Tiefe. Um welche Monopolmacht geht es hier und welche politische Größe? Und welches politische Gewicht hat das indigene Volk Syro-Mesopotamiens und seine politische und gesellschaftliche Kräfte zur Zeit in der Region und in der Welt, um uns Machtspiele zu erlauben. Oder überhaupt zur Zeit über diese Themen zu diskutieren. Denn in einem föderalen Irak, ist das Recht unseres Volkes auf Selbstbestimmung nur durch die aktive Forderung nach einer administrativen- und Sicherheitszone zu Gewähr leisten. Und wer gegen dieses Ziel steht, kann einen Sinnesentzug und gar mit dem mittelfristigen Verlust der nationalen Sache mitverschulden.
 
Raif Toma
20.12.04
 
 
 
1 Was von den Alliierten im ersten Weltkrieg dem Volk versprochen wurde
2 In allen seinen Konfessionen: Syrisch Orth. Syrisch Katholische, Chaldäische, Assyrische, Maronitische und die alte Kirche des Ostens sowie die Protestanten und der Malekitischen Orthodoxe und Katholische Kirchen.
3 Auch Kirchenväter äußern sich sehr besorgt über die Auswanderung
4 Zitat vom Journalisten Gamil Rufael
5 Gewiss auch in der Gründung einer Dachorganisation
 
 
Antwort auf ein Kommentar

Die Gründung eines christlichen Staat ist im Norden des Irak auch für die Zukunft nicht durchführbar. Es geht jedoch bei meiner Vision und die Vision vieler anderer patriotischen Menschen unserer Nation, um die Gründung eines Staates für unser Volk und nicht für alle Christen. Doch bei dem völlig realisierbaren Ziel einer international gesicherten Sicherheitszone für unser Volk in der Historischen Nineve-Ebene geht es um eine andere Vorstellung. Und auch wenn viele dies, für einen Traum halten, dann ist es eben ein Traum. Nun ist es unser Recht und ein Bedürfnis für die Erhaltung unseres Volkes in der Heimat.
Was der Gründung des Staates Israel angeht, war nicht nur der Zugang zum Meer und die Vermeidung einer Umzingelung von den arabischen Nachbarn der Grund, sondern der Wille vieler Juden und die passende politische Situation. Sowie die Schwäche der Araber damals und die Unterstützung der Engländer und später der Amerikaner (wie du es betont hast). Die meisten Juden glaubten aber trotzdem nicht an die Realisierbarkeit der Gründung des Staates Israel und schon gar nicht in Palästina, da sie noch weniger waren, als wir jetzt in dem seit Tausenden von Jahren bewohnten Gebiet um die alte asssyrische Hauptstadt Nineve.
Ich respektiere auch den irakischen Patriotismus vieler irakischen Christen. Die Realisierung einer Sicherheitszone spricht auch nichts gegen die Einheit des irakischen Staates. Im Gegenteil diese Einheit stärkt die Urbevölkerung des Landes und festigt sie an ihrer Heimat und behält damit dem Irak seine mesopotamische Identität.
Die Auch die Gründung der Sicherheitszone für die Kurden im Norden Iraks, ist auch möglich geworden, warum dann nicht für uns.

Ich bin auch der Meinung, dass die Zukunft aller Christen in dem syro-mesopotamischen Raum in einer friedlichen Koexistenz mit den dortigen muslimischen Bevölkerungsmehrheiten liegt. Wir sollen Brücken ausbauen da wo Brücken bestehen oder vielmehr wo es keine Brücken bestehen, diese zu den anderen Bevölkerungsschichten bauen. Doch wir müssen deshalb nicht auf unsere Rechte und auf die Möglichkeit des Überlebens verzichten. Faule Kompromisse werden uns immer nur das Gefühl der Unterdrückten und Bürger zweiter Klasse geben und nicht das Gefühl der vollen Staatsbürger
Die Emanzipation unseres Volkes und aller Christen in diesem Gebiet, ist meiner Meinung nach schwieriger als die Gründung einer international gesicherten Sicherheitszone. Denn solang wir als Minderheit beziehungsweise als Schutzbefohlene behandelt werden, können uns nicht frei entfalten in diesen Staaten. Beispiel die Manipulation der Wahlen im Irak zum Nachteil unseres Volkes. Die Lage der Christen im Iran. Die Situation unseres Volkes in dem potentiellen EU-Land Türkei. In den palästinensischen Gebieten und Jordanien wächst der Druck islamitischer Kräfte rasant. Auch in Syrien, gehört die Arabisierung unseres Volkes und des Landes zum Alltag, sowie die Krawallen der Kurden und deren gefahren auf die Sicherheitssituation unseres Volkes in Mesopotamien. Dann noch die letzten Ermordungen und den vermissten Schutz des Staates.
unser Volk, das in seinen Ursiedlungsgebieten unter demografischer Erpressung und unduldsamen Sicherheitsbedienungen steht – erwartet von der internationalen Gemeinschaft und der Großmächte mehr Schutz.

Raif Toma
27.02.2005
 
 
Auch nach zwei Jahren, sind die Christen immer noch weit von der Befreiung
 
Die Provinz Nineve genannt in Anlehnung an der assyrischen Hauptstadt mit dem gleichen Namen, umfasst die die historischen Gebiete der assyrischen Hauptstadt.
Der Ansturm der arabischen Muslime in Mesopotamien, hat das Gebiet seiner wahren Identität beraubt und zwang die christliche Bevölkerung des Gebiets zum Islam zu konvertieren. Die Besatzer trieben eine gewaltsame Politik der Islamisierung und die Mehrheit der ehemaligen Christen des Gebiets, wurden arabisiert.
Die dunkeln Zeiten der Osmanen, haben das Gebiet noch mehr Leiden gebracht und brachte mit sich neue Siedler kurdischen und türkischen Ursprungs. Doch die Yeziden konnten in den Gebieten von Skaikhan ihre alte babylonische Religion behalten und haben ihre nationale und religiöse Besonderheiten behalten.
Durch die spätere baathistische Politik des Sadamregimes und der begleitende Arabisierungsprozess, wurde das Gebiet von muslimischen Stämmen angesiedelt.
Mit der Befreiung des Iraks durch die USA, hoffte das Urvolk Mesopotamiens auf Freiheit, Demokratie und Leben in Ehre und Frieden.
Doch schon bei der Befreiung; versuchten kurdische Peschmergas christliche Dörfer zu berauben und anzusiedeln, doch dies gelang es ihnen nicht.
Später haben fanatische Islamisten die christliche Urbevölkerung des Gebietes schikaniert und tun das immer noch in großer Intensität, um sie zur Auswanderung zu zwingen. Sie bombardierten in Mosoul Kirchen und christlichen Schulen.
Einige assyrische politische Organisationen wollten eine administrative Selbstverwaltung erreichen, doch die Bestrebung war unorganisiert und wurde durch die Kurden stark negativ beeinflusst, dass der Traum nur Traum blieb.
Mit den Wahlen hat, die sunnitische Mehrheit die Wahlen boykottiert und Terroristen haben eine breite Masse an den Wahlen verhindert. Doch die wahlwillige Chaldo-Assyrer - die Angehörige verschiedener Ostkirchen sind - wurden rigoros an den Wahlen verhindert. Dies geschah durch die Nichtöffnung von Wahllokalen aus angeblichen Sicherheitsgründen, obwohl die christlichen Dörfer mit einer christlichen Mehrheit von ca. 200.000 Christen als ziemlich sicher galten. Wahlurnen waren verschwunden. Elemente der kurdischen demokratischen Partei verhinderten, dass Wahlurnen den Wahllokalen gelangen.
Chaldo-Assyrer wurden in manchen Gebieten mit kurdischem Einfluss zum Wahl der kurdischen Liste gezwungen.
Beobachter haben sogar Wahlfälschungen registriert. Doch auch Kurden aus dem Iran haben mit gefälschten irakischen Ausweispapiere gewählt.
Die Kuriosität und Ungerechtigkeit gelang es sogar dazu, dass sogar tote Kurden dürften wählen und
Hunderttausende Urbewohner des Gebiets wurden daran gehindert.
Für die christliche Urbevölkerung des Iraks, bleibt eine internationalgesicherte Sicherheitszone, die einzige gerechte Lösung.
 
 
Raif Toma
 
 
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Presseerklärung
 
Der Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein und seines Regimes brachte im ersten Augenblick eine Befreiung für das irakische Volk. Fast alle Volksgruppen waren von der systematischen Unterdrückung, Verfolgung und von den Zwangsumsiedlungsmaßnahmen dieses Regimes betroffen. Hinzu kamen noch die zahlreichen Kriege, die dieses ursprünglich reiche Land ins Chaos bzw. Armut gestürzt haben und Hunderttausenden Menschen das Leben kosteten und ebenso viele in die Flucht zwangen.
Die Intervention der Amerikaner und deren Verbündeten der Koalitionsstreitkräfte brachte im Vergleich zur alten Ordnung, Hoffnung für Freiheit und Demokratie. Aufgrund der unzureichenden Stabilität und den andauernd aufflammenden Unruhen, Zusammenstöße und Terroranschlägen mussten Tausende unschuldige Menschen sterben. Aufgrund der ständigen Angriffe auf zivile und behördliche Stellen wird der Wiederaufbau des Landes zurückgeworfen und die Etablierung von demokratischen Strukturen verhindert.
Das Volk der Assyrer (Chaldäer-Suryoye) stellt mit etwa 1,2 Millionen (in der 70/80 Jahren waren es noch 2.2 Millionen) Menschen die drittgrößte ethnische Volksgruppe des Irak dar. Dieses Volk bekennt sich seit dem 1. Jahrhundert zum Christentum und hat das Aramäische als eigenständige Sprache.
Obwohl die Assyrer das älteste Volk und somit die indigenen Bewohner von Mesopotamien sind, erlitten sie im Zuge vieler Ereignisse und Vorfälle schwere Rückschläge. Innerhalb der regionalen Ordnung in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekamen sie keinen Status, so dass ihre Existenz und Identität faktisch verleugnet wurde.
Die Assyrer werden als Teil des irakischen Volkes und insbesondere als eine christliche Minderheit öfter Ziel von gezielten terroristischen Anschlägen. Schon vor und nach dem Sturz der irakischen Regimes wurde unser Volk zur Zielscheibe von rückständigen Kreisen, die die Absicht verfolgen, den Irak bzw. den ganzen Mittleren Osten zu Entchristianisieren. In den vergangenen Monaten mussten mehrere christliche Ladenbesitzer aufgrund ihrer Konzession zum Verkauf von Alkohol sterben. Auch christliche Frauen sind im Zuge der verstärkten Islamisierung des Landes verunsichert und können sich nicht in Freiheit bewegen.
Ein Höhepunkt der terroristischen Akte, stellten die fast gleichzeitig verübten Bombenanschläge am 01.08.2004 auf sechs Kirchen, verschiedener Konfessionen, in Bagdad und Mossul dar. Bisher sind 18 Tote und mehrere Dutzend Verletzte zu beklagen. Unter den Opfern befinden sich hauptsächlich Kinder, Frauen und ältere Menschen, die sich zum sonntäglichen Gebet in den Kirchen versammelt hatten. Diese Anschläge sind die Fortsetzung bisheriger Drohungen und Übergriffe, wie Entführung und Ermordung, gegen Christen im Irak. Bisher haben aufgrund der Kirchenattacken Zehntausende Christen den Irak Richtung Syrien und Jordanien verlassen.
Damit unser Volk nicht noch einmal Opfer jener Tragödien und Ungerechtigkeiten wird, ist es dringend erforderlich, langfristige und realistische Lösungskonzepte zu entwerfen. Mit der Unterstützung unserer Bevölkerung und in Solidarität mit den modern denkenden und demokratischen Kräften in der Region kann der drohenden Vernichtungspolitik entgegengetreten werden.
 
Vor diesem Hintergrund appellieren wir an die Staatengemeinschaft um unsere Forderungen zu unterstützen:
 
- Übergriffe gegen Assyrer sind zu verurteilen und entgegenzuwirken. Des weiteren müssen Maßnahmen eingeleitet werden, die Sicherheit und Erhalt der Einrichtungen und Besitztümer gewährleisten.
- Die Gründung eines demokratischen, laizistischen, pluralistischen und föderalistischen Parlamentssystems im neuen und freien Staat Irak, der sich auf die Brüderlichkeit und Gleichheit der Völker stützt.
- Die harte Bekämpfung von rückständigen Strukturen und terroristischen Gruppen, die Feindschaften zwischen den Religionen und Völkern schüren.
- Die Statusanerkennung des Bundesstaates “Ninova” als autonomes Gebiet, damit sich das Assyrer Volk gegenüber den Angriffen verteidigen, seine national-gesellschaftliche Identität bewahren, pflegen und weiterentwickeln und sich selbst verwalten kann.
 
Wiesbaden, den 25.08.2004
 
Assyrische Demokratische Organisation (ADO)
Freiheitspartei Mesopotamien (GHB)
Shuraya Party
Assyrische Befreiungspartei (GFA)
Assyrische Patriotische Partei (APP)
Assyrische Demokratische Bewegung (ADM)
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Schaffung einer Sicherheitszone für die Chaldo-Assyrer
 
Die gezielten und sich eskalierenden Attacken gegen die chaldo-assyrischen Christen im Irak haben die Volksgruppe ernsthaft beunruhigt. Zu den systematisch angelegten Bombenattacken auf ihre Kirchen vom 1.August, 16.Oktober und 9. November dieses Jahres kommen die fast täglichen Meldungen von Entführungen, Hinrichtungen, Brandlegung und Tötung von unschuldigen Angehörigen der chaldo-Assyrischen Minderheit. In den letzten Monaten sind Chaldo-Assyrer zunehmend Ziel von Terror und Mord geworden. Andere Formen des Drucks auf die christliche Bevölkerung gipfeln in Drohungen Haus und Hof zu verlassen, Zwang gegen die christlichen Frauen sich zu verhüllen, Entführung von Frauen und Mädchen um sie gegen ihren Willen mit Moslems zu verheiraten.
Diese fortgesetzten Angriffe gegen die indogene christliche Bevölkerung haben die offensichtliche Absicht die Gemeinschaft soweit zu terrorisieren, damit sie ihre seit Jahrtausenden angestammte Heimat verlässt.
Wir die Unterzeichner dieses Aufrufs bitten und fordern deshalb, dass die Irakische Regierung und die internationale Gemeinschaft dringend,

 
1.      mit besonderen Maßnahmen für die Sicherheit aller chaldo-assyrischen Kirchen, Institutionen, Städte und Dörfer im ganzen Irak sorgt,
2.      eine Sicherheitszone in der Nineveh-Ebene etabliert, um das historische Siedlungsgebiet der chaldo-assyrischen Bevölkerung zu erhalten, damit der bedrohten und zerstreuten Gruppe als Zufluchtsort dienen kann,
3.      entsprechend dem Artikel 53d der Übergangsverfassung eine administrative Region für die Chaldo-Assyrer in der Ebene von Nineveh etabliert.

 
Als Folge der ersten Irak-Krieges etablierte die internationale Gemeinschaft ein Sicherheitszone (sog. Save Haven) im Norden Iraks um die Zivilbevölkerung von den Attacken des Saddam Hussein Regimes zu schützen. Gegenwärtig sind die Attacken die Chaldo-Assyrer verhängnisvoller und bedrohlicher.
Angesicht von Berichten. Wonach Tausende von Chaldo-Assyrer den Irak bereits verlassen, scheint die Möglichkeit sich abzuzeichnen, dass nach sechs Jahrtausenden Präsens der Chaldo-Assyrischen Bevölkerung im Irak eine Auslöschung ihrer Existenz erfolgt.
Der endgültige Glaubwürdigkeitstest der Aussagen bezüglich Pluralismus und Demokratie der Irakischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft hängt nicht zuletzt vom Schutz der indogenen Chaldo-Assyrischen Bevölkerung im Irak ab.

 
·        Assyrische Demokratische Organisation (ADO)
     Sektionen Europa, Schweden, USA und Kanada.
·        Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Europa (ZAVD).
·        Federation Tur Abdin Holland (FTH).
·        Assyrisches Institut in Europa, Brüssel/Belgien.
 
 
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