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Die Mission der Veränderung

 In der letzten Zeit häuften sich Versammlungen zwischen den politischen Kräfte in der Heimat sowie auch in der Diaspora, die an sich positiv sind, doch wie ich es erfahren haben, konnten sich einige Politiker selbst nicht überwinden. Mit diesen Versammlungen sehen wir jedoch auch, wie schwer es ist aus verschiedenen Gründen, bestimmte nationale Visionen in der Praxis zu verwerten.

Ich entdeckte für mich das Verständnis, dass die nationale Sache gleichzeitig, Sache des Menschen schlechthin ist In weiterer Perspektive zielt sie auf die Weiterentwicklung der Nation bzw. das Überleben der Menschen in den Ursiedlunggebieten hin. Ich entdeckte auch die Wichtigkeit, des Verständnis, die nationale Sache als die Sache der Nation im Allgemeinen zu sehen bzw., dass der Einzelne sie als seine Sache sieht

Bei dem pan-mesopotamistischen Gedankengut ist an sich nicht der Nationalismus selbst das Ziel, sondern ein Mittel zur Erlangung der nationalen Zielen, Stabilisierung der Nationalbewegung, Festigung der sozialen Strukturen, eine gesellschaftliche Reformierung und die Befreiung des Geistes. Der Pan-Mesopotamismus an sich, ist auf gar keinen Fall ein Nationalismus im deutschen Verständnis und ist nicht immun gegenüber Veränderungen. Meines Erachtens drückt er auch keinen engen nationalistischen Egoismus oder Vorurteile aus. Er ist gewiss auch nicht nur Träger der Eigenschaften unserer Nation, sondern auch Träger von Werte und Tugenden wie, die sich dogmatisch nicht einengen lassen:

- Die Liebe zu der Heimat, zu der Sprache sowie die Liebe zwischen den Volksanghörigen unter einander.
- Toleranz zu Andersgläubigen und Andersdenkenden
- Die Bestrebung zu den demokratischen Freiheiten und der Respekt vor der Freiheit anderer
- Geschwisterlichkeit und das Prinzip des Einen Volkes
- Gerechtigkeit

- Friedenswille
- Einigkeit in der Gefahr (im Bedrängnis)

Doch ohne den anderen Völkern überheblich zu stehen. Diese Wertmassstäbe, verbinden unser Individuum mit der nationalen Sache, mit den Prinzipien der Nationalbewegung, mit seiner Sprache, mit seiner Geschichte, sowie mit seiner Heimat und seinem syrischen Christentum als Glaube. Und verpflichten es meines Erachtens auch dazu, Gehorsam gegenüber die Gesetze des Landes in dem es lebt und diese zu achten.

Die Frage jedoch, inwieweit diese dogmatisch ist, bedarf der Behandlung. Da ich manchmal mir die Frage stelle, ob nicht einige Theorien dogmatisch sind?
Denker und Akteure der Nationalbewegung, die de existierenden Gedanken und Theorien nicht kritisieren bzw. verändern wollen, machen dies gewiss nicht aus Bequemlichkeit. Solange diese bemüht sind, den ihnen zur Verfügung stehenden Gedanken und Theorien zu erweitern bzw. diese, für Erweiterungen in der nationalen Arbeit und in der politischen Arbeit für die Nationalsache zu benutzen.
Doch dann gibt es auch Aktivsten, Denker und Akteure in der Nationalbewegung, die eine außerordentliche Arbeit leisten, ohne sich an Theorien oder Dogmen zu binden. Denen geht es oft, um die Erfüllung bestimmter Projekte und stellen an sich und an anderen auch unbequeme Fragen.

Mit dem Blick in die Geschichte, können wir sicherlich die Erfahrungen für die Zukunft mitnehmen, um mutige Veränderungen
herbeizuführen. Es sind Veränderungen in dem gesellschaftlichen und politischen Denken, die zum Überdenken der Priorität Konfessioneller Identität oder dörflicher Zugehörigkeit führen. Sogar kann sie zur Zerstörung der Mauer der konfessionellen- sowie der verbandsbedingten Trennung führen. Denn wir sind nicht Einheitsfeindlich, doch unsere Gesellschaft ist veränderungsscheu. Wir sehen erst die Risiken einer Zusammenarbeit oder einer Einheit ... nämlich in der Frage, was verliere ich dann damit. Das müssen die gesellschaftlichen Institutionen erstmal überwinden.

Raif Toma

 

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Die Rolle der sozio-politischen Kontext und das Wertekonsens
 
 
Werte und Kultur gehören eben zu einer Nation und bieten für eine tiefverwurzelte und doch zerstrittenen Gesellschaft, wie die unsere ein unvermeidbares Diskussionsstoff. Diese Diskussion ist notwenig, da diese Gesellschaft eine generationenübergreifende menschliche Gemeinschaft ist.
Ich möchte mit diesem Beitrag ein Faktum anzusprechen, nämlich der Wertekonsens und seine Rolle und gleichzeitig jedoch auch der Werteverfall.
Es stellen sich in diem Diskurs viele Fragen, doch ich werde in diesem Beitrag nicht alle zu beantworten versuche! Sind Werte oder gar Kultur notwendig? Was können wir als Wert bezeichnen? Und können wir unsere Werte mit denen anderer Völker vergleichen? Wie ist so Etwas möglich in diesem bestehenden Wertewandel? Welche Wertekonflikte stellen wir fest?
 
Ich stelle eine Auffassung von Wertefreiheit fest, dass nun ein Phänomen einer gewissen Zurückhaltung gegenüber Werteorientierung und Tradition hervorgerufen ist. Denker der Nationalbewegung, und Nationalbesinnten bejahen die Frage in der Regel, ob Werte bzw. Kultur notwendig sind, mit der Begründung, dass es einiges gebe, was von Generation zu Generation übermittelt werden muss, die bewahrt werden sollen.
 
Werte spiegelten in der Vergangenheit zahlreiche Aspekte des Lebens von menschlichen Gesellschaften. Bei indigenen Völkern und Minderheiten werden Werte auch ein teil eines Selbstschutzmechanismus. Ich vermeide den Weg in Richtung eines Wertekonzeptes erstellen zu wollen, doch versuche bloß eher die Wichtigkeit eines Wertekonsens für die Schaffung der sozialen Ordnung bzw. einer politischen Existenz zu verdeutlichen.
 
Unsere heutige Werte sind die Ergebnisse von Wertevorstellungen religiöser und Politischer Führungspersönlichkeiten und Intellektuelle der verschiedenen Kirchen und Verbände und Organisationen, die auf die Gesellschaft im Laufe der Zeit übertragen werden. Ihre Bedeutung liegt in der Fähigkeit der Entfaltung ihrer Wirksamkeit durch die Verankerung in den Motivstrukturen des Individuums einerseits und in denen der Gemeinschaft andererseits! 
 
Das Nationalgefühl entwickelte in den verschiedenen Phasen unserer Nationalbewegung zu einem Phänomen des Wertes „Liebe“. Die Liebe zum Vaterland, zur Sprache, zum Volk sowie auch die eifrige Liebe zu der Veränderung; Das alles zeichnete unser Patriotismus im mesopotamistischen Sinne. Hier plädiere ich für einen Konsens, der auf dem Wert Liebe baut.
 
Die gegenwärtige Entwicklung in ihrer Widerspiegelung der gesellschaftlichen Probleme und des inneren Zerreiß, begründet den Werteverfall. Die Gefahr liegt darin, dass ein Phänomen der Gewalt und des gegenseitigen Hasses ausartet. Im Vordergrund Hass gegen Andersdenkenden ohne zu fragen, was uns verbindet. Weil ich jedoch in dieser Ausartung den Wert Liebe als nationale Liebe … Liebe zum Volk vermisse, so zweifele ich selbst daran, ob diese Entwicklung als Teil der unserer Nationalbewegung gilt. 
Das sind als Ergebnisse zu sehen der gesellschaftlich-historischen Sozialisationsprozesse, der maßgeblich auch durch konfessionelle Gegebenheiten, Vertreibung und völkerrechtliche Neuordnung beeinflusst war.   
 
Ich möchte auch betonen, dass die verwendete Bezeichnungen manchmal in ihrer Benutzug bzw. Nutzung, gewiss nicht in ihrer Natur, im Wege der Nationalbewegung stehen! Grund dafür sehe ich selbst die bisweilen unscharfe und wechselhafte Verwendung von Bezeichnungen und Namen. Dass mit der Zeit obgleich sich das Verständnis der Nation sich etablierte auch in unserer Gesellschaft ein Phänomen, der mehreren sozialen und politischen Identitäten geltend macht.
 
Dieser Patriotismus, zu dem ich plädiere, sucht nicht das Trennende in unserer Gesellschaft, sondern ehr das Einigende und auch einen Wertekonsens! Wenn dieser so stark ist, so müssen die Menschen sich gegen die Partikularinteressen ihrer Verbände, politischen Organisationen und Gemeinden stellen, falls diese dem Gemeinwohl schaden.
 
Ashur Georgis schlägt für die Zukunft vor, dass „diese geistige und reformattische Bewegung aus den politischen Organisationen hinausgehen soll“. Diese Nationalbewegung besteht jedoch schon und ist in sich kulturell, menschlich und werteorienitierend bevor sie auch politisch wurde. Der gesellschaftsnotwendige Auftrag ist einigend und Konsensbringend, da er über die eigenen Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen steht und sucht die Gemeinsamkeiten und Mannigfaltigkeiten der verschiedenen Konfessionen und Regionen zusammenzubringen.
 
Raif Toma
 

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Einfluss von Naum Faiq auf die Nationalbewegung

 

Wer die patriotische Figur Naum Faiqs verstehen will, sollte sich nicht nur mit seinen Schriften befassen, sondern auch mit seiner Wirkung auf die Nationalbewegung unseres Volkes.

Es war jene Zeit, wo viele Menschen glaubten, die Zeit der revolutionären Ideen gewesen zu sein. Innerhalb unseres Volkes herrschten auf der einen Seite Feudalität vor, auf der anderen Seite eine konfessionelle Spaltung. Diese führten zu Ignoranz der eigenen nationalen Interessen und zur Rückständigkeit auf nationaler Ebene.

Antoine Malke Vorsitzender des Sanharib-Vereins in Beirut stellte im Jahr 1959 fest, dass zu der Zeit in dem Naum Faiq und wuchs, in der Region ein Reform reif war, sowie reif für die Akzeptanz von Personen wie Naum als Lehrer, Redner und Schriftsteller.

In diesen Jahren, war die soziale Umwelt bereit für die nationale Besinnung und die Herausbildung einer nationalen Idee. Naum Faiq, hat diese Idee gelehrt und erläuterte Details darüber.

 

Das osmanische Reich hatte nun auch große Konflikte mit den Volksgruppen und Minderheiten unter dem Sultanat. Weil dieses, ihre Autorität realisieren und ihre eigene Interessen gegebenenfalls auch mit Gewalt durchzusetzen versuchte. Unter diesen Umständen, stieg die Stimme von Naum Faiq hoch, um die Nation auf die Gefahren der Situation zu warnen. Naum Faiq kam mit den richtigen Lösungen für die Probleme des Volkes, durch das Herausheben der nationalen Eigenständigkeit und das Eintreten für die nationale Einheit der konfessionell gespaltenen Gesellschaft.

 

Im Jahre 1912 war er gezwungen, in die USA zu fliehen. Dort war er durch seine Beiträge in der Zeitung Mezdahronoeto bekannt und er wurde in der Diaspora herzlich begrüßt.

Seine Gedanken und Literatur waren sehr beliebt, doch ich vermag es nicht zu wissen, ob seine Schriften am Anfang des letzten Jahrhunderts, nicht viel mehr Interesse unter den Intellektuellen fanden als in der Gegenwart.

 

Mit der weiteren und kirchenübergreifenden Entwicklung, entfaltete sich eine Art Nationalismus - nicht nur in der Heimat , sondern auch in der Diaspora durch diese ausgewanderten Vordenker wie Naum Faiq, Farid Nazha, Gabriel Ibrahim Some, Sanharib Bali sowie andere

 

Diese Phase der Entstehung von nationalen Visionen und der Entwicklung eines neuen Nationalgefühles in dem osmanischen Reich bis zur Gründung der neuen Nationalstaaten, ist eine entscheidende Phase in der Kristallisierung der Nationalbewegung im Rahmen der pan-mesopotamistischen Gedankenwerte.  Doch sicherlich auch zur Durchsetzung der Unabhängigkeit und der Wehrung gegen das Genozid und weitere Genozide.

 

Mit der Gründung der neuen Nationalstaaten im Nahosten, entstand oft ein ambivalentes Verhältnis des Nationaldenkens zu diesen Staaten. Von der einen Seite konstituierte sich eine Nationale Befreiungsbewegung, von der anderen Seite suchten Nationaldenkenden und politische Aktivisten die Gleichheit und die nationalen Rechte in den neun Staaten.

Viele Intellektuelle, Autoren und patriotische Jugend, nahmen seine Forderungen zu Herzen. Diese Lehren haben sie dazu veranlasst, mehr über die nationalen Fragen und das Leiden wissen zu wollen. Sie riefen auch zum Ziele der nationalen Einheit auf.

 

In dem Buch „Naum Faiq, Lehrer des vereinigenden Nationalgedanke“ von Ephrem Shapira, geht der Schriftsteller auf zwei wichtige Faktoren in den Gedanken von Naum Faiq ein; nämlich die Kirche und die Nation und ihre Beziehung zu  einander. Dies gründete die Achse des Nationalgedankens bei ihm. Doch er gibt dabei zu, dass dazu keine ausreichenden Quellen existieren.

Er schreibt, dass es naiv  ist zu denken, dass Naum Faiq eine Ideologie oder eine vollkommene Theorie gegründet hatte, da es auch bei anderen Philosophen und Denker anderer Nationen nicht anders war. Naum Faiq habe somit einfache Grundgedanken in einem vereinigenden Nationalgedanke vorgestellt, was ich persönlich als pan-mesopotamistische Gedankenwerte bezeichne. Ihm fehlte es jedoch damals an ausreichenden Schüler und Sympathisanten, die diese Gedanken übertrugen und entwickelten. Den Versuchen sie zu entwickeln, wurden mit  Schwierigkeiten, sowie Vernachlässigung und Opposition begegnet, dass wir heute mit rohen Gedanken mit ihren Grundelementen von Naum Faiq zu tun haben. Diese müssten studiert werden, um dann verdeutlicht und entwickelt zu werden - zu einem deutlichen Nationalgedanke, was leichter gewesen wäre für die damalige Generation - so Ephrem Shapira.

 

In den meisten Fällen waren die von ihm vorgestellte Nationalgedanken präzise und für die gesamte Nation in allen ihren religiösen Gemeinschaften. Er hat allerdings nicht von der Einheit der Kirche gesprochen, weil für ihn die nationale Lösung eine Priorität hatte, obwohl er sich als ein Gläubiger Christ und ein dienender Diakon der Syrischen Kirche verstand.

Auch die schon damals erkannten verschiedenen religiösen Strömungen sowie laizistischen Gedanken, waren für ihn keine Stolpersteine in seinem Weg, weil er davon ausgegangen ist, dass die nationale Einheit realisiert werden kann, während sich dieser Trend fortsetzt, zumindest so lange, bis die Zugehörigkeit zu einer religiösen Sekte keinen Einfluss auf die nationale Einheit hat! Das aus seiner reinen säkularer Sicht.

Er erkannte die Bedeutung der Kirche in der  Erhaltung der Sprache, Kultur und der Vereinbarkeit des Zusammenlebens zwischen den verschiedenen Konfessionen. Er plädierte dafür, dass die Kirchen zu ihrer christlichen Botschaft, ihre Aufgabe auch in der Förderung der Sprache, der Kultur und der Liebe sein soll. Erst dann würde die nationale Einheit leichter zu erreichen sein.
In einem seiner Texte schreibt er: "Vielleicht erscheint die Vorstellung von der Einheit auf den ersten Blick so seltsam, aber es ist nicht schwer zu erreichen, wenn alle führenden Persönlichkeiten in jeder Kirche unseres Volkes dafür arbeiten, um dies zu erreichen. (...) Die führenden Persönlichkeiten haben starke Verbindungen, um mit einander zusammen zu arbeiten, diese Verbindungen müssen auf der Grundlage gemeinsamer Elemente basieren: der Geschichte, Sprache und Kultur. Aber bleiben getrennt in den Bereich des Glaubens." Das hat meines Erachtens noch heute seine Gültigkeit.

Damit stelle ich fest, dass die Rolle der Kirche in der nationalen Frage erkannte. Sehr mutig forderte er jedoch konsequent eine Korrektur. Viele religiöse Führer und Stammesführer waren wütend auf ihn, weil sie seine Gedanken nicht verstanden und darin eine Gefahr für ihre Macht erkannten. Er bestand jedoch darauf, härter Veränderungen zu verlangen. Er  rief die theologische Schulen und Akademien zur Unterstützung der Qualifikation von Kirchemännern. Er forderte schon damals den Priestern ein monatliches Gehalt zu geben. Was in der Diaspora-Kirche nun weitgehend erreicht ist.

In der Zeit, der sich noch nicht kristallisierenden Nationalbewusstseins  wurde Naum Faiq auch deshalb als Patriot genannt, durch die Dienste, die er der syrischen Kirche somit seiner Konfession leistete. Hier will ich betonen, dass er in einer Zeit lebte in der Konfessionalismus in der Wertigkeit noch über den Patriotismus stand und die konfessionelle Identität weit stärker war als die nationale Identität.


Er verbrachte viel Zeit beim Denken, Lesen und Schreiben. Er gab sein Leben dem Schreiben für sein Volk bzw. für die Liebe zu seinem Volk und seiner Heimat. Das ist, was ich eher als Patriotismus im mesopotamistischen Sinne nenne – ein Patriotismus der Liebe ohne andere Völker zu hassen, deren Grenze zum Nationalismus meines Erachtens nicht klar zu definieren sind! Er konnte eine Verbindung zwischen Patriotismus und Nationalismus schaffen. 

Die revolutionäre Bedeutung pan-mesopotamistischer Gedankenwerte kristallisierte sich schon damals in seinen Gedanken, als er auch den „Kampf gegen die Korruption, Diskriminierung, Rassismus, soziale und nationale Unterdrückung“ forderte. Naum Faiq forderte eine echte Revolution, nämlich den Sturz des osmanischen Reiches. Das war in einer Zeit, die im  Vergleich, mit dem was die Menschen über den Stürzt der Berliner Mauer Mitte der Achtziger des vergangenen Jahrhunderts dachten.

 

Naum Faiq war nicht nur ein Theoretiker, sondern beschäftigte sich in der Praxis mit seinen Lehren. Er suchte seine Gedanken in die Praxis umzusetzen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach und unser Volk mit der Auslöschung bedroht war, versuchte er durch Treffen die Grundfaktoren unserer Nation in Reden auf Konferenzen zu verdeutlichen.  Als der Krieg zu Ende war, schlug vor, eine Delegation aus den verschiedenen Kirchen zu bilden. Die Delegation nahm an der Friedenskonferenz in Paris teil. Die Teilnahme der Delegation brachte zwar nur Versprechungen, die nicht erfüllt wurden, doch es hat einen Beitrag dazu gebracht, die nationale Frage in die Öffentlichkeit zu bringen.

In dem Vorwort der ersten Ausgabe der Zeitung Beth Nahrin in der Arabischen Sprache und Garshuni schrieb er über eine Nation, die er auch in diesem Vorwort in den verschieden Konfessionen definiert und nennt dabei die protestantische und maronitische Konfessionen als ein Teil dieser Nation. Er nennt die verschiedenen Faktoren, die seiner Meinung nach diese ausmachen nämlich „Rasse, Fleisch, Blut, Sprache und Heimat“. Er möchte in der Zeitung auch an alle diese Teile daran erinnern, „damit sie sich in einer moralischen Vereinigung einigen und von den konfessionellen- und Glaubensstreitigkeiten weg zusehen, um die assyrische Nation zu empor zu erheben, die in den vergangen Epochen eine blühende Nation in allen Arten der Wissenschaften, Künste und Industrie war und steht mit festem Wille zur Verlangung ihrer Rechte“.  Und das ist der Patriotismus, zu dem er aufrief!

 
Naum Faiq erkannte, die entscheidende Bedeutung der Sprache für die Stärkung der nationalen Gefühle. Die Sprache war für ihn ein wesentlicher Faktor für die Einheit, da es nicht nur eine Kirchensprache ist, sondern eine Volkssprache. Naum Faiq widmete sich der Syrischen Sprache. Darüber hinaus hat er Arabisch und Türkisch, mit syrischen Buchstaben geschrieben. Viele Autoren folgten seinem Beispiel, was einen starken Einfluss auf sprachliche Identifikation ausübte.

 

Naum Faiq beanspruchte kein Monopol auf die Grund-Nationalgedanken und seine Gedanken auch nicht, sondern er schrieb offen, kreativ und sehr viel und unersättlich darüber, wie niemand davor. Diese nationalen Gedanken, die wir heute in den Händen haben, sind trotzdem eine Entwicklung eines langjährigen Denkprozesses, die eine Frucht intellektueller Gedanken und Prinzipen, sozialer, geschichtlicher und politischer Art sind. Diese verbanden patriotische Gedanken von Naum Faiq und anderen Denkern später mit der Liebe zu unserer Sprache und Heimat. Sie definierten den Begriff des Vaterlandes und verbanden es mit viel Liebe.

Viele Aktivisten in der Nationalbewegung, Politiker unsers Volkes, gründeten hauptsächlich auf seinen nationalen Prinzipien und Lehren. Seine Lehren werden in vielen Organisationen unseres Volkes als eine gemeinsame Doktrin gesehen, dass diese somit praktisch angewandt werden konnten.

 

Bei seiner Beerdigung, nahmen Vertreter einiger Kirchen unseres Volkes teil. Das er da das Volk einigen Konnte.

Der Gelehrte hat die schlafenden Menschen aufwecken und aufklären wollen und er hat sie motiviert, die Chancen zu nutzen um ihre Ideale zu verwirklichen.

 

Raif Toma

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  • http://cdu-politik.de/2010/01/10/schuesse-als-geschenk-zum-fest-der-liebe/
  • http://www.online-artikel.de/article/terrorismus-die-alltaegliche-gefahr-13684-1.html
  • http://www.online-artikel.de/article/menschenrechte-mythos-oder-wahrheit-9778-1.html
  • http://www.online-artikel.de/article/der-schutz-der-chaldo-assyrer-im-irak-und-der-gegenwaertige-wandel-9483-1.html
  • http://www.online-artikel.de/article/syrien-und-der-noch-weite-durchbruch-9394-1.html
  • http://www.online-artikel.de/article/wohin-geht-es-mit-syrien-14586-1.html
  • http://cdu-politik.de/2009/10/23/fundamentalistische-geistesbewegungen-im-nahen-osten-in-der-zeit-des-wandels/
  • http://www.online-artikel.de/article/aoun-der-falsche-freund-oder-der-wahre-unfreund-16023-1.html
  • http://www.online-artikel.de/pdf/Patriotismus-und-der-Patriotismus-im-mesopotamischen-Sinne.pdf
  • http://www.online-artikel.de/pdf/Libanon-nach-den-Wahlen.pdf
  • http://www.online-artikel.de/pdf/Der-Tod-und-die-Unsterblichkeit.pdf
  • http://www.online-artikel.de/article/die-bewegung-des-islamismus-32083-1.html
  • http://www.kristina-koehler.de/wiesbaden/unterwegs/2009/kristina-koehler-zu-gast-bei-w/
  • http://cdu-politik.de/2009/10/12/armenien-und-die-tuerkei-ein-dilemma-oder-ein-weg-zum-frieden/
  • http://www.christiansofiraq.com/sharbal.html
  • http://tharwacommunity.typepad.com/whereto_syria/2007/04/post_5.html
  • Christians of Syria and Mesopotamia are not Arabs:
    http://www.christiansofiraq.com/sharbal.html
  •  

 

 

 Panmesopotamistische Leitkultur

Die Bewahrung der mesopotamischen ethisch-moralischen Werte

Die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung

Die Einigkeit im Bedrängnis

Das christliche Menschenbild

Toleranz und Achtung vor dem Anderen

Die Bewahrung der nationalen Einheit

Die Garantie der Grundrechte unseres Volkes in der ganzen Welt

•Diese Grundlagen und Grundwerte unserer Gesellschaft, sind gewiss mit den

prägenden ost-christlichen und mesopotamischen Traditionen verbunden.

Der gegenwärtige chaldäische Patriarch seine Eminenz Mar Emanuel Deli schrieb

„(...) die Chaldäer und Assyrer heute bilden eine Einheit und nehmen Teil an einer

sprachlichen, religiösen und ethnischen Erbe, die auf den Boden der Kultur des

Zweistromlandes wuchs

nicht nur eine Erklärung der nationalen Einheit, die selbstverständlich ist, sondern

deutet sie auf die sprachliche, religiöse und ethnische Erbe dieser Nation, die auf

heutigen pan-mesopotamischen Werte besondere Auswirkungen hat. Doch hat

dieses Erbe eine leitende Funktion? Wenn ja, dann welche?

Wir sind die Erben einer Weltkultur mit allen Eigenschaften einer verwurzelten

Hochkultur vergleichbar mit der ägyptischen, indischen und chinesischen. Doch

leider wurde einer verwurzelten Hochkultur, durch die vielen Raubzügen,

Plünderungen, Verfälschungen und die Genozide wichtige Bestandteile ihrer

Entwicklung geraubt. Fast jeder Kulturkreis und jede Hochkultur hat in ihrer

Geschichte dunkle Zeit erlebt. In dem Artikel „Der Anteil des Syrischen an der

arabischen und Weltkultur“, in der Zeitschrift Aram nennt sie der Autor sogar eine

reife Weltkultur.

Ich spreche hier nicht um ein Diaspora-Volk, sondern, um in den syromesopotamischen

Ursiedlungsgebieten und Libanon tief verwurzeltes Urvolk. Auch

bis in der Gegenwart leben um das Gebiet der alten assyrischen Hauptstadt

Nineveh

anderen Ursiedlungsgebieten in Beth Nahrin sowie in der Diaspora den Ansatz einer

erneuerten und bewussteren nationalen Identität bilden. Diese Menschen müssen

sich wie andere Völker an einer eigenen Leitkultur bedienen können, die sich

ihrerseits an einer Hochkultur mit Werten und Traditionen bedient. Ich plädiere für

eine patriotische Leitkultur!

Die Frage, wer oder was soll uns leiten, wer oder was leitet uns? Ist nun eine

umfangreiche Frage, die in politischer, sozialer und religiöser Hinsicht befriedigt

werden soll! In dem Bewusstsein Hoffung, dass wir dieser aus Menschen und Erbe

bestehende Kultur, die aus sich selbst heraus zu verstanden werden muss, gerecht

werden.

Raif Toma

Die Besterbung zur Gründung eines international anerkannten Existenzen1“. Wenn wir diesen Leitsatz nehmen, so sehen wir darin2 Menschenmassen, die dies bezeugen, und zusammen mit den noch in

1 „Das patriarchale Institut in der Kirche des Ostens“, Kardinal Mar Amanuel Dalli, Baghdad 1994, seine Dissertation im internationalen Recht 1954

2 Die heutige Lage im Gebiet der Nineveh-Ebene forciert eine Fluchtbewegung aus der Heimat, Assimilierungsgefahr zum Kurden- bzw. Arabertum.... und eine politische Uneinigkeit.

 

 

Zeit für Veränderung
 
 
Veränderungen können oft sehr positiv sein, doch sie sind oft mit Angst vor dem Neuen verbunden. Nun hat die USA einen neuen Präsidenten, was sehr wahrscheinlich mit einer neuen Politik verbunden ist. Wie kann sich das, auf das Schicksal unseres Volkes in der Heimat und auf die Entwicklung der assyrischen Frage auswirken?
Mit großer Betroffenheit sehen wir die Lage unsers Volkes in Mesopotamien. Die Menschen werden regelrecht liquidiert, bedroht und rigoros diskriminiert. Die humanitäre Lage der Flüchtlinge ist katastrophal. Diese Situation erfordert von uns die Initiative zu ergreifen, um uns Lösungen zu überlegen, darüber einig werden und diese dann durchzusetzen.
 
Es ist zu erwarten, dass die Beziehung der USA zu EUROPA und somit zu Deutschland normalisiert, was eine Zusammenarbeit im Bezug auf den Irak bald ermöglichen kann. Dies würde auch bedeuten, dass Europa sich an der Lösung mancher Probleme und darunter auch die Frage des Schutzes und die Rechte der Chaldo-Assyrer im Irak beteiligen kann.
Obama wird sicherlich die Interessen seinen Landes nicht aus den Augen verlieren, aber er wird sich auch für die Einhaltung der Menschenrechte und demokratischer Grundsätze auch im Irak einsetzen, was auch bedeuten kann, dass er sich für die Rechte der Unterdrückten einsetzen will. Doch befürchtet wird, dass durch die außenpolitische Unreife des neuen Präsidenten, an der Aussenpolitik nur langsam verändert wird.
Barack Obama beabsichtigt den Abzug der US-Truppen binnen 16 Monaten aus dem Irak, was von einigen US-Generäle kritisierte wurde. Von der irakischen Regierung wurde dies begrüßt, obwohl diese auch in 16 Monaten noch nicht in der Lage sein wird, das unter ethnischer Säuberung leidende indigene Volk des Iraks in seinen Ursiedlungsgebieten von Terroristen zu schützen. Die demokratischen Prozesse laufen nur schleppend und werden
von den großen politischen Kräften des Landes nicht unterstützt.
Unverschämt ruft der irakische Ministerpräsident Nuri Al-Maliki die chaldo-assyrischen Christen zur Rückkehr in den Irak und drängte bei seinem Besuch in Deutschland auf den Plan des Bundesinnenministers zur Aufnahme von Kontingentflüchtlingen auf Eis zu legen. Doch er bat keine wirksame Initiative zum Schutz dieser Menschen.
Das Sicherheitsabkommen zwischen der USA und dem Irak Länder über die Stationierung von US-Streitkräften, das derzeit laut der irakischer Regierung  neu ausgehandelt wird, solle hingegen nur noch kurzfristig gelten, was die Herrschaft der Milizen stärken kann. Hier ist eine Sicherheitssituation zu erwaten, die nicht kalkulierbar ist, was auch zur Abspaltung der Kurden führen kann. Eine politische Lösung ist meines Erachten nicht in Sicht.  Nun stellt sich die Frage, ob die chaldo-assyrischen Christen im Irak überhaupt diese Zeit
haben.
Doch wir stehen vor weiteren Problemen. Bei der Analyse der heutigen Situation stellen sich Initiativen vor, die alle nicht die Zustimmung der meisten politischen rganisationen haben. Sie geraten in Verlegenheit und sind in der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen von den europäischen Ländern gespalten.
Nun wie viele andere unserer Mitstreiter erkannt haben, ist es nicht leicht ohne eine einheitliche Lösung, wirksam politisch zu handeln. Es gibt nun auch Institutionen, die die heutigen Fragen und Probleme unterschiedlich gelöst haben wollen - und alle wollen ihre Initiative durchsetzen.
Wir haben Beispiele wie Ost-Timor, Libanon, Eriteria und andere, an denen wir uns anlehnen können und für uns mit Recht sehr lehrreich sind. Ich sehe, dass eine starke und koordinierte Lobbyarbeit getrieben werden muss. Dies ist durchaus auch in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern mit dem uns stehenden Human- und Finanzkapital durchaus überparteiisch möglich. Doch meines Erachtens fällt es heute noch dafür im Einzelnen die politische Entscheidung. Wenn es bei den Einzelnen Institutionen nicht so ist, dann müssen sie es beweisen, in dem sie zusammen im Ausland sich auf die Koordination ihrer Arbeit einigen. Ich bin mir zuversichtlich, dass wir dann eine koordinierte gemeinsame Lobbyarbeit und koordinierte Politik, gemeinsame politische Ziele mit der Unterstützung von Freunden und westlichen Politikern verwirklichen können. Zwar bin ich auch der Meinung, dass nur ein selbständiges autonomen Gebiet die Lösung sein kann, doch schon von Anfang an, mit Vorgaben in politische Dialog zu kommen, verhindert das Zustandekommen einer breiten Dialog auf nationaler Ebene, schon gar nicht mit einer breiten Masse an Institutionen und gesellschaftlichen Persönlichkeiten.
Die libanesische Erfahrung lehrt uns auch, dass in Zeiten des Bürgerkrieges am Ort die Selbstverteidigung den Schaden begrenzen und das Volk in der Heimat zum Verbleib bewegen kann. Dazu ist eine überparteiesche und überkonfessionelle politische und gesellschaftliche Initiative notwendig, die durchdacht werden muss. Hier bleiben spontane Verteidigungsaktionen in dieser akuten Lage vorab unvermeidlich. Diese Truppen, die aus
irakischen Assyrer bestehen sollen, werden bestimmt auch von der irakischen Zentralregierung bald anerkannt (Bespiel der El-Sahuat) und gegebenenfalls unterstützt. Dies wird dann einen gesetzlichen Rahmen annehmen, da die letzten Polizeiverstärkungen in Mossul bei weitem noch nicht ausreichen.
Es wird über eine europäische Friedens/Sondertruppe gesprochen. Diese ist meines Erachtens politisch noch nicht reif, da eine gemeinsame europäische Entscheidung bzgl. der Mission im Irak, noch nicht gefallen ist. Sie setzt auch eine einheitliche Lobbyarbeit und eine
Veränderung in der amerikanischen Politik voraus. Die einzelnen politischen Kontakte existieren zwar, doch sie bleiben einzeln und sind unkoordiniert. Diese haben zurzeit ganz wenig Früchte, die nicht viel der Nationalsache tun und kurzfristig schon gar nicht zum chutz unseres Volkes in der Heimat führen können. Abgesehen davon, ob diese auch zwingend zu der Gründung einer Autonomie führen können. Wir können uns auch nicht mehr
nur politisches Punkten erlauben, sondern müssen geschlossen handeln, da das Überleben unseres Volkes in der Heimat in Frage gestellt wird.
Eine auf europäischer Ebene gut vorbereitete und zu organisierende Sitzung, mit vorher festgelegten Diskussionspunkten unserer Institutionen ist unvermeidlich und da haben garantiert die meisten von uns, sowie die meisten politische und andere gesellschaftliche
Institutionen die Zeit und den Willen dazu.
Ich bin der Meinung, dass es nun nicht darum geht, ob unsere Bevölkerung den Mut aufbringt, über die Schicksalsschläge zu äußern, sondern müssen die politisch tätigen Organisationen handeln und die Initiative ergreifen.
Wenn ich die letzten Aktionen in Europa analysiere, so stelle ich fest, dass sowohl unser Volk als auch die Europäer nur begrenzt Solidarität mit unseren betroffenen Menschen in Mesopotamien haben. Es gibt durchaus viele europäische Politiker, die uns bei entsprechender Geschlossenheit unterstützen können. Doch kein Opfer sei dieses materiell oder immateriell darf umsonst sein. Ich sehe jedoch, dass jede nichtdurchdachte und einzelne Aktion in der Gegenwart zu unnötigem Opfer führen uns umsonst sein kann.
Einzelne Spendensammlungen landen nur auf die Vorteile einzelner Organisationen und müssen meines Erachtens ohne eine proklamierte Einigkeit in dieser Hinsicht boykottiert werden. Die akute Lage unseres Volkes auszunutzen, um politisch darin zu punkten, ist politisch charakterlos und bewerte ich persönlich als Aktionismus und kann im Einzelnen sogar als Heuchelei bewertet wird. Zu diesem Zeitpunkt es bei Aktionismus zu belassen, bezeugt nur die politische Unreife. Deshalb müssen sich Versammlungen auf mehr als nur Vorbereitung von Protestaktionen ausstrecken.
Wenn die Menschen die politische Geschlossenheit sehen, dann wird gewiss aus dieser Stärke und der positiven Energie heraus, die materielle Unterstützung seits der Europäer sowie selbstverständlich auch von unserem guten Volk kommen. Der Segen Gottes ist dann
selbstverständlich.
Eine Autonomie bleibt die Lösung zu Erlangung der nationalen Rechte und zur Lösung der Sicherheitsfrage der chaldo-assyrischen Christen im Irak. Wer hinter den diesen organisierten Morde und Drohungen ist, können wir noch nur ahnen, doch politische Ziele sind gewiss dahinter.
 
Raif Toma
11.2008
 
  • Der nationale Name zwischen Konfessionen und Interessen

 

 

 

Im Gespräch mit PD Dr. phil. Shabo Talay zum Namenskonflikt hat Skandar für Yauno den Privatdozent für Semitistik und Arabistik-Islamwissenschaft am Lehrstuhl für Orientalische Philologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg interviewt. Ich möchte meine Meinung zu einigen für mich wichtigen Punkten schreiben.

 

Das Thema des Namenskonfliktes an sich ist ein undankbares Thema, das eher trennt als einigt, jedoch müssen wir uns damit sehr oft konfrontieren. Dieses Thema, das eher aus Interessenkonflikte entstand wurde politisiert und nahm einen umfangreichen und bremsenden politischen Umfang, was allerdings die Energie, Zeit und die Motivation von Politikern, Intellektuelle und Wissenschaftler kostet.

 

Ich stimme nicht damit überein, dass die Namen  es sind, die die Ursache der Konflikte sind. Meines Erachtens liegt die Ursache vieler Konflikte meistens darin, in der Art und weise wie diese Konflikte angegangen werden, und wie die Andersdenkenden miteinander umgehen.

Sicherlich ist es falsch, dass jede Kirche in sich die einzige wahre Vertreterin des Volkes sieht, doch das liegt in der Natur und Entwicklung der Kirchen als Institutionen. Auch in Europa war es so. Irgendwann werden sie, die geistlichen Häuser ihrer Gläubigen sein, denn nur die politischen Organisationen können die politische Vertretung einer Nation sein. Dies wird sich mit der Zeit etablieren. Doch die Gefahr sehe ich darin, in der Rede von dem Volk der Kirche oder eben von den verschiedenen Völkern, und genannt nach den jeweiligen Kirchen, dass eben auch heute über eine chaldäische Nation gesprochen wird, oder auch über christliche Araber wie bei den Melkiten. Hier kann natürlich eine tiefere Spaltung als die konfessionelle verursachen, die ihre gravierende Wirkung auf die politische Zukunft unseres Volkes in seiner Heimat und in der Diaspora haben wird. 

 

Schon im 19. jahrhundert und wie Sabo Talay es sagte zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben kirchliche und laizistische  Persönlichkeiten unserer Nation aus den verschiedenen Konfessionen eine Art Wiederbelebung unserer Nation bestrebt. In der Entwicklung vieler pan-mesopotamistischen Gedanken sprachen sie nun über eine eigenständige Nation, mit einer eigenständigen syrischen Sprache, die sie pflegten und förderten.

Die Entwicklung der Nationalbewegung fiel jeweils anders, durch die unterschiedliche Ausprägung der nationalen Identität und der unterschiedlichen Entwicklung in den jeweiligen Ländern in denen unser Volk lebte und in der vielfältigen Konfessionalität.

 

Talay sagte, dass „Den Begriff der Aramäer hat man erst in den Sechzigern des 20. Jahrhunderts verwandt, obwohl es natürlich diesen Begriff schon immer gegeben hat. Die aramäische Bewegung war eine Reaktion auf die assyrische Bewegung. Denn die assyrische Bewegung verleugnete viele Errungenschaften der alten Aramäer, zu denen sich nun einmal unsere Kirche und Kirchenväter in ihren Schriften häufig bekennen bzw. bekannt haben. Diese Begriffe stehen also für zwei Ideologien, sie sind politische Richtungen.“
Ich sehe es nicht so, dass die Nationalbewegung unseres Volkes die Errungenschaften eines Teiles unseres Volkes verleugnete, sondern lehrte stolz zu sein, auf die eine Geschichte des einen Volkes, sowie die Heimat Beth Nahrin zu lieben. Ferner lehrten die assyristischen Gedanken die Liebe zur syrischen Sprache, die als einen einigenden Faktor gepriesen wurde.  Wenn einzelne Personen dies mal täten, so muss es nicht für die gesamte Nationalbewegung gelten. Denn die patriotischen Gedanken, waren eher mit Liebe und Einigkeit verbunden.

In der Nationalbewegung finden wir mehrere Strömungen, auch die aramäische Strömung kann sich noch darin etablieren, doch heute von einer Ideologie zu sprechen, mag ich zu bezweifeln. Hier ist Sabo Talay nicht näher dran eingegangen, warum er die aramäische Strömung als eine Ideologie nennt – wenn wir überhaupt von einer einzigen aramäischen Strömung sprechen können.

 

Ich gebe Sabo Recht  in dem er sagte, dass „Warum dennoch diese unübersehbare Spaltung vorhanden ist, haben wir unseren kirchlichen und politischen Führern zu verdanken. Sie haben es bis zum heutigen Tag nicht geschafft, aufeinander zuzugehen.“  Ein ganz wichtiges Thema schneidet er ein, nämlich für die nationale Sache und für die Zukunft unseres Volkes auf einander zuzugehen. Anstatt sich auf die Namenkonflikte zu verharren und Diskussionen einzugehen, die uns von einander trennen, aufeinander zuzugehen, und das hervorzuheben und zu stärken, was uns verbindet.

Die konfessionelle Mannigfaltigkeit, die unser Volk schon historisch trennte, kann in der Gegenwart und bei einer entsprechenden Aufklärung und Umgehungsweise als ein gesundes Phänomen erlebt werden oder auch, wenn ich so sagen darf, positiv ausgenutzt werden.

 

In der Nationalbewegung können wir nur von einigenden Faktoren und Gedanken reden, die meines Erachtens eines pan-mesopotamistischen Charakters nehmen, sowie jemand von mehreren Völkern redet, oder die Existenz des anderen negiert, so können wir nicht von einer Strömung der Nationalbewegung sprechen. Ich lobe Sabo für eine wichtige Aussage eines Wissenschaftlers in dem er sagte, „Ich möchte aber noch einmal betonen, dass man nicht sagen kann: Wir sind Assyrer oder wir sind Aramäer. Wir sind beides. Wir sind das Volk, das aus den verschiedenen Völkern, die dort gelebt haben, hervorgegangen ist.“ Denn darin und nicht ausschließlich sehe ich auch eine patriotische Sichtweise.

Von der Rede „uns im Deutschen als „Aramäer“ und im Englischen als „Assyrians“ zu bezeichnen“  halte ich jedoch für unhaltbar, da es politisch noch patriotisch nicht vertretbar ist, zwar vertrete ich auch der Meinung vieler Patrioten und Politiker unseres Volkes, dass der assyrische Name der einheitliche nationale Name sein kann, der „ (...) uns am weitesten bringen würde (...), der uns einen größeren Nutzen bringen würde, und zwar aufgrund der Aktivitäten der unterschiedlichen assyrischen Organisationen in Amerika und vor allem durch den Völkerbund der 1920er Jahre. Das ist logisch. Aber nichts würde uns weiter bringen als einen einheitlichen Namen, dem alle zustimmen und den wir alle vehement anwenden.“[1] Der Begründung füge ich noch hinzu, dass aufgrund historischer Tatsachen stimmt diese Aussage. Auch in dieser Aussage sehe ich allerdings eine Widersprüchlichkeit zu dem was Dr. Talay meinte über die unterschiedlichen Namen im Deutschen und im Englischen. Denn ein einheitlicher Name, der das Einvernehmen der Mehrheit der politischen und gesellschaftlichen Institutionen unseres Volkes gewinnt ist unverzichtbar, um unsere nationalen Ziele zu erreichen, die uns in der Lösung unserer nationalen Frage weiterbringt.

 

 

Raif Toma

·       Die Bildung und die Frage der sozialen Statik

 

 

 

Auch in unserer gegenwärtigen Gesellschaft beschäftigt uns die Debatte um die Bildung als ein ganz wichtiges Thema.

Wie notwendig ist die Bildung? Und welche Rolle hat sie bei der Frage der sozialen Statik unserer Gemeinschaft.  

Ich möchte mit einem realen Beispiel von einem einfachen ungebildeten Mann beginnen, der mir mal sagte, dass „er seine Töchter nicht lernen lassen will, damit sich Ihre Augen  nicht öffnen“. Damit stellt sich ein Problem dar, mit dem ich diesen Beitrag beginne.

 

 

Doch was bedeut Bildung?

Die Bildung wird mittlerweile als ein natürliches Recht des Menschen gesehen, und in vielen Ländern der Welt zumindest die Grundschule auch als eine Pflicht. Doch das soll nicht den Eindruck erwecken, dass sich die Bildung nur auf den Schulabschluss begrenzt, sondern weitet sich aus auf seine Wirkung in der Entwicklung und Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit.

Prof. Dr. Annette Spellerberg schreibt in ihrem Artikel „Lebensstil, soziale Schicht und Lebensqualität in West -und Ostdeutschland“ in der Beilage „Aus der Politik und Zeitgeschichte“ der Zeitung das Parlament B13/97, sieht dass, „(...) die Höhe des Bildungsgrades differenziert die Lebensstile sehr stark. (...) Zum anderen werden über die schulische Bildung nicht nur fachliche Kenntnisse, sondern auch kulturelle Kompetenzen vermittelt. Das „kulturelle Kapital“ – der Formulierung Pierre Bourdieus entsprechend- hat unterschiedliche Aktivitäten und Geschmacksmuster insgesamt größere Bedeutung als das ökonomische Kapital„

 

Bildung kann die Türe öffnen vor dem Dialog, den der fehlende Dialog mit Andersdenkenden kann gefährliche Voraussetzungen für die Entstehung von Schranken und sogar Gewalt schaffen. In der Rolle der Bildung bei der sozialen Statik unserer Nation, ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Bildung und Aufklärung, helfen können Gegensätze abzubauen, gleichzeitig jedoch Verständigung und Verständnis zu fördern.

Der Gedankenaustausch soll uns eine Art Weiterbildung werden - auf der Basis der Geschwisterlichkeit, Patriotismus auf mesopotamistischer Art, Liberalität und Toleranz. Diese Weiterbildung hilft auch die Konfessionsschranken abzubauen.

Ferner hilft die Bildung dem intellektuellen Politiker dabei, einen andersdenkenden Politiker und seine Meinung zu respektieren, weil die politische Konkurrenz kein Hindernis sein kann für das Einvernehmen in nationalen Fragen, dass dann das nationale Recht unseres Volkes auf eine Autonomie im Irak durch eine konstruktive politische Zusammenarbeit besser durchzusetzen ist.

 

Durch bildungsordinierte freien Denker ohne irgendwelche Abhängigkeit an eine politische, soziale oder kirchliche Institution, kann den moralischen Verantwortungsbewusstsein gestärkt werden, und somit können Veränderungsprozesse in unserer Gesellschaft leichter durchgeführt werden. So dass unser Volk ernstzunehmende Rollen im Nahosten und in der Diaspora nehmen kann.

 

Oft stellt sich die Frage, wie viel wissen wir über den Seyfo? Wir haben uns sehr lange nur emotional und auf Augenzeugnisse und Einzelschicksale beschränkt, dabei ist die ganze Katastrophe und ihre Hintergründe viel umfangreicher. Es ist notwenig in der Frage der Anerkennung des Genozids wissenschaftlich zu analysieren und wie Sabri Atman es macht, auch wissenschaftlich darzustellen und systematisch zu bearbeiten. Daniel Bell in seiner Arbeit „Die nachindustrielle Gesellschaft“ von 1995, beschreibt die systematische koordinierte Information als – „(...) die wichtigste strategische Ressource von der die Gesellschaft abhängt“.

Keryo Meytap schrieb in einem Artikel in Funoyo, dass Wissen „der Schlüssel zur Anerkennung des SAYFO´s (Genozids) und zur Durchsetzung unserer Rechte als Volk“ sei.  Dies befürworte ich auch, denn Bildung schafft auch Transparenz und Kommunikationssicherheit mit anderen Menschen zur systematischen Arbeit in der nationalen Frage.

 

Nach alldem was Bildung für die soziale Statik einer Gesellschaft wirken kann, sehe ich die Rolle der Familie und der gesellschaftlichen Institutionen zur geistigen und sittliche Bildung „als kulturelles Kapital“ ergänzend zu einander unverzichtbar. Ferner auch  zur Förderung der Bildung sowie zur Orientierung des Wissens. Dazu sind gebildete Lehrer, Vereinsvorsitzende, Priester und Führungspersönlichkeiten notwendiger denn je.

 

Die Rolle der gesellschaftlichen Institutionen zeichnet sich mehr darin, wie die  einzelne Institution ihre Mitglieder in den entsprechenden Bereichen bildet, orientiert oder auf ihrem Lebensweg erfolgreich begleitet.

Die geistige Bildung durch geistige Zentren, kann den Geist der ganzen Nation erneuern und die nationalen Reichtümer wieder beleben.

 

Die Devise scheint also Bildung und Wissen zu sein. Bescheidwissen über die Welt, in der man lebt und den Besitz von Überzeugungen, die das Handeln leiten. Gebildete, Denker und wissende Menschen können das kulturelle und nationale Erbe bewahren und es angesichts der Herausforderungen der Gegenwart in Denken und Handeln neu  bestimmen, um durch eine Kultur der Veränderung bessere Gegebenheiten zu schaffen.

 

Der deutsche Moralphilosoph Carl Friedrich Krause schreibt in seinem Buch „Urbild der Menschheit S. 55: „Aber jedes Wesen ist in seiner Natur befangen, und nur, wenn es seine eigne Natur selbständig, frei und kraftvoll ausbildet, kann es aufgenommen werden in immer höhere und höhere Harmonien der Dinge“.

 

 

Raif Toma

 

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Syrien und der noch weite Durchbruch

 

 

Die politischen Entwicklungen im Nahosten beschleunigen sich rasant und fordern von den politischen Kräfte dieses Gebietes entsprechende Reaktionen und Vorbereitungen. In diesem Beitrag kritisiere ich die noch nicht reife syrische Opposition und gehe auch auf die politisch Lage im Lande. Ich verdeutliche auch die Auswirkungen der gegenwärtigen politische Lage und einer eventuellen Machtwechsel auf die Situation der nationalen Gruppe der Assyrer dort ein.

Maamun Al-Humsi der ehemalige Parlamentsabgeordnete kritisierte in einem Aufruf das verfassungswidrige Referendum zur Verlängerung für den syrischen Präsidenten zu einer weiteren Wahlperiode, sowie die vorangegangenen Wahlen, die von einer breiten Massen der syrischen Bevölkerung sowie von den meisten Christen (darunter die Assyrer/Syrer)  und der Kurden boykottiert wurden.

Es besteht freilich kein Zweifel an dem Patriotismus des syrischen Oppositionellen, auch nicht an seinem guten Willen zur demokratischen Veränderung, doch hier möchte ich ihn daran erinnern, dass er die gleichen Begriffe benutzt, die Ba'athisten und Arabisten benutzen. Diese Begriffe von der Negierung einer nationaler Gruppe wie die Assyrer, und macht sie zu einer bloßen christlichen Konfession. Es sind viele christliche Konfessionen, doch als Bürger des syrischen Staats bilden die meisten von ihnen die Urbevölkerung des Landes und eine nationale Gruppe, die tief in dem Land ihre aramäische und assyrische

Wurzeln schon Tausenden von Jahren vor den Arabern und den anderen Völkern des heutigen Syriens haben. Auch viele syrische Muslime stammen ursprünglich dieser nationalen Gruppe ab. Auch der Name des Landes verdankt Syrien diesem Volk.

Die archäologische Befunde und viele Namen von Städten beweisen trotz rigoroser Arabisierung und zuletzt in der syrischen (El-Jazireh) eine versuchte und nicht gelungene Kurdisierung.

Diese Verfälschungen und die Negierung der Existenz von nationalen Gruppen seitens Al-Humsi und vielen anderen oppositionelle Persönlichkeiten und Gruppierungen beweisen die Unreife der syrischen Opposition, jedoch auch die Schwäche der in Syrien arbeitenden assyrischen politischen Organisationen und ihren Medien.

Sicherlich weist das syrische Regime mit seinen geheimdienstlichen und korrupten Apparate sowie mit den nicht politischabhängigen Gerichte, Defizite auf. Sie brachten Syrien jenseits der Demokratie und mittlerweile beeinflusst sie das friedliche Zusammenleben.

Ferner können diese Verhältnisse und die letzten Inhaftierungen von demokratischen Oppositionelle und darunter auch as-syrische, nur in irakische Verhältnisse münden.

Irakisch-ähnliche Verhältnisse mit all den Phänomen, die das Land in die Ruine treiben können.

Denn auch in Syrien ist eine bürgerliche und laizistische Opposition, die so stark ist, um das Land zu führen, noch nicht zu finden. Obwohl Syrien eine Reihe von Persönlichkeiten außer dem jetzigen Präsidenten bietet, die als Präsident das Land führen können, doch diese können noch kein alternatives politisches System anbieten, um das Land in stabilere und demokratische Lage zu führen.

Wenn wir heute die Kräfte der syrischen Opposition analysieren, so sehen wir in den islamistischen Fundamentalisten (Muslimbruderschaft), die stärkste und fast dominierende Kraft – gewiss auch in der Basis. Diese können bei einer eventuellen Machtübernahme mit anderen fundamentalistischen Kräften sehr wahrscheinlich, die anderen an der Basis schwachen oder in Syrien noch nicht etablierenden oppositionellen oder geschwächten politischen Kräfte überrumpeln, und ein islamistisches System erzwingen, das eher in Richtung „Islamischer Republik Syrien“ landet.

Die Zeichen deuten bis heute darauf hin! Wenn wir Äußerungen der Muslimbruderschaft analysieren von der Schari'a als Quelle der Gesetzgebung oder, dass der syrische Präsident auch bei einem Wechsel weiterhin nur Muslim sein darf, so können wir die Richtung erkennen.

Bassam Daruish schrieb in seinem Artikel in Annaqed: „Syrien braucht Patrioten und keine Politiker“. Die Laizisten bringen schon heute fundamentalistische Redensart und sprechen von einer konservativen islamischer Gesellschaft oder auch von einer Vertreibung einer ganzen Konfession, was auch uns als Christen und Nichtaraber Angst bringen wird, die möglicherweise und unter diesen Gegebenheiten, als Opfer eines gewaltsamen Umsturzes werden können.

Leider begreifen es viele syrische Oppositionelle nicht, dass es dabei nicht nur, um den Umsturz handelt und eine Veränderung nur von Innen gesund und friedlich laufen kann.

Wenn die USA dabei helfen würden, so werden sie hauptsächlich ihre Interessen vertreten und ein Grund sein, dass die Christen und Nichtaraber als Feindbilder angegriffen werden, dabei werden diese die am meisten Benachteiligte sein. Denn sie sind auf irakische Verhältnisse (wie es im Beispiel des Irak der Fall ist, dass es bei den Chaldo-Assyrer-Syrer zum schleichenden Genozid hinreicht) nicht vorbereitet und nicht gewachsen. Die USA werden die Assyrer und alle Christen nicht schützen, sondern werden sie wie es im Irak ist, wahrscheinlich auf dem Altar ihrer Interessen verkaufen, und gegebenenfalls

auswandern (vertreiben) lassen.

 

Heute werden diese Chaldo-Assyrer und andere Christen vor den Augen der USA und der Weltgemeinschaft genozidähnlich vertrieben und massakriert - ohne dass sie geschützt werden. Die Forderungen von einer Sicherheitszone in Form von einer Autonomie bleiben von fast allen irakischen politischen Kräften unbeantwortet und ungeachtet.

Sicherlich liegt es auch daran, dass vor dem Sturz der Sadamsdikatatur nicht ausreichend für die assyrische nationale Vision verhandelt wurde, sondern träumten diese von einem pluralistischen demokratischen und föderalen Irak, was immer noch als Traum blieb. Die politischen Organisationen dieses Volkes und seine Kirchen beweisen jeden Tag ihre Unfähigkeit, die Menschen sozial und politisch zu leiten oder gar zu retten.

Es wird gefürchtet, dass dies auch in Syrien passiert. Und es gibt keine nationale Kraft in Syrien, die so stark ist, von den assyrischen nationalen Rechte zu sprechen.

Doch das größte Teil der syrischen Bevölkerung wird bei einem gewaltsamen und von den USA bewirkten Umsturz das vermissen, was wir heute als relative und begrenzte Stabilität Syriens kennen.

 

Dies heißt nicht, dass wir eine Gnade des Regimes erwarten, oder, dass die Gewissen der kleinen und korrupten Geheimdienstoffiziere aufwachen, sondern die Regierung und das gesamte Regime müssen begreifen, dass eine demokratische Veränderung notwendig ist, dass die Pluralität eine friedliche Veränderung hervorrufen kann. Dass ihre Macht mit Gewalt und Leugnung der Menschenrechte nicht auf Dauer halten wird.

Die Inhaftierung des assyrischen Journalisten Usama Edward Muse ist ein Signal für Rücksichtslosigkeit des Regimes auch gegenüber unserem Volk.

 

Wahlen um eine allgemeine Scheinzustimmung zu holen ist out und unakzeptabel weder im Ausland noch im Inland. Das ist sogar an der Grenze der Lächerlichkeit, denn es kann doch nicht sein, dass ein ganzes Volk wirklich zu 96% und früher sogar noch mehr einen Präsidenten wählt. Doch merkwürdig ist es, dass solche Ergebnisse nur in Ländern wie Syrien, Libyen, Kuba, Korea und auch früher im Irak vorkommen. Ist es etwa so, dass in der ganzen Welt sonst, die Menschen die Freiheit nicht haben ihre Präsidenten oder Regierungen zu mehr als 90% zu lieben und zu wählen, oder haben andere Regierungen,

Regierungsparteien und Präsidenten weniger Legitimität wenn sie auch zu 50% gewählt werden. Bush konnte mit einer knappen Mehrheit, sein Land regieren und es befinden sich sicherlich nur weniger Bürger, die an seiner Legitimität als Präsidenten der USA zweifeln.

Es hätte viel den Menschen und der politischen Stimmung gebracht, wenn die Kandidatur anderer (die sicherlich nicht die gleiche Chance haben, wie Präsident Assad) angenommen wäre und die Menschen unter demokratischen Verhältnissen und Geheimkammer und ohne Blut und Verlogenheit gewählt hätten.

Es hätte viel gebracht, wenn die Parlamentswahlen die Möglichkeit bereitet hätten, dass auch Andere ausser der traditionellen Kräfte ins Parlament gezogen hätten; dass auch wirkliche Unabhängige die Chance erhalten, ihre Stimme und die Stimme des Volkes ins Parlament zu bringen.

Es ist vom Vorteil, wenn korrupte Sicherheitsoffiziere und andere Beamte vom Dienst suspendiert und vor Gerichte gestellte werden anstatt friedlicher Oppositionelle.

Es ist noch nicht zu spät! Es kommen noch die Kommunalen Wahlen, oder es können immer noch fundamentale Reformen die Wirtschaft vor der Unsicherheit und Korruption retten, dass nicht Banden und politisch starke Unternehmer die Wirtschaft beherrschen.

Denn Syrien ist nicht so unangreifbar wie Russland und nicht wirtschaftlich so stark wie Venezuela und schon gar nicht in der Größe von China.

Syrien kann nur durch die eigene Bevölkerung, durch die wirklichen Patrioten und Friedenswillige und ihre Urbevölkerung gerettet werden und garantiert nicht durch Hisbullah, Fatah-Alintifada, Hamas, Iran und staatsfeindliche Geheimdienste ....

 

 

Raif Toma

03.2008

 

 

 

Die nationale Frage in der Gegenwart

 

 

 

Die veränderte regionale Umwelt am Ende des 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts, hob die fundamentalen kulturellen Besonderheiten zwischen den im Nahosten lebenden Völkern hervor und brachte den assyrischen Christen ein

stärkeres gemeinsames Nationalbewusstsein.

Zwar ist unser Volk dem Nationalismus und der Entstehung der neuen Nationalstaaten des Nahen Ostens als Opfer gefallen, doch mit der nationalen Wiedererwachungsbewegung, zeichnete sich eine Umwandelung in dem sozialen, kulturellen und politischen Aufbau in allen Konfessionen.

Schon zu oft war die Rede vom christlichen Verhalten, von Patriotismus und die Arbeit für die nationale Sache – Das sind vielgebrauchte Formulierungen, die nicht immer und nicht von allen ähnlich verstanden und vertreten konnten.

Wir sollten versuchen, näher zu beschreiben, wie im Sinne pan-mesopotamistischer

Gedankenwerten, eine gute Basis für die Verwirklichung der Nationalsache geschaffen wird.

Mit der weiteren und kirchenübergreifenden Entwicklung, entfaltete sich eine Art Nationalismus im mesopotamischen Sinne - nicht nur im Nahosten, sondern entfachte sich auch in der Diaspora durch die ausgewanderten Vordenker wie Farid

Nazha, Gabriel Ibrahim Some, Sanharib Bali und Naoum Faiq sowie andere.

 

Die nationale Sache unseres im Nahosten - als ethische Gemeinschaft nicht anerkannten - Volkes in der Gegenwart verkörpert sich aus den nationalen Herausforderungen dieses Volkes. Sie verkörpert sich zwangsläufig zuerst in der

Erhaltung der Existenz und der Identität als nichtarabisches Volk in der eigenen Heimatstätte. Sie spiegelte sich hauptsächlich in der Forderung nach der Anerkennung des vergessenen Genozids (Sayfo) von 1915 –1918 und dessen

Rehabilitation. Die Forderungen nach einer internationalanerkannten Autonomie oder Sicherheitszone zum Schutz vor Gewalt, Verfolgung und Vertreibung und zur Erlangung der Menschenrechte sind ein wichtiger Bestandteil der nationalen Sache geblieben. Eine bedeutende Säule der nationalen Sache in der Gegenwart war immer, die Forderung nach einer Dachorganisation für die offizielle Vertretung dieses Volkes – als ein wichtiger Schritt zur ersehnten nationalen Einheit. Eine nationale Einheit aller Nachfahren der damaligen Bevölkerungen der alten

assyrischen, babylonischen, sumerischen und aramäischen Reiche.

Das Verlangen mal nach Rückkehr in die Heimat, mal nach einem eigenen Staat, wurde für ein großes Teil dieses Volkes, eine Hoffnung und eine Vision in der nationalen Frage.

Die politische und kulturelle Arbeit bei der Masse, sowie das erwachte Konfessions- unabhängige Nationalbewusstsein und die hervorgehobene nationale Identität in verschiedener Form, konnten einen kontinuierlichen Nationalismus im mesopotamistischen Sinne in Gang setzen. Im Mittelpunkt dieses Gedankengutes steht die Auffassung vom syrischen Christentum und von dem einen Glauben, doch auch von der Ursprungsheimat Mesopotamien als eine historische Heimat.

Die meisten der entstandenen politischen Organisationen sind neu gegründet und ihrem Kader fehlt es zum großen Teil an praktische politische Erfahrung, um politische Abkommen zu verhandeln und Koalitionen mit anderen Kräften zu bilden. Sie vermeiden meistens politische Konfrontationen und suchen faule Kompromisse, um ihre Existenz auf dieser Weise zu sichern – gerade, wenn sie mit fremden und benachbarten Kräften zusammenarbeiten oder für diese arbeiten. Sie verhandeln politische Abkommen, die jedoch sie nur zu weiteren Verzichte bewegen.

In den Ostchristlichen politischen Institutionen im Libanon, bildete sich eine Intellektuellen- und Politikerschicht, die ein spürbares Interesse an der aktiven Teilnahme am politischen und kulturellen Leben im Libanon zeigte. Es zeigte sich jedoch auch, eine aktive politische, sowie kulturelle Arbeit im Rahmen der Nationalbewegung. Für die Nationalsache brachte es ein frisches Wind und alternative freie Ideen und Meinungen in diese Bewegung in der ganzen Welt.

Im Rahmen der Nationalsache versagten die politischen, kirchlichen und kulturellen Institute, eine kommunikative Kompetenz zwischen einander anzubieten. Eine Basis der Kollektiven Zusammenarbeit zur Verwirklichung der Ziele der nationalen Sache, konnten sie bis heute nicht finden.

Die Nichtlösung der nationalen Sache würde dazu führen, dass das Urvolk Syriens und Mesopotamiens unter diesen Umständen weiterhin auswandert und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln und dieses Volk seine Visionen und Menschenrechte.

Die Gefahr besteht jedoch in der Gegenwart auch darin, dass dieses Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung in den syro-mesopotamischen Siedlungsgebiete steht.

Was es als ethnische und religiöse Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt ihres Lebens raubt. Dies ist nicht nur als Ergebnis der Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten (Europa, Australien und Amerika) passiert, sondern wird in der Heimat politisch beeinflusst und rigoros politisch gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete dieses indigenen Volkes, werden seit vielen Jahren leider rigoros von ihrem Urvolk entleert. So stellt sich hier die Frage, in weit

dieses Volk, die mit dieser Heimat verbundene Identität in sich tragen kann und mit welcher Intensität. Dies wird mit der Zeit die Sicherung der nationalen Identität als Eigendasein nehmen, deshalb ist es wichtig im Rahmen der nationalen Sache die Kultur intensiv zu pflegen.

Im Staatsgebiet des Iraks werden die Chaldo-Assyrer auf abscheulicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Dies bringt sie zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sichereren Gebiete des Iraks. So suchen sie die Sicherheit als Lösung ihrer Probleme und vermeiden jedoch die politische Konfrontation. Doch es kann sich keine politische Lösung durchsetzen ohne die politische, soziale und kulturelle Ziele aller Ostchristen im Irak zu berücksichtigen.

Sogar eine politische Konfrontation ist unvermeidbar. Es ist nicht nur ein Teil der gesamtirakischen Lösung, sondern bedarf eine zusätzliche Lösung unserer nationalen Sache.

Doch das zum Anschein gekommene politische Chaos, kann die Nationalsache als auch die pan-mesopotamistischen Vision nicht nur gefährden, sondern mittelfristig zunichte machen. In diesem politischen und sozialen Chaos haben die politischen Organisationen in der Gestaltung ihrer Programme und der Erfüllung Ihrer Verantwortung gegenüber das Volk und der Heimat zum größten Teil versagt. Doch ganz offensichtlich versagten sie in der Bildung einer einheitlichen öffentlichen Meinung und der Verformung der Nationalsache Sache, sowie in der Vertretung der politischen Ziele und Träumen unseres Volkes. Sie waren auch nicht in der Lage, ihren inneren Streit und Machtkämpfe zu überbrücken, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.

In den möglichen Lösungen der Nationalsache dieses Volkes muss enthalten sein, eine Gewährung des Schutzes und der Sicherheit für das Gebiet und seine Urbevölkerung; Der Wiederaufbau der Ursiedlungsgebiete und die Förderung freiwilliger Wiederkehrer. Doch auch die Bewahrung der historischen Identität Mesopotamiens, bleibt eine moralische Verantwortung der Staaten des Nahen Ostens und der Völkergemeinschaft.

Die nationale Sache sieht sich jedoch optimal verwirklicht in der Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte im historischen Vaterland, wodurch das Recht unseres Volkes auf Selbstbestimmung verwirklicht werden sollte. In dieser legalgesicherten Heimstätte kann unser Volk frei von Verfolgung, Mord und Unterdrückung leben. Unter Bewahrung der Souveränität des Iraks, ist die Gründung einer Autonomie unter internationalem Schutz und in den Gebieten des Nineveh-Tals – in den historischen Ursiedlungsgebieten die einzige Lösung zum Schutz unseres Volkes vor einem schleichenden Genozid. Dies ohne die Abgrenzung von den benachbarten Völkern. Mit pan-mesopotamistischen Gedankenwerte - die für die gesunde und bewusste Rückkehr zu den Wurzeln eintritt, kann eine kontinuierliche Wiedererwachungsbewegung eine unumgängliche gesellschaftliche Bewegung der Aufklärung und der Hoffnung werden. Mit dem Ziel die Existenz unseres Volkes zu sichern und die Identität seiner Heimat verständlich zu machen, damit es in seiner Heimat als eine selbständige und gleichberechtigte Nation fortbesteht. Doch auch, damit die Identität der Heimat nicht durch irgendwelche Hindernisse und Verfälschungen gebremst wird.

Die Nationalsache unseres Volkes ist stark abhängig von einer starken und bewussten Vaterlandsliebe und der Zentralität der Heimat im Leben und in den Visionen unserer Volksangehörigen.

Hingegen ist es zu sehen, dass zurzeit die ideologische Kraft des Assyrismus zur Zeit nicht ausreicht, um die Spaltungen und Gegensätze zu überwinden. Doch er ist eine Chance nicht nur für die Nationalsache, sondern auch für unsere Gemeinschaft, die überwiegend für Nächstenliebe, Brüderlichkeit, Toleranz, Friedensliebe jedoch auch für die soziale und politische Gerechtigkeit steht.

Es ist zwar umstritten und länderspezifisch, doch der Libanon bleibt in den Herzen vieler, als ein Land, das den Ostchristen nicht nur ein Asyl anbot, sondern ein geliebtes Vaterland mit dem sie sich die Meisten identifizieren konnten. Viele sehen sogar darin schon lange ein zweites Mesopotamien.

 

Raif Toma

 

Menschenrechte in Syrien, die Scheinprozesse, Lage der Christen, die korrupten Sicherheitsapparate



Der syrische Menschenrechtler Anwar Al Buni, oder andere Oppositionelle, wie Kamal Albuani, Mamun Al Humsi werden mit Scheinprozessen zu langem Haft verurteilt. Andere wie Michele Kilo und Mahmud Isa, wurden wegen „Schwächung des nationalen Bewusstsein" verurteilt. Andere oppositionelle Funktionäre oder Freidenker wie Frau Fada Al Hurani und Usama Edward die willkürlich verhaftet wurden. Einige werden wieder freigelassen, Andere werden bleiben, und teilen das Schicksal vieler libanesischen politischen Inhaftierten.

Al Buni, der die Menschen auf Zustände in den syrischen Gefängnissen und die systematische Folter sowie auf die Menschenrechtslage aufmerksam machte, machte sich bei dem Sicherheitsapparat und der Regierung nicht so beliebt. Er arbeitete bei seiner Menschenrechtsaktivitäten auch mit ausländischen Organisationen, was ihm zum Verhängnis wurde.

Nun, diese Zustände sowie die Menschenrechtslage in Syrien sind sicherlich vielen nicht fremd, doch wenige im Lande können so offen darüber sprechen.

Gerade solche Personen wie die O. g. friedlichen Oppositionelle, die auf solche Zustände aufmerksam machen und konstruktiv kritisieren, müssen gelobt werden. Die Gerichte müssten sich ihren Informationen bedienen, doch wir reden hier über zwei verschiedenen Welten. Denn anstatt dessen werden solche Menschen verfolgt, verhaftet und gegebenenfalls gefoltert.

Einige der in der syrischen Jezireh letztes Jahr willkürlich inhaftierte assyrischen Christen/Suryoye in Derik, wurden auch von den örtlichen Sicherheitsbeamten grausam gefoltert. Den korrupten Folterer sowie dem verantwortlichen Polizeipräsidenten der Stadt wurden jedoch die juristischen Verhandlungen eingestellt.

Wo bleiben hier noch die demokratischen Ziele, die sich das Regime setzte?

Ich stelle mir jedoch die Frage, ob die Regierung es wirklich auch so meint mit den Parolen oder mit den Reformen? Schon der gescheiterte Versuch demokratische Parlamentswahlen zu machen, war ein Beweis der Ohnmächtigkeit oder gar der Heuchelei.

Ich stelle mir auch die Frage, ob die Regierung es wirklich gewillt ist, die Christen, die meistens die Urbevölkerung des Landes im Lande bilden, schützen und im Lande als eigenständige nationale Gruppe behalten will. Doch ich stelle mir auch die Frage, ob die örtlichen Sicherheitsbeamten noch die Interessen des syrischen Staates kennen und dementsprechend handeln?

Inwieweit wollen einige Akteure der syrischen Politik und viele Sicherheitsbeamten wirklich noch die Einheit und die Stabilität des Landes? Oder sind sie vor ihrer Überheblichkeit so blind geworden? Tun etwa einige wirklich so, weil sie die Absicht haben, das Land zu destabilisieren und möglicherweise mithelfen dem Land irakische Verhältnisse verschaffen. Da frage ich mich wer ist nun dem Land loyaler diese Oppositionelle und Freidenker und die Urbevölkerung oder die vielen Funktionäre und Geheimdienstler. Denn genau diese Andersdenkende, Andersgläubige und Anders stämmige werden mit der Zeit zu zentrifugale Kräfte des Landes werden.

Leider machen sich die politisierten Gerichte, sowie die Staatsanwaltschaft keine Mühe, die Vorwürfe Oppositioneller Kräfte nach Ihrer Wahrheit zu prüfen! Entweder weil sie die Wahrheit wissen und nicht diese zugeben wollen oder wollen nicht, dass diese Wahrheit der Welt bekannt wird, oder sie sind so erpressbar, dass sie immer noch abhängig sind – was eher stimmt.

Von der anderen Seite hat sicherlich der Staat das Monopol der physischen Gewaltsamkeit, doch ist diese Praxis der Ausübung dieser Gewaltsamkeit gesetzeskonform? Und wenn es so wäre; sind solche Gesetze überhaupt mit der Verfassung und den internationalen Abkommen, die der syrische Staat unterschrieb vereinbarbar?

Nicht solche Gesetze und Vorschriften, nicht die skrupellosen Geheimdienstler und nicht die Demonstrationen, garantieren die Stabilität des Landes, sondern Reformen zur Demokratisierung der Gesellschaft und der staatlichen Institute. Die Verteidigung der Menschenrechte und die Erlangung der nationalen Rechte von nationalen Gruppen und Minderheiten. Die Erhaltung von Stabilitätsfaktoren wie die Christen in diesem Land. Dies alles und andere Vorschläge der Zivilgesellschaft und der friedlichen Opposition sind Garantien für die Stabilität, die Sicherheit des Landes und des friedlichen Zusammenlebens im Lande und mit.

Solche Fragen muss sich die Zivilgesellschaft in Syrien stellen, doch solche Fragen müssen sich ehrliche und dem Land loyale Funktionäre und Politiker stellen und eine Lösung zum Wohle des Landes und der syrischen Staatsbürger finden.

Raif Toma  

 

  

 

Übersetzung des umstrittenen Artikels des syrischen Patriarchen in der Zeitung Alnahar.

 

Shlomo,
anbei übersetze ich euch meinen Schreiben an seine Heiligkeit des syrischen Patriarchen.
Den Orginaltext auf Arabisch konnt ihr unter dem folgenden Link lesen:
http://www.furkono.com/modules.php?name=News&file=article&sid=1349


Eure Heiligkeit unser Patriarch Mar Ignatius Zakka I Iwas,
Patriarch von Antiochien und des gesamten Ostens – Oberhaupt der Syrisch-Othodoxen Kirche,

ich möchte eurer Heiligkeit mein Respekt und meine Ehre zum Ausdruck bringen.
Aus meinem Eifer zu meiner syrischen Kirche und der nationalen Identität, teile ich euch meine Meinung mit, zu eurem veröffentlichten Artikel in der Zeitung „Al-Nahar“ von 12.06.2005 mit der Überschrift „eine historische Ergänzung im Aufbau einer arabischen Kultur - Islam und Christentum“

Der Artikel wirbelte auf der bürgerlichen Bühne in der Diaspora, eine starke Entsähuschung und Diskussion. Und ich möchte zwei Sätze behandeln:
„Wir sind Ein arabisches Volk „
„Wir sollen die nationale Einigkeit in dem ganzen arabischen Land festigen, damit die Fahne des Arabismus hochgehoben wird.“
Wir wissen, dass eurer Heiligkeit die Wahrheit unserer Geschichte, unserer Kultur und der nationalen Identität unseres nichtarabischen Volkes und sicherlich ohne arabische Wurzeln nicht verborgen ist. Und unsere nationale Eigenschaften sind unabhängig von den Arabern.

Ich bitte von eurer Heiligkeit eine väterliche Erklärung, wie alle Gläubigen unserer Kirche Araber sind und wir sind keine Araber. Die syrischen (Gläubige der syrischen Kirche) Einwanderer aus Syrien, der Türkei, Libanon und dem Irak, die in der Diaspora sesshaft sind, kennen das baathistische Geschichtsschulbuch nicht. Und sie empfinden keinen Stolz in dem Arabismus. Sie wollen eine chauvinistisch Fahne nicht empor hochheben. Sie empfinden auch keine arabische Zugehörigkeit. Sie fühlen ihre eigene nationale Identität, obwohl sie über sich um den assyrischen und aramäischen Namen streiten.

Ich erbitte eueren Segen und eure Gebete.

Raif Toma


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Hier noch Diskussionen über das Thema in verschiedenen Foren:

http://www.yauno.com/index.php?name=eBoard&file=viewthread&tid=35369

http://www.ankawa.com/forum/index.php?topic=6006.0

http://www.malkiedilan.com/bord/viewtopic.php?t=1926&sid=39 0653d01a381d9efbd93ac9ea2fc4af

http://www.malkiedilan.com/bord/viewtopic.php?t=1928&sid=a9 08693365dd151966bfdd79b0a0a6b9

http://www.abgd.de/board/viewtopic.php?t=699

http://www.ankawa.com/forum/index.php?topic=6412.0

http://www.f27.parsimony.net/forum67511/messages/314.htm

http://hanna.alfahosting.org/vBulletin/showthread.php?p=501 #post501

http://f16.parsimony.net/forum26093/messages/43668.htm

http://www.ankawa.com/forum/index.php?topic=6514.0

http://www.beepworld.de/members41/assyrismus/weiteres.htm

http://f25.parsimony.net/forum63193/messages/19573.htm

http://f25.parsimony.net/forum63193/messages/19535.htm

http://www.nordirak-turabdin.de/gaestebuch/index.html

http://www.beepworld.de/members41/assyrismus/edessa.htm

http://f16.parsimony.net/forum26093/messages/44291.htm< br />


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  • Die Zukunft gehört der Jugend


Dass die heutige syro-mesopotamische Gesellschaft eine Veränderung, eine Umwälzung braucht, ist vielen die sich damit beschäftigen unübersehbar. Die Veränderung fängt jedoch in den Gedanken an. Junge Menschen und Intellektuellen können sich logischer Weise neuer Gedanken besser öffnen. Doch auch einfache Menschen sind sich dieser Tatsache bewusst.

Die Notwenigkeit einer Veränderung ist gereift und viele kennen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, der Nation und der Nationalfrage. Ganz besonders nach dem Erwachen der aufgeklärten Jungendgeneration, zu seiner nationalen Identität - die besondere Eigenschaften hat1. Ich zitiere hier den bayerischen Ministerpräsident Edmund Stoiber: Die Zukunft eines Volkes liegt in der Entfaltung seiner Kreativität.
In den westlichen Gesellschaften lässt sich die aufgeklärte Jugend gezielt integrieren - und kann meistens bewusst, ihre aus der Freiheit neuentwickelte nationale Identität in den Multikulturellen Gesellschaften aufbewahren2. So kann sich diese Generation besonders erfolgreich durchsetzen und ausweisen. Doch die jungen Menschen, die sich entwurzelt fühlen und auf der Suche nach einer Identität sind, finden mit diesem Bedürfnis andere Identitäten, die nicht auf die Nationalität beruht.
Eine eigenständige und tiefverwurzelte Nation kann natürlich von den Grundsätzen gesellschaftlicher und politischer Reformen anderer Völker lernen, doch diese können nicht als Rezepte übernommen werden, weil die Entwicklung deren Gesellschaft anders lief als die unsere - auch die Fehlentwicklung der politischen, kirchlichen und sozialen Einrichtungen, bringt die Gesellschaft in eine andere Ausgangsposition. Doch diese Erfahrungen, sind für die Veränderung in unserer Gesellschaft sind bereichernd.
Eine Veränderung zur Lösung der vielen Problemen unsrer Gesellschaft, kann in der Heimat anders sein als in anderen Ländern in denen wir zerstreut sind. Auch die Lösung der sozialen, kulturellen und politischen Problemen sieht hier sicherlich anders aus.
Meiner Meinung nach können die Lösungen nicht rein auf religiösem und konservativen Basis gelöst werden, jedoch mit einer rein säkularisierten sinnentleerten Variante der Lösung, werden die verschiedenen Schichten unserer Gesellschaft nicht einverstanden sein.
Es ist deshalb wichtig Ethische Maßstäbe zu legen, die an den eignen Werten angelehnt sind. Ich weise gezielt auf diese Notwendigkeit hin, da eine Kluft zwischen der älteren - und der oft gebildeteren- jüngeren Generationen größer wird. Diese Kluft kann sogar das gesellschaftliche System auf die Probe stellen3. So kann es auch zu systematischen Reaktionen mit sehr gravierenden Folgen auf alles was alt ist kommen. Diese Folgen, können nur mit Vernunft und der Einlenkung der sogenannten herrschenden Schichte der Gesellschaft vermieden werden.
Diese Jugend wird sich ihre Rolle in der Gesellschaft nehmen, wenn die ältere Generation diese Rolle nicht freiwillig gibt. Damit unsere Gesellschaft nicht auf einer härteren Probe des Anpassungsproblems gestellt wird, ist es die Aufgabe kirchlicher, politischer und sozialer Einrichtungen, dieser jüngeren Generation die Initiative zu geben, um diese Rolle auf einer gesunden Art und Weise übernehmen zu können. Es ist dabei wichtig diese auch in die gesellschaftliche Institutionen zu installieren und ihnen die passende mesopotamische Werte zu vermitteln, um auch aus dem Stillstand unserer eignen Kultur hinauszugehen4.

Die meisten sozialen und kirchlichen Institute, werden nicht modern (bei nah reaktionär) und betriebswirtschaftlich falsch geleitet, dass eine Misswirtschaft und eine nicht mehr zeitmäßige Verwaltung von kirchen- und Gesellschaftsgütern und Einrichtungen, die ziemlich instabile Gesellschaft und seine Institute wirtschaftlich und existenziell stark belasten. Sie frustrieren sogar die Jugend, dass vielen Intellektuelle und ideenreiche junge Menschen, sich von diesen Praktiken distanzieren und sich am Gesellschaftsleben nicht teilnehmen.
Viele sind auch zu beobachten, die mit der Masse mitmachen und damit eine künstliche Erfüllung finden, was zu einer Gesellschaftspleite führen kann. Ganz gefährlich ist jedoch der Tendenz, sich die Frage zu stellen, „warum muss ich das mitmachen und für wen?“
Die von so vielen Gegensätzen geprägte Gesellschaft, kann sich die Verbändekämpfe oder den Parteienkonkurrenz auf Kosten der Zukunft der kommenden Generationen und der syro-mesopotamischen Nationalsache nicht leisten. Schon gar keine Vorherrschaftsansprüche bestimmter Gruppen oder einer Ideologie. Doch auch die Ansprüche einzelner Kirchen, „einzig wahr“ zu sein, darf nur in den Kirchen bleiben und darf die Zukunft und Existenz des Volkes aller dieser Kirchen „als eine Nation“ nicht gefährden. Auch jeder ist frei in seiner Zugehörigkeit zu einer dieser Kirche und durchaus frei in der Ausübung seiner Religiosität. Wobei die Religiosität und der Glaube für die Weiterexistenz unserer Gesellschaft ganz wichtig sind.
Gravierenden Fehler und einen ganz gefährlichen Schritt ist jedoch auch, die Rede von der Nation der Kirche. Was nur die Interessen fremder Kräfte bzw. anderer Völker und anderer Interessen dienen kann5 – doch nicht die eigene. Dies treibt leider ein Teil der Nationalbesinnten, sich von der Kirche zu distanzieren oder eben auch sich in extremen Situationen gegen die Kirche aufzuheben. Beides entfremden die jungen Generationen und wirken langfristig sehr negativ, da den Kirchen diese Jugend verloren geht und unsere relativ kleine traditionelle ostchristliche Kirchen, werden als Gemeinden6 und als Institute noch schwächer. Wer es nicht schafft diese Jugend zu gewinnen, steht vor dem Ruin. Denn sie suchen sich dann eine andere religiöse Heimat.

Die Jugend hat viele Aufgaben vor sich, die hauptsächlich nur von der Jugendgeneration und mit Brüderlichkeit und zum großen Teil mit Rationalität gelöst werden können. Es ist von Ihnen zu erwarten, bewusst, mutig und kreativ in die Zukunft zu gehen, um die Gesellschaft zu gestalten. Die Gesellschaft zu gestalten heißt, die objektive Notwenigkeit der Erneuerung zu verstehen und Lösungsvorschläge anzubieten und mit allen friedlichen Mitteln durchsetzen.
Die Jugend wird sich in der Heimat und in den zu Heimaten gewordenen Länder der Zerstreuung erfolgreich durchsetzen. Finanziell, gesellschaftlich und auch politisch beweisen sich die Jungen Mesopotamier als sehr eifrig, kooperativ und gegebenenfalls auch sozial- und politischengagiert. Sie sind nicht nur kreativ, sondern schätzen sie schöpferisches Tun und geistige Freiheit.

Seine Heiligkeit der syrische Patriarch Mar Ignatius Zaka I, sagte in seinem Brief an Bischof Mar Dionysios Isa Gürbüz: Wir erwarten von dem Kirchenkreis der Priester und der Laien der Diözese, dass sie sich mehr um ihre Kirchen kümmern; besonders aber um die Jugend. Wenn eben unsere kirchliche, soziale und politische Institute, ihre eigene Jugend auch für sich nicht positiv zu nutzen weiß.
Um diese Jugend auch in der Zukunft als aktives Betsandteil der eignen Gesellschaft zu gewinnen, wird diese Jugend ihre eigene Zukunft und die Zukunft ihrer gesellschaftlichen Einrichtungen in die Hand nehmen.

Raif Toma
2005-01-25

 

Kommentar zu einer Antwort dazu auf Yauno

Üblich hören wir, dass die Jugendgeneration nichts von Sitten und Gebräuchen hält, wie können sie unseren Kindern nicht übertragen. Nun geht´s darum, dass die Jugendgeneration immer in der Lage die Werte, Traditionen, sowie die Sitten und Gebräuchen unserer Hochkultur weiter zutragen. Vor allem kritisch und bewusst.

Ich meine, es gibt Menschen die eben religiös sind und andere die halt nicht so fromm ist. Nun ich respektiere auch das. Es wäre fundamentalistisch, wenn wir alle zum Glaube zwingen. Oder das wir der Gesellschaft religiöse Dogmen aufzwingen. Abgesehen davon, ob uns gelingt?

Wir leben hier im Westen in freien Ländern, denen wir für vieles Dankbar sein sollen. Viele von uns füllen sich in diesen Ländern zuhause und für viele sind es neue Heimaten. Ich bin dagegen, diese Länder als fremd zu bezeichnen. In diesen Ländern haben wir unsere Freiheiten. Die religiöse und politische Freiheit, die freie Meinungsäußerung und die freie Gründung von Vereinen und anderen sozialen, kulturellen und politischen Einrichtungen und im Rahmen des Grundgesetztes – Gott schütze es – aktiv zu sein. Wir müssen erst lernen dies alles auch zu schätzen lieber Bruder.

Und doch wir haben eine Urheimat, die uns heilig ist und die Gründung einer internationalgesicherten Heimatstätte für uns/ für die meisten von uns eine sehr gern erlebte Vision ist. Es ist auch die einzige Vernünftige Lösung unserer nationalen Sache.

Der Gang in die Kirche ist nicht zwingend, doch sehr empfehlenswert. Doch es ist wichtig

mit unseren Traditionen bewusst umzugehen, um sie wirklich bewusst erhalten zu können. Diese Traditionen und die vielen guten Sitten und Gebräuche, die teilweise auch Tausenden von Jahren mitgetragen wurden, sind uns eine Bereicherung. Es ist nur wichtig, zu wissen, wie wir sie oder welche unserer Werte in dieser Gesellschaft gezielt gebraucht werden und welche eben hier nicht passen, um uns gezielt integrieren zu lassen – ohne unsere Identität zu verlieren. Dann sehen auch die Anderen mit denen wir leben, sie auch als Bereicherung, die sie anzieht und fasziniert.

Was den Kindern angeht. Ich bin der Meinung, dass wenn das Kind sich an bestimmten Dinge sich gewohnt, dann bleiben sie und werden diese Dinge ihm normal. Es ist nur wichtig ihm dazu bringen diese Dinge zu schätzen. Die Juden sagten; „Sagt es euren Kindern, und die Kinder sollen ihren Kindern erzählen, aus welcher Sklaverei wir befreit wurden und worauf unsere Nation steht. Wir sind ein einheitliches Volk unter Gott"

 

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    Aramäer stammen nicht aus dem arabischen Halbinsel


 

Ich möchte mit diesem Beitrag, die Behauptung widerrufen, dass die Aramäer aus dem arabischen Halbinsel (Arabien) stammen und den syro-mesopotamischen Raum erst um 1400 vor Christus ansiedelten.

Ich muss sagen, es gibt auch viele arabische Wissenschaftler, die diese Meinung vertreten. Auch die Ideologien der Baath-Partei und des Arabismus verbreiten in ihren einseitigen Schriften, solche Behauptungen, um den arabischen Ursprung des syro-mesopotamischen Raumes zu begründen. So schreiben Sie auch in den Schulbüchern von den Auswanderungswellen der arabischen Assyrer, arabischen Babylonier und arabischen Aramäer.

Das heißt, wenn diese Meinung stimmen würde, so würde unser Volk arabischen Ursprung haben und unsere Urheimat, wäre Arabien und nicht Mesopotamien bzw.  Syro-Mesopotamien.

Doch ich bin der Meinung, dass die aramäische Nomaden ein Teil der Urbevölkerung des Gebietes sind. Sie waren die ersten, die Syrien und Tur-Abdin besiedelten. Und waren immer ein Bestandteil der Bevölkerung der babylonischen und assyrischen Reiche.

In einem Tontafel von dem assyrischen König Naram-Sinn um 2300 vor Chr. , steht Etwas von einer Stadt oder einem Reich mit dem Namen Aram.

Saad Saadi schreibt in dem „Lexikon des Nahostens“, dass der Name Aram in einem Tontafel in der Stadt Mari um 1700 v. Chr. steht.  Also lange Zeit vor der vermeinten Ansiedlung aus Arabien.

Wenn an der Grenze Arabien und in Nordarabien sich die aramäische Stämme später siedelten, so ist es nicht ein Beweis ihres Ursprungs aus Nordarabien. Denn unser Volk siedelte Zypern, Indien und Persien, so wie Armenien an und die Kommunikation war mit den benachbarten Völkern sehr rag. Zwar waren die aramäische Stämme später als die Akkader und Kanaaniter sesshaft, doch die unabhängigen Wissenschaftler differenzieren zwischen den arabischen und aramäischen Nomaden.

Aus der „Wikipedia, der freien Enzyklopädie“ entnehme ich, dass die aramäische Sprache, spielte schon viele Jahrhunderte früher unter Assyrischer Herrschaft eine bedeutsame, wenn auch im Einzelnen noch nicht genau übersehbare Rolle.

Es gibt noch viele andere Beweise dafür, dass gerade diese Version der Chronik der Aramäer der absolute Irrtum ist und für unsere Nationalsache sehr schädigend.

 

In Liebe

Raif Toma                   

 

 

 

 

Der Holocaust

 

 

Der Holocaust war kein Zwischenfall oder nur ein Fehler fanatischer Bergtürken, oder gar eine geschlagene Revolte, wie es gerne von der türkischen Seite interpretiert wird, sondern eine menschliche Tragödie mit durchaus politischen und religiösen Zielen.

Der Ausmaß der Massaker und Vertreibungen, traf die Existenz der syrischen Christen als eine nationale Gruppe im osmanischen Reich und als religiöse Minderheit in dem damaligen größten islamischen Land.
Ziele dieser Massaker und Exodus, waren:
Ersten, die Schaffung einer von Christen reinen Gebiet, weil es auch den Armeniern und den Griechen im osmanischen Reich schwer traf.
Zweitens, die Suche nach einem Feindbild in der Bevölkerung, um die Staatsmacht des zerrütteten Reiches zu stärken.
Drittens, die Zerschlagung der Revolten der Armenier und Assyrer auf einer grausamen Art und Weise, um die innere Front in der Hand zu haben. Und die Zerschlagung jeglicher nationaler Visionen der Urbevölkerung Mesopotamiens
Viertens, die Ausrottung der nationalen Gruppe der assyrischen Christen.
Fünftens, die Schwächung der verstärkten und christenfeindlichen kurdischen Aghas. Hier hat ihnen das osmanische Reich, politisches Nutzen versprochen. Diese waren jedoch selbst gewillt gegen die syrischen Christen zu kämpfen und hatten nur eine zusätzliche Motivation gebraucht, um diese auszurotten.

 

 

 


 

Der Name

 

Es sind natürlich viele Versionen und Meinungen über den Namen Syrer. Mal sind es wissenschaftlich begründet, mal religiös und mal weder noch. Doch es sind halt Meinungen und wir leben in Deutschland in einem freien Land (Gott sei Dank) und wir sollten auch die freie Meinungsäußerung respektieren.

Ich respektiere alle diese unterschiedliche Meinungen, denn es beweist, dass der eine oder andere sich intensive Gedanken darüber macht. Doch ich bin der Meinung dass der die Namen Syrer, Syrien und Suryoye eher von Assyrer, Assyrien und Asuroyo stammt. Nach dem Jesuitenpater Henri L´ Mans, im Buch „Enzyklopädie des Nahen Ostens“ von Saad Saadi: Der Name Syrien war inhaltlich nicht erkennbar von dem Namen Assyrien und beide deuteten auf das assyrische Reich“.

Nun entscheidend ist jedoch eins und da sind sich alle mit unserem Volk ehrlichen und gutmeinenden Forscher, Wissenschaftler und Historiker einig, dass wir alle ein Volk ist, dass das Urvolk des syro-mesopotamischen Raumes bildet und seine Siedlungsgebiete in dem Artikel sehr gut beschrieben sind. 

Wenn es um die Abstammung unsres Volkes geht, so bin ich der Meinung, dass wir heute es nicht so beurteilen können, ob wir die Abkömmlinge eines Volkes oder mehrerer Völker. Doch zuerst sollten wir definieren was ein Volk ist oder meint Shlemun hier die Nation und genau das mag ich dann zu bezweifeln, dass wir aus mehren Nationen entstammen. Nun sind wir die Abkömmlinge der alten Völker der alten Reiche Mesopotamiens und Syriens. Gerade wenn wir die Mischung beobachten, die sich in den einzelnen Reichen ereignete. Es stellt sich auch die Frage, wenn das Volk des alten assyrischen Reiches Assyrer ist, nannte sich dieses Volk nach Zerstörung Nineve in den Gebieten unter der Herrschaft der dann wachsenden babylonische Reich Babylonier und was ist mir der Zeit vor der Zerstörung des ersten babylonischen Reiches. Auch in dieser Zeit haben sich Angehörige aramäischer Stämme aus Syrien in Babel angesiedelt und waren auch mal Mehrheit. Nun wer war Aramäer und wer Assyrer und wer Chaldäer oder Babylonier damals.      

Der Kommentar "Oxford Companion to the Bible" erklärt auf Seite 63 in seiner aus dem Jahre 1993 stammenden Ausgabe, dass der assyrische Herrscher Aschurnasirpal II 884-859 v. Chr. viele Aramäer nach Assyrien brachte, die dann die Gerichte überrannten und zu Anfang des siebten Jahrhunderts die assyrische Sprache mit Aramäisch (auch einer semitischen Sprache) als Amtssprache ersetzt hatte.

Nun haben sich die Bewohner der Alten Sumer, Akkad, Assyrien, Babylon und der aramäischen Reiche schon damals in einander vermischt. Und aus welchen dieser Stämme und späteren Umsiedler haben sich die Bewohner Edessa gebildet. In den Jahren nach der Bescherung mit den Lehren des Herrn Jesus Christus haben sich diese Menschen noch mehr vermischt und ihre nationale Ursprünge in dem Christentum behalten. 

Nun ist auch die syrische Sprache ein Einigkeitsfaktor und sogar konfessionsübergreifend aller Syrischsprechenden.

Ein sehr guten Beispiel ist Deutschland, mit der ganzen Bereicherung an den vielen Reiche des Gebieten und den Menschen, die diese Reiche bevölkerten. Wer mag es nun zu bezweifeln, dass Deutschland eine einzige Nation ist.  

Mehr dazu schreibe ich in meinem Artikel ´Die Suche nach den Wurzeln des Nationalbewusstseins im Verständnis der  Heimat  bei dem Urvolk Mesopotamiens´

Raif Toma

 

 

 

 

 

Gedanken

 

Ich finde sehr es positiv, dass immer mehr sich mit Themen befassen, die unsere nationale Identität und nationale Sache behandeln.

Der „Assyrismus“ ist jedoch nicht erst Mitte des 19. Jh. entstanden, sondern nahm erst zu dieser Zeit artikulierten sich die durch die vielen Jahre entwickelten pan-mesopotamistischen Gedankenwerte und Ideen auf durch die Jahrhunderte kontinuierlich verlaufende aktive Bewegung und passte sie den Bedürfnissen und dem Geist der jeweiligen Zeitphase an.

Der Assyrismus, ist unabhängig von Verbänden, Organisationen oder Föderationen. Er stellt eine Verbindung her zwischen dem Namen der syrischen Kirchen und der Geschichte des einen Volkes dieser Kirchen. So ist es nicht nur Phänomen der Suryoye Madenhoye (Ost-Syrer) und bei ihnen entstanden, sondern ist eine Bewegung des ganzen Volkes unabhängig von den Konfessionen oder der Länder in denen wir leben. Dieses Volk, das so in einander verschmelzt ist, dass die sprachliche Aramäisierung eine politische und kulturelle Assyrisierung und religiöse Babylonisierung (Chaldäerisierung) sowie Syriansieung (Christianisierung) begleitete.

Die westlichen Missionare waren es nicht nur die jenigen, die uns unsere nationale Identität zeigten, oder unseren Denker die Wege einer Nationalbewegung malten, sondern dies war die logische Entwicklung eines langjährigen Prozesses einer hochkulturtragende Nation. Diese Missionare trugen mit sich natürlich auch politische Motive ihrer jeweiligen Ländern. Doch sie brachten uns auch mehr Aufklärung und Fortschritt.

Diese Gedankenwerte unserer Vordenker bieten die Fundamente für die  Nationalbewegung.   

 

 

 

  • Kommentar zum Buch von Niqola Ziade " Christen und Araber"

 

 

Obwohl die Geschichte unseres Volkes vielen bekannt ist, versuchen viele Denker des arabischen Nationalismus, diese Geschichte zu verfälschen. Merkwürdig ist es, dass auch arabisierte Christliche Denker ihre Vorteile darin sehen in der Verfälschung der Geschichte der Urbevölkerung Mesopotamiens und  Syriens. Es ist ein eigenständiges Volk mit eigenständigen Sitten und Gebräuche sowie mit eigenständigen Geschichte und Leiden. Es ist das Volk des ersten  Weltreiches und spricht die Sprache Jesus. Dort in diesem Land der Hochkulturen wurde die Schrift, das Bier erfunden und die Mathematik und Astrologie zum ersten Mal praktiziert......

Dieses Urvolk dieses Gebietes unterscheidet sich somit von den anderen eingewanderten Völker. Auch unter den schlimmsten Repressalien und Verfolgungen, konnte dieses Volk seine Identität, seine Sprache und seine Eigenständigkeit bewahren. Von den Arabern, Kurden und Persern, verfolgt, deportiert und massakiert. Doch leider wollte es die Weltpolitik so, dass dieses Schicksal verborgen blieb, weil eben die Interessen der Weltmächte es so verlangten.

Die demographischen Veränderungen durch die Massaker (ganz besonders Ende des vorletzten Jahrhunderts und Anfang dieses letzten Jahrhunderts) und die Vermischung durch die Zwangislamisierung durch die Araber, die Osmanen und die Kurden sowie die Auswanderung aus den Ursiedlungsgebieten bedingt durch die Verfolgung und Massaker. Dies alles führte durch die Politik des osmanischen Reiches und nach der Zunahme der Macht der kurdischen Clans und später der Gründung der neuen Staaten des nahen Ostens zur Identitätsverweigerung der assyrischen Christen, die früher nicht nur Nestoriraner hießen, sondern auch Jakobiten, Chaldäer und Melikiten (im osmanischen Reich zu Teil als ´Millet´ bekannt). Denn diese konfessionellen Namen dieses Volkes, gaben ihm  mit der Zeit konfessionelle Identitäten und verbargen seine nationale assyrische Identität im Hintergrund.                                   So geschah es auch mit vielen christlichen Assyrern, die nach der arabischen Eroberung und Islamisierung Mesopotamiens zum Islam übertraten und dann arabisiert wurden, denn es war üblich, dass mit der Religion auch die Sprache des Eroberers übernommen wurde. Die Befremdung wurde dann durch die Gründung der jungen Staaten des Nahostens vertieft.

Denn die totalitären Regime des Nahostens und die Politik der Baath-Parteien führten sicherlich zu einer Zwangsarabisierung, dass auch jede andere Nation in die arabische Nation einzuschmelzen versuchten, doch das große Teil der Mesopotamier blieben im Herzen Assyrer, auch wenn eine Arabisierung oder Kurdisierung zum Anschein kam. 

Herr Nicola Ziade in seinem Buch „der Christentum und die Araber“ bezeichnet die Christen im Nahosten als Erben der einen arabischen-islamischen Kultur. Ich frage mich mit welchem Logik können Christen, Erben einer islamischen Kultur sein und wie können Nichtaraber Erben einer arabischen Kultur sein. Wir sind keine Araber und stammen nicht aus der arabischen Halbinsel und das Arabertum und der Islam wir uns seit hunderter von Jahren aufgezwungen. Es mag sein, dass viele die Sprache der Araber übernahmen. Es ist auch wahr dass wir in unserer Heimat Minderheit wurden. Es ist auch so, dass die Länder des nahen Ostens arabische Länder sind, doch die Bewohner dieser Länder sind nicht alle Araber. Es wäre auch merkwürdig die ganze Völker Persiens Perser statt Iraner zu nennen oder sind die Araber damit einverstanden, alle Völker der Türkei, Türken zu nennen, oder passt es dem palästinensischen Schriftsteller aller Völker Israels, Israeliten zu nennen, so soll er sich nicht Araber nennen, sonder Israeli. Die Osmanen haben diese Länder vierhundert Jahre regiert sollten wir uns während diesem Zeitraum Türken nennen.

Die arabische Besatzung Syriens und Mesopotamiens und die Zwangsislamisierung des Landes und der Bevölkerung (was der Schriftsteller nicht erwähnt und eher Fetuhat nennet), hat den Arabern die Nutzen der einheimischen Wissenschaftler und Schriftsteller erbracht und diesen in der Gründung einer arabisch-islamischen Kultur. Wir sind jedoch nicht die Söhne dieser benachbarten Kultur, sondern die Söhne und Töchter einer altmesopotamischen und syrischen Hochkultur, die viel älter ist in ihrer Entwicklung als die islamisch-arabische Kultur, was jeder, der auch nur wenig über die Geschichte unseres Volkes weiß nicht bestreiten kann. Durchaus haben wir die benachbarten Kulturen beeinflussen können und  unsere Hochkultur wurde sicherlich in ihrer Entwicklung durch die benachbarten Kulturen, Religionen und Völker beeinflusst, doch diese Kultur und nationale Identität, konnte ihre Unabhängigkeit durch die Jahre bewahren.

Dann spricht Herr Ziade über die Gerechtigkeit des Islams und das freiheitliche und friedliche Leben der Christen unter der islamisch-arabischen Kalifat. Auch über eine Übergabe dieser Länder an die moslemische Araber. Die Irrstudien, die wahrscheinlich zur Befriedigung des saudischen Prinzen Salman Ibn Abdulaziz ( in dessen Auftrag die Studien Herrn Ziades gemacht worden sind) dienen, verfälschen geschichtliche Wahrheiten und verdecken, was der Islam durch die arabische Besatzung unseres Landes das mehrheitlich von Christen bewohnte Gebiet verrichtet hat. So wurden die Menschen und das Land  zwangsislamisiert und litten zum Teil auch unter starken Repressalien und Beschränkung des Lebensraumes. Kirchen wurden zu Moscheen umgebaut, was auch der Schriftsteller allerdings nur in den späteren Zeiten zugibt und die Schuld nichtarabischen Elementen zuschiebt. Auch Ländereien und Besitztümer der Christen wurden enteignet und den Christen Schutzsteuern erpresst wurden, um als Nichtmuslime in der eigenen Heimat weiterleben zu können. Dies zwang viele Christen, unter finanzieller Not in den Islam einzutreten. Suhel Qasha beschreibt in seinem Buch über die Geschichte der assyrischen Stadt Tikrit, die Zwangsislamisierung christlicher Stämme, durch das Verbot der Taufe Kindern christlicher Eltern. Doch Verschleppung und Auswanderung auch in der damaligen Zeit, waren Gründe für die demographische Veränderung des Gebietes.

Ich sehe in seinem Buch ein gezielte Einseitigkeit, die in der Beschreibung der Repressalien der Römer und die Fehler der Klerus, doch die Behandlung arabisch-islamischer Prinzen lobt und sogar als Verehrung nennt. Doch dann geriet er schnell in Widersprüchlichkeit, in dem er doch die Zwangeinsetzung nicht anerkannter Patriarchen motiviert oder zustimmt.

Diese Widersprüchlichkeit streckt sich aus, in die Tötung maronitischer Mönche. Dich auch die Benutzung des Begriffes Araber und arabisches Land für das Gebiet des geografischen Syriens und Mesopotamiens und in denen lebenden Einheimischen – und doch nennt er sie in anderen Stellen Aramäer und ihre Sprache Syrisch-Aramäisch. Er nennt dann die Syrisch Orthodoxe Kirche mal Jakobitische Kirche, mal aramäische oder arabische Kirche Syriens und ihre Angehörige Jakobiten und  die Angehörige der alten apostolischen Kirche des Ostens Nestoriraner. Er benutzt in dem ganzen Buch die Begriffe Babylonier oder Assyrer nicht.

Er übertreibt in seiner Beschreibung der innerchristliche Streit und sucht gezielt die Unterschiede zwischen der östlichen und westlichen Kirche. Hier habe ich eine Beurteilung des Kardinals Walter Kasper: Aufgrund intensiver dogmenhistorischer Vorarbeiten, verschiedener Kolloquien der Wiener Stiftung ´Pro Orient´ fand man heraus, dass es sich nicht um einen inhaltlichen Unterschied, sondern um einen philosophischen Unterschied handelt. Beide Seiten verstehen unter „Natur“ und „Person“ (hypostasis) Unterschiedliches und kommen so zu unterschiedlichen Formulierungen desselben Glaubens.

Es ist öfters wie man so empfindet, zu welcher Identität der sich näher fühlt: Zu seiner konfessionellen, religiösen oder nationalen Identität oder auch zu die Identität zu dem Land in dem man lebt.

Die Wahrheit bleibt jedoch, dass unser Volk dem Nationalismus und der Entstehung der Staaten des Nahostens zu Opfer wurde. Wir sind eine nationale Einheit, und wir sind nicht nur Geburtsmesopotamier, sondern haben eine klar erkennbare nationale Identität die auch emotional nicht zu übersehen ist.

Das Verlangen mal nach Rückkehr in die Heimat, mal nach einem eignen Staat wurde für einen großen Teil unserer Vorfahren, die in der Verschleppung und Verfolgung lebten, eine Hoffnung, die irgendwann Realität werden.

 

 

 

                                                                                        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar zum exterenen Artikel Suche nach der Identität ... von Aziz in Yaouno

Ahuno Aziz,


 

Ich danke dir für deinen Beitrag. Ich finde du hast dir intensiv Gedanken gemacht und hast darin auch viel Energie investiert und dir viel Mühe gegeben.

Die eine oder andere Meinung stimme ich dir zu. Doch ich möchte einen wichtigen Punkt aufgreifen, nämlich was der Kirche betrifft.

Bei aller Respekt zu deiner Meinung, stimme ich dir nicht zu, dass die Kirche sich „in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen nicht weiter einmischt“ Ich meine, dass die Kirche ihrer gesellschaftlichen Rolle stellen muss. Als funktionierende und von allen anerkannte gesellschaftliche Institut, ist es sogar unausweichlich, dass die Kirche Lösungsvorschläge für bestimmte Themen und Herausforderungen unterbreitet! Etwa die Migration, Integration, Entfremdung, Drogenproblem, Familie, Arbeitslosigkeit, Sippenherrschaft, Menschenrechte in der Heimat, Rolle der Frau in der Gesellschaft und sogar eine Schlichterrolle in der Aramäer-Assyrer-Frage.

So kann dann die Kirche eine gerechte und geachtete Rolle in der Gesellschaft übernehmen. Diese Rolle ist sogar ganz wichtig, doch es ist wichtig, dass die Kirche, sich in innergesellschaftlichen politischen Auseinandersetzungen und Machtspiele politischer und sozialer Institute nicht mehr als eine schlichtende Rolle übernimmt. Und sich evtl. über den Streit stellt und eine Parteinahme in irgendeiner Form vermeidet.

Soweit die Kirche moderate Positionen annimmt, wird sie noch mehr Achtung gewinnen und die Kirchenmänner werden weiter ihre respektable Stellung in der Gesellschaft behalten. Doch passiert dies nicht und die Kirche hält sich in den verschiedenen gesellschaftlichen Problemen heraus, dann werden viele Gläubige der Kirche den Rücken wenden. Und die Zahl der Kirchenbesucher wird noch weiter sinken, dass sogar in vielen Gemeinden langfristig den Pfarrer nicht mehr zu unterhalten ist (dies gerade auch deswegen auch, wegen der Finanzierungsart der Gemeinden)


 


 

Shlomo u Hubo

Raif

 

Ich möchte mit diesem Beitrag, die Behauptung widerrufen, dass die Aramäer aus dem arabischen Halbinsel (Arabien) stammen und den syro-mesopotamischen Raum erst um 1400 vor Christus ansiedelten.


Ich muss sagen, es gibt auch viele arabische Wissenschaftler, die diese Meinung vertreten. Auch die Ideologien der Baath-Partei und des Arabismus verbreiten in ihren einseitigen Schriften, solche Behauptungen, um den arabischen Ursprung des syro-mesopotamischen Raumes zu begründen. So schreiben Sie auch in den Schulbüchern von den Auswanderungswellen der arabischen Assyrer, arabischen Babylonier und arabischen Aramäer.

Das heißt, wenn diese Meinung stimmen würde, so würde unser Volk arabischen Ursprung haben und unsere Urheimat, wäre Arabien und nicht Mesopotamien bzw. Syro-Mesopotamien.

Doch ich bin der Meinung, dass die aramäische Nomaden ein Teil der Urbevölkerung des Gebietes sind. Sie waren die ersten, die Syrien und Tur-Abdin besiedelten. Und waren immer ein Bestandteil der Bevölkerung der babylonischen und assyrischen Reiche.


In einem Tontafel von dem assyrischen König Naram-Sinn um 2300 vor Chr. , steht Etwas von einer Stadt oder einem Reich mit dem Namen Aram.

Saad Saadi schreibt in dem „Lexikon des Nahostens“, dass der Name Aram in einem Tontafel in der Stadt Mari um 1700 v. Chr. steht. Also lange Zeit vor der vermeinten Ansiedlung aus Arabien.

Wenn an der Grenze Arabien und in Nordarabien sich die aramäische Stämme später siedelten, so ist es nicht ein Beweis ihres Ursprungs aus Nordarabien. Denn unser Volk siedelte Zypern, Indien und Persien, so wie Armenien an und die Kommunikation war mit den benachbarten Völkern sehr rag. Zwar waren die aramäische Stämme später als die Akkader und Kanaaniter sesshaft, doch die unabhängigen Wissenschaftler differenzieren zwischen den arabischen und aramäischen Nomaden.

Aus der „Wikipedia, der freien Enzyklopädie“ entnehme ich, dass die aramäische Sprache, spielte schon viele Jahrhunderte früher unter Assyrischer Herrschaft eine bedeutsame, wenn auch im Einzelnen noch nicht genau übersehbare Rolle.


Es gibt noch viele andere Beweise dafür, dass gerade diese Version der Chronik der Aramäer der absolute Irrtum ist und für unsere Nationalsache sehr schädigend.

 


In Liebe

Raif Toma

23.06.2005

 

 

 

Die nationale Frage in der Gegenwart

 

Die veränderte regionale Umwelt am Ende des 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts, hob die fundamentalen kulturellen Besonderheiten zwischen den im Nahosten lebenden Völkern hervor und brachte den assyrischen Christen ein

stärkeres gemeinsames Nationalbewusstsein.

Zwar ist unser Volk dem Nationalismus und der Entstehung der neuen Nationalstaaten des Nahen Ostens als Opfer gefallen, doch mit der nationalen Wiedererwachungsbewegung, zeichnete sich eine Umwandelung in dem sozialen, kulturellen und politischen Aufbau in allen Konfessionen.

Schon zu oft war die Rede vom christlichen Verhalten, von Patriotismus und die Arbeit für die nationale Sache – Das sind vielgebrauchte Formulierungen, die nicht immer und nicht von allen ähnlich verstanden und vertreten konnten.

Wir sollten versuchen, näher zu beschreiben, wie im Sinne pan-mesopotamistischer

Gedankenwerten, eine gute Basis für die Verwirklichung der Nationalsache geschaffen wird.

Mit der weiteren und kirchenübergreifenden Entwicklung, entfaltete sich eine Art Nationalismus im mesopotamischen Sinne - nicht nur im Nahosten, sondern entfachte sich auch in der Diaspora durch die ausgewanderten Vordenker wie Farid

Nazha, Gabriel Ibrahim Some, Sanharib Bali und Naoum Faiq sowie andere.

 

Die nationale Sache unseres im Nahosten - als ethische Gemeinschaft nicht anerkannten - Volkes in der Gegenwart verkörpert sich aus den nationalen Herausforderungen dieses Volkes. Sie verkörpert sich zwangsläufig zuerst in der

Erhaltung der Existenz und der Identität als nichtarabisches Volk in der eigenen Heimatstätte. Sie spiegelte sich hauptsächlich in der Forderung nach der Anerkennung des vergessenen Genozids (Sayfo) von 1915 –1918 und dessen

Rehabilitation. Die Forderungen nach einer internationalanerkannten Autonomie oder Sicherheitszone zum Schutz vor Gewalt, Verfolgung und Vertreibung und zur

Erlangung der Menschenrechte sind ein wichtiger Bestandteil der nationalen Sache geblieben. Eine bedeutende Säule der nationalen Sache in der Gegenwart

war immer, die Forderung nach einer Dachorganisation für die offizielle Vertretung dieses Volkes – als ein wichtiger Schritt zur ersehnten nationalen Einheit. Eine nationale Einheit aller Nachfahren der damaligen Bevölkerungen der alten

assyrischen, babylonischen, sumerischen und aramäischen

Reiche.

Das Verlangen mal nach Rückkehr in die Heimat, mal nach einem eigenen Staat, wurde für ein großes Teil dieses Volkes, eine Hoffnung und eine Vision in der nationalen Frage.

Die politische und kulturelle Arbeit bei der Masse, sowie das erwachte Konfessions- unabhängige Nationalbewusstsein und die hervorgehobene nationale Identität in verschiedener Form, konnten einen kontinuierlichen Nationalismus im

mesopotamistischen Sinne in Gang setzen. Im Mittelpunkt dieses Gedankengutes steht die Auffassung vom syrischen Christentum und von dem einen Glauben, doch auch von der Ursprungsheimat Mesopotamien als eine historische Heimat.

Die meisten der entstandenen politischen Organisationen sind neu gegründet und ihrem Kader fehlt es zum großen Teil an praktische politische Erfahrung, um politische Abkommen zu verhandeln und Koalitionen mit anderen Kräften zu bilden. Sie vermeiden meistens politische Konfrontationen und suchen faule Kompromisse, um ihre Existenz auf dieser Weise zu sichern – gerade, wenn sie mit fremden und benachbarten Kräften zusammenarbeiten oder für diese arbeiten. Sie verhandeln

politische Abkommen, die jedoch sie nur zu weiteren Verzichte

bewegen.

In den Ostchristlichen politischen Institutionen im Libanon, bildete sich eine Intellektuellen- und Politikerschicht, die ein spürbares Interesse an der aktiven Teilnahme am politischen und kulturellen Leben im Libanon zeigte. Es zeigte

sich jedoch auch, eine aktive politische, sowie kulturelle Arbeit im Rahmen der Nationalbewegung. Für die Nationalsache brachte es ein frisches Wind und alternative freie Ideen und Meinungen in diese Bewegung in der ganzen Welt.

Im Rahmen der Nationalsache versagten die politischen, kirchlichen und kulturellen Institute, eine kommunikative Kompetenz zwischen einander anzubieten. Eine Basis der Kollektiven Zusammenarbeit zur Verwirklichung der Ziele der nationalen Sache, konnten sie bis heute nicht finden.

Die Nichtlösung der nationalen Sache würde dazu führen, dass das Urvolk Syriens und Mesopotamiens unter diesen Umständen weiterhin auswandert und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln und dieses Volk seine Visionen und

Menschenrechte.

Die Gefahr besteht jedoch in der Gegenwart auch darin, dass dieses Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung in den syro-mesopotamischen Siedlungsgebiete steht.

Was es als ethnische und religiöse Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt ihres Lebens raubt. Dies ist nicht nur als Ergebnis der Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten (Europa, Australien und Amerika)

passiert, sondern wird in der Heimat politisch beeinflusst und rigoros politisch gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete dieses indigenen Volkes, werden seit vielen Jahren leider rigoros von ihrem Urvolk entleert. So stellt sich hier die Frage, in weit

dieses Volk, die mit dieser Heimat verbundene Identität in sich tragen kann und mit welcher Intensität. Dies wird mit der Zeit die Sicherung der nationalen Identität als Eigendasein nehmen, deshalb ist es wichtig im Rahmen der nationalen Sache

die Kultur intensiv zu pflegen.

Im Staatsgebiet des Iraks werden die Chaldo-Assyrer auf abscheulicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Dies bringt sie zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sichereren Gebiete des Iraks. So suchen sie die Sicherheit als Lösung ihrer Probleme und vermeiden jedoch die politische Konfrontation. Doch es kann sich keine politische Lösung durchsetzen ohne die politische, soziale und kulturelle Ziele aller Ostchristen im Irak zu berücksichtigen.

Sogar eine politische Konfrontation ist unvermeidbar. Es ist nicht nur ein Teil der gesamtirakischen Lösung, sondern bedarf eine zusätzliche Lösung unserer nationalen Sache.

Doch das zum Anschein gekommene politische Chaos, kann die Nationalsache als auch die pan-mesopotamistischen Vision nicht nur gefährden, sondern mittelfristig zunichte machen. In diesem politischen und sozialen Chaos haben die politischen

Organisationen in der Gestaltung ihrer Programme und der Erfüllung Ihrer Verantwortung gegenüber das Volk und der Heimat zum größten Teil versagt. Doch ganz offensichtlich versagten sie in der Bildung einer einheitlichen öffentlichen

Meinung und der Verformung der Nationalsache Sache, sowie in der Vertretung der politischen Ziele und Träumen unseres Volkes. Sie waren auch nicht in der Lage, ihren inneren Streit und Machtkämpfe zu überbrücken, um gemeinsame Lösungen zu

erarbeiten.

In den möglichen Lösungen der Nationalsache dieses Volkes muss enthalten sein, eine Gewährung des Schutzes und der Sicherheit für das Gebiet und seine Urbevölkerung; Der Wiederaufbau der Ursiedlungsgebiete und die Förderung

freiwilliger Wiederkehrer. Doch auch die Bewahrung der historischen Identität Mesopotamiens, bleibt eine moralische Verantwortung der Staaten des Nahen Ostens und der Völkergemeinschaft.

Die nationale Sache sieht sich jedoch optimal verwirklicht in der Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte im historischen Vaterland, wodurch das Recht unseres Volkes auf Selbstbestimmung verwirklicht werden sollte. In dieser legalgesicherten Heimstätte kann unser Volk frei von Verfolgung, Mord und Unterdrückung leben. Unter Bewahrung der Souveränität des Iraks, ist die Gründung einer Autonomie unter internationalem Schutz und in den Gebieten des Nineveh-Tals – in den historischen Ursiedlungsgebieten die einzige Lösung zum Schutz unseres Volkes vor einem schleichenden Genozid. Dies ohne die Abgrenzung von den benachbarten Völkern. Mit pan-mesopotamistischen Gedankenwerte - die für die gesunde und bewusste Rückkehr zu den Wurzeln eintritt, kann eine kontinuierliche Wiedererwachungsbewegung eine unumgängliche gesellschaftliche Bewegung der Aufklärung und der Hoffnung werden. Mit dem Ziel die Existenz unseres Volkes zu sichern und die Identität seiner Heimat verständlich zu machen, damit es in seiner Heimat als eine selbständige und gleichberechtigte Nation fortbesteht. Doch auch, damit die Identität der Heimat nicht durch irgendwelche Hindernisse und

Verfälschungen gebremst wird.

Die Nationalsache unseres Volkes ist stark abhängig von einer starken und bewussten Vaterlandsliebe und der Zentralität der Heimat im Leben und in den Visionen unserer Volksangehörigen.

Hingegen ist es zu sehen, dass zurzeit die ideologische Kraft des Assyrismus zur Zeit nicht ausreicht, um die Spaltungen und Gegensätze zu überwinden. Doch er ist eine Chance nicht nur für die Nationalsache, sondern auch für unsere Gemeinschaft,

die überwiegend für Nächstenliebe, Brüderlichkeit, Toleranz, Friedensliebe jedoch auch für die soziale und politische Gerechtigkeit steht.

Es ist zwar umstritten und länderspezifisch, doch der Libanon bleibt in den Herzen vieler, als ein Land, das den Ostchristen nicht nur ein Asyl anbot, sondern ein geliebtes Vaterland mit dem sie sich die Meisten identifizieren konnten. Viele sehen

sogar darin schon lange ein zweites Mesopotamien.

 

Raif Toma

veröffentlicht in Qennshrin 08.2007

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Christen im Irak: Ein Überblick

März/2003 (Überarbeitet September/2007)

 

Wer sind die Christen im Irak:

Außer den Armeniern, die eine religiöse und ethnische Minderheit bilden, die in den Irak von den osmanischen Massakern geflüchtet waren, ist der Rest der Christen im Irak - die ca. eine Million zählen - die Urbevölkerung des Iraks. Ihre Existenz weitet sich auf die vorchristlichen Zeiten des Zweistromlandes.

Diese Christen, sind die Nachfahren und Erben der Urbevölkerung des Iraks, die Assyrer, Babylonier und Aramäer.

Die nationale und kulturelle Identität der Christen im Irak:

Trotz der unterschiedlichen kirchlichen und konfessionellen Zugehörigkeiten, haben die Christliche Iraker gemeinsame nationale und kulturelle Eigenschaften. Die gemeinsame syrische Sprache – die Sprache des Herren Jesus – in zwei Dialekten, die westliche und die östliche die aramäischen Ursprünge haben. Obwohl viele Christen im Irak, besonders die Jenigen die in den großen Städten wie Mossul, Bagdad und Al-Bassrah ihre Muttersprache vergaßen und sich im täglichen Leben der arabischen Sprache zuwandten –  durch die politische Lage, die mit Unterdrückung, Versagen der Menschenrechte und Verschmelzung der Identität gezeichnet war, wissen diese, dass sie keine Araber sind und ihre Muttersprache die Sprache ihrer Kirchen ist nämlich die syrische und nicht die arabische.

Natürlich hat die syrische Sprache, wie jede Sprache ihre Dialekte, abhängig von den geografischen Gebieten und der benachbarten Umgebung (hier arabisch, türkisch oder kurdisch).

Die Karte der syrischen Sprache ist allerdings nicht ähnlich wie die Karte der christlichen Kirchen im Irak, hier sehen wir einen Dialekt in der auch Angehörige mehrerer Kirchen sprechen und die Angehörige einer Kirche verschiedener Dialekte sprechen. Bemerkenswert ist auch die Verständigung unter den verschiedenen Dialekten, da die Unterschiede gering sind.

Die Christen im Irak in ihrer gemeinsamen Erbe von gesellschaftlichen Sitten und Gebräuchen die, die einheitliche Zugehörigkeit und Identität widerspiegeln. Doch sie spiegeln die christlichen Werte und Prinzipien wieder, denen sie sich verpflichtet haben mit der Übernahme des Christentums in den ersten Jahrhunderten und in dem Beginn der Mission  durch die erste Generation der Aposteln – der heilige Thomas von den zwölf  Junger und der heilige Adai und Mar Mari von den Siebzigern.

Trotz der theologischen Verschiedenheit und der kirchlichen Spaltungen, nehmen christliche Iraker außer konfessionellen Ehen vor. Trotz der verschiedenen geschichtlichen Namen, ist die kulturelle und nationale Gestalt der Christen im Irak von ihrer einheitlichen kulturellen und nationalen Zugehörigkeit, sowie von dem gemeinsamen Schicksal überzeugt.

Die Katholiken, die mit der römischen Kirche uniert sind, nennen  sich Chaldäer nach dem diese im sechzehnten Jahrhundert sich mit Rom uniert haben.

Die Angehörige der apostolischen Kirche des Ostens, die auch mit dem nestorianische  Namen bekannt ist (doch sich von dem Namen distanziert) nennen sich Assyrer. Doch die Angehörige der syrischen  Kirchen sich Syrer nennen, was aus dem assyrischen Namen stammt.

Die gemeinsame geschichtliche und nationale Zugehörigkeit einerseits und die christliche Zugehörigkeit andererseits, stellt sie vor einer unverwechselbaren Einigkeit, um die zukünftige Lage herauszufordern und um ihr Erbes, ihre Identität sowie ihren Gegenwart  und Zukunft in ihrer Heimat Mesopotamien (der heutige Irak).

 

Die demographische Ausweitung der christlichen Iraker

Als Konsequenz der erwähnten geschichtlichen Wirklichkeit, dass die Christen im Irak          (Assyrer/Chaldäer/Syrer) die Urbevölkerung des Iraks sind,  so bemerkenswert ist ihre Siedlung um die Gebiete nördlich der assyrischen Hauptstadt Ninive (die heutige Mossul).

Der Tal um Mossul östlich in Richtung Arbil und nördlich bis zur türkischen Grenze ist christlicher Identität, historisch und gegenwärtig (mit islamisch-arabischen Einflüsse aus dem Süden und der kurdischen Ausweitung aus dem Norden und Nordosten, die dem Gebiet doch eine islamische Prägung gaben, was die Christen zu um ihren Präsenz kämpfende Minderheit machte).

Um den Ninive-Tal wo die bekannten christlichen Städte liegen wie Al-Qosh, Tel-Kef, Bartelle, Zakho und Mankish ist noch eine spürbare christliche Präsens.

In den großen irakischen Städten wie Bagdad, Kirkuk und Al-Baasrah, ist die christliche Präsens  von besonderer Wichtigkeit und die natürliche Ausweitung der gesellschaftlichen Entwicklung und der wirtschaftlichen Gegebenheiten, die sich durch die Einwanderung christlicher Familien zeichnete, die nach besserem Lebensverhältnissen suchten. Doch  politische Gründe waren auch Gründe für die Suche der Christen nach Sicherheit und Stabilität.

In den letzten hundert Jahren vervielfachte sich die Zahl der Flüchtlinge in die irakischen Städte und ganz besonders Bagdad als Konsequenz der Verwandelung Ihrer Dörfer und Städte zu einem Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Kurden und der Zentralregierung, dadurch  litten die Christen unter den Ungerechtigkeiten, Repressalien und Vertreibung beider Seiten.

Die Auswanderung nahm zu nach der Übernahme der Macht durch die jetzigen (noch) Machthabern in Bagdad und die angewandte Politik der verbrannten Erde, durch die Zwangsaussiedlung assyrischer und kurdischer Dörfer im Nordirak und die Zerstörung des Gebietes (diese Politik streckte sich von 1974 bis 1988 aus und hatte zur Folge, die Zerstörung von ca. 4000 Dörfer davon ca.150 chaldo-assyrische Dörfer und 60 historische Kirchen). Jedoch auch durch die Politik der Austausch der nationalen Identität der Siedlungsgebiete durch die Vertreibung der assyrischen Bewohner und die Ansiedlung von arabischen Siedlern an ihrer Stelle.

Durch die Zunahme der Auswanderung und der Aussiedlung, ist die christliche Existenz im Irak zum größten Teil in den Großstädten wie Bagdad, Mossul, Kirkuk, Al-Bassrah und Arbil. Arbil zeichnet sich durch die Konzentration der Christen in einem Vorort (Ain-Kawa), die die größte christliche Sammlung von ca. 10.000 Christen in einer einheitlichen administrativen christlichen Umgebung ohne islamische Existenz außer einiger Ausnahmen von Beamten und ähnliches.

Im Norden ist die christliche Konzentration in Dhok, Zakho, Sersenk, Shaqlawa, Mankish und andere.

Bemerkenswert sind Städte wie Bagdad und Kirkuk, die sich durch die geschichtliche christliche Präsens zeichnen schon in der Zeit der islamischen, Mongolische und Osmanischen Regierung.

Die irakischen christlichen Kirchen:

Die assyrisch-chaldäisch-syrische christliche Gesellschaft im Irak, wie alle christliche Gesellschaften in der Welt gehört mehrerer Kirchen an. Diese Kirchen sind:

·        Die katholische Kirchen: dazu gehört die chaldäische Kirche, die Syrische- Katholische Kirche, sowie die lateinische und die Armenisch-Katholische Kirche. Zu diesen Kirchen gehören ½ Million Christen im Irak und zum größten Teil gehören Sie der katholischen Kirche. Der Patriarch der chaldäischen Kirche mit Sitz in Bagdad, ist seine Eminenz Mar Rafael Bidauid (seit Mar Emanuel Dali). Sie hat mehrere Diözesen im Irak zusätzlich zu Bagdad at die chaldäische Kirche Diözesen in Al-Bassrah, Kirkuk, Arbil, Mossul, Al-Qosh, Zakho und Amadia. Sie hat auch Diözesen in Iran, Syrien und Libanon sowie Diözesen in den USA, Australien und Europa.

·        Die Ostkirche: Sie ist seit 1963 gespalten in der Assyrischen apostolische Kirche des Ostens mit dem westlichen Kalender mit ca. 90% der Gläubigen der Ostkirche. Ihr Patriarch ist Mar Dinkha IV mit Sitz i Chicago in den USA. Sie hat im Irak einen Erzbischof Mar Saliba in Bagdad und zwei Bischöfe Mar Sarkis in Bagdad und Mar Ishak in Dhok im Norden. Sie verfügt auch über Diözesen in Syrien, Libanon und Indien sowie im Exil in den USA, Australien und Europa. Obwohl diese Kirche mit der römisch-katholischen Kirche nicht uniert ist, pflegt sie mit dem heiligen Stuhl über eine offizielle fortschrittliche Beziehung die im Jahre 1994, die gemeinsame messianische Erklärung fruchtete. Die einheitliche Tradition, Geschichte und Ritus mit der mit Rom unierte chaldäische Kirche hat. Dies macht die Arbeit zu Einheit beider Kirchen zur Notwendigkeit.                                                        Die alte Kirche des Ostens mit dem östlichen Kalender mit dem Patriarchen Mar Adai, hat ihren Sitz in Bagdad. Sie verfügt auch über zwei Diözesen in Mossul und in Kirkuk, sowie mehrere Bistümer  und Gemeinden in Syrien, Europa und in den USA.

·        Die Syrisch-Orthodoxe Kirche: Sie hat Wichtige Existenz  im Irak ganz besonders in Mossul und Umgebung (Bartelle und Baashqe) und In Bagdad.                                    Ihr Patriarch Mar Ignatius Zaka I sitzt in Damaskus und ist im Irak geboren. Zu Ihren Diözesen in Bagdad und Mossul unterhält sie ein Bistum im Kloster Mar Mathai in der Nähe von Mossul. Sie hat zahlreiche Diözesen in Syrien, Libanon, Türkei, Europa, Australien und  Amerika.

·        Die Armenisch-Orthodoxe Kirche: hat eine Diözese in Bagdad zu ihrer Zuständigkeit gehören die Gemeinden in Zakho, Mossul, Kirkuk und Bagdad.                                    Die Armenisch-Katholische Kirche hat wenige Angehörige im Irak.

·        Die protestantische Kirche: Besteht aus kleinen Gemeinden in Bagdad, Mossul und Kirkuk.

 

Die Lage der Christlichen Iraker unter dem machthabenden Regime.

Wie alle Iraker litten die Iraker unter der kriegerischen Politik des Regimes und ihre zerstörerischen Spuren. Mehrere Zehntausende christliche Junge Menschen fielen im irakisch-iranischen  Krieg und mit dem zweiten Golfkrieg sowie in Folge der inneren Kriege im Norden des Landes. Ähnliche Zahlen von Verschwundenen oder und Behinderten.

Tausende christliche Familien wanderten im Innern des Landes oder außer Land in die benachbarten Länder oder in den Westen.

Der Krieg hatte auch ihre wirtschaftlichen Kosten  und wirkte auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Lebensbedingungen seiner Bevölkerung. Die charakterliche  und gesellschaftliche Folgen des Krieges einerseits und der dauernde Embargo andererseits, wurden zu einer Gefahr, die auf den gesellschaftlichen und charakterlichen Einbruch des irakischen Menschen sowie die der irakischen Gesellschaft insgesamt wirkt.

Die irakisch-christliche Gesellschaft wurde Opfer Repressalien und  Unterdrückungen, die ihre Existenz, ihre Identität und ihre Zukunft drohte durch die Arabisierungspolitik und die Versagung der Identität, so wurde untersagt die syrische Sprache zu lehren und zu lernen außer in den begrenzten kirchlichen Einrichtungen. Schulen, die von den Kirchen verwaltet wurden, wurden geschlossen.

Auch die Infrastruktur der christlichen Existenz auf dem Lande wurde durch die Zerstörung der mehr als 150  Dörfer zerstört und die Zwangsaussiedlung ihrer Anwohner.

Erzieherisch, wurden christlichen Kindern, islamischen und arabischen Einflüssen unterworfen, durch die Lehr- und Erziehungsstoffe, bis hin, dass christliche Kinder die islamische Religion in den Schulen lernen (indirekt durch den Lehrstoff der Fächer der arabischen Sprache, Geschichte und nationalistische Erziehung) und dies mehr als was sie über die christliche Religion lernen. Abgesehen von den Einflüssen der öffentlich-rechtlichen Medien.

Im Jahre 1978 wurde der Versuch unternommen christlichen Schülern zu zwingen den Qoraan zu lernen. Dieser Versuch ist auf großer Widerstand irakischer Kirchen gestoßen. Zwar scheiterte, doch blieb indirekt wie oben erwähnt.

Es wurden auch Versuche unternommen, irakische Kirchen an das Religionsministerium anzubinden, was die Kirchen zu Administrationsinstrumente des Regimes machen würde. Auch dieser Versuch scheiterte zwar, doch dies hinderte das Regime nicht, sich in die täglichen Angelegenheiten der Kirchen einzumischen (bis hin dazu, dass sogar Sprichwörter von Saddam Hussein in die kirchlichen Kalender  kommen neben die heiligen Versen des Herrn Jesus Christus). Abgesehen von Behinderung an die Benennung Neugeborener mit anderen Namen außer islamische n und arabischen Namen.  Bis zur Bekanntmachung von der arabischen Zugehörigkeit der Propheten und des Herrn Christus und die Anwendung der islamischen Gesetzgebung auch auf die Christen und ganz besonderes in dem Zivilrecht

Diese Gründe haben die irakischen Christen das Gefühl der Befremdung in ihrem eigenen Land verliehen und die Auswanderung

Die Unterdrückung und das Gefühl der Überfremdung im eigenen Land, hat sich vervielfacht mit Ende des irakisch-iranischen Krieges und dem Beginn des zweiten Golfkriegs. So hat sich eine Veränderung der politischen Sprachform stattgefunden von mehr nationalistisch-arabisch in religiös-islamisch, um an die Gunst der islamischen Ländern und ihre Völker zu gelangen.

Der Regime, der mit seiner arabisch-nationalistischer Ausrichtung, hat sich in einen islamischen Regime verwandelt und übernahm die islamistische Rede, die sich direkt auf die irakische christliche Gesellschaft widerspiegelte, die dann eine Drohung ihrer kulturellen und religiösen Identität empfand. Dies zwang die Christen zu mehr Auswanderung und Zerstreuung.

Was jedoch wichtig an dieser Stelle zu erwähnen ist, der herrschende falsche Eindruck vieler westlicher Staaten und Kirchen, dass der Regime von Saddam Hussein mit seinem Umgang mit den Christen sehr duldsam und großzügig war.

Wir haben Verständnis für diesen Eindruck, der sich auf den Vergleich mit Ländern wie Iran, Pakistan oder Sudan und anderen Ländern stürzt, die die islamische Gesetzgebung (die Schari`a) als Quelle der Gesetzgebung in ihrer Verfassung haben. Stürzt sich jedoch auch auf die Wirklichkeit, dass der Irak einen Krieg gegen die islamische Republik Iran führte und weil eine wichtige Säule des Regime ein katholischer Chaldäer ist (Tarik Aziz) oder Gründer der Baath-Partei ein christlicher Syrer ist. Doch auch durch die Propaganda des Regimes in der großen Kirchen gezeigt werden in Bagdad, die staatlich finanziert gebaut worden sind (doch viel mehr wurden von der Armee zerstört). Der Preis war jedoch das Schweigen der irakischen kirchlichen Führer, über die Leiden der Iraker oder die der Christen.

Doch trotz unserer Verständnis für die Gründe der Entstehung solcher Eindrücke, sind wir gegen der Entstehung solcher Eindrücke.

Wenn die Hand des Diebes nicht abgehackt wird, heißt es nicht, dass der Regime zivilisiert ist in seinem Umgang und seiner Gesetzgebung.

Der Krieg gegen den Iran, heißt nicht, dass der Regime für die Demokratie und Menschenrechte kämpfte.

Auch der Medienbild ändert an der Wirklichkeit der organisierten Repressalien, die gerichtet sind um die nationale, kulturelle und religiöse Identität der Christen abzuschaffen. Im besten Fall, hindert er die Kirche an ihrer gesellschaftlichen und lebensweisenden Rolle und macht sie zu einer unterstellten staatlichen Einrichtung.

 

Die Befürchtungen der christlichen Gesellschaft vor diesem Krieg

Als Iraker haben auch die Christen wirkliche Ängste vor dem Krieg. Diese Befürchtungen unterscheiden sich durch ihren Ursprüngen:

 

-     Furcht vor der Benutzung der ABC-Waffen: das bildet echte Ängste, die auch ihre Gründe haben. Die irakische Armee hat nach dem Befehl der politischen Machthaber, chemische Waffen in Halbtscha gegen die Kurden und später in Blissan gegen die Assyrer und die Kurden. Abgesehen von der Benutzung dieser Waffen gegen den Iran.

Das Regime war im Jahre 1988 nicht bedroht, doch es hat diese Waffen benutzt. Wird er vielleicht zögern, in diesem Krieg sie zu benutzen, der auf sein Stürzen zielt?

Die Wahrheit ist, dass das Regime in der Lage die ABC-Waffen zu benutzen. Wir glauben als Iraker, dass  es ihm gelungen ist eine große Menge zu verstecken.

Die Frage ist jedoch, ob es ihm gelingen wird, diese zu benutzen um seine Ziele zu treffen, die nach den politischen Überzeugungen des Regimes Israel und die Golfländer sind und dann gegen die Assyrer, Kurden und Schiiten, die sich gegen ihn stellen werden.

-     Die Furcht vor regionaler Einmischungen der Nachbarn:

Und genau die islamische Republik Iran und die Türkei. Beide Länder haben politische Ziele im Irak, sowie Argumente und Handwerke dies zu tun.

Die zu Iran loyalen Schiiten - durch die konfessionellen Zugehörigkeit- die eine islamische Regierung bezwecken, wo sie die Mehrheit bilden, um dann der iranische Tor in den Irak wird.

Die zu der Türkei loyalen Turkmenen im Nordirak, können ein Handlanger für die Türken werden. Die Türkei hat das Argument, dass ihre Intervention sich gegen die Errichtung eines kurdischen Staates richte, was eine Drohung der Einheit der Türkei bedeute.

-    Furcht vor den inneren  Streitereien:

Die langen Jahren, der Arabisierung und der rassistischen Säuberung gegen die Kurden Turkmenen und Assyrer und ihre systematische Vertreibung um dann arabische Stämme anzusiedeln und ganz besonderes in Kirkuk und die umgebende Städte, die zu explodieren droht, wenn die Zentralarmee und die Sicherheitskräfte die Macht darauf verlieren.

Es sind Ängste vor bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen den Kurden und Turkmenen auf einer Seite und die von dem Regime eingesiedelten Arabern

Auch die Aktionen der Schiiten, die mehr wurden mit dem Aufstand von 1991 führen zu Angst vor konfessionellen blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Schiiten im Süden und den parteiischen und Sicherheitsapparate des Regimes. Weil Waffen in den irakischen Haushalte breit verbreitet sind.

-    Die Furcht vor persönlichen Rachen gegen die Regimesmänner 

Die Sicherheitsapparate übten in den vergangenen Jahren Hinrichtungen aus, die meistens auf den Strassen und öffentlichen Plätzen und vor den Augen der Verwandten der Hingerichteten ausgeführt wurden.

 

-     Furcht vor Plünderungen der öffentlichen Besitztümer und der Häuser der Geflüchteten: Der charakterliche und soziale Einbruch, zu dem die Politik des Regimes  einerseits führte und andererseits die Armut durch das Handels- und Wirtschaftsembargo, brachte uns zu der Vermutung, dass die öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Behörden sowie Firmen und Märkte zu der Plünderung ausgeliefert werden. Dies wurde  auch mit Aufstand im Jahre 1991 beobachtet und wird in diesem Krieg auch erwartet.

Die Feindschaft der irakischen Bevölkerung gegenüber das Regime führte sie zu Racheakten, die sich in der Zerstörung öffentlicher Gebäude und Behörden ausdrückt, um den Frust abzulassen und sich am Regime damit zu rächen. Abgesehen von Plünderung und Raub, die  den Verlust von Sicherheit und Kontrolle begleiten und ganz besonders in Gesellschaften, die so litten wie die irakische.

-    Doch es sind Befürchtungen, die  mehr die christliche Gesellschaft betreffen. Denn es wird befürchtet, dass die Christen zur Zielscheibe fundamentalistischer Aktionen werden und ganz besonders des sogenannten Dschihads.

Dies begründet sich auf den Erfolg der arabischen und islamischen Medien, diesen Krieg als religiöser Krieg des christlichen Westens gegen den Islam und die Muslime auszuschildern. Doch leider spielen hierbei auch die westlichen Medien indirekt eine Rolle, um dieses Bild zu bekommen.

Dieses Bild des Krieges, bedroht die christliche Präsenz  im Irak und in den islamischen Ländern und macht sie zur direkten Zielscheibe terroristischer Aktivitäten der islamischen fundamentalistischen Organisationen, die in den islamischen Ländern in Asien und Afrika weit zerstreut sind.

Es ist eine ernste Gefahr für die Christen im Irak, Pakistan, Ägypten, Libanon und anderen Ländern. Auch der Westen kann ein Schauplatz dieser Aktivitäten werden.

Während des Kuwait-Krieges haben wir diese Situation erlebt. Während junge Christen an den Fronten kämpften,  litt die zivile christliche Bevölkerung im Irak unter dem Krieg und wurde Opfer von Beleidigungen und körperlichen Aggressionen, weil, sie Christen sind und dem christlichen Westen angerechnet werde.

Doch dieses Mal und mit dem Zuwachs der Terrorgefahren islamischer fundamentalistischer Organisationen, befürchten wir die Ausweitung der Aggressionen aus der individuellen Ebenen.

 

-    Wie können die christlichen Iraker diese Befürchtungen widerstehen:

Der Krieg an sich und aus christlichen prinzipiellen Gesichtspunkten ist keine Lösung, um ein Problem zu lösen.

Die Christen und ihre Kirchen im Irak und in der Welt - ganz besonderes der Vatikan - bestrebten friedliche Lösungen für die Krise, doch leider sind die politischen Entscheidungen über die kirchlichen, wenn es um Krieg oder Frieden geht. Abgesehen von den verschiedenen Meinungen über diesen Krieg, ihre Gründe und Ziele und die möglichen Szenarios  sowie die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen, ist die einzige Wirklichkeit, dass dieser Krieg wie es auch in jedem Krieg ist, bringt mit sich der irakische Bevölkerung unermessliche Leiden und menschlichen Tragödien. Sie wird auch alleine die Kosten tragen, obwohl sie nicht verantwortlich dafür ist.

Die irakischen Christen, die über eine friedliche Natur verfügen, die vor der Wirklichkeit der gegenwärtigen Lage und den Ängsten steht, wendet sich der Auswanderung, um die Leiden und die menschliche, soziale und wirtschaftliche Verluste durch den Krieg zu verringern. Sie werden in die benachbarten Länder flüchten und ganz besonders nach Syrien, wohin in den letzten Wochen schon viele flüchteten und erden sich noch vervielfachen um Frieden und Schutz zu suchen.

Doch leider auch wie es im Jahre 1991 passiert war, kamen die geflüchteten Familien nach Syrien, Türkei, Iran und Jordanien nicht in ihre Heimat zurück, sondern wanderten weiter nach Europa, Australien und in die USA aus.

Es findet jedoch auch eine Umsiedlung Norden und aus den großen Städte im Norden wie Arbil und Dhok aufs Land statt, um eine mögliche chemische Aggression des Regimes zu vermeiden, doch diese Ängste können in einigen Tagen verschwinden.

Die Christen im Irak und ihre Kirchen schauen zu ihren Schwesterkirchen um die Leiden zu mildern.

Wir haben zusammen mit den kirchlichen Verantwortlichen in Dhok die Lage der Flüchtlinge aus dem Landesinneren in den Norden analysiert sowie den möglichen Bedürfnisse (siehe den beigefügten Bericht)

 

Die Hoffnungen der Christen für die Zeit nach dem Krieg:

Trotz der Ernsthaftigkeit und der Größe der Befürchtungen in der die Iraker leben und ganz besonders die Christen, sind diese zum größten Teil eher kurzfristig und mit aus der Zeit vor dem Krieg und dem Krieg an sich verbunden. Wir hoffen jedoch, dass der Krieg nicht lange dauert und mit möglichst wenig Verluste.

Doch die Vision der Iraker im allgemeinen und die der christlichen Gesellschaft ganz besonders für die Zeit nach dem Krieg, ist die voller Hoffnung, dass dieser Krieg und ihre politischen Konsequenzen ein Ende der dauernden Leiden der Iraker macht.. Die Christen hoffen, dass sie in einem zukünftigen Irak ohne kriege leben. Irak ohne Embargo und internationale Isolation. Ein Irak ohne ethnische, religiöse und konfessionelle Diskriminierung. Ein neuer Irak, der auf Öffnung und der Respektierung der Menschenrechte aufgebaut wir.

Wir erkennen, dass dies kein leichter und kurzer Prozess sein wird. Denn die Befreiung von den wirtschaftlichen, sozialen und erzieherischen Spüren der langen Jahren der Politik des noch regierenden Regimes, braucht eine harte Arbeit und die Bereitschaft zur Dialog und Vergebung in der Heimat und mit den Nachbarn. Wir wissen auch, dass die USA keine Hilfsorganisation ist, die für den Irak ohne politischen und wirtschaftlichen Interessen kämpft.

Die Iraker wünschen sich, dass der Veränderungsprozess – trotz ihrer Verspätung und ihre Durchsetzung durch Krieg zu kommen scheint, da sie aus eigener Kraft dies nicht tun konnten –  lang- und mittelfristig positive Auswirkung auf die Befreiung der Völker von den islamischen und diktatorischen Regime hat und den fundamentalistischen Bewegungen, die eine echte Gefahr für die Christen im Nahen Osten bilden ein Ende macht.

Wenn wir den Krieg nicht verhindern können, so sind wir zum Gebet gerufen, das der militärische Konflikt so wenig Menschen Leben und Leiden für alle Iraker und besonders für die Christen fordern wird.

 

Christliches Hilfsprogramm-Euroopa (CAPE)

übersetzt vom Arabischen von Raif Toma

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Kurden in Syrien

 

 

Nach den Entwicklungen der letzten Jahren in Mesopotamien im Bezug auf das Nachbarvolk der Kurden, sah ich es für notwendig die Lage dieses Volk im allgemeinen und der ausländischen Kurden in der syrischen Jezireh an Hand der begleitenden demographischen und politischen Veränderungen zu analysieren und dabei die Auswirkungen dieser Situation auf unser Volk als Urvolk des Gebietes auszuschildern.

 


Die in Syrien lebenden staatenlosen Kurden sind großenteils Ausländer, die aus der Türkei oder aus dem Irak sich legal oder halblegal in Syrien aufhalten. Angaben der syrischen Regierung von 1996 zufolge gehörten damals 67465 Personen dazu.

Kurden aus der Türkei und aus dem Irak haben sich bis zum Jahr 1962 illegal in Syrien niedergelassen und haben angefangen den mesopotamischen Charakter Nordost Syriens durch die demographische Größe verändert.

 

In der Provinz Hassake(Jezireh) mit der Provinzhauptstadt Hassake in dem historisch im Kern Gebiet des assyrischen Reiches liegenden Gebiet im Nordosten Syriens, betrug die Bevölkerung nach der Statistik von 1962 305.000. Doch damals sprach man in offiziellen Kreisen von ca. 30.000 illegalen kurdischen Flüchtlinge. Damals zählten die nationalen Minderheiten der Armenier, Kurden, Tscherkesen und Turkmenen 7% der damaligen syrischen Bevölkerung, die 4.401.700 zählte. Hier kann unser Volk als indiges Volk Syriens nicht als Minderheit genannt werden.

Diese syro-mesopotamischen Gebiete Nordost Syriens werden von der nationalen Befreiungsbewegung Kurdistans, als rein kurdisches Gebiet betrachtet und die Existenz der anderen dort lebenden Volksgruppen negiert. Dies weist unser Volk ab. Nun es stellt sicher bei der demographischen Größe in der syrischen Jezireh und bei den Spaltungsabsichten kurdischer Organisationen eine Gefahr für die innere Integrität und der inneren Einheit des syrischen Staates. Ferner kann dies die innere Stabilität Syriens bei anhaltender politischer Unruhe des Nahostens und der undurchdachten Aggressivität der us-amerikanischen Politik unter Bush stark gefährden.

Die damalige Mehrheit der Bevölkerung der syrischen Mesopotamien (Jazire) bestand aus syrischen Christen, die die historische Urbevölkerung Syro-Mesopotamiens bilden und überwiegend die syrische Sprache als Muttersprache haben. Sie gehören zu den altorientalischen Kirchen mit dem Syrischen als Kirchen- und Liturgiesprache.

 

Die syrische Regierung hat diese kurdischen Flüchtlinge geduldet und vielen zum Teil Aufenthaltsrechte gegeben. Sie schob sie nicht ab und unterstütze später ihre damalige Hauptpolitische und aus der Türkei stammende Organisation, die extremistische PKK, um sie als Karte gegen die Türkei einzusetzen. Das syrische Regime bot türkischen Kurden, die in Syrien Flucht suchten, nicht nur Asyl an, sondern unterstütze und trainierte die PKK-Mitglieder, in Lagern an der Bekaa-Ebene im Libanon. Die Sicherheitsbehörden erlaubten vielen kurdischen  Organisationen in Syrien aktiv zu werden. Doch leider zeigten die politischen Organisationen türkischer und irakischer Flüchtlinge zusammen mit denen der syrischen Kurden ihre Undankbarkeit gegenüber Syriens und fanatisierten zumeist junge Menschen gegen den Staat Syrien und die einheimische syrische Bevölkerung. Die Unruhen im März/2004, haben nicht nur die Infrastruktur der nordöstlichen Gebieten Syriens zerstört, sondern verunsicherten auch wie bei den Letzten Zerstörungen von Heiligtum, Hab und Gut der christlichen Urbevölkerung des Landes und provozierten gezielt viele dazu, aus ihrer historischen Heimat auszuwandern, was seit vielen Jahren auch vor den Augen der syrischen Regierung und der korrupten Sicherheitsapparate geschieht.

Die syrische Staatsmacht bot den irakisch- und türkischkurdischen Organisationen Asyl, erlaubte ihnen auch in den Reihen der syrischen Kurden aktiv zu werden und unterstützte sie aus politischen Gründen. Doch diese haben nun ihre verdeckten Ziele in Syrien bei den Krawallen bekannt gegeben. Sie wendeten sich gegen die syrische Bevölkerung, doch auch gegen die Behörden und die Staatsmacht. Auch gegen die einheimische Identität des Landes. Dies zeigte welche Unloyalität diese Organisationen dem syrischen Staat haben. Doch auch welche Intoleranz sie gegenüber anderen Völker im Gebiet haben.

Enttäuschend war jedoch die Haltung kurdischer intellektuelle, die zum größten Teil auch dies rechtfertigten und lobten es als ein Aufstand. Sie gingen auf die Feindlichkeit werder im März/2004 noch im April/2007 gegenüber die Urbevölkerung des Gebietes nicht ein und erfanden im Gegenteil dafür Gründe, sowie Begriffe die dem Gebiet historisch fremd sind und trieben eine Verfälschung historischer und politischer Gegebenheiten, die auf demographische Veränderungen im Gebiet berühren. Beispiele die bildlich mit Berlin-Kreuzberg als Türkei zu nennen vergleichbar sind.

Ferner war es sehr enttäuschend war die Entlassung der meistenKurden, die im März 2004 bei den terroristischen Krawallen im Nordosten Syriens festgenommen waren. Das hätte in einem demokratischen Rechtsstaat aus juristischen Gründen nicht passieren können.

 

Die Flüchtlinge weigern sich jedoch in ihre Ursprungsstaaten zurückzukehren sowie offizielle Identifikationspapiere zu beantragen, denn mit diesen Unterlagen können sich die Flüchtlinge aus der Türkei und dem Irak legale Aufenthaltsrechte erwerben. Es muss davon ausgegangen werden, dass in der in die EU Eintrittwilligen Türkei, wo jetzt die Kurden mehr Rechte erhalten, kein Problem sein wird. Auch in dem Irak, wo die Kurden, eine Selbstverwaltung besitzen, keine Schwierigkeit sein wird, Identifikationspapiere zu beantragen. Gerade auch aus dem Grund, dass viele neueingewanderten iranischen Kurden, gefälschte irakische Staatsangehörigkeitspapiere besitzen. Grund der Nichtbeantragung kann wahrscheinlich sein, dass ihre Kinder von den jeweiligen Ländern nicht in den Militärdienst eingezogen werden. In Syrien dürfen diese Menschen unter Vorbehalt der allgemeinen kritischen Menschenrechtslage im Lande frei leben und sich freizügig bewegen. Dass einige an den Krawallen beteiligte Personen sich nicht mehr so frei bewegen können, hat es mit den geltenden Notstandgesetzen und mit den Vorschriften der Sicherbehörden, was in demokratischen Ländern durchaus passieren kann.

Wenn diese kein Wahlrecht besitzen, so geht es ausländischen Staatsbürgern in Deutschland nicht anders, unabhängig ihrer Aufenthaltsdauer. Das können Ausländer sicherlich nicht mit Krawallen und zerstörenden Demonstrationen ändern. In der Bundesrepublik Deutschland können sie sogar nach geltendem Recht abgeschoben werden.

 

Bekannt ist jedoch auch, dass Kinder von staatenlosen als leibliche Kinder von syrischen Staatsbürgern, als Bürger ins Zivilregister eingetragen werden, um so an die syrische Staatsbürgerschaft zu gelangen.

 

Kurdische Aghas haben In den Siebziger und Anfang der Achtziger des letzten Jahrhunderts der christlichen Urbevölkerung deren Länderein abgenommen und weigerten ihnen mit der Duldung maffiöser Strukturen der herrschenden Sicherheitsbeamten und Offiziere den Zugang zu ihren Ländereien. Dies geschah in manchen Fällen mit entweder ausländischen bewaffneten Kurden oder gar durch illegal Einreisende. Die bekanntesten Beispiele sind die Länderein der Familie Eliya.

Der Kauf vom Grund und Boden ist in den letzten Jahren auffallend aktiv, dass die Preise der Grundstücke sich in den letzten vier Jahren vervierfachten. Woher diese Gelder kommen ist unbekannt, doch auch beobachtet wird, dass auch Grundstücke, die früher der syrisch-orthodoxen Kirche in Malkiye (Derik) gehörten nun im Besitz von Kurden sind. Dies lässt vieles zu denken übrig, wie diese Grundstücke, die zum wirtschaftlichen Nutzen der Gemeindemitglieder an die Gemeindemitglieder günstig verkauft werden sollten, nun moslemischen Kurden gehören. Dabei ist bekannt, dass viele Angehörige der Syrisch-Orthodoxen Kirche keine Grundstücke haben.

 

Gutachten des Dt. Orient-Instituts v. 8.5.1996 an das VG Ansbach zufolge, werden viele Kurden im Jahre 1962 durch den syrischen Staat eingebürgert. Viele der ausländischen Kurden, der Flüchtlinge und der Illegallebenden, haben entweder Aufenthaltsrechte erhalten oder werden von den Behörden geduldet, was nicht mal in den demokratischen Staaten im Westen passiert.

 

In den von kurdischen Quellen genannten 150 000 Kurden, die nicht die syrische Staatsangehörigkeit besitzen – wenn diese Zahl stimmt, was ich als sehr übertrieben sehe – sind viele Irakische Kurden, die hauptsächlich und maximal seit dem Kurweitkrieg sich in Syrien als Flüchtlinge aufhalten. Es leben auch in Mesopotamien viele Türken kurdischer Abstammung, die auf Grund des bewaffneten Kampfes der PKK nach Syrien flüchteten. Viele dieser Flüchtlinge wandern in das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak – hier spricht man schon von ca. 40.000 Flüchtlinge.

In diesem Zusammenhang generell von staatenlosen Kurden zu sprechen, ist ungenau, da eine nicht näher zu beziffernde kurdische Gruppe andere Staatsangehörigkeiten besitzt.

 

Die kurdische Minderheit hat in Syrien stets in der Vergangenheit besser gelebt, als in den benachbarten Ländern und die politischen Aktivitäten ihrer Organisationen wurden zwar streng überwacht, doch sie haben auch die entsprechende Unterstützung erhalten, die ein Überleben besser ermöglichte. Auch Aktivitäten, die lediglich der Pflege des kurdischen Brauchtums dienen, wurden von den Behörden oft nicht verboten.

 

Die Lösung ist meines Erachtens, dass die kurdischen Organisationen in Syrien sich endlich demokratischen und gewaltlosen Mitteln zuwenden für die Verwirklichung politischer Ziele. Ganz wichtig dabei ist die Integrität des Landes zu respektieren. Bei der politischen Arbeit sollen sich diese offen für die Integrität und Einheit syrischen Staates erklären.

 

Bei diesen politischen Umwälzungen in Syrien und bei der Bildung einer jungen Demokratiebewegung sind die gesellschaftlichen assyrischen Institutionen gefragt, um an einer Veränderung des politischen Systems, der Demokratisierung und Reformierung der Institutionen des Landes mitzuwirken. Hier ist sicherlich eine Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Projekt auf verantwortungsbewusstem Basis unumgänglich, um irakische Verhältnisse im Bezug auf Syrien im Allgemeinen und unser Volk speziell zu vermeiden.

 


Raif Toma

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Das Nationalbewusstsein

 

 

Um über das Nationalbewusstsein zu sprechen, müssen wir uns erst über das Nationalgefühl klar werden. 

Der Begriff Nationalgefühl an sich, ist das empfundene Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen vielleicht sogar die Loyalität zu dieser Gruppe. Wenn diese Gruppe nun Gemeinsamkeiten wie Sprache, Abstammung, Heimat, Geschichte, Schicksal und Leiden teilen, so bilden sie eine Nation.

So spielt der Faktor Heimat eine große Rolle in der Empfindung zu Zugehörigkeit und der Verbundenheit zu der Nation.

 

Was unserem Volk angeht, ist dieses Gefühl der Liebe zum Vaterland Mesopotamien und zu der             syrischen Sprache stark geprägt ist. Dies ließ die Sehnsucht nach einem eigenen Staat entstehen. Doch dies bestätigte nur eine faktisch und bereits existierende Nation, die allerdings für viele erst verständlich gemacht werden sollte.

Unsere Ethnie besteht zwar aus mehreren Konfessionen und gesellschaftlichen Gruppen, doch wir sind eine nationale Einheit. Wir sind nicht nur gebürtige Mesopotamier und Nachfahren der alten in einander verschmolzene mesopotamische und syrische ethnolinguistische Landschaft, sondern haben eine klar erkennbare nationale Identität die auch sich auch emotional bemerkbar macht. Es ist jedoch eine Identitätskrise zu beobachten. 

Die wiedererstandene pan-mesopotamistische Gedanken vor länger als hundert Jahren, konnten mit der Zeit die gesamte Identität unseres Volkes zusammenfassen: seine Zugehörigkeit zu der einen historischen Heimat, zu den Ostkirchen und zu dem einen Volk, mit dem gemeinsamen Ursprung, den gemeinsamen Namen und der gemeinsamen kulturellen Erbe. Diese Verbundenheit drückt sich in der gemeinsamen syrischen Sprache aus.  

 

Die Vordenker pan-mesopotamistischen Gedankenwerte definierten der Masse den Begriff des Vaterlandes Mesopotamien (Bet Nahrin die Heimat der Aramäer, As-Syrer, Chaldäer) und brachten ihn erneut in die Herzen der Masse. Sie verbanden es mit viel Liebe.  Als der Gelehrte und Denker Naoum Fayek in einem Gedicht Anfang des letzten Jahrhunderts sagte: (Erwache Sohn Assurs, erwache), meinte er mit „Assur“ nicht die alte und prächtige assyrische Hauptstadt Assur, sondern Mesopotamien als ganzes, als Vaterland der Angehörigen der syrischen Kirchen und aller Syrischsprechenden. 

Nationalbewusst sind viele nicht nur durch das Gefühl der Zugehörigkeit zu der Nation und die Sehsucht nach einem Vaterland, sondern auch durch den Wunsch nach Einheit.

 

Natürlich hat die Zerstörung des syro-mesopotamischen Charakters unserer Urheimat eine negative Rolle zur Entstehung des Nationalbewusstseins, doch dieser konnte sich Mitte des 19. Jahrhunderts christalisieren und hob die stark unterdrückte Nationale Identität hervor. Dieses pan-mesopotamistische Nationaldenken konnte eine wirkungsvolle Position zur Bildung eines starkeingeprägten Nationalbewusstseins nehmen. Dieses entstandene Nationalbewusstsein bildete damals der Kern unserer Nationalbewegung.

Bei diesem Nationalbewusstsein kommen wir nicht um das Genozid und all die Leiden, Massaker und Verschleppung unter denen unser Volk litt. Denn das Genozid und all die Leiden brachten uns zusammen und geben uns immer wieder eine Identität des ständigen Leidens. 

Die bewusste und intellektuelle Vorstellung der Heimat von vielen, ist mit der unbewussten und emotionalen Vorstellung vieler Anderen vermischt. Dies hob das Nationalbewusstsein von Anfang an von einem Symptom, zu einer unumstrittenen verwurzelten Wirklichkeit.

 

Nationalgefühl unterscheidet sich vom Nationalismus im mesopotamischen Sinne. Denn Nationalgefühl ist eine emotionale Angelegenheit, doch Assyrismus, der zwar mit Gefühlen verbunden ist, doch weist viele rationale Faktore und Impulse auf. Das Wesen des Assyrismus besteht in der Einheit von leitenden Ideen, tragender Gemeinschaft und einheitlicher Zugehörigkeit. Es geht hier also auch um ein Zugehörigkeitsgefühl zu einander.

Meines Erachtens haben die Grundgedanken des Nationalismus im syro-mesopotamischen Raumes eine lange Vorgeschichte und übertrugen mit sich viele Traditionen – auch in den Nationalkirchen. Es wuchs auch ein Bewusstsein der Ostchristen dieses Gebietes weiter. Die Zughörigkeit zu den einheimischen, Ostorientalischen Kirchen, bat eine Zusätzliche Identität und eine Stärkung der nationalen Zugehörigkeit und deren Wurzeln. 

Wenn der Einzelne von uns die Zughörigkeit zu zusätzlichen Identitäten empfindet, wie die religiöse, die konfessionelle sowie die Identität des Landes in dem der jenige lebt oder auch Region- oder Dorfsabhängige Identitäten, doch bleibt die nationale Identität die übergreifende und übergeordnete Identität.  Die deutet eher auf die homogene Volkszugehörigkeit.

Der entstandene Nationalismus war die Ausdrucksform dieser nationalen Identität. Ferner ist dieser Nationalismus gemeinhin die ideologischen Grundlage der nationalen Bewegung, die die Festigung und Verteidigung unserer Nation zu ihrem Ziel machte.

 

Unsere Syrische Sprache (Suryoyo, Suraya, Sureth...), ist eine besondere Eigenschaft der nationalen Zugehörigkeit und eine besondere und bereichernde Eigenschaft des syro-mesopotamischen Raumes.

 

Mi diesen Gedankenwerte und der ostchristlichen Verbundenheit, bleibt eine wirkungsvolle Position zur Stärkung des liberaleingeprägten Nationalbewusstseins, verbunden mit einer starken und bewussten Vaterlandsliebe und der Zentralität der Heimat im Leben und in den Visionen, unvermeidbar. 

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Menschenrechte in Syrien

 

· Der neue Kurs des syrischen Regimes hat in der Bevölkerung eine Erleichterung ausgelöst. Die Begeisterung über die wirtschaftliche Öffnung und der kommenden Stabilität der syrischen Wirtschaft, läßt die Fragen der Demokratisierung und der Menschenrechte auch auf der syrischen Straße zu einer Nebensächlichkeit geringen. Unseren Quellen zu Folge beherrscht die Korruption die syrische Wirtschaft, daß die meisten großen und wichtigen Privatunternehmen Syriens in Besitz oder Teilbesitz von Regimefuktionäre oder deren Angehörige sind, daß diese Modernesierungsgewinner meistens Anteilhaber der Machtstruktur des Systems sind, das nur durch die Baath-Partei, die politisierte Armee und die Macht des Sicherheitsapparates aufrechterhalten werden kann. Die Banken sind staatlich und verfügen über knappe Devisenreserven. Die Vetternwirtschaft führt zu großen sozialen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten. Das Arm-Reich-Gefälle ist gewachsen. Dem entspricht die Realität: Der ökonomischen Modernisierung Syriens folgt nicht die politische. Auf Grund der relativen Stabilität bekämpft das Regime unaufhörlich die Menschenrechte und unterdrückt die Freiheiten der syrischen Bevölkerung , ohne auf Gegenwehr Seitens der Bevölkerung zu stoßen - und geschtüzt an dem Notstandsgesetz.

 

„ Beschränkung der Freiheit des einzelnen, vorbeugende Inhaftierung von Personen, die im Verdacht stehen, die öffentliche Sicherheit zu gefährden... „ ( Art. 4 a des NSTG)

Das ist ein Teil des Notstandsgesetzes, das seit März 1963 in Syrien gilt. Auf Grund dieses Gesetzes sind  diverse Sicherheitskräfte befugt, willkürliche Festnahmen, Haft ohne Anklage, Folter, Verschwindenlassen und extralegale Hinrichtungen durchzuführen ( Bsp. Salah Jdid der frühere Vize-Generalsekräter der arabischen sozialistischen Bath-Partei, der seit 1970 verhaftete kranke Mann, wurde am 19.08.1993 mit einer Spritze getötet, die dazu gedacht war seine Gelenkschmerzen zu mildern). Dieses Gesetz wurde in hohem Maße dazu mißbraucht, um den Sicherheitsapparte mehr Macht zu geben, damit jegliche Opposition rigoros unterdrückt werden kann.

Es sind Fälle bekannt von unfairen  Gerichtsverhandlungen  des obersten  Staatssicherheitsgerichtes von politischen Gefangenen, die seit zehn Jahren und mehr in Haft sitzen, wo die Beklagten meistens zu länger als zehn Jahren verurteilt wurden. 

 

Die syrische Verfassung garantiert eine Reihe von international anerkannten Menschenrechte, sowie die Pflicht des Staates, die Freiheit, Würde und Sicherheit des Einzelnen zu schützen. Gemäß „ Art. 25". -Anordnungen die nicht im Gesetz sind, bedürfen die Überprüfung des Parlamentes, was bei vielen Fällen fehlt  und somit illegal und rechtlich bodenlos sind- so können Sicherheitsbehörden, jeder Zeit jeden Verdächtigen ohne sofortige Benachrichtigung einer zentralen Behörde in Haft nehmen, (Es sind Fälle bekannt, von Verhaftungen, die auf persönlichen Gründen der Beamten basieren). Im Haftanstalt bzw. Im Zuchthaus beginnen andere Menschenrechtsverletzungen. Das Recht des Inhaftierenden auf Rechtsbeistand wird ihm verweigert, ganz zu schweigen von dem  Recht auf Besuche von Familienangehörigen - Angehörige werden nicht über erfolgte Festnahmen und den jeweiligen  Standort unterrichtet - und das Recht bei einer Außenstehenden Behörde Beschwerde einzulegen wird gar nicht berücksichtigt als gebe es nicht. Daß der inhaftierende jedoch gefoltert wird, gehört zum alltäglichen Leben, es wird sogar das Recht auf medizinische Betreuung verweigert ( In den Militärgefängnisse gibt es sogar keinerlei medizinische Betreuung ), so daß einige der Inhaftierten unter den Folgen der Folter und sterben.

Die Sicherheitsbehörden und die Staatssicherheitsgerichte, sehen in der Zugehörigkeit zu einer oppositionellen oder geheimen Organisation ein Gefahr für die innere Sicherheit des Landes. Die Sympathie zu einer verbotenen Gruppierung kann den Verdacht bei den Sicherheitsbehörden erwecken, staatsfeindlich zu sein und damit auch ein Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Natürlich ist das Verlegen und Zirkulieren von falschen Informationen, die den Verdacht erwecken die Staatssicherheit zu gefährden genau so strafbar. So müssen diese Personen mit Inhaftierung ohne Anklageerhebung, Folterung und Repressalien rechnen. Den Gegnern der Revolution wird nach §6 NSTG die Höchststrafe verhängt ( hier lebenslänglich und in besonderen Fällen sogar die Hinrichtung ).

Hier eine Liste, der uns bekannten syrischen Organisationen, die von den syrischen Behörden nicht anerkannt werden und somit in der Opposition stehen. Ihre Mitglieder können in Syrien nur im Untergrund agieren.

 

·         Die syrische Kommunistische Partei/Politbüro CPPB (Anführer Riad Altürk  von Okt./80 bis Dez. / 98 in Haft ) 

·         Partei für kommunistische Aktion PCA (gegründet 1976 und wurde früher Liga für Kommunistische Aktion genannt)

·         Die demokratische Bath-Partei

·         Die demokratische sozialistische Bath-Partei (rechter Fügel)

·         Partei der arabischen sozialistischen Union

·         Demokratisch - nasseristische Volksorganisation

·          Die arabische revolutionäre Arbeiterpartei (Anführer: Yasin Alhafiz)

·         Partei der Moslembrüderschaft ( Ihre Mitgliedschaft ist nach Gesetz Nr.                                                   49/1980 unter Todesstrafe gestellt )

·          Komitee für die Verteidigung demokratischer Freiheiten und                                                                                                    Menschenrechte in Syrien (14 Ihre Mitglieder wurden im März 1992 nach mehr jähriger Haft, zu 5 bis 10 Jahren vom Staatsicherheitsgericht verurteilt, ohne          ihnen das Recht auf Widerspruch zu räumen. )                                                                         

·          Athaluf Aluatani l tahrir Suria ´ Die natioale Koalition für die Befreiung Syriens´ ( eine Koalition islamistischer Kräfte im Ausland )

·          Nasseristische Volksorganisation ( 200 Personen wurden im Jahre 1986                                                                                                       verdächtigt zu dieser Organisation anzugehören und verhaftet. Die meisten wurden            nach langjähriger Haft jedoch entlassen ) .

·          Nationaler Ausschuss für die Verteidigung der politischen                                   Gefängnissen in Syrien (Gewaltlose unabhängige Gruppe, agiert von Syrien            aus) 

·         Partei des 23. Februars

·         Die arabische kommunistische Organisation

·         Partei der Einheit ( BKITI )

·         National Demokratische Allianz

·         Syrischer Front für die Solidarität mit libanesischen Volk

Wichtig an dieser Stelle ist zu erwähnen, daß die zugelassene politische Parteien ( Arabische sozialistische Union, Syrische kommunistische Partei-Zentralkomitee, Organisation der Einheitssozialisten ) reine Akklamationsorganisationen der ( dem wissenschaftlichen Sozialismus nahestehenden ) Baath-Partei sind und sollen den Eindruck erwecken, daß Syrien über ein Mehrparteiensystem verfügt. Sie bilden mit der Bath-Partei einen sogenannten " fortschrittlichen Nationales Front". Diese Parteien dürfen allerdings innerhalb der Schüler-, Studentenschaft und der Armee nicht aktiv sein. Auch an den Parlamentswahlen konnten keine Oppositionsparteien teilnehmen, obwohl das syrische Regime mit diesen Wahlen den Schein von demokratischen Wahlen zu erwecken versuchte.

Es sind Fälle bekannt von Eliminierung von Regimegegnern im Ausland durch die Geheimdienstorgane, abgesehen von Spitzeldiensten in deren Rahmen Informationen über die im Ausland lebende Syrische Staatsbürger gesammelt werden.

Angehörige palästinensischer Organisationen  werden, soweit eine nicht prosyrische Aktivität verdächtigt wird, verhaftet. Auch Studenten und Schüler werden nicht verschont. So befanden sich in Syrien ca. 5000 palästinensische Gefangene. Im März 1991 wurden zwischen 500 und 600 politische Gefangene palästinensischer Herkunft freigelassen, dem Rest wurden terroristische Aktivitäten  vorgeworfen, so daß dieser Vorgang als diplomatischer Schritt gesehen wurde, um eine bestimmte Seite zufrieden zu stellen, daß damit keine Änderung der Lage der Menschenrechte in Syrien zu sehen war, denn ähnliches tat Syrien im Mai und Nov. 1989 um die Beziehung mit der PLO zu verbessern.

Auch aktive Gewerkschaftler und Angehörige von Berufsverbänden, die Kritik gegenüber dem Regime ausüben bleiben nicht verschont.

Der wachsende religiöse Fundamentalismus in der syrischen Bevölkerung im allgemeinen macht sich sehr bemerkbar. Er beeinflußt das laben der Christen in Syrien  negativ. Viele Christen  wandern aus Angst vor der Zukunft aus. Die Christen bildeten im Jahre 1900 40%  der syrischen Bevölkerung, im Jahre 1960 waren sie 12% und im Jahre 1991 nur noch 11% (  Die von dem Regime harte bekämpfte fundamentalistische Moslembrüderschaft sorgte Anfang der 80er Jahren für Besorgnis innerhalb der christlichen Gemeinschaft, weil sie das Regime zu Stürzten zu ihrem Ziel machte und die Gründung eines islamischen Gottesstaates in dem die Shariya als einzige Quelle der Gesetzgebung gemacht wird ) in den letzten Jahren war eine Auswanderungswelle zu betrachten hauptsächlich aus dem Nordosten Syriens. Es ist jedoch trotzdem keine gezielte politische Verfolgung der Christen in Syrien allein wegen ihres Glaubens bekannt, es sind allerdings Fälle bekannt von Diskriminierung und Benachteiligung der Christen, sowie Fälle von feindseligen Handlungen, Morden an christlichen Soldaten und Überfälle auf Konvertiten. Dies würde in einem demokratischen Regime nicht passieren dürfen, denn die Christen in Syrien sind ins Gesellschaftsleben ihres Landes integriert, und sind wegen Ihrer ethnischen Zugehörigkeit als Nachfahren der alten Assyrer, Aramäer und Babylonier, die Urbevölkerung von Syrien und Mesopotamien ( sie bildeten auch Zeitlang die Mehrheit der Intellektuellen und Gelerntenschicht in der syrischen Bevölkerung, es sind Persönlichkeiten bekannt, die politische Parteien in Syrien gründeten wie Michel Aflak Gründer der Baathpartei und Antone Saade Gründer der syrischen national-Partei, aber auch Personen die im öffentlichen Leben Syriens eine große Rolle spielten). Doch in einem Land, wo der Sicherheitsdienst und die Prinzipien der regierenden Partei, über der  Staatsgewalt stehen, ist das ganze wenig  zu vermeiden. Von der anderen Seite wissen Syrienexperten, daß das Regime dessen Führung sich selbst aus Mitglieder religiöser Minderheit der Alewiten zusammensetzt, äußerlich gegenüber Minderheiten tolerant scheint bei der Ausübung ihres religiösen Brauchtums und der kirchlichen Aktivitäten, soweit diese nicht die Sicherheit des Landes gefährden oder bei den Moslimischen Bevölkerung missionieren. Nur dies tut das Regime nur um durch die angegrenzte Freiheit  die Sympathie der Minderheiten -ganz besonders der Christen- aufzuzwingen, gegen die sunnitische Mehrheit der syrische  Bevölkerung.

 

Im Nordosten des Landes ( Mesopotamien ) sind die Sicherheitsbeamten besonders mächtig und Einflußreich. Dort leben viele Christen verschiedener Konfessionen. Das größte Teil davon ist Angehörige der syrisch-orthodoxen Kirche. Bei Diesen Christen handelt es sich um religiöse, ethnische und sprachliche Minderheit der aramäisch sprechenden assyrischen Christen. Zum größten Teil Nachfahren christlicher Flüchtlinge aus dem in der Türkei liegenden Grenzgebiet, die damals von den Repressalien und den Morden der Kurden und der türkischen Armee flüchteten. Sowie auch assyrische Christen, die im Jahre 1933 aus dem Irak flüchteten, die von den Franzosen im Gebiet am Fluß Khabur angesiedelt worden sind.  Die assyrischen Christen leiden ganz besonders unter der panarabischen Ideologie der Bath-Partei. Die, die ethnische und kulturelle Eigenständigkeit von Minderheit im arabischen Einflußraum negiert und christliche Minderheiten als christliche Araber betrachtet ( In der Volkszählungen werden Angehöriger dieser Volksgruppe nicht als eine ethnische Gruppe gezählt, sondern als syrisch-arabisch bezeichnet ), so wurde im Jahre 1958 ( Jahr der Gründung der Vereinigten Arabische Republik )den Nationalen Minderheiten durch Das Gesetz Nr. 160 verboten, private Schulen zu gründen. Im Jahre 1963 mit der Machtübernahme, begann  die  Arabische Sozialistische Baath-Partei ihren Einfluss auf die bildungspolitische Praxis stärker geltend zu machen. Sie erschwerte sogar die Neugründung von Privatschulendurch den Erlass Nr. 1537/7/L vom 08.10.1963. Im Jahre 1967 wurden sogar alle Privatschulen auf Grund des Gesetzes Nr. 127 direkt von Beamten des Erziehungsministerium verwaltet. Diese Maßnahmen hätten faktisch den Verlust der eigenen Muttersprache zu Konsequenz. Viele katholische Privatschulen weigerten sich das Gesetz zu befolgen und schlossen ihre Schulen zu Beginn des Jahres 1967/68(41 Schulen der Grundstufe und 51 der Mittel-und Oberstufe ). Zu überprüfen ist, ob diese Maßnahmen als Zwangsarabisierung gezeichnet werden können.

In der Gegenwart trauen sich viele assyrische Jugendliche nicht ihre Muttersprache in den Sonntagsschulen zu lernen, um keine Verdächtigung zu erwecken, zu der nationalen wiedererwachungsbewegung der aramäisch sprechenden Christen zu gehören.

 

 

Christen werden in Nordostsyrien in verschiedenen Arten verfolgt und von verschiedenen Seiten. so werden Christen von der PKK (Die Aktivitäten dieser Organisation werden von den syrischen Behörden geduldet und Unterstützt, aber genau registriert) verfolgt und zur Auswanderung aus dem Gebiet gezwungen, obwohl die PKK dies öffentlich nicht Bekannt gibt, fördert sie Ausschreitungen  gegen Christen, um zu einem allein von den Kurden bewohntes Gebiet zu gelangen und das assyrische  Prozesses ( wie der Fall in der Türkei und im Irak ist) sowie die assyrische Minderheit zu kurdisieren (Seit dem zweiten Golfkrieg flüchteten viele Kurden und damit verschiedene Irakisch-kurdische Organisationen die Ihre Büros im Gebiet haben und Ihre Stärken gegeneinander sowie gegenüber der christlichen Bevölkerung stark präsentieren ). "Zu überprüfen ist ob die Verfolgung dieser nichtstaatlichen Personengruppe als Mittelbare Staatliche Verfolgungsmaßnahme zu rechnen ist, denn die syrische Regierung und ihre Apparate billigen diese Maßnahmen und nehmen sie tatenlos hin und versagen damit den erforderlichen Schutz" .   

Unseren Quellen zu Folge existiert in der Stadt Al Malkiye (nah der türkischen Grenze) Mafia Ähnlich Gruppe der Familie AL-SAID und Elemente des Sicherheitsapparates. Zu  der Spezialitäten dieser Gruppe gehört die Wegnahme von Anbauboden von ihren rechtmäßigen Besitzern und ohne offiziellen Urkunden diese Boden bewirtschaften natürlich ohne die Besitzer daran teilzunehmen.

Unter der Schirmherrschaft des Sicherheitsapparates blieben folgenden Straftaten an Christen unbestraft.

 

·          1980 wurde den Söhnen des verstorbenen protestantische Bischofs Hanna Eliya das Landbesitz mit Gewalt genommen.  

·          Die Bauern des Dorfes West-Suaidiye wurden aus ihrem Dorf ausgetrieben und deren Häuser wurden zerstört.

·          1983 prügelten sie den Landbesitzer Gabro Eliya und nahmen ihm sein Land drei Jahre weg.

·          Ebenso  wurde den Landbesitzern Isa Paulus und Shekro Eliya Ihr Land beraubt.

·          1985 hinderten sie mit Waffengewalt die Bauern des Dorfes Al-Fardus den Anbau ihres Dorfes unter Verfälschung von einem Kaufvertrag für das Land  des verstorbenen Anwaltes Nizar Alabshar.

·          1993 wurde die Hälfte der Abbaufläche des Landbesitzers Shekro Eliya im Dorf Haiaka enteignet.

·          Ein misslungener Versuch die Ländereien der Bauerngenossenschaft in Al-Maduha

Hasch- und Waffenhandel.

Auch die Ländereien und Besitztümer der syrische orthodoxen Kirche blieben nicht geschützt von dieser mächtigen Bande ( deren Hauptbeschützer ein  großer Armeeoffizier laut Gerüchte sei ). Im Jahre 1992 wurden die Ländereien im Dorf Al-Fardus deren Besitzerin die syrisch-orth. Kirche in  Al Malkiye ist, beraubt und von dem Nutzer Michael Numan abgenommen. Auch mit einem Gerichtsbeschluss

wurden Ländereien im selben Dorf beraubt und wurden als bewiesene bisherige Nutzer der Ländereien vom Gericht bestätigt. Obwohl die syrisch-Orthoxe Kirche nichts davon weis, Ihre Ländereien einem muslimischen Bauer zur Verfügung gestellt zu haben und ganz sicher nicht in diesem Dorf, deren gegenwärtige Bauern Christen sind.

Auch einer Tankstelle deren Pächter die Familie Al-Said ist, wurde durch gefälschte Unterlagen und falsche Aussagen zu ihrem Besitz.

 

Wichtig zusehen ist hier wie Schutzlos christliche Bauer und Landbesitzer sind, gegenüber Banden, Gruppierungen und Sicherheitsbehörden, wenn diese, sie berauben und Ihre Besitztümer ihnen wegnehmen.

 

In dem sehr empfindlichen Gebiet des Nordosten Syriens, erwacht der religiöse Fundamentalismus bei den Kurden, insbesondere nach der Ausweitung der Aktivitäten der kurdischen Hisb-Ulah aus der Türkei nach Syrien und dem Einwanderung irakischer Kurden. Christen werden nicht nur nicht geschützt sondern werden auch Übergriffe Seitens moslimischer Extremisten  nicht oder zögernd geahndet. Obwohl Übergriffe bis jetzt Einzelfälle waren, ist die Lage sehr empfindlich und besonders ernst zu nehmen.

Es reicht den Verdacht zu einer assyrischen oder christlich-libanäsischen Organisation anzugehören, um verhört und gegebenenfalls gefoltert zu werden, um damit unter anderem zu einem Geständnis zu gelangen.

Hier eine Liste der uns bekannten politischen Organisationen, von christlichen Minderheiten für deren Mitglieder, die Gefahr politischer Verfolgung droht:

 

     - Assyrische demokratische Organisation ( ADO )

     - Beth-Nahrin assyrische Partei ( Hauptsitz in den USA )

     - Shuraya ( assyrisch , mit Hauptsitz im Libanon )

     - Partei für die Befreiung Assurs

     - Armenische Geheimarmee für die Befreiung Armeniens        

 

Denn diese Organisationen beschränken Ihre Zielsetzung und Ihre Aktivisten nicht nur auf  die Pflege Ihrer Kultur, Sprache, sondern haben sie politische Ziele, die unmittelbar  mit den Zielen und Prinzipien der Bath-Partei im Konkurrenz stehen  ( Die syrischen Behörden verhalten sich seit einiger Zeit im Bezug auf die Angehörigen der ADO relativ ruhig, so daß es sich nur von den Aktivitäten des Einzelnen abhängt, wie er sich öffentlich dazu bekennt und Ziele der ADO verbreitet, denn damit provoziert er die Verfolgung der Sicherheitsbeamten, dies ist jedoch für das aktive Mitglied manchmal unvermeidlich). Dazu noch die Angehörige und Exangehörige christlicher Milizen und Organisationen im Libanon:

·          Die Libanesische Streitkräfte FL ( verbotene christliche politische Partei in Libanon. Gegründet 1976. Unterhält Büros im Ausland  und ist gegen die syrische Besatzungsmacht in Libanon. Anführer ist Dr. Samir Jaja, der im Jahre 1990 einen Ministerposten ablehnte, in der damals neugegründeten Allparteienregierung von Ministerpräsident Karame. Die FL kämpften seit 1978 gegen die syrischen Besatzungsmacht Die Syrischen Behörden verdächtigen die FL, zahlreiche Bombenangriffe und Attentate in Syrien und Libanon verantwortlich zu sein ).

·          Kataib-Partei ( Phalangen )

·          Südlibanon-Armee (Mit Israel Kolloparierte Miliz. Ihr gehören unserer Informationen zu Folge ca. 40 syrische Christen an)

·         Hisb-Alwataniyin-Alahrar (Nationallibarale Partei, Gründer Präsident Kamil Shamoun)

·         Zedernwächter

 

Die Angehörige und Sympathisanten dieser Organisationen werden inhaftiert. Es sind Fälle bekannt von Verschwindenlassen von Inhaftierten in syrischen Haftanstalten der Sicherheitsbehörden und Militärgefängnisse, weil ihre Aktivitäten dadurch unter anderem gezielt gegen die syrische Armee gerichtet waren.

Die Lage der Christen in Syrien hat sich infolge des Libanonkonfliktes verschlechtert, die Christen werden schneller in Verdacht geraten mit christlichen Milizen in Libanon kooperiert zu haben, dies wird wahrscheinlicher, bei Christlichen Männern, die schon mal in Libanon gewesen waren. Besonders Schwierig ist  es für syrische Christen, die sich im Libanon seit Ihrer Kindheit aufhielten, und die Einberufung zum Wehrdienst nicht befolgten. Sie werden eingezogen und gegebenenfalls mißhandelt und wenn Ihnen die Mitarbeit in einer christlichen Miliz bewiesen wird, sind ihre Schicksale unbekannt. Gemäß Art. 263 des Staatssicherheitsgesetzes, wird die aktive militärische Kooperation als Verrat eingestuft. Bekannt ist uns auch, daß Verbindungen auf verwandtschaftlichen, geschäftlichen oder religiösen Basis berühren zwischen Christen in Syrien und im Libanon seit langer Zeit bestehen -Die maronitische Kirche hat zahlreiche Angehörige in Syrien, die Syrisch Orthodoxe, Syrisch-Katholische, Griechisch-Orthdoxe und  Griechisch- Katholische und der alten apostolischen Kirche des Ostens haben ihre Mitglieder in beiden Ländern.

 

·         Diese Maßnahmen sind ganz besonders  Verstöße gegen die Artikel 3, 5, 9 und 20 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und gegen den internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte Artikel 9 ( Absatz 1 ) und somit keine reine innerstaatliche Angelegenheit eines Landes mehr. Denn die meisten Grundfreiheiten erweisen sich für die Machtstrukur in Syrien als Wertlos und der Mensch vermißt den einfachsten Formen der Demokratie, Freiheit und des Schutzes der Menschenrechte. Denn die Förderung und der Schutz der Menschenrechte ein legitimes Anliegen der internationalen Gemeinschaft sind.

-             Die bedingungslose Freilassung aller gewaltloser politischer Gefangenen

-             Die soforige Freilassung aller Personen, die nach Ablauf der gegen sie verhängten Strafen weiter in Haft sind.

-             Die Verbesserung der Umständenden in syrischen Haftanstalten

-             Die Einführung von fären Verhandlungen für Personen die ohne Klage in Haft sind.

-             Die strafliche Verfolgung von Sicherheitsbeamten, die unmenschlichen Praktiken an Gefangenen ausüben

-             Die Gewährung von Schutz und Sicherheit für die Christen im Nordosten Syriens.

-             Die Abrufung der Notstandsgesetzte.

-             Abzug der syrischen Truppen aud Libanon

 

 

 

 

 

 

Raif Toma/Artikel in Qennsherin 

 

 

 

Assyrische Nationalfrage

 

Die Nationalfrage der Assyrer als indigenes Volk Mesopotamiens durchlief in ihrer Entwicklung mehrere Phasen: Wir können zwischen der folgenden Phasen unterscheiden

  • Phase der Entstehung von nationalen Visionen und der Entwicklung eines neuen Nationalgefühles in dem osmanischen Reich. Hier kristallisierte sich eine Nationalbewegung im Rahmen der pan-mesopotamistischen Gedankenwerte.
  • Die Phase der Jahre vor dem ersten Weltkrieg bis zur Gründung der neuen Nationalstaaten des Nahostens. In dieser Phase kristallisierten sich nationale Ziele zur Durchsetzung von Unabhängigkeit und der Wehrung gegen das Genozid.
  • Die Phase nach der Gründung der Nationalstaaten bis zum Kurweitkrieg.
  • Die Phase der entstandenen neuen Weltordnung in der Gegenwart.

In der ersten Phase ging es um die Schaffung einer Basis für die Verwirklichung einer Nationalsache für die syrischen Christen. Denn hier entstanden die ersten Ansätze einer Nationalsache. In dieser Phase spielte in der neugebildeten Nationalbewegung, die erwachte konfessions- unabhängige Nationalbewusstsein und die hervorgehobene nationale Identität eine große Rolle. Wir reden jedoch hier von einem kontinuierlichen Nationalismus im mesopotamistischen Sinne, der in Gang gesetzt wurde. Im Mittelpunkt dieses Gedankengutes stand die Auffassung vom syrischen Christentum und von dem einen Glauben, doch auch von der Ursprungsheimat Mesopotamien als die historische Heimat aller Assyrer, Chaldäer, Maroniten und Syrer. Mit der weiteren und kirchenübergreifenden Entwicklung, entfaltete sich eine Art Nationalismus im mesopotamistischen Sinne - nicht nur im Nahosten, sondern entfachte sich auch in die assyrische Diaspora durch die ausgewanderten Vordenker wie Farid Nazha, Gabriel Ibrahim Some und Naoum Faiq sowie andere. In der zweiten Phase, fiel das Volk der Assyrer dem Nationalismus und der Entstehung der jungen Nationalstaaten des Nahen Ostens zum Opfer, doch mit der nationalen Wiedererwachungsbewegung, zeichnete sich eine Umwandelung in dem sozialen, kulturellen und politischen Aufbau in allen Konfessionen unseres Volkes. Die Nationalsache der Assyrer verkörperte sich in dieser Phase aus den nationalen Herausforderungen dieses Volkes, nämlich in der Erhaltung der Existenz und der Identität als ethnisch unabhängiges Volk in der eigenen und historischen Heimatstätte „Mesopotamien“.

Sie spiegelte sich dann in der dritten Phase in der Forderung nach der Anerkennung des vergessenen Genozids von 1915 –1918 und dessen Rehabilitation. Das Verlangen mal nach Rückkehr in die Heimat, mal nach einem eigenen Staat, wurde für ein großes Teil der Assyrer, eine Hoffnung und eine Vision in der nationalen Frage.

Die meisten der entstandenen politischen Organisationen sind neu gegründet und ihre Funktionäre vermissen bis in der Gegenwart zum Teil die praktische politische Erfahrung, um politische Abkommen zu verhandeln und Koalitionen mit anderen Kräften zu bilden. Sie vermeiden meistens politische Konfrontationen und suchen faule Kompromisse, um ihre Existenz auf dieser Weise zu sichern – gerade, wenn sie mit fremden und benachbarten Kräften zusammenarbeiten oder für diese arbeiten. Sie suchen meistens nach faulen Kompromissen, um politische Abkommen zu verhandeln, die jedoch sie nur zu weiteren Verzichte bewegen.

In der Gegenwart bildet die Forderung nach einer internationalanerkannten Sicherheitszone zum Schutz vor Gewalt, Verfolgung und Vertreibung und zur Erlangung der Menschenrechte ein wichtiger Aspekt der Nationalsache Eine bedeutende Säule der nationalen Sache in der Gegenwart blieb die Notwendigkeit einer assyrischen Weltorganisation, einen universalen Zusammenhalt zwischen den einzelnen assyrischen Organisationen, kulturellen und kirchlichen Gruppen zu schaffen, die verstreut und vereinzelt in zahlreichen Ländern und Staaten des Nahen Ostens, in Europa, in Amerika und Übersee existieren. Diese Dachorganisation soll die politische Vertretung des assyrischen Volkes in allen seinen Konfessionen übernehmen. sie soll ein wichtiger Schritt sein zur nationalen Einheit aller Nachfahren der damaligen Bevölkerungen der alten assyrischen, babylonischen, sumerischen und aramäischen Reiche.

Im Rahmen der Nationalsache versagten die politischen, kirchlichen und kulturellen Institute, eine kommunikative Kompetenz zwischeneinender anzubieten um die Lösung zur Verwicklichung ihrer Nationalsache zu erreichen.

Die Nichtlösung der assyrischen Nationalsache würde dazu führen, dass das Urvolk Syriens und Mesopotamiens unter diesen Umständen weiterhin auswandert und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln und dieses Volk seine Visionen und Menschenrechte.

Die Gefahr besteht jedoch in der Gegenwart auch darin, dass assyrischen Christen schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung in den syro-mesopotamischen Siedlungsgebieten stehen. Was es als ethnische und religiöse Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt ihres Lebens raubt. Dies ist nicht nur als Ergebnis der Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten (Europa, Australien und Amerika) passiert, sondern wird in der ihrer Heimat politisch beeinflusst und rigoros politisch gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete dieses indigenen Volkes, werden seit vielen Jahren rigoros von ihrem Urvolk entleert. So stellt sich hier die Frage, in weit dieses Volk, die mit dieser Heimat verbundene Identität in sich tragen kann und mit welcher Intensität. Dies wird mit der Zeit die Sicherung der nationalen Identität als Eigendasein nehmen, deshalb ist es wichtig im Rahmen der nationalen Sache die syrisch-mesopotamische Kultur intensiv zu pflegen. Im Staatgebiet des Iraks werden die Chaldo-Assyrer auf abscheuehrlicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Dies bringt sie zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sichereren Gebiete des Iraks. So suchen sie die Sicherheit als Lösung ihrer Probleme und vermeiden jedoch die politische Konfrontation. Doch es kann sich keine politische Lösung durchsetzen ohne die politischen , sozialen und kulturellen Ziele aller Ostchristen im Irak zu berücksichtigen.

Sogar eine politische Konfrontation ist unvermeidbar. Es ist nicht nur ein Teil der gesamtirakischen Lösung, sondern bedarf eine zusätzliche Lösung der assyrischen Nationalsache. Das herrschende politische Chaos, kann die Nationalsache dieses Volkes sowie seine nationale Vision nicht nur gefährden, sondern mittelfristig zunichte machen. Die politischen Organisationen und Intellektuelle sehen in den möglichen Lösungen der Nationalsache dieses Volkes, die Gewährung des Schutzes und der Sicherheit für das Gebiet und seine Urbevölkerung, der Wiederaufbau der Ursiedlungsgebiete und die Förderung freiwilliger Wiederkehrer. Sie sehen in der Bewahrung der historischen Identität Mesopotamiens, eine moralische Verantwortung der Staaten des Nahen Ostens und der Völkergemeinschaft. Die Nationalsache der Assyrer wird nach vielen Quellen optimal verwirklicht in der Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte mit einer mesopotamischen Mehrheit, wodurch das Recht dieses Volkes auf Selbstbestimmung verwirklicht werden sollte. In dieser legalgesicherten Heimstätte können die Assyrer frei von Verfolgung, Mord und Unterdrückung leben. Unter Bewahrung der Souveränität des Iraks, ist die Gründung einer administrativen- und Sicherheitszone unter internationalem Schutz und in den Gebieten des Ninive-Tals – in den historischen Ursiedlungsgebieten mit der zurzeit christlichen Mehrheit. Dies ohne die Abgrenzung von den benachbarten Völkern.

Die assyrische Nationalsache ist stark abhängig von einer starken und bewussten Vaterlandsliebe und der Zentralität der Heimat im Leben und in den Visionen dieses Volkes. Raif Toma sieht, dass zurzeit die ideologische Kraft des Assyrismus noch nicht ausreicht, um die Spaltungen und Gegensätze zu überwinden. Doch er ist eine Chance nicht nur für die Nationalsache, sondern auch für eine Gemeinschaft, die überwiegend für Nächstenliebe, Brüderlichkeit, Toleranz, Friedensliebe jedoch auch für die soziale und politis

Raif Toma/Artikel in Wikipedia

 

Anlayse der Reaktionen auf den Artikel des Patriarchen Mar Ighnatius Zakka I. in Alnahr" Eine historische Ergänzung...."

 

 

Nach meiner Analyse der vielen Kommentare und der bürgerlichen Reaktionen über den veröffentlichten Artikel seiner Heiligkeit des Patriarchen Mar Zakka I Iwas in der Zeitung „Al-Nahar“ von 12.06.2005 mit der Überschrift „eine historische Ergänzung im Aufbau einer arabischen Kultur - Islam und Christentum“, möchte ich noch einmal auf den ganzen Sachverhalt und sein Folgen der Diskussionen um das Thema eingehen.

Der Artikel verursachte in der Diaspora und in der Heimat, eine starke Entsähuschung und Diskussionen. Nicht nur bei den Gläubigen der syrischen Kirche, sondern auch bei den Angehörigen anderer Kirchen unsres Volkes, sowie bei den nationalistischen Organisationen und deren Kader.
Wie ich anfangs vermutet habe, haben einige dies ausgenutzt, und Kritiker als antikirchlich, antiklerikal und antireligiös zu bezeichnen und dies auf Grund pan-mesopotamistischer assyristischer Gedanken begründet. Es herrschte auch oft eine gewohnte Emotionalität.
Ich persönlich bat seiner Heiligkeit in einem an ihn gerichteten Schreiben darum, eine väterliche Erklärung zu veröffentlichen, wie dies die Gläubigen unserer Kirche zu verstehen sollen. Denn ich las auch von seiner Heiligkeit, einiges was dem Gegenteil beweist.
Dass die meisten Angehörigen der syrisch-orthodoxen Kirche nichts für den Arabismus empfinden und keinen Stolz in ihm haben, ist sicherlich deutlich. Sie wollen eine Fahne des politischen Arabismus nicht empor hochheben. Sie empfinden zum größten Teil auch keine arabische Nationale Zugehörigkeit. Sie fühlen ihre eigene nationale Identität, obwohl sie unter sich, um den assyrischen und aramäischen Namen streiten.
In dem Artikel werden wir aufgefordert - als ein arabisches Volk, die arabische Einheit zu festigen und die Fahne des Arabismus hochzuheben. Nun frage ich diese Brüder und Schwester gezielt folgende Frage: Wollt ihr etwa diese Fahne empor hochheben, so sagt es und euer Schweigen, bewerte ich und viele Andere als Ohnmacht oder Einverständnis, doch seit doch mutig und sagt es öffentlich, damit andere damit umgehen können.
Ferner stellt sich die Frage; welche der politische Organisationen und der sozialen und kulturellen Verbände unseres Volkes bereit sind, den politischen Arabismus mit ihren Prinzipien zu verankern und für die Festigung einer nicht existierenden arabischen Einheit zu arbeiten.
Doch auch die Mehrheit der Bevölkerungen der Mitgliedsländer der arabischen Liga wollen diese schädigende Einheit nicht mehr. Denn jedes dieser Länder hat seine patriotische Besonderheiten sowie seine in liberalen und demokratischen Kreisen zu respektierenden eigenen Staatsgebiete, auf sie diese Völker stolz sind mehr als den Arabismus.
Die Kritiker sowie deren Kritiker zweifeln nicht daran, dass der Patriarch die Wahrheit über unsere Geschichte, Kultur und über die nationale Identität unseres nichtarabischen Volkes nicht verborgen ist. Sie sind allerdings verschiedener Meinungen über die Ursache dieses Artikels. Eine kleine Minderheit zweifelt daran, dass der Patriarch so Etwas schreibt oder begründen es so, um den Kritik zu ermeiden. Andere wollen es nicht Wahr haben.
Einige wollen es anderes verstehen, dass der Satz „Wir sind ein arabisches Volk“ÙÂÂÂÂ�Ù†حÙ† شعب عربÙŠ Ùˆاحد nicht so verstanden werden soll als würde der Patriarch uns als Araber nennen. Einige Jugendliche und Intellektuelle, die im freien Westen leben, sind durch manche Details im Artikel frustriert und enttäuscht. Doch genau diese, die sich entwurzelt fühlen und auf der Suche nach einer Identität sind, finden mit diesem Bedürfnis andere Identitäten, die nicht auf der Nation beruht. Und werden noch größere Schwierigkeit finden einer fremden Nation außer dem Land in dem Sie leben anzugehören.
Doch auch eine besonders herrschende Meinung war, dass der Artikel dem Patriarchen diktiert wurde. Nun gesetzt den Fall - was auch sehr wahrscheinlich ist, dass die Apparate des syrischen Regimes, seine Heiligkeit dazu zwangen diesen Artikel zu veröffentlichen. Hier ist es wichtig, das Gegensteil auf offener und liberaler Art und Weise zu veröffentlichen, um dem Arabisierungsprozess standzuhalten und eine von den syrischen Apparaten beabsichtigte, Kluft zwischen der syrischen Kirche und der nationalen Bewegung zu vermeiden.
Doch es stellt sich auch die Frage, ob die Araber tatsächlich, die Syrisch-Orthodoxe Kirche brauchen, für den Aufbau einer arabischen Kultur oder einer nie zu erfüllenden und von den meisten ihrer ehemaligen Prediger nicht aufgegebenen arabischen Einheit.
Zwar lebt die Mehrheit der Gläubigen dieser Kirche in den Ländern des nahen Ostens, doch diese sehen sich in der Mehrheit zwar als ein Teil dieser Gesellschaften und tun ihren Beitrag aktiv und loyal für die Einheit und Stabilität der einzelnen Nationalstaaten, doch sie sind und fühlen sich nicht als Araber. Den sonst würde die syrisch-orthodoxe Gemeinde in der Türkei mit den Behörden in der Türkei Ärger haben, warum sie sich nicht als Türken proklamieren. Und das auch in Persien.

Klar ist doch, dass die Christen des syro-mesopotamischen Raumes schon vor der gewaltsamen Eingreifung der arabischen Muslime im Gebiet lebten.
Die aramäische demokratische Organisation sieht in ihrem Brief an den Patriarchen, dass die nationale Identität weder von de Patriarchen noch von sonst jemand entschieden wird.
Dann stellten sich auch einige die Frage, ob das Patriarchat sich ins politische Spiel einmischen will. Als Gläubige dieser Kirche ist es unser Recht natürlich dies zu wissen, damit wir eine Position beziehen können und mit der neuen Situation umgehen können. Diese politische Positionen kirchlicher Institutionen und Kirchen-Oberhäupter können auch zu Konflikten innerhalb unserer Gemeinden im Westen und in der Heimat im Irak, Syrien, Libanon und in der Türkei führen. Denn was passiert wenn einzelnen Bischöfe unterschiedliche politische Meinungen vertreten?
Solche Behauptungen nannte der syrische Pfarrer aus dem Libanon Sharbal George Samuel als Verbrechen gegenüber der Geschichte.

Ich bin mit diesem Kritik weder Antiaraber noch möchte ich den Patriarchen persönlich angreifen, sondern will meine Meinung und die Meinung vieler anderen die irgendwo schrieben und mir gegenüber anhand von Gesprächen über das Thema sich äußerten. Sie veröffentlichen öfters aus Rücksicht und aus bestimmten Interessen, ihre Meinung nicht. Nun sollen wir jedoch aus Rücksicht zu den Nachbarvölkern und um die Gleichheit und Gerechtigkeit zu erzielen, uns verschmelzen lassen und als Nation uns in die andere Nationen assimilieren lassen. So werden wir im Irak wie einer aus den Diskussionsforen schrieb, etwa Kurdo-Araber nennen und im Iran Perser und in der Türkei Türken und festigen eine Großtürkei. Wird das alles wirklich von den benachbarten Völkern von uns verlangt????
Die Politik der Assimilierung und der Verschmelzung anderer Nationen in die arabische Nation ist vorbei und die Zeit des friedlichen Zusammenlebens von unterschiedlicher Völker ist gekommen. In der auch diese Völker durch ihr Anderssein eine Bereicherung für die jeweiligen Ländern bilden. In den meisten arabischen Ländern Leben nichtarabische Völker, die zum Teil vor den Arabern das Gebiet ansiedelten.

Nun wie würden wir dann aber reagieren, wenn Bürger dieser Staaten die sich zum Islam bekannten und die Mehrheit sich ihren nichtarabisch Wurzeln bewusst werden, dann stünden wir vor einer neuen Situation auf die wir nicht vorbereitet sind.

Gravierenden Fehler und einen ganz gefährlichen Schritt ist jedoch auch, die Rede von der Nation der Kirche. Was nur die Interessen fremder Kräfte bzw. anderer Völker und anderer Interessen dienen kann – doch nicht die eigene. Dies treibt leider ein Teil der Nationalbesinnten, sich von der Kirche zu distanzieren oder eben auch sich in extremen Situationen gegen die Kirche aufzuheben. Beides entfremden die jungen Generationen und wirken langfristig sehr negativ, da den Kirchen diese Jugend verloren geht und unsere relativ kleine traditionelle ostchristliche Kirchen, werden als Gemeinden und als Institute noch schwächer.
Ich sehe auch, dass die pan-mesopotamistischen Gedankenwerte, die Traditionen unseres Volkes und die der Kirche aufbewahren. Sie fördern e die politischen und kulturellen Ziele unseres Volkes. Sie verbinden dem Namen der syrischen Kirchen und der Geschichte des einen Volkes dieser Kirchen. Sie bringen jedoch auch die ideologische Verbindung zwischen den Nachfahren der (Summern, Chaldäern, Babylonier, Assyrer, Aramäer und Phönizier) und Mesopotamien, Libanon und Syrien zum Ausdruck. Im Mittelpunkt dieses Gedankengutes steht die Auffassung vom syrischen Christentum und von dem einen Glaube, doch auch von der Ursprungsheimat als die historische Heimat aller Assyrer, Chaldäer, Maroniten und Syrer.
Doch der Gedankengut des Arabismus konnte in dieser kurzen Zeit politischer Herrschaft arabistischer Diktaturen und trotz der Zwangsarabisierung, doch sie kommen wirklich einige Tausend Jahre zu spät und müssen wahrscheinlich einige hundert Jahren mehr noch auf dieser Art und Weise herrschen, um unsere Hochkultur ins Grabe zu werfen – Gotte behüte.


Sicherlich kann eine eigenständige und tiefverwurzelte Nation nicht durch einen Artikel ausgelöscht werden, sondern sie besteht einfach in der Heimat, in der Geschichte, in der kulturellen Erbe, in den vielen historischen Zeugen und natürlich auch in den menschlichen Trägern ihrer Hochkultur. Diese Hochkultur konnte weder von dem Genozid noch der vielen Massaker und Arabisierung und Islamisierung, Vertreibungen und Verfremdungen erden unsere Kultur nicht begraben werden. Doch diese Entwicklungen und die ungesunde Phänomene innerhalb unseres Volkes, sind ein Resultat des Versagens der Intellektuellen und der politischen Organisationen sowie der sozialen und kulturellen Institutionen. Es ist wichtig gerade in der Frage der nationalen Identität mit einer objektiven Analytik und Dialog anzugehen und die fundamentalen Elemente unserer kulturellen und nationalen Identität hervorheben. Dabei ist es von absoluter Notwendigkeit, die historischen, kulturellen, geographischen und menschlichen Elemente dieses Volkes und dieser Hochkultur miteinander zu verbinden.


Raif Toma

10.09.2005

 

 

 

 

Raif Toma/Veröffentlicht bei Qenneshrin

 

 

An Daniel Imran bezüglicb natioanle Identität

 

Shlomo Imran
Es ist sicherlich sehr notwenig oft das Thema "nationale Identität" zu behandeln. Wir können nie genug dieses Thema behandeln. Ich danke dir dafür!

Sicherlich ist die Frage der Priorität sehr wichtig, doch dieses bedeutet nicht, dass so ein wichtiges Thema das sicherlich von der Priorität her hinter der Frage der Sicherheit und des weiteren Überlebens unseres Volkes liegt. Davon hängt vieles ab, wenn es um die Behandlung der nationalen Frage und der nationalen Vertretung unsers Volkes in den Ländern in denen  wir leben und ganz besonders in Beth Nahrin. Besonders nach dem Erwachen der jungen Generation, zu ihrer nationalen Identität, gewann diese an Wichtigkeit. So werden  Ersatzidentitäten wie die konfessionelle und dörfliche untergeordnet.

Nun sicherlich hast du das Recht selbst auf neue Ergebnisse zu kommen, dies zeigt deine Kreativität und deine Mühe, die du dir gedanklich machtest, um auf die Ergebnisse zu kommen. Du hast das recht diese Ergebnisse zu verteidigen und zu argumentieren, doch diese als absolute Wahrheiten zu verkaufen, kann sicherlich Diskussionsstoff anregen.
Ich bin auch der Meinung, dass das Bewahren der eigenen nationalen Identität von besonderer Wichtigkeit ist. Doch das Bewahren der eigenen nationalen Identität darf uns nicht daran hindern uns von den Gesellschaften in denen wir leben beeinflussen zu lassen. Die aufgeklärte und national auferwachte Generation mit pan-mesopotamistischen Gedanken kann sich in den westlichen Gesellschaften gezielt integrieren lassen. Sie kann bewusst, ihre aus der Freiheit weiterentwickelte Identität aufbewahren. Dies kann jedoch in den undemokratischen Staaten des nahen Ostens nur bedingt realisiert werden. Denn unter der Unterjochung und Unterdrückung eine Gegenwehr und eine Zwangsassimilierung verursacht werden können. Das Anpassen bedeutet nicht unbedingt den Verzicht auf die eigene nationale Identität, sondern sie in manchen Fällen stärken und bereichern und erleichtert das Zusammenleben der verschieden gesellschaftlichen Elemente der Ländern in denen wir leben. Also eine gezielte Integration unter Bewahrung der Eigenständigkeit. Hier hast du die Bewahrung der Muttersprache erwähnt. Doch das Kennen der eigenen Geschichte ist auch von besonderer Wichtigkeit. Denn auch damit können wir unsere Nation in den historischen Kontext einordnen. So können uns archäologische und historische Befunde vieles über die Abstammung, das Leben und die Verschmelzung der Völkerschaften geben. Durch werden besondere gemeinsame Merkmale unserer Nation widerentdeckt, nämlich die einheitliche Sprache und die gemeinsame Geschichte und Schicksal sowie natürlich auch durch die gemeinsamen Leiden in einem historischen und geografischen Gebiet seit vielen Tausenden. Diese Wirklichkeit, war eine in der Vision und Gedanken der Träger des Gedankengutes des Assyrismus eine untrennbare Wirklichkeit. Doch auch die soziologische Struktur unserer Gesellschaft und die Rechtsbräuche der alten Kirchen und der vielen Kirchen sowie die kultischen Symbole, Gebräuche und Einrichtungen. In  Zahlreichen Städten zeigen die Funde auch einheitlichen und ähnlichen Gottheiten sowie ähnliche Götterbezeichnungen. Bekannt sind auch die gemeinsamen Kirchenväter. Dies alles deutet auf die Wirklichkeit, dass wir heute ein Volk sind mit einer nationalen Identität. Durch die Umsiedlungswellen in den Reichen des syro-mesopotamischen Raumes, die öfters zeitlich von einander begrenzt herrschten und das Zusammenleben, folgte eine logische demographische Verschmelzung dieser Erzvölker. Die Amtsprache in den Reichen Mesopotamiens und Syriens, war das Akkadische dann später das nahverwandte Aramäische.
Der sprachlichen Aramäisierung begleitete eine politische und kulturelle Assyrisierung und eine religiöse Babylonisierung (Chaldäerisierung) sowie Syriansieung (Christianisierung). Doch es gibt eine klare Trennung von den seit nicht langer Zeit in Mesopotamien aus den Gebirgen Irans eingesiedelten Kurden und von den vorher eingesiedelten Arabern und Türken.
Doch schwer wird es sein und wenn dann nur im Einzelfall, wissenschaftlich und wahrheitstreu festzulegen aus welchen dieser Teilvölker des assyrischen Reiches, des babylonischen Reiches, des akkadischen Reiches und der sumerischen und aramäischen Stadtstaaten wir heute stammen. Leichter ist es sogar festzustellen und auch trotz der Vermischung festzustellen aus welchen regionale Völkerschaften Deutschlands Menschen in bestimmten Gebieten der Bundesrepublik stammen. Doch für die Menschen ist es unerheblich, wichtig ist es das sie von der nationalen Identität her Deutsche sind. Das Beispiel gilt auch für die Israelis und Griechen. 
Mich interessiert jedoch auch aus welcher Quelle du die Information entnommen hast, dass die Mehrheit der Untertanen der Perser Aramäer waren.
Leider warst du in deinem Artikel einseitig und bist vom Thema der nationalen Identität ausgewichen in dem du auf die Bezeichnung "Syrer" (Suryoye) eingingst, da möchte ich jedoch nicht in das Thema eingehen und einige wissenschaftliche Quellen nennen, die deine Behauptung widerlegen. Das Thema der Bezeichnungen und Namen ließ leider deinen Artikel Etwas an wissenschaftlichen Wert verlieren. Dabei will ich jedoch meine Achtung für deine Arbeit ausdrucken.

Als Erben der Tausenden von Jahren alten mesopotamischen Hochkultur, ist es gewöhnlich, dass mannigfache Auffassungen erscheinen in Bezug auf Themen, die unserer Geschichte, nationaler Identität, unserer Heimat und unserer Sprache.
Zum Schluss zitiere ich den chaldäischen Bischof Addai Sher: "die Bewohner Mesopotamiens sind eine Nation in der Rasse und in der Heimat".


Raif Toma
2006-08-06

 

Nationalbewegung

 

Shlomo Ahuno Miaqro,

deine Ausführungen sind sehr rational und enthalten sehr viele Fakten. Ich möchte dir für deine durchdachte Gedanken loben.

Deine Beschreibung der Arabisierung der Christen in Syrien und Libanon, stimme ich zu und ist sehr beeindruckend und explizit beschrieben worden. Tatsächlich haben Intellektuellen der arabischen Erhebungsbewegung, die dann zu dem Panarabismus führte, war sehr stark von christlichen Intellektuellen beeinflusst, wie Michel Aflaq, Phares Alkhuri, Antoine Farah. Sie wollten sich endlich emanzipieren und schufen dann für die Muslimen und Christen des arabischsprachigen Raumes des nahen Ostens einen islamisch-arabischen Nation. Einen an dem Islam gebundenen Panarabismus, der ihnen als arabischsprachige Christen den selben gesellschaftlichen und politischen Stellungswert zusichern sollte. Die Melekiten, waren auch die Gründerkonfession der syrischen Sozialnationalistischen Partei unter Führung von George Saade. Der zur syrischen Nation aufrief.
Hier war die Sprache ein Einheitsfaktor und eine bestimmende Eigenschaft der arabischen Nation /von dem wichtigsten Philosophen des arabischen Nationalismus Sataa Alhasri (1880-1968).
 
Dies war zwar eine künstliche Nationalisierung, doch nicht vergleichbar mit unserer Nationalbewegung.  Ich möchte hier jedoch daran erinnern, dass bei den Maroniten jetzt ein Prozess der Re-Syrianisierung  zu beobachten ist.

Ich finde das Thema der Nationalbewegung sehr wichtig, dass es schade ist auch bei diesem Thema, in die enge und  rekonstruktive Namensstreiterei reinzurutschen. Es sind halt verschiedene Standpunkte.
Ich finde dass die Nationalbewegung, keine künstliche Nationalisierung ist, sondern eine Entwicklung vieler pan-mesopotamistischen Gedanken kirchlicher und laizistischer Persönlichkeiten. Sie sieht in unserem Volk auch als eine Einheit. Malfono Naoum Faiq rief; "erwache Sohn Assurs, erwache" und er meinte nicht die Hauptstadt des alten assyrischen Reiches oder gar Assyrien, sondern Mesopotamien als ganzes als Vaterland unseres gesamten Volkes.

Die Entwicklung der Nationalbewegung fiel bei den unterschiedlichen Konfessionen        (und unser Volk ist halt konfessionell aufgebaut) jeweils anders, durch die unterschiedliche Ausprägung der nationalen Identität und der unterschiedlichen Entwicklung in den jeweiligen Ländern in denen unser Volk lebte. Doch die Nationalgedanken waren nie radikalisiert und entstanden, bei allen den Konfessionen unseres Volkes auch bei den Chaldäer. Die Bezeichnung Suraye, Suryoye, Suroye, war für die breite Masse mehr eine religiöse Bezeichnung, die von allen unseren Kirchen getragen wird. Auch diese Bezeichnung, ist die nationale Bewegung stolz und versuchte auch zu pflegen. 
Die pan-mesopotamistische Gedanken, konnten mit der Zeit die gesamte Identität unseres Volkes zusammenfassen: seine Zugehörigkeit zu der einen historischen Heimat, zu den Ostkirchen und zu dem einen Volk, mit dem gemeinsamen Ursprung, den gemeinsamen Namen und der gemeinsamen kulturellen Erbe. Diese Verbundenheit drückt sich in der gemeinsamen syrischen Sprache aus.  
 
Du hast Recht, dass der Einfluss der Missionare in bestimmten Gebieten stark war, gerade im Iran wo später auch die assyrische Universal-Allianz (heutiger Vorsitzender Senator John Namrud). Im Iran erschien 1840 die erste Zeitschrift im Ostsyrischen  Zahrire d- Bahra und war überhaupt die Erste Zeitschrift im Iran. Hier wurde auch über die assyrische Geschichte geschrieben, wie Gabriele Yonan in ihrem Buch Journalismus die den Assyrern schreibt.

Ich sehe, dass die aramäische Strömung ein Teil der Entwicklung der Nationalbewegung ist. Unsere Nation bestand seit Tausenden von Jahren und ist eine Fortentwicklung des alten Volkes  Mesopotamiens und dessen Hochkultur. Sie wurde von niemandem eingeführt. Wenn nun einige es nicht als solche bekennen oder begreifen, so heißt es nicht, dass wir als Nation nicht existieren. Auch wenn es solche sind, die zu uns gehören.
Die Aramäisierung auf der sprachlichen Ebene fand schon vor vielen Tausenden Jahren in den assyrischen und babylonischen Zeiten. Sie wurde von einer politischen und kulturellen Assyrisierung und religiöser Babylonisierung (Chaldäerisierung) sowie Syriansieung (Christianisierung) begleitet.

Ich lehne es ab die Schwester und Brüder Menschen, die sich als Aramäer bezeichnen, als Schafe zu nennen. Denn diese Menschen haben einen Standpunkt, ob bewusst oder unbewusst unwichtig, doch sie sehen darin eine nationale Zugehörigkeit, die nicht nur aus kirchengehörigen existiert - genau so wie es die Sympathisanten und Angehörige der assyristischen Bewegung von sich nicht behaupten können.
Doch die Nationalbewegung konnte die Identität der syrischen Kirchen pflegen und die Sprache erhalten. Sie schaffte es immer wieder auf die Besinnung der ethischen Werte hinzuweisen.

Du hast sehr schön die Bezeichnung "Aramäer" beschrieben:
Die Bezeichnung "Aramäer" ist eine natürliche, aus dem christlichen Selbstverständnis heraus gewachsene, mit der ursprünglichen Bezeichnung Suryoye/Suraye in Einklang stehende Bezeichnung. "Aramäer" steht für eine fast 2000 jährige christliche Geschichte, ohne die antiken Wurzeln zu leugnen.
Sie ist eine natürliche Bezeichnung, weil sich unter dieser Bezeichnung ein natürlicher Nationswerdungsprozess, eine Trennung von kirchlicher Autorität und Bevormundung friedlich entwickeln konnte und immer noch entwickelt. Diese Nation entstand aus sich heraus, sie war eine Entwicklung aus eigenem Antrieb.
Das ist pan-mesopotamistisch und genau so passt es auch:  Die Bezeichnung "ASSYRER" ist eine natürliche, aus dem christlichen Selbstverständnis heraus gewachsene, mit der ursprünglichen Bezeichnung Suryoye/Suraye in Einklang stehende Bezeichnung. "ASSYRER" steht für eine fast 2000 jährige christliche Geschichte, ohne die antiken Wurzeln zu leugnen.
Sie ist eine natürliche Bezeichnung, weil sich unter dieser Bezeichnung ein natürlicher Nationswerdungsprozess, eine Trennung von kirchlicher Autorität und Bevormundung friedlich entwickeln konnte und immer noch entwickelt. Diese Nation entstand aus sich heraus, sie war eine Entwicklung aus eigenem Antrieb.

Du hast damit nichts anders als deine Zugehörigkeit definiert, die jeder von uns so übernehmen kann. Wenn du jedoch von Künstlichen Nationalisierungen sprichst, so  leugnest du diese Definition. Und wenn du von einer Nation redest so kann es nur die eine Nation sein. Du musst nicht deine Nation auf der einen Seite negieren und dann wieder akzeptieren, weil du einen bestimmten Standpunkt bezüglich des Namens verrittst. Ich finde schade für deine Energie und das wozu du noch fähig bist. Setze sie für die Nationalbewegung auf deiner Art und Weise und für den Standpunkt was du vertrittst.

Shlome Umthonoye

Raif Toma

 

 

Die Entwurzlung des Iraks

 

In einem Artikel in Ainkawa.com, schreibt Hanna Tume aus Oslo über die terroristische Aktionen gegen die Minderheiten der Yeziden Minder und Christen. Diese Minderheit, sind die Urbevölkerung des Iraks. Diese Versuche haben den Ziel diese Minderheiten aus dem Land zu verstreuen, um der Irak aus seinen  verwurzelten Festigkeiten. Die Minderheiten werden in der Unsicherheitsklima zur Zeit von den dunkeln Kräfte schikaniert.
Hanna beschreibt die Lage emotional und rational. Er betonte, dass Es werden Meinungen zirkuliert über eine Sicherheitszone für die Christen im Irak. Es kamen auch Reaktionen, unter anderem von Herrn Younandam Kanna, der als mit seiner Antwort kam und in Ainkawa veröffentlicht wurde, dass die irakische Christen eine Sicherheitszone ablehnen.  Und der Terrorismus unter dem die Christen leben, betrifft auch den Muslimen.
Tume wundert sich darüber wie diese Antwort von Yunadam Kanna, die christliche öffentliche Meinung vertrete. Und fragt, ob Kanna die Kirchenoberhäupter und andere politische Organisationen zu Rat gezogen hat. Er fragt auch, ob eine Volksbefragung zustande gekommen ist. Dann fragt auch, ob es die Meinung der assyrischen demokratischen Bewegung (ADM) oder eher seine persönliche.
Von den Kurden ist es bekannt, dass die Sicherheitszone sie nicht daran gehindert hat im ganzen Irak zu studieren, zu arbeiten und zu reagieren.
Die Menschen wandern aus nicht wegen dem Urlaub.......

Dann gibt er seine Meinung und sagt, dass diese Gelegenheit, ist historische und wir dürfen sie nicht verpassen.........

Ich glaube mit diesem Artikel einer eher emotionalgeschriebenen Reaktion auf Geschehnisse auf der politischen Bühne, sehen wir einen Ausdruck zum Wunsch einer eignen Existenz und ein Protest gegen die unüberlegten und unstrategischen Reaktionen politischer und sozialer Persönlichkeiten. Ich meine, es ist wichtig eher die nationalen Interessen unseres Volkes als erste Priorität zu sehen und diese nach außen zu vertreten, um dann das Vertrauen der Gesellschaft zu verdienen.
Die einzige Lösung für die Sicherheit und der Verwirklichung nationaler Träume, ist die Gründung einer Sicherheitszone für unser Volk. Die Gründung einer Sicherheitszone für unser Volk, spricht nichts gegen die Integrität und die Einheit des irakischen Staates. Im Gegenteil diese Einheit stärkt die Urbevölkerung des Landes und festigt sie an ihrer Heimat und behält damit dem Irak seine mesopotamische Identität.

Ein geschätzter Bruder schrieb mir und sagte: Das Überleben unseres Volkes ist nur dann gesichert, wenn es sich selbst regiert.

Raif Toma
2005-03-14

   

 

An Edip bayandir:

 

 

 

 

Zur Stellungnahmen von Prof. Otto Jastrow

 

Prof. Dr. Otto Jastow vom Institut für Sprachen und Kulturen des Universitäts- Erlangen-Nürnberg hat in seinem Brief vom 20.05.1985 an das Diözesanrat der Syrisch-Orthodoxen Kirche v. Mittel-Europa Glane/Losser eine Stellungnahme zu dem Begriff "Assyrisch" in dem "Mini Wörterbuch Assyrisch-Deutsch" von Issa Hanna, herausgegeben 1984 vom Verlag Mesopotamien-Verein E.V. gemacht. Diese Stellungnahme wurde leider Gottes unbewusst oder bewusst negativ ausgenutzt, um einige zweifelhafte Ergebnisse in der Spaltung unserer Nation erzielen können. Unser Bruder Gabriel Rabo, hat erst jetzt auf seiner vielleicht unbewussten, doch krankhaften und unverständlichen Suche nach Spaltungsinstrumente, die die nationale Sache nur schädigen, diese Stellungnahme gefunden und schon am 01.01.2003 mit einem literarisch, religiös, kulturell sowie national und wissenschaftlich sehr wertlosen Artikel im Internet veröffentlich.

 

Ich schätze jeden Intellektuellen unseres Volkes und respektiere die Meinung unseres lieben Bruders - und will jedoch mit der gleichen Freiheit, die sich Bruder Gabriel nahm, auf die Stellungnahme eingehen -. Ich werde jedoch gezielt nicht auf den Artikel eingehen, weil ich es nicht für nötig halte darauf zu antworten.

Es hat natürlich wissenschaftlich eine Bedeutung, dass Professor Jastow es akzeptiert, dass diese Bezeichnung („ Assyrer" inzwischen allgemein akzeptiert wird, ist es zwecklos, sie in Frage zu stellen).

 

Ich frage gezielt Herrn Professor Dr. Jastow, wie er zu der wissenschaftlichen Tatsache kam, (dass die heutigen "Assyrer" nichts mit den Assyrern der alten Geschichte zu tun haben) und dass diese sogar nicht mal die Nachkommen der alten Assyrer sind. Hat Herr Jastow etwa die Genen der heutigen Mesopotamier untersucht, um zu dieser zweifelhaften wissenschaftlichen Ergebnisse zu kommen.


Dass jedoch unsere Sprache einer semitischen Sprache abstammen, nämlich dem Aramäischen, ist doch kein neues Erkenntnis und steht nicht in Wiederspruch mit den Gedanken des Assyrismus meiner Meinung nach, dies bestätigt sogar „wissenschaftlich" die Ideologie des einen mesopotamischen Volkes mit der einheitlichen Sprache, Geschichte, Schicksal, Leiden, Hoffnungen, Heimat sowie Sitten und Gebräuche. Sogar ähnliche Heiligen der Kirchen.

 

 

Die Wiedererwachungsbewegung und die ernstzunehmenden Denker unseres Volkes haben den historischen und historischrichtigen Namen "Assyrer" sicherlich auch aus den Lehren unserer Lehrer und Väter genommen und nicht erfunden und dieser setzte sich international durch. Dies zu zweifeln oder ganz abzulehnenden würde nur die nationale Frage unseres Volkes beschädigen.

Herr Jastow betont als persönliche Meinung, dass „ wenngleich sich der Ausdruck "Assyrer" für die aramäisch-sprachigen Christen des Ostens durchgesetzt hat, so sehe ich doch keinen Grund, ihn auch auf die aramäischen Christen des Tur Abdin anzuwenden". Er nennt diese beide Gruppen Brüder und meint bestimmt nicht nur Glaubensbruder, sondern auch nationale Brüder. Sicherlich haben diese Dialekte der einen Sprache (aus politischen und geografischen Gründen) andere Entwicklungen, doch unterscheiden sich nicht so wie Spanisch vom Italienischen, sondern eher bayerisch vom Oberschlesischen. Nun kann sich der Leser vorstellen, was könnte in einigen Hundert Jahren passieren. Doch die eine Hochsprache wird von den Kirchenväter als eine Sprache verstanden und so verschwinden die Unterschiede in der von fremden Einflüssen reinen Hochsprache des Buches (Kthobonoyo). Auch die von allen Kirchen anerkannte Lexiken (wie die von Toma Odo und Augen Manna) sind als Beweis dafür. Sowie die vielen Jahre stattgefundene und von allen Kirchen unseres Volkes anerkannte (Majmaa Alugha Alssuriania) Konferenz der syrischen Sprache ist ein weiterer Beweis. Solche Konferenzen finden international noch statt wie viele von uns wissen. So basiert sich der Assyrismus auf der langen Verbindung zwischen dem einen Volk und seiner Sprache sowie seiner Heimat, seiner Verbindung, die später durch das Christentum und das erste christliche Reich (Edessa/Urhoy) und später die syrische Kirche erstärkt und ihren Höhepunkt wurde.

 

 

Herr Jastow ist ein Philologe und ist anscheinend über die konfessionelle und demographische Verteilung unseres Volkes nicht ganz gut informiert. Denn im Irak befindet sich eine gesunde Mischung in den Dialekten in den verschiedenen christlichen Ostkirchen (syrisch-orthodoxe, syrisch-katholische, Alte Kirche des Ostens, assyrische Ostkirche und Chaldäische). Auch in der Türkei sprechen viele Dörfer die östliche Dialekt und sind Angehörige der Syrisch-orthodoxen Kirche. Denn in einigen Dörfer in Mesopotamien und ganzbesonderes im Südosten der Türkei lebten gemeinsam in einem Dorf Angehörige beider Kirchen, sogar Angehörige der Syrisch-Orthodoxen-Kirche und sind auch zum Teil mit einander verwandt trotz unterschiedlicher kirchlicher Zugehörigkeit, was die Abstammung von den alten Chaldäer des babylonischen Reiches für alle Angehörige dieser Kirchen gleich bedeutet.

Ich frage auch, wie beurteilt Herr Jastow die Angehörige der Chaldäischen Kirche und die Abstammung ihrer Angehörigen?

Die Italiener würden niemals akzeptieren, dass man ihre Sprache "Spanisch" nennt, weil die Italiener und Spanier ganz einfach verschiede Völker sind, was wir von uns nicht behaupten können (auch nicht mal Malfono Miaqro Gabriel Rabo würde anders behaupten). So haben Turoyo und das heutige "Assyrisch" einen gemeinsamen Ursprung nämlich das Syrische (Aramäisch) und es sind heute nur zwei Dialekte. Wenn die Christen des Tur Abdin sich aus nationalen und historischen Gründen entschließen sollten, sich selbst "Assyrer" zu nennen, so ist das ihre Sache. Die Nationalbewegung hat niemals Gewalt angewendet, dies durchzusetzen. Eben aus dem Grund der gewonnen christlichen Werte und der Lehren des christlichen Glaubens.


Der Assyrismus und die Wiedererwachungsbewegung der Mesopotamier, sind Weit vom Chauvinismus und hier hat bestimmt Herr Jastow in den vergangen Jahren unser friedliches Volk kannengelernt.

Wir wissen auch das unsere Brüder und Schwester die, die ost-neuaramäischen Dialekte sprechen, dies (Sureth) was auch "Syrisch" bedeutet nennen. Assyrisch nennen nationalbesinnten diese Sprache, für die Anlehnung an den nationalen Namen und Malfono Issa Hanna meint sicherlich die "von Edessa ausgegangenen Literatursprache der Christen Nordsyriens und
Mesopotamiens". In der Schule Edessas lehrten und lernten viele bekannte Väter der christlichen Ostkirchen.

Gott sei Dank, leben wir in einem freien Land, wo jeder seine Meinung sagen darf und sollte jeder auch mit dem gleichen Toleranz die Meinung anderer hören und respektieren, würden wir in der Dialog viel weiter kommen, um unsere Gesellschaft von einer Spaltung zu retten.

 

Wenn wir von mehreren mesopotamischen Kulturen reden, so sind diese Teilkulturen weniger identifizierbar. Denn diese gehen in einander ein und können sich von den zahlreichen Identitäten (staatliche oder konfessionelle) kaum unterscheiden. Wenn wir dies auch so sehen wollen, so müssten wir von einem mesopotamischen Kulturkreis mit einer langen Geschichte und sinnvoller Einheit und Dynamik einer Hochkultur.

 

Der Assyrismus soll keine Grenze sein, sondern ein Ausgangspunkt zur Aufklärung und zur Lösung vieler Probleme unserer Gesellschaft.

 

 

 

In Liebe

 

Raif Toma

 

 

 

 

  • Azekh Stadt der Mutigen



Die Stadt Azekh (türkisch Idil) oder im Syrischen Beth Zabday, liegt östlich von Midiad auf der Strasse nach Jeziret Ben Umar und außerhalb des geographischen Tur Abdins jedoch westlich des Tigris. Azekh ist nicht nur mit dem Mut ihrer Männer bekannt, sondern ist sie auch eine historische alte mesopotamische Siedlung. Einer der 17 Bischofssitze im 3. Jahrhundert im Osten. Bereits aus dem Jahr 120 ist ein Bischof von Beth Zabday bekannt.

Wann Azekh von ihrer Assyrisch-Syrischen Urbewohner angesiedelt wurde, ist nicht bekannt. Doch eine Verbindung mit der Heiligen Stadt Edessa. Nach dem ein Teil der Königsfamilie nach einer Familienkonflikt die Stadt Edessa verließ und Azekh ansiedelte1. Die Azert Azekh (der heiligen Mutter Gottes von Azekh) die Schutzpatronin der Stadt, wurde von der Urbewohner der Stadt zu einer Identität und eine Verbundenheit.


Es ist bekannt, dass Azekh sehr früh zum Glaube des Herrn fand. Mar Agai2 (Schüler von Mar Adai3) und Mar Ahe kamen aus Urhoy und bekehrten Beth Zabday, Babel, Assur sowie Armenien. Mar Ahe kehrte nach seiner Missionierung im Osten wieder in Bazebday - um die von ihm getauften zu besuchen, dann fuhr wieder nach Urhoy.


Die Sprache der Bewohner Azekhs, verleiht der Stadt eine andere Besonderheit. Die vom Syrischen geprägte arabische Dialekt, zeichnet einige West und -Ost-Syrische Tendenzen des Ursprungs dieser Sprache. Doch auch die Aufgeschlossenheit zu den Nachbarn4 und die Gastfreundschaft der Bevölkerung des Gebietes.


Seine Heiligkeit Patriarch Mar Aphrem nennt 3 wichtigste Städte die an Christus glaubten, Arbil, Kirkuk und Beth Zabday.

Verbindung ganzbesonderes zu Mardin, doch auch zum Tur Abdin waren ständig vorhanden, so sehen wir, dass viele aus den 3 Stämme des Dorfs Enhel in Tur Abdin stammen auch aus Azekh. Auch das Dorf Qeleth hat Azekh mit dem Stamm der Qelthenye bereichert.


Schon im Jahre 120 bat Azekh der syrischen Kirche einen Bischof (Mezra war Bischof von Betzabday)5. In der gleichen Quelle wird erwähnt, dass Mitte des dritten Jahrhunderts auch Shuha l Ishu Bischof Betzabday ernannt wurde.


Auch Mar Filipus der Schuler von Mar Addai6 kam in das Gebiet und missionierte.


28.04.226 eroberten die Perser unter Ardaschir I. Ben Babek7 in der Regierungszeit des Königs Maano der Neunte Bar Abgar in Edessa.


Mar Youhanon Schüler von Mar Mikhail bekehrte die umliegende Dörfer. Und

Mar Ishaia blieb 10 Jahre in Azekh in der Zeit des Kaiser Constantin des Großen (306-337)


Der persische König Shabur II8 (310-379) verfolgte in den Jahren ´337- 339 n. Chr. die Bewohner des Gebietes. Die Vierziger Verfolgung mit 120000 Märtyrer davon in Azekh 9000 an einem Tag. Nach dem der syrische Offizier Filip zum römischen Kaiser im Jahre 244 gewählt wurde, hat dieser ein Friedensabkommen mit den Persern vereinbart9. Und herrschte in den Grenzgebieten einige Jahre der Frieden.

 

Im Jahre 360 nach Christus erobert Bushabur Azekh. Ernennt dann seinen Bruder Zert zum Prinzen für Beth Zabday. Dieser hatte ein Sitz in Esfes10 und in Fil. Er siedelte im Jahre 362 dann ein Teil der Bevölkerung nach in den Osten im Kerne des persischen Reiches11.

Beth Zabday gehörte lange Zeit Persien und gehörte der persischen Kirche12 und ein Grossteil der Bevölkerung war Zeitlang nestoriranischem Glaubens13. Es leben immer noch ein Stamm der Azkhnaye im Gebiet Shaykhan im Irak. Die ursprünglich aus Azekh stammen und sind immer noch Angehörige der alten Kirche des Ostens14.

Mar Dodo15 war auch Bischof unter dem Namen Mar Ignatius im Jahre 589. Er starb im Jahre 609 und seine heiligen Reliquien liegen in dem anliegenden Dorf Thamnun. Er wurde im Jahre 575 zum Jathliq16 des Ostens als Nachfolger von Mar Ahuadme17 in Tikrit unter dem Namen Qam-Jeshu nach dem Ableben des Kusra König der Perser (579 n. Chr.)

Von den bekannten Persönlichkeiten Azekhs ist Bischof Mar Julius Behnam (1825- 1927) er lebte von 1915 bis 1927 in Azekh. Sowie Dichter und Bischof Korles Georgis der Azkheni, der im Jahre 1847 von Badr Khan ( Herrscher über Eljesire) ermordet18. Auch Mar shalita Schüler von Mar Eugen. Dieser lebte in Beth Zabday und starb Anfang des 5. Jahrhunderts


Wurde in der Zeit von „Patriarch Mar Elias (1917-1932)“ und „Bischof Mar Behnam von Azekh“ syrisch-katholisch19, doch dann kehrten die meisten wieder in die Syrisch-Orthodoxe Kirche.

Ab dem 24. April 1915 ordnete die Regierung nach einem präzisen Plan die Verschleppung20. Anfang 08.1915 belagerte die türkische Armee unterstützt von der deutschen Armee und begleitet von kurdischen Räuberbanden die Stadt (die Geschichte der Wunder der Heiligen Jungfrau von Azekh nach der Erzählung des chaldäischen Bischofs von Aleppo Istaifan Ballo21). Nach den Verhandlungen mit der türkischen Armee sollten die türkischen Soldaten und die Banden von Scheich Sidqi sich aus den Ain ward, Hach, Dair Salib und Azekh abziehen. Doch in Azekh weigerte sich der türkische Kommandant, indem er sagte: „Die Christen haben viele meiner Soldaten getötet, ich werde sie nicht abziehen lassen“. Doch dann kam der Befehl aus Mardin sofort abzuziehen. Diese Verhandlungen dauerten zwei Monate22.

1916 – 1917 nach der harten und langen Belagerung der Stadt und der Zerstörung der Felder, begleitet vom harten Winter und während der ersten Weltkrieg Hungernot23, erlebte Azekh ein Hungernot. Das brachte mit sich, viele Krankheiten und viele haben ihr Leben verloren. Viele wanderten in dieser Zeit nach Syrien, Irak, und Libanon. Doch viele Kamen von der Verschleppung (Qafle) nicht mehr zurück.


Mit dem Sykes-Picot-Abkommen (1916) waren die heutigen Staatgebiete den damaligen Mandatsmächten Frankreich und England zugesprochen und der Türkei eine noch nicht feste Grenze. Damit wurde Azekh allerdings im türkischen Staatsgebiet.

1923 gab der Lausanner Friedenskonferenz nach einer intensiven diplomatischen Arbeit der wiedererstarkten Türkei, das heutige Staatsgebiet und Azekh gehörte der neugegründeten türkischen Republik. Der erste Präsident Mustafa Kemal hat zwar Reformen zur Modernisierung der neuen Republik begonnen, doch die Rechte unserer nationalen Minderheit wurde negiert und eine starke Türkisierungspolitik hat sich durchgesetzt.

 

Die weiteren Verfolgungen seitens der Kurden und die andauernde Unsicherheit, zwangen die christlichen Azkhenye zur Überwanderung in das französische Mandatsgebiet Syrien. Die pan-mesopotamistischen Gedanken hatten mit der Wiedererwachungsbewegung hatten ihre Einflüsse auch in Derik24 bemerkbar gemacht. Es bildete sich eine gebildete von mesopotamisch-patriotischen Gedanken erfüllte Jugendschicht. Doch die nicht arabische Einwohner Mesopotamiens litten unter der (1958) gegründeten Vereinigte Arabische Republik stark unter der Arabisierungspolitik Nassers25.

Es leben zur Zeit in der Stadt Derik im Nordosten Syriens eine starke azkhenische Gemeinschaft26. Auch in Norrköpping in Schweden und Bad Vilbel in Deutschland haben Azkhenye Kirchen unter dem Namen der Azert Azekh gegründet. In Zahle in Libanon und im Gebiet Baden und Zürich in der Schweiz, sowie in Pfullendorf in Deutschland leben azkhenische Gemeinschaften. Doch viele Familien sind auch in der ganzen Welt zerstreut.

Zur Zeit leben in Azekh nur einige christliche Familien und eher ältere Menschen, denen es schwer fehlt ihre geliebte Stadt zu verlassen.

Azekh bietet der syrische Orthodoxen Kirche:

Bischof Mar Sewerius Murad Patriarchalvikar der Heiligen Städten.

Bischof Qlimis Eugen Kaplan in den USA

Bischof Mar Bernaba Altbischof von Homs und Hama in Syrien

Der Syrisch-Katholische Kirche bietet Azekh Bischof Behnam Behnam von Jazire und Euphrat Syrien.

 

Die Geschichte Azekhs bleibt eine in den christlichen Nachfahren der Urbevölkerung Azekhs tief verwurzelt. Diese zeichnen sich überwiegend durch Mut, Gastfreundlichkeit und Stolz.


Gott schütze Azekh



Raif Toma

 


Weitere Quellen:


Märtyrer des Ostens, Alber Abuna

Geschichte von Chaldo und Athur, Adai Shir

Bet Zabday Abaq Aliman, Lahdo Ishaq

Die Geschichten der Märtyrer des Ostens, Adai Shir

Alulu Almanthur, Patriarch Mar Ephrem Barsom

Lebendiges Kulturerbe, Hans Hollerweger

Helmut Ritter Toroyo die Volkssprache der syrischen Christen des Tur Abdins.

S. Lepsius




1 Das kann in der Zeit der Thornkonflikte (91-123). Die Familie nannte sich Kemekiye, kommt von Abgar U´Komo (04-07 n. Chr.). Dieser Stamm trägt immer noch diesen Namen

2 Der erste Bischof von Edessa.

3 St. Thaddäus

4 Es wird erzählt, dass am Rande des Gebietes sich ein arabischer Stamm ansiedelte.

5 Geschichte der syrischen Kirche, Antiochien, Sewerius Jakob Toma (der spätere Patriarch Mar Ignatius Jacob)

6 Einer der Siebzig und Schüler von St. Thomas auch unter Thaddäus bekannt

7 Dieser hatte 224 den letzten Patherkönig und gründete die Herrschaft der Sassaniden

8 Unter seiner Herrschaft begann die Feindschaft gegen die Römer. Diese Kriege brachte den syro-mesopotamische in ständigen Instabilität und die Bevölkerung viele Leiden.

9 Geschichte der syrischen Kirche von Antiochien, Sewerius Jakob Toma.

10 Esfes; ist ein Stadtteil von Azekh liegt nördlich der Strasse Azekh-Midin und heißt immer noch so. Esfeseniye tragen immer noch diesen Namen, in Anlehnung an dem historischen Namen von Esfes in der eine römische Festung stand. Die letzten Christen Esfes verließen 1980.

11 Patriarch Ban Ahe (Almadaen 410 – 415) schrieb über die Märtyrer Beth Zabdays /275 Menschen im Jahre 362.

12 Die Alte Heilige Apostolische Kirche des Ostens.

13 Der irakisch-.azkhenische Pfarrer Dr. Yousef Said

14 Wann diese Jedoch Shaykhan ansiedelten oder ob sie mit den im Jahre 362 in den Osten angesiedelten Azkhenye zu tun haben ist mir nicht bekannt.

15 Auch unter Mar Dado bekannt. Auf seinen Namen ist eine Kirche in Esfes und eine andere in Derik gebaut worden.

16 Der syrische Name für Katholikos

17 Dieser wurde vom persischen König Kasra auf Grund seiner Missionierung verhaftet.

18 Alulu Almanthur, Patriarch Mar Ignatius Aphrem Barsom

19 Es gibt immer noch eine kleine azkhenische Syrisch-Katholische Gemeinde. Der heutige Bischof von Jazire Behnam Behnam und Erzpriester Yousef Sag in Istanbul sind zwei geistliche davon.

20 Sayfo 1915, Plädoyer für die Anerkennung eines vergessenen Genozid, ADO.

21 Gehört von einem deutschen Offizier, der die Belagerer befehligte. Dieser hat sich später suspendieren lassen und wurde später Kardinal.

22 Bericht des Diakon Asamr aus Ainward aufgenommen 1961 von Professor Helmut Ritter, aus dem Buch ein vergessener Holocaust von Gabriele Yonan.

23 Azekh Ahdath u Rijal vom Yousif Gebrail Alqas

24 Die faktische Neu-Azekh

25 Der ägyptische Präsident Muhammad Gamal Abdul Nasser

26 Syrisch-Orthodoxe und protestantische Glaubens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Habib Tume in Ainkawa.com

 

Habib Tume schrieb in Ainkawa.com einen ganz interessanten Artikel über die politische Lage unseres Volkes. Der Artikel ist sehr Umfangreich, doch ich möchte auf einige seiner Gedanken eingehen, was dem Thema politische Organisation dient.

Er bekräftigt, dass wir Bedingungen stellen für die politische Arbeit, dass ihr erst „eine Einigkeit, einen einheitlichen oder vereinigten Namen" bevorstehen muss.

Doch der politische Ordner muss bleieben, mindestens für die Phase. Und wie es zu den Zeiten der Wahlen passierte - getrennt von den politischen Richtungen und der Namensdiskussion.

Die Zusammenarbeit zwischen unseren Parteien konnte eine Position auf der Basis Wirklichkeit finden. In dem auch jede Seite ihren Namen bewahrt.

Habib fragt, warum Shuraya nicht mit dem chaldäischen Nationalkongress und ADM mit der chaldäischen demokratischen Partei mit einander zu arbeiten. Er nennt diese Art der Zusammenarbeit, die für die Phase bestimmt war eine politische Klugheit. Und mündet in das Interesse unseres Volkes. Es ist ein richtiges notwendiges Phänomen, seiner Meinung nach.

Seiner Meinung nach ist der Fehler auf der politischen Bühne, ist der Glaube, dass unser Volk geteilt ist zwischen den arbeitenden Parteien auf der Bühne, oder dass die Loyalität auf die Parteien begrenzt ist. Deshalb sehen wir, dass die Unterredungen ereignen sich meistens nur zwischen den Parteien. Er sieht die richtige Story so, dass die Parteien und an ihrer Seite die Kirchen und die Kirchenmänner haben ein starkes Präsens. Doch die andere Seite, die nicht weniger wichtig ist, sind die Unabhängigen, die es ablehnten einer Partei anzugehören..... Er sieht, dass bei den Unterredungen Intellektuelle und andere Gesellschuftespersönlichkeiten teilnehmen sollen.

Er sieht es als zwingendnotwendig, dass die Parteien und Verbände und dazu noch unabhängige Persönlichkeiten an einem runden Tisch sitzen soll. Er bekräftigt hier einen runden Tisch und nicht ein Rechtecktisch, wo es Führer und Untergebene gibt.

Ich sehe auch, dass diese Zusammenarbeit für die politische Phase notwendig, damit alle beteiligten Organisationen demokratisch - wie es die Schiiten taten erstens für die Nationalsache zusammenarbeiten, zweitens für die Interessen unseres Volkes stärker vertreten sind und drittens, haben alle diese Organisationen einzeln mehr Vorteile.

Doch die Zusammenarbeit dieser art der politischen Korrektheit und Klugheit, kam nur begrenzt zustande, dass wir natürlich nur mager im irakischen Parlament vertreten sind.

Diese Situation schaffte eine Frustration bei der Bevölkerung und zeigte die Ohnmacht der Einzelnen und ihre wirkliche Masse auf der irakischen politischen Bühne.

Die Devise ist also, Einigkeit und Zusammenarbeit. Und dies mit der Bewahrung der Besonderheiten der einzelnen Beteiligten.

 

Antwort auf einen Beitrag, ob die Kurden unsere einzige Hoffnung sind?

 

Ich respektiere die Meinung anderer und schätze Menschen, die sich Gedanken machen über unsere nationale Sache. Denn allein darüber zu denken, lässt uns dies weiterkommen. Wenn wir konstruktiv denken, reden und handeln. Es ist wie die Arbeit des Steinmetzen, der Hunderte Schläge auf den Stein schlägt, damit sich dieser spaltet. Es war nicht nur der letzte Schlag, der dies verursachte, sondern die viele und kontinuierlich Schläge.

Ich habe jedoch so ein Gefühl, dass R-G ein Kurde ist und solche Meinungen verbreitet.

Nun sind wir nicht nur Christen, sondern Chaldo-Assyrer oder eben Assyrische Christen oder Suryoye oder er kann uns Chaldäer oder Aramäer nennen, dann ist eben ein Nationalbegriff dabei ohne jetzt auf die einzelnen Begriffe einzugehen und jetzt daraus eine verhasste Namens Diskussion daraus mache.

Zweitens, die Kurden können nicht unsere Hoffnung sind, sondern wir selbst und unsere Einigkeit kann unsere einzige Hoffnung sein. Der Rest an internationaler Unterstützung etc. .. wird sicherlich auch erreichbar sein. Gerde auch deshalb, weil wir Christen sind und mit unserer Liebe zu einander und zu anderen Völkern, andere mit der Zeit – auch wenn es lange dauert als Freunde unseres indogenen Volkes gewinnen können.

Die Kurden bilden nicht die Hälfte des Iraks und das ist eine kurdische Propaganda. Die gleiche, die behauptet, dass in der Nineve-Ebene, unser historisches Gebiet um die assyrische Hauptstadt Nineve, wo wir die Mehrheit bilden und in vielen Dörfern ausschließlich besiedeln. Weil dieses Gebiet außerhalb der Autonomieverwaltung der Kurde liegt. Denn da hätte die kurdische Behörde garantiert die Stämme dazu motiviert, unser Volk aus diesen Dörfern zu vertreiben – was Sadam gemacht hat und kurioser Weise, diese mit uns machten.

Meiner Meinung nach haben, die Jenigen Organisationen, die schon früher in der Kurdistanfront mitgewirkt haben einen Fehler gemacht und dies hat sich nach wenigen Jahren bewiesen. Und ich bin mir sicher, dass die Organisationen, die in diesen Tagen eine Koalition geschlossen haben, um gewisse Vorteile bei den Wahlen zu erringen, nichts gutes für die nationale Sache tun können und sie werden nur kurdische bzw. barazanische Interessen vertreten. Wir werden dann im Irak noch schwächer, wenn diese auch Ende des Jahres bei den nächsten Jahren das gleiche tun. Doch ich bin mir sicher, dass diese Menschen und Organisationen nach dieser Erfahrung, die sicherlich unserem Volk in Irak Schaden brachte und wir nicht optimal die Chance nutzen konnten, die vor uns stand.

Wir werden garantiert mit den Kurden keine Dörfer und Städte zurückerhalten und erobern wollen wie diese nicht. Wir sind ein friedliches Volk und Christen. Die Mehrheit von unserem Urvolk des Iraks weiß, dass wir mit Waffengewalt unser Recht auf Selbstverwaltung und die Sicherheit unseres Volkes vor den Kurden und den islamischen Fanatiker und zwar in einer internationalgesicherte Sicherheitszone.

Es wundert mich jedoch, dass ein Individuum unsers Volkes Mesopotamien als Kurdistan nennt. Wir können wir dann unsere Identität finden in so einem Land, was unsere jede Art der Sicherheit, der nationalen Anerkennung und religiösen Freiheit raubt. Und unsere historische Siedlungsgebiete verfälschen.

Nein Danke sage ich und so Millionen unseres Volkes. Denn dieses Volk hat gezeigt, dass wir alles was den Kurden uns bei den Holocaust und den Massakern mit den Armeen von einigen Staaten des Gebietes antaten verzeihen konnten und hat in dem Autonomiegebiet mit den Kurden mitleben wollen, doch leider ließen es Leute wie Barazani und die islamistischen Ansar-Alislam und viele andere Fanatiker nicht zu, dass wir auch so mit einander leben können. Genau das möchte unser Volk nicht mehr.

Dies soll nicht den Eindruck erwecken, dass ich den Kurden feindlich dastehe. Doch ich möchte auf diese übertriebene und falsche Aussage berichtigen. Die Kurden haben nur einen relativ starken Militär, weil eben die irakische Armee und die irakische Polizei schwach ist. Eine Sammlung von zehntauenden Männer, ist nichts im Vergleich der modernen Armeen. Sogar eine Sammlung von Millionen, die Sadam zur Verfügung standen, konnten gegenüber der Supermacht Amerika und ihrer Verbündeten nicht standhalten. Wie kann dann eine Herde von Peschmergas als Militär genannt werden. Wie kann uns nie die entsprechende Sicherheit anbieten. Beispiel die Türkei; kann jede Zeit, wenn die Amerikaner nicht da sind - und dies taten Sie und drangen bis 35 KM in den Irak ohne, dass die Peschmergas und die PKK dazu einen nennenswerten Widerstand leisten konnten. Was dann welchen Widerstand meinst du. Nun die Kurden waren stark gegen die assyrische Christen in dem Autonomiegebiet und gegeneinander in dem Sie innerhalb einer Woche gegenseitig Hunderte Menschen von einander töteten.

Ich möchte auch an die Krawallen in Syrisch-Mesopotamien (Aljazira) erinnern und wie die Infrastruktur zerstört worden ist. Dies machen nicht die Freunde und bestimmt nicht ehrenvolle Gäste eines Landes. Und schon nicht loyale und ehrenvolle Staatsbürger. Die machen auch nicht die behaupteten Schützer. Denn diese verunsicherten die Urbevölkerung des Landes und treibt diese gewollt und geplant dazu, aus seiner historischen Heimat auszuwandern,

Gotte behüte uns!!.....

 

 

 

Kommentar zu einem Artikel in der Tagespost

 

In der Tagespost vom 12.03.2005 schrieb Stephan Baier über die Lage im Nahen Osten und speziell die Länder Syrien, Irak und Libanon. Ich möchte wegen der Aktualität und der interessanten und konstruktiven Ansicht, auf die von ihm beschriebene Lage in Libanon.

Stephan Baier beschrieb die jüngsten Demonstrationen, dass diese die Bruchlinien durch das Land zeigen. Denn „nicht nur die christlichen, sunnitischen und drusischen Oppositionellen, können Zehntausende „Syrien raus!"-Rufer auf dem Beiruter Märtyrerplatz versammeln. Die schiitische Hizbullah („Partei Gottes"), die aus Damaskus und Teheran unterstützt wird, kann es auch. Ist die Hizbullah eine terroristische Organisation oder ein Teil des real existierenden politischen Spektrums im Libanon die Amerikaner haben sie auf ihre Terror-Liste gesetzt, doch in Damaskus spenden iranische Pilger in schiitischen Moscheen ihr Kleingeld für die Kämpfer im Libanon."

Nun sicherlich vertritt die fundamentalistische islamistische Hisbullah, eine extremistische Linie der Schiiten in Libanon, die auch ab Breite gewonnen hat. Doch diese Organisation ist nicht alleine, Vertreter der Schiiten in Libanon, sondern gibt es noch die Amal-Bewegung des Parlamentspräsidenten Barri, die im Bürgerkrieg eine große Rolle spielte.

Doch Hisbullah hätte ohne die politische, moralische und finanzielle Unterstützung des Irans und Syriens, nie zu dieser Größe gelungen. Und änderten damit die politische Landschaft des Libanons.

Die Hände der Terroristen dieser Organisation sind mit dem Blut der Christen befleckt. Besonders im Süden Libanons, schikaniert die Hisbullah seit dem Abzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon die christliche Bevölkerung in mehreren Gebieten. Sie bildet einen Staat im Staat und verfolgt sogar frühre Angehörige der SLA, die früher das Gebiet kontrollierte und zur Mehrheit aus Christen bestand. So hat die Hisbullah viele Christen dazu gezwungen auszuwandern.

Hisbullah ist auch laut amerikanischen Quellen verantwortlich für Attentate gegen die Amerikaner (241 Marines 1984) und andere westliche Ausländer im Libanon.

 

Dann beschreibt Baier, die Rolle des Patriarchen der maronitischen Kirche von Antiochien Kardinal Mar Boutros Nasrallah, als „die größte moralische Autorität im Widerstand gegen die syrische Besatzung".

Er zitiert einige Aussagen seiner Eminenz: „Die Libanesen könnten alle ihre Probleme selbst lösen, wenn nur die Syrer endlich das Land freigeben. Wenn die Syrer aufhören, die Politik des Libanon zu dominieren und seine Wirtschaft auszusaugen, dann würde auch die Abwanderung junger Libanesen enden, ja viele würden zurückkehren"

Meiner Meinung nach, er hat Recht, denn viele christliche Geschäftsleute werden ihre Geschäfte wieder im Libanon betreiben und viele Junge Menschen, die keine Arbeit oder irgend eine wirtschaftliche Initiative in Libanon sehen, werden nach der Abschaffung mafiöser Strukturen, ihre Chance in der zu erholenden Wirtschaft finden.

Dann geht Baier in die demographischen Strukturen Libanons und schreibt: „Vor 1975 waren die Christen im Libanon in der Mehrheit; heute stellen sie noch knapp 40 Prozent der Bevölkerung. Vor allem junge Christen verlassen seit Jahrzehnten das Land. Die maronitische Emigration nach Lateinamerika, Australien und Frankreich ist längst größer als die größte christliche Gemeinde in der Heimat. Seit der Zeit der Kreuzzüge sind die Maroniten engsten mit dem Papst in Rom, und politisch auch mit Frankreich verbunden...... Ihre muslimischen Landsleute sehen den Libanon aber nicht als östlichsten Außenposten Europas und des mediterranen Raums, sondern als Teil der arabischen Welt."

Was hält ein Land zusammen, wenn sich vier von zehn Einwohnern nach Westen, die übrigen aber nach Osten orientieren? Syriens starke Hand, sagten die Syrer. Ein ausgetüfteltes System von Proporz und Kompromiss, sagen Syriens Gegner: Der Staatspräsident muss laut Verfassung maronitischer Christ sein (wenngleich Präsident Emile Lahoud paradoxerweise pro-syrischer Maronit ist), der Ministerpräsident sunnitischer Muslim, der Parlamentspräsident Schiit. Die Mandate der Nationalversammlung sind paritätisch auf Christen und Muslime verteilt, und auch die Armenier haben als anerkannte Volksgruppe ihre Sitze. Unter den 18 offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften wachsen die Schiiten (etwa 33 Prozent) am stärksten, während die Christen (Maroniten, Griechisch-Orthodoxe, Griechisch-Katholische und katholische wie orthodoxe Armenier) die stärkste Abwanderung erleben.

Hier erwähnt Baier allerdings die Syrisch-Orthodoxe Kirche in Libanon nicht, obwohl diese die größte der sogenannten (Minderheitskonfessionen) bildet und größer als die orthodoxe armenische Gemeinde ist. Doch die Armenier konnten Dank der klugen politischen Arbeit ihrer Organisationen, nicht nur die Anerkennung als Religionsgemeinschaft erreichen, sondern haben den einen armenischen Sitz im Parlament.

Es werden zur Zeit die Stimmen höher, einen Sitz für die Syrisch-Orthodoxen zu erringen, was durchaus möglich ist, doch nur bei der richtigen politischen wette. Wenn jedoch die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde nicht souverän und Libanongerecht auftritt, müssen wir damit leben, dass wir weiterhin nur ein Teil der Minderheiten bleiben. Doch ich bin mir sicher und ich optimistisch, dass Libanon, anders ist als der Rest der Nahoständern und die Syrisch-Orthodoxen in Libanon, kein Opfer innerlicher Zerstrittenheit werden. Sie werden keine externen und störenden Kräfte erlauben, eine Rolle im politischen Leben der Gemeinschaft zu spielen.

Bei allem Respekt und aller Ehre allen Gläubigen unserer Syrisch-Orthodoxen Kirche in den anderen Ländern des Nahosten und in den Ländern der Zerstreuung, sehe ich die syrisch-orthodoxe Libanesen, durch die vielen Jahren des Bürgerkriegs und die bereichernde politische Landschaft Libanons, so erfahren, dass primitive Politik, externe Einmischung und reine parteiische Interessen, keine dort Chance hat.

Doch ich sehe in dem neuen Libanon nicht nur die Widererstarkung der öffentlichen Aktivitäten politischer Organisationen wie SHURAYA, sondern auch eine Wiederaufblühung der kulturellen und sozialen Verbände und Gemeinschaften unseres Volkes, mit der alten Identität, die immer eine Leuchte waren und eine fruchtbare Erde, für die Nationalbewegung und pan-mesopotamistischen Gedankenwerte.


Raif Toma

19.03.2005

 

 

Bischof Al Rai

So wie Jesus auferstanden ist, so steht das Volk auf!

Das ist ein Zitat aus einem Predigt des Syrisch-Maronitischen Erzbischof von Byblos (Jbail) in Libanon, Bechara Al Rai. Seine Eminenz ist ein bekannter und anerkannter Prediger und ein mutiger Hirte. Wenn ich gelegentlich seine Predigten in dem Sender Tele Lumiere, erhalte ich nicht nur theologisches Wissen, sondern auch praktisches Wissen für das Leben.

Ich bin der Meinung, dass Wissen alleine nicht alles ist. Und Wissen alleine reicht nicht aus, für eine Garantie die erfolgreiche Arbeit eines Kirchenhirten, sondern seine Anwendung dieses Wissens in die Praxis und die art und Weise, wie er sein Wissen an die Gläubigen weiter zur Anwendung gibt.
Dieser hat mit seinem Interview mit Radio Vatikan, nicht nur die öffentliche Meinung Libanons seines Landes veröffentlicht, sondern ging auf die Wille des christlichen Widerstandes und weitere Oppositionskräfte, keine Regierung zu akzeptieren, die durch Syrien durchgesetzt wird und nannte sie in diesem Fall: "Regierung der Unterwerfung".

Er übte dann Kritik an Demonstration aus, die die Fundamentalisten-Partei Hisbollah in Beirut organisierte. Seine Eminenz sagte hier Etwas, was viele Politiker in der Opposition, sich nicht trauten zu sagen, nämlich, dass diese Demonstrationen von Damaskus manipuliert worden sind. Und die meisten Teilnehmer seien Syrer oder von Syrien gelenkte Leute gewesen. Er motivierte sogar die Opposition ihrerseits neue Demonstrationen zu organisieren. Und dies gelang sogar mit einem großen Erfolg und ´mit libanesischen Demonstranten.

Ich appelliere an die Erzbischöfe der Syrisch-Orthodoxen Kirche auch mutig, dazu aufzurufen, die Angehörige unserer Kirche als Teil der Ostchristlichen Gesellschaft Libanons, für die libanesische Sache zu demonstrieren. Sowie für die Freilassung politischer Gefangene in Syrien einzutreten. Doch auch dafür aktiv aufzutreten für einen syrisch-orthodoxen Sitz im libanesischen Parlament.

Die politische Lage Libanons verlangt nun eine mutige und konstruktive Einmischung charismatischer Hirten. Denn so können wir in einem freien, unabhängigen und liberalen zukünftigen Libanons.

Raif Toma

17.03.2005

 

Artikel „Assyrische Christen fliehen aus "Freiem Kurdistan" von Helga Anschütz-Harb in der FAZ.

Es ist natürlich sehr gut, dass das Schicksal assyrischer Christen in die deutschen Medien gebracht wird und die Identität dieser Menschen, die vielen verborgen blieb, verdeutlicht wird. Doch es ist wichtig sie in Wahrheit weiter zugeben, damit es keine negative Einflüsse auf die Gegenwart und die Zukunft dieses verfolgten Volkes haben kann.

Obwohl die Geschichte unseres Volkes vielen bekannt ist, wissen nur wenige Menschen davon, was aus der Urbevölkerung Mesopotamiens und  Syriens geworden ist. Es ist das Volk des ersten  Weltreiches und spricht die Sprache Jesus. Dort in diesem Land der Hochkulturen wurde die Schrift, das Bier erfunden und die Mathematik und Astrologie zum ersten Mal praktiziert......

Dieses Volk leidet seit einigen Hundert Jahren unter den schlimmsten Repressalien und Verfolgungen, das ein Volk jemals in der Geschichte erlebt hat. Von den Arabern, Kurden und Persern, verfolgt, deportiert und massakiert. Doch leider wollte es die Weltpolitik so, dass dieses Schicksal verborgen blieb, weil eben die Interessen der Weltmächte es so verlangten.

Die demographischen Veränderungen durch die Massaker (ganz besonders Ende des vorletzten Jahrhunderts und Anfang dieses letzten Jahrhunderts) und die Vermischung durch die Zwangislamisierung durch die Araber, die Osmanen und die Kurden sowie die Auswanderung aus den Ursiedlungsgebieten bedingt durch die Verfolgung und Massaker. Dies alles führte durch die Politik des osmanischen Reiches und nach der Zunahme der Macht der kurdischen Clans und später der Gründung der neuen Staaten des nahen Ostens zur Identitätsverweigerung der assyrischen Christen, die früher nicht nur Nestoriraner hießen, sondern auch Jakobiten, Chaldäer und Melikiten (im osmanischen Reich zu Teil als ´Millet´ bekannt). Denn diese konfessionellen Namen dieses Volkes, gaben ihm  mit der Zeit konfessionelle Identitäten und verbargen seine nationale assyrische Identität im Hintergrund.                                   Der Begriff Nestoriraner war nie eine nationale Bezeichnung des Urvolkes Mesopotamiens. Leider benutzen viele europäische Historiker die Bezeichnung der Nestoriraner für die Berg-Assyrer, die sich selber von diesem Namen distanzierten. Die Berg-Assyrer, lebten in Clans in den unwegsamen Hochtäler des assyrischen Berglands geflüchtet und hatte hier ihre uralten christlichen und assyrischen Traditionen gegen wiederholte Angriffe kurdischer Banden verteidigt. Hier benutzt Frau Anschütz leider irrtümlich den Begriff des ´kurdischen Berglands´. Als Expertin in der Geschichte und Gegenwart dieses Landes und ganz besonders in der Geschichte der assyrischen Christen müsste Frau Anschütz wissen, dass es sich hier um das assyrische Bergland handelt. Die Kurden haben, erst in den letzten fünfhundert Jahren angefangen das Gebiet anzusiedeln. Auch viele Assyrer, die durch die Massaker zum Islam übertraten, um ihr Leben zu retten, haben sich den Kurden anpassen müssen und sind zu Teil  zwangkurdisiert wurden, da die Kurden die Mehrheit der Moslemischen Bevölkerung in Mesopotamien bildeten. So geschah es auch mit vielen christlichen Assyrern, die nach der arabischen Eroberung und Islamisierung Mesopotamiens zum Islam übertraten und dann arabisiert wurden, denn es war üblich, dass mit der Religion auch die Sprache des Eroberers übernommen wurde. Die Befremdung wurde dann durch die Gründung der jungen Staaten des nahen Ostens besiegelt.

Doch wenn wir die Geschichte lesen, so wissen wir, dass als 431 n. chr. am Epheser Konzil, als die Lehren des Patriarchen Nestorius von Konstantinopel im Konzil von Ephesus als Häresie verdammt wurden, bekannte sich ein großer Teil der Christen im persischen Reich zwar zu dessen Lehre, doch die Alte Apostolische Kirche des Ostens schon vor Nestorius bestand. Diese Kirche hat sich von den Lehren Nestorius distanziert. Auch der Vatikan erkannte diese Wahrheit und gab zu bezüglich dieses Themas eine Verwechselung gegen zuhaben und schloss mit der heiligen Kirche des Ostens eine Zusammenarbeit ab..
 
Frau Anschütz, benennt das Land um die die Kulturen des Zweistromlands, nicht nur der "Wiege der Menschheit" was auch stimmt, sondern auch leider Kurdistan. Leider ist der Name ´Kurdistan´ für ´Mesopotamien´ zur Zeit in den Medien irrtümlich gängig geworden. Diese Widersprüchlichkeit das Land um die alte Assyrermetropole Ninive nicht mit dem geschichtlichen und geographischen Namen ´Assyrien´ oder ´Mesopotamien´ zu nennen, lässt mich die Frage direkt an die Frau Anschütz stellen, warum solche Verfälschungen gerade von Ihnen kommen. Wenn die Nachfahren der alten Assyrer im Nordirak (die heutigen assyrischen Christen), von dem Westen so spät entdeckt wurden, so heißt es nicht, dass erst dann wir wieder die Bezeichnung "Assyrer" führen können.

Diese Bezeichnung wird in der Gegenwart von der Nationalbewegung und der Ideologie des Assyrismus sowie von den Intellektuellen unseres Volkes als nationale Bezeichnung aller Angehörigen der "Alte Apostolischen, Katholischen, Assyrischen Kirche des Ostens", der Alten Apostolischen Kirche des Ostens/ Alter Ritus, und der mit Rom unierte Ostkirche der Chaldäer. Auch Angehörige aller syrischen Kirchen haben außer wenigen Ausnahmen mesopotamischen Ursprünge. Denn es kann nicht sein, dass Bewohner eines Dorfes auf Grund ihrer Zugehörigkeiten verschiedener Kirchen, verschiedener ethnischen und nationalen Ursprung haben. So sehen wir dass die Angehörige dieser Kirchen, die Nachfahren der Sumerer, Akkader, Babylonier, Aramäer und Assyrer, die Völkerschaften der alten Reiche Mesopotamiens und Syriens sind. Sie nennen sich assyrische Christen, leben in einem geographischen Gebiet, haben die gleiche Geschichte und die gleichen Leiden, sprechen schon immer aramäische Dialekte und schreiben mit der gleichen Schrift.

Denn so ist es bei den Juden, dass die alten hebräischen Stämme bzw. die alten Völkerschaften Israels eine Einheit als Israeliten bilden, doch der Unterschied ist nur eine Staatsgebilde, die diese Einheit besiegelt. Andere Beispiele können wir hier in Europa auch finden.

Die Autorin hat mit diesen Menschen gelebt und weiß, dass diese nicht nur das gleiche Land haben, sondern auch die gleiche Sprache sprechen und auch gleiche Sitten und Gebräuche haben. Eine Spaltung der Kirche, darf nicht durch unüberlegte und abhängige Aussagen zu einer tiefern Spaltung des Volkes Mesopotamiens führen. Die  Leiden des assyrischen Volkes in seinen Siedlungsgebieten, sind jedoch hauptsächlich entstanden, Wegen seiner anderen nationalen und religiösen Zugehörigkeit.

Auch die Aussage dass, ´nur die assyrischen Stämme in den unwegsamen Grenzgebieten zwischen dem Irak, Iran und der Türkei blieben weitgehend von den Auswirkungen der Kriegs- und Nachkriegszeit verschont´ ist unwahr, denn kein Dorf und kein Stamm blieb den Massakern und Übergriffen verschont. Doch das alles hat die Christlichen Assyrer nicht dazu gebracht sich als Kurden auszugeben, auch wenn in einigen Dörfern die Sprache aus Angst von Repressalien übernommen wurde, identifizieren sich die meisten trotzdem als  assyrische Christen/ Suraye oder Suryoye und nicht als Kurden, auch wenn einige aus Angst sich öffentlich damit bekannten. Denn die totalitären Regime des Nahostens und die Politik der Baath-Parteien führten sicherlich zu einer Zwangsarabisierung, dass auch jede andere Nation in die arabische Nation einzuschmelzen versuchten, doch das große Teil der Mesopotamier blieben im Herzen Assyrer, auch wenn eine Arabisierung oder Kurdisierung zum Anschein kam. 

In Deutschland hat "die Alte Apostolische Kirche des Ostens" einen Bischof in Mainz (Mar Shalita, der von der Syrisch-Orthodoxen Kirche zum Bischof  geweiht wurde). Dass jedoch in Deutschland nur ca. 2000 Assyrer heute leben, die zumeist aus dem Irak stammen, wundert mich, denn allein im Wiesbadener Raum leben mindestens 3000 Assyrer. Laut Informationen assyrischer Institutionen, die es besser wissen sollten, sind es ca. 60.000 Assyrer, die in Deutschland leben und die meisten sind aus dem mesopotamischen Tur Abdin im Südosten der Türkei. 

Wichtiger als das alles ist jedoch, dass die Angehörige dieser Volksgruppe in ihrer Heimat verfolgt wird und dass die Existenz der Urbevölkerung Mesopotamiens in ihrer Heimat bedroht ist. Diese Menschen brauchen den Schutz des Westens mehr als Diskunionen über ihren Namen oder wie viel von ihnen in Deutschland leben. Denn die Leiden und die Verreibungs- und Verfolgungsgeschichte der Nachfahren der Völkerschaften des Zweistromlandes verdienen mehr als nur das.

 

Antwort auf den Beitrag: 

Katholiken besorgt um Stützpunkt zwischen Euphrat und Tigris
von Helga Anschütz in der FAZ von 24.06.99 

Bemerkenswert fand ich die Schilderung der Lage der assyrischen Christen im Nordirak und unter kurdischer Herrschaft. Doch für die Erwähnung des Bedarfs der Christen an humanitäre Unterstützung danke ich die Frau Anschütz, denn dies wird in den deutschen Medien sehr wenig erwähnt.

Doch ich habe einige Korrekturen und Kommentare für notwenig gefunden.

Nach den Quellen assyrischer Institute ist die Zahl der Christen im Irak - etwa eine Million – das größte Teile davon sind gehören der chaldäischen Kirche an, doch ein weiteres großer Teil dieser Christen gehören der Syrisch-Orthodoxen-Kirche. Die chaldäische Kirche wurde im Jahre 1830 im Irak gegründet als Abspaltung von der alten Apostolischen Kirche des Ostens   (Assyrische Kirche) und behielt Zeitlang diesen Namen.

Der Patriarch von Babylon ist nach den Büchern der chaldäischen Kirche ist ein Nachfolger der Patriariche der alten Apostolischen Kirche des Ostens. Dies bestätigt die gleichen Ursprünge beider Kirchen und es ist ein Ausschuss beider Kirchen gegründet worden, die die Wiedervereinigung beider Kirchen studiert.

Die Sprache beider Kirchen ist die Syrischen-aramäische Ostdialekt, die auch von einem Teil der Angehörige der Syrischen Kirche im Irak gesprochen wird. Einige chaldäische Kirchenväter haben sehr wertvolle -und von allen syrischen Kirchen anerkannte- Lexiken der syrischen Sprachen geschrieben. In einigen Dörfer in Mesopotamien und ganzbesonderes im Südosten der Türkei lebten gemeinsam in einem Dorf Angehörige beider Kirchen, sogar Angehörige der Syrisch-Orthodoxen-Kirche und sind auch zum Teil mit einander verwandt trotz unterschiedlicher kirchlicher Zugehörigkeit, was die Abstammung von den alten Chaldäer des babylonischen Reiches für alle Angehörige dieser Kirchen gleich bedeutet.

Auch die Verfolgungsgeschichte, als viele Christen vor den Verfolgungen durch Kurden und osmanisches Militär aus ihrer Heimat in Obermesopotamien und im assyrischen Bergland flüchten mussten ist die selbe Geschichte.

Die Chaldäer sehen sich sowie die Angehörige der Ostkirche und anderer syrischen Kirchen  als die christlichen Nachfahren jener Stämme, deren Siedlungsgebiete seit dem 11. Jahrhundert vor Christus im südlichen Irak in assyrischen Quellen erwähnt wurden.

Wie kann nun die Frau Helga Harb-Anschütz so sicher sein von der Abstammung dieser Menschen und die Rassenabstammung nach all den Wanderungen und Vertreibungen der alten Stämme in Mesopotamien und die Entstehung und Fall der Reiche der  Sumerer dann die Akkader, Babylonier und Assyrer sowie die Aramäerfürsttümer in Mesopotamien und Syrien.

Die Behauptungen von einer Minderheit, die Interesse an die Spaltung der Chaldo-Assyrer hat, haben eher baathistische Einflüsse, die das Sadam-Regime in Bagdad in die Bewusstsein unserer Volksangehörigen zu pflanzen versuchte. Diese haben begrenzt ihre Folgen, doch appelliere an Frau Anschütz und die Frankfurter Allgemeine Zeitung keine solche Propaganda zu verbreiten, die seit der Übernahme der Macht der Baath-Partei in Syrien und Irak ihre Freunde findet Viele Intellektuelle Angehörige der chaldäischen Kirche sind Mitglieder politischer assyrischer Organisationen und viele waren Vordenker der assyrischen Nationalnationalbewegung

Frau Anschütz hat sich widersprochen in dem Sie einmal das assyrische und chaldäische ethnisch von einander trennt auch in der Gegenwart und auch die Gründung der chaldäischen Kirche, dann spricht sie über die alte assyrische Kirche.

Die Berichte von Frau Anschütz trennen das eine Volk und stellt Schranken und Hürden im Wege der Intellektuellen und Politiker dieses Volkes für die Aufhebung konfessioneller Schranken. Denn in der Zeit der letzten Krisen hat unser Volk andere Prioritäten, nämlich in der Anerkennung der nationalen Unabhängigkeit unseres Volkes von den Kurden und Arabern und die Schaffung einer Weltdachorganisation, die alle Konfessionen politisch und kulturell vertreten kann. Doch auch in der Erlangung der demokratischen Rechte der Urbevölkerung des Iraks, was von allen vergessen wurde.

 

 

 

 

www.Assyrismusland.ms.net

 

Ich möchte jedoch hier auf die Einheit aller Mesopotamier, die Nachfahren der alten Aramäer, Chaldäer, Babylonier und Assyrer hindeuten.

 

 

Habybo Edip,

vielen Dank für deine Antwort. Leider muss ich dich enttäuschen, denn es geht mir nicht darum zu versuchen immer wieder den Namen „Assyrismus" hervorzuheben. Denn es geht mir nicht um den Namen, sondern um Gedankenwerte, Ideen, Lösungsvorschläge und Visionen.
ich finde es wirklich schade. Denn der Name alleine darf einen Menschen wie du nicht davon abhalten, sich rational die Ideen und Prinzipien dieser Gedankenwerte zu beschäftigen. Nun du kannst das alles auch Pan-Mesopotamismus nennen, was auch richtig ist und im wahrsten Sinne ist der Assyrismus nichts anders als Pan-Mesopotamismus Professor....... nannte beschreib den Assyrismus als.........

Ich werde jetzt garantiert mit dir nicht über Namen diskutieren. Den gerade diesen Streit zu einer nationalen Sache zu machen finde ich primitiv und für mich eine nebensächliche Priorität in der heutigen Zeit stellt– bei allem Respekt zu deiner Person. Die Primitivität in den meisten Gesellschaftseinrichtungen und auf verschiedenen Ebenen ist soweit, dass tatsächlich der Namenstreit zur Nationalsache geworden ist. Nun das beste Beispiel ist das Ergebnis dieses primitiven Streites in der irakischen Verfassung so heißen wir „Chaldäer und Assyrer“. Deshalb geht es gar nicht nur um die engen und verkrampfte Streitereien um den aramäischen Namen in Europa, sondern um anderen auch ehrenvollen Namen eines in dem syro-mesopotamischen Raumes verwurzelten Volkes (Assyrer, Chaldäer, Chaldo-Assyrer, Assyrer-Chaldäer-Suryoye und Syrer und Gott weiß vielleicht werden irgendwann einige noch andere Namen übernehmen wie den sumerischen und akkadischen, mesopotamischen oder gar den Turoyo). Jeder dieser Namen ist ein Teil unserer Geschichte und ein Teil der nationalen Identität. Die Aramäer waren ein Teil unseres Volkes in allen Großreichen der mesopotamischen Geschichte.
Über die Geschichte unseres Volkes können wir gerne uns austauschen, doch ob die Geschichte wirklich die substantiellste und wichtigste Sache ist, mag ich zu bezweifeln. Denn obwohl die Geschichte sehr wichtig ist, ist der Gegenwart und die Zukunft meiner Meinung nach viel wichtiger.
Nun es gibt für mich auch eine rote Linie, in Bezug darauf, dass wir zusammen ein Volk und eine Nation bilden. Denn es kann sein dass es verschiedene Meinungen bezüglich der Namen gibt. Es kann auch sein, dass die unterschiedlichen Patrioten auf Grund unterschiedlicher diverser geistigen und politischen Strömungen und unterschiedlicher Studien, nicht immer die gleichen Vorstellungen haben, doch es geht hier um verschiedenen Namen eines Volkes. Unser Volk kann nicht nur auf Grund konfessioneller Trennungen zu mehreren Völkern getrennt werden. Das ist wissenschaftlich falsch und historisch einzigartig. Und wenn du meinst, dass die assyrische Geschichte uns fremd ist und mit unserem Volk nicht zu vereinbaren ist, so sehe ich als ganz merkwürdig und kann wirklich nicht glauben, dass es von dir kommt. Ich werde garantiert auf diesem Basis keine Diskussionsgrundlage zum Thema Geschichte unseres Volkes finden.

 

Wir sind eine nationale Einheit und nicht nur Geburtsmesopotamier und Nachfahren der alten in einander - besonders seit der Regierungszeit König Sanharibs - verschmolzene mesopotamische und syrische ethnolinguistische Landschaft, sondern haben eine klar erkennbare und differenzierbare Nationalität die bei den meisten unserer Volksangehörigen emotional nicht zu übersehen ist.
Wir bilden eine Einheit durch die einheitliche Sprache und die gemeinsame Geschichte, Vergangenheit, gemeinsames Schicksal und natürlich auch durch die gemeinsamen Leiden in einer gemeinsamen Heimat (Mesopotamien). Diese Wirklichkeit, war eine in der Vision und Gedanken der Träger pan-mesopotamistischen Gedankengutes untrennbare Wirklichkeit.

Intellektuellen und ehrliche Denker sollen wirklich erkennen können, wann Patriotismus aufhört Tugend zu sein – Wie Lessing schrieb. Er schrieb auch, dass Männer geben möchte, die (...) nicht glaubten, dass alles notwendig gut und wahr sein müsse, was sie für gut und wahr erkennen."
Wenn jedoch einige verirrt behaupten, dass wir verschiedene Völker sind, so begründe ich es nur auf Grund zerostörrischer Energie oder politischen Einfluss fremder schädigender Mächte.
Nun weder du sonst andere – seien es Schriftsteller oder auch Wissenschaftler können behaupten das unser Volk heute nur von den alten Aramäer oder nur von den alten Assyrern, Chaldäer oder andere abstammt – was sicherlich nur als rassistisch bewerten werden kann. Wenn wir von mehreren mesopotamischen Kulturen reden, so sind diese Teilkulturen weniger identifizierbar. Denn diese gehen in einander ein und können sich von den zahlreichen Identitäten (staatliche oder konfessionelle) kaum unterscheiden. Wenn wir dies auch so sehen wollen, so müssten wir von einem pan-mesopotamischen Kulturkreis mit einer langen Geschichte und sinnvoller Einheit und Dynamik einer Hochkultur.
In der Geschichte sah es auch früher nicht anders aus. Und hier zitiere ich gerne den Schriftsteller und Wissenschaftler Harry Sager in seinem Buch ´die Herrlichkeit Babylons´ beschreibt die regionale Bezeichnung des Gebietes: Die Bezeichnungen Assyrien und Babylon sind homogen und bedeuten ursprünglich die Bezeichnungen der Hauptreiche, des nördlichen und des südlichen in der Region.... Doch sie wurden in einer ungenauen Form benutzt, um die nördlichen und südlichen Gebiete zu beschreiben, ohne auf die politische Lage zurückzublicken, um auch Zeiten zu beschreiben vor der Existenz Babylons.

Als Erben der Tausenden von Jahren alten mesopotamischen Hochkultur, ist es normal, dass unterschiedliche Ansichten auftreten im Bezug auf den verschiedenen Themen, die unserer Geschichte, nationaler Identität, unserer lieben Heimat und unserer Sprache – Auch wenn Herr Jesus Christus sie sprach.

Nun es gibt ein Teil unserer Gesellschaft, die lieber den aramäischen Namen tragen will. Und diese Gruppe, die gerade in Deutschland stark zu vertreten ist, kann keiner einfach negieren, sondern solltet deren andere Meinung respektieren. Wenn wir uns mit Toleranz und Offenheit begegnen, so können wir unsere Gesellschaft eben mit diesen Gedankenwerte kontinuierlich nach vorne bringen.

Die aramäischen Stämme waren ein wichtiges und bereicherndes Teil des Volkes des assyrischen Reiches, deren Existenz nie eine damals nichtexistierende Entnationalisierung verursachte. Ich sehe in dem Erstarken der aramäischen Sprache in den assyrischen und babylonischen Reiche ein starker Basis zu Vereinigung unseres Volkes. Hast du dir die Frage gestellt, warum die Assyrer nicht das Medische, Ägyptische oder Persische als nationale Sprache.

Es war damals selbstverständlich, dass die einzelnen Reiche im syro-mesopotamischen Raum sich bekriegt haben; Assyrien gegen Babylon, Summer gegen Akkad, Assyrien, Babylonien gegen die aramäische Stadtstaaten und die aramäischen Fürsttümer gegen einander. Bei den Griechen nannten es Historiker auch mal Bürgerkriege. Auch zwischen den alten deutschen Königreiche und Fürsttümer gab es Kriege.
Was um das wissenschaftlich nie bestätigte Thema des Spurlosen Verschwindens des assyrischen Volkes, so bitte ich dich wirklich rationaler den Sachverhalt zu betrachten. Der schwedische Wissenschaftler Professor Simo Parpola hat es bewiesen, dass es nicht so wäre. Nun wenn du mich fragst, dann würden wir beide ich und heute du nicht existieren.

Entscheidend ist jedoch, dass alle die mit unserem Volk ehrlichen und gutmeinenten Forscher, Wissenschaftler und Historiker sich einig sind, dass wir in allen unseren Konfessionen ein einheitliches Volk bilden. Aus welchen dieser Stämme, Städte, Reiche wir, die heutigen Christen und Angehörige der Ost- und syrischen Kirchen bilden, mag keiner doch so genau wissen.

Der Assyrismus soll keine Grenze sein, sondern ein Ausgangspunkt zur Aufklärung und zur Lösung vieler Probleme unserer Gesellschaft über die konfessionellen, politischen und regionalen Grenzen.

Auf deinen Kommentar, ob der Assyrismus politisiert ist und ob das was ich schreibe auf Grund meiner politischen Aktivität politisch ist. Ich bin natürlich politisch tätig in der assyrischen Partei SHURAYA seit ca. 16 Jahren und habe daraus auch nie Geheimnis gemacht. Ich war auch im Kirchenvorstand in Bad Vilbel und in dem assyrischen Mesopotamien-Verein in Wiesbaden im Vorstand und habe das christlichen Hilfsprogramm- Europa (CAPE) mitgegründet und war der erste Vorstand. Die alles hat natürlich auf meine Gedanken etwas Einfluss genommen, doch mit den Assyrismus, geht es tatsächlich um überparteiische, überkonfessionelle und überpolitisierte Ideologie mit Hand und Fuß Bruder – ohne in Verlegenheit zu kommen!

Die Nationalbewegung unseres Volkes sehe ich persönlich als ein Teil dieses Pan-Mesopotamismus. Nenne den Assyrismus so und lass uns auf dieser Grundlage mit einander diskutieren.

Lieber Edip,
dieses Gedankengut, ist jede Zeit erneuerungs- und entwicklungsfähig, natürlich Ort und Zeit abhängig - und ich sehe es als die Rettung für unsere mittlerweile heterogene und vor dem Verfall stehende Gesellschaft.

 

Shlome
Raif Toma

 

 

 

Kampf der Generationen

 

Mit diesem Artikel will ich auf die aktuelle Situation der Syrisch-Orthodoxen Kirche und die der jüngeren Generation in Deutschland eingehen. Denn die Notwenigkeit einer Veränderung innerhalb der Syrisch-Orthodoxen Gemeinden in Deutschland ist gereift. Und die Verantwortung für eine Veränderung innerhalb dieser Gemeinschaft ist noch nicht klar.

In dieser Zeit deutlicher Umwälzungen, ist eine erwachte, verantwortungsbewusste und aufgeklärte junge Generation zu beobachten, die in sich die Liebe zum Volk zu der Urheimat Beth Nahrin sowie zu der Kirche trägt. Diese aufgeklärte neue Generation, die sich gezielt und bewusst integrieren lässt, fühlt sich nicht nur entwurzelt, sondern auch von den kulturellen, kirchlichen, sozialen und politischen Institutionen im Stich- und allein gelassen.

 

Ein Großteil der zweiten und dritten Generation der in Deutschland Eingewanderten, nutzte die Freiheit und andere Möglichkeiten in diesem freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat, um sich akademisch und geistig zu bilden sowie sich beruflich zu entwickeln. Lernte auch die Grundsätze und Gedankenwerte gesellschaftlicher und politischer Reformen und Bewegungen der westlichen Völker.

 

Die Ausgangssituation ist meines Erachtens motivierend doch gleichzeitig auch kritisch. Die Energie und die Kreativität der jüngeren Generation, sowie das lösungsorientierte und kritische Denken vieler Akademiker, Intellektuelle und Studenten, schaffen nicht nur eine ständige Spannung, sondern machen sie sie auch zukunftsweisend. Diese können sich selbst und die fehlentwickelte Gesellschaft von den Krisen retten.

 

Angesichts der Tatsache, dass die Kluft zwischen den älteren - und der oft gebildeteren- jüngeren Generationen, das gesellschaftliche System bzw. die gegenwärtige gesellschaftliche Un-Ordnung auf die Probe stellen kann, kann es auch zu systematischen Reaktionen mit gravierenden Folgen auf alles was alt ist kommen. Diese Folgen, können nur mit Vernunft und der Einlenkung der traditionellen Kräfte der Gesellschaft vermieden werden. Wilhelm Ishaia schlägt in seinem Artikel „Aspekte der politischen Entfremdung in der assyrischen Lage", eine Rollenverteilung vor.

 

Eine Veränderung zur Lösung vieler Probleme unserer Gesellschaft, kann meines Erachtens nicht rein auf religiösem und konservativen Basis gestaltet werden. Doch mit einer rein säkularisierten sinnentleerten Variante der Lösung, werden nicht alle Schichten und Gruppen unserer Gesellschaft einverstanden sein, da diese nicht immer die selben Bedürfnisse und Motive haben. Somit brauchen wir die Basis der Wertevorstellungen unserer Gesellschaft sowie die rationale säkularisierte Denkweise vermischt mit der Liebe, die ich ein Pan-Mesopotamismus nenne. Ein Nationalismus im mesopotamischen Sinne, die nämlich vom Patriotismus schwer unterscheidbar ist.

 

Damit diese neue Generation ihre Rolle in der Gesellschaft nehmen kann, muss sie sich die Junge Generation auch politisch unabhängig sowie Verbands- und Gemeindeübergreifend organisieren

Sicherlich kann dieser Schritt am Anfang schwer sein, doch er ist heute dringender denn je gefragt, da die Gesellschaft und die syrisch-orthodoxe Kirche auf einer härteren Probe gestellt werden.

Wenn jedoch diese auch Opfer der Verbandskämpfe, der politischen und kirchlichen Konkurrenz, sowie der Streiterein der Dörfergemeinschaften bleiben, so kann die Zukunft unseres Volkes und der kirchlichen Institution um so gefährdeter werden.

 

Es ist wichtig, dass sich unsere soziale Gemeinschaft in Deutschland an der Verwirklichung unserer nationalen Ziele mehr engagiert. Ferner ist es notwendig, dass diese junge Menschen sich selbst innerhalb unserer Kirchen organisieren, um evtl. die jeweiligen kirchlichen Institutionen zu reformieren und dies nur im Rahmen der jeweiligen Kirchengesetze. Doch dabei zu achten nicht zu einer Nation der Kirche zu werden.

Die Herausforderungen sind groß und die Aufgaben sind sehr Anspruchsvoll. Diese , können hauptsächlich von der jüngeren Generation und mit Brüderlichkeit gelöst werden. Es ist von ihr zu erwarten, bewusst, mutig und kreativ in die Zukunft zu gehen, um die Gesellschaft um zu gestalten. Das heißt, die objektive Notwenigkeit der Erneuerung zu verstehen und Lösungsvorschläge anzubieten. Dann auch mit friedlichen Mitteln durchsetzen.

 

 

 

 

 

 

Eine pan-mesopotamische Leitkultur

für die Erhaltung einer Kulturnation

 

Eine pan-mesopotamische Leitkultur

für die Erhaltung einer Kulturnation

 

 

Eine pan-mesopotamische Leitkultur

                                für die Erhaltung einer Kulturnation

 

 

 
 

Eine pan-mesopotamische Leitkultur

Leitkultur als solches fand in unserer Gesellschaft keine Behandlung. Bei der

Behandlung dieses Themas, versuche ich erstens den Wertekonsens in unserer

Gesellschaft zu erkennen – in Anbetracht der Werte der „kulturellen Moderne“ und

basierend auf die überzeitlichen pan-mesopotamischen Gedankenwerte. Dabei

spreche gezielt über eine patriotische bzw. pan-mesopotamische Leitkultur. Ferner

gehe ich auf zwei überaus wichtige Fragen ein: wer oder was soll uns leiten? Und

Wie tragfähig sind diese Werte für das Zusammenleben in unserer komplexen

Gesellschaft? Und nenne dabei Leitbegriffe auf die ich im Einzelnen in weiteren

Beiträgen eingehen werde! Wobei ich die Meinungen interessierter Lesern sowie

natürlich der Aktivsten der Nationalbewegung mitberücksichten werde.

 

 

 

  • Die Syrische Kirche im Osten Asiens

Fazit: "Von Persien bis zur Küste des Chinesischen Meeres reihte sich in der Mongolenzeit eine nestorianische Kirchenprovinz an die andere - riesige Territorien, in denen die Christen vielfach nur als sporadische Minderheit existierten, gleichwohl zusammengehalten durch den gemeinsamen Glauben, die Jurisdiktion des Katholikos-Patriachen in Bagdad und die syrische Kirchensprache." (Vgl. Art. "Asien. Christliche Kirchen" in: Theologische Realenzyklopädie, 173-179,179).

Christians of Syria and Mesopotamia are not Arabs

ByRaif Toma

Translated from German

March 14, 05

Sharbal George Samuel a minister of the Syrian-Catholic -Church in Lebanon recently published an instructive article in the "Al-Nahar" Newspaper which was a constructive criticism of a previous essay by the journalist Shaban Aboud in the same paper. Minister Sharbal describes it as absurd that Aboud considers the term Shauaia associated with Tur-Abedin region to mean it was inhabited by the Arabic Beduinen tribes.

Sharbal wrote: "with all due respect in my opinion this is the most laughable and impudent attempt of Arabization and would be considered as a historic crime by by faithful christians of Syria and Jazira (Mesopotamia)". Minister Sharbal was also saddened by a letter to the editor from a Syrian-Orthodox bishop, Matta Rohom, who sides with Shaban and claims that the Arabic root of his people is from the "BaniTglib".

Sharbal however wonders what the source of this information is. He mentions that as a Turoyo bishop he had to learn the Arabic language outside his home becuse it was a necessity of life. At home he learned the Syriac language from parents who had learned it from their forefathers and the Turoyo was spoken before the "Bani Taglib" arrived in Syria and Mesopotamia.

Because the Bani-Taglib tribes became christian and learned to speak the Syriac language some consider it reasonable to believe that the christians of Syria and Mesopotamia may have some Arab ancestry. However Bani-Taglib lived as independent tribes who did not intermarry with others. They were forced to renounce their Christianity during the rule of the 8th cenury Caliph "Ali ben-Abitalib" who ordered the murder of the Christian Arabs unless they accepted Islam. Many obyed and those who refused were killed.

Minister Sharbal also desputes the claims that 80% members of the Syrian-Orthodox Church are Syriac speaking christians and the other 20% were people who spoke none Syriac languages and joined the church when it arrived in Syria. Sharbal asserts that there was no Syrian Orthodox church in Hassake before the first church was constructed by the Syrian Catholic Church where that churchalso held its religoius services.

He further writes: "articles describing us as Arabs are written by the pan-Arab thinkers and politicians to confuse our heritage. It would be tragic if our clergies believe these claims and such falsifications are unconciouly promoted among our people. To all clergies of our church I know, and for whom I carry great love, honor, and resect in my hearth I advise that they should resist the Arabization and Kurdification pressures on our people and if they do not want to get involved in nationalism they should dedicate themselves to the teaching of theology and religious subjects only."

It is a fact that scholars who know little about us try to confuse us with their limited knowledge. We are the ancient inhabitants of Syria and Mesopotamia. A people with independent culture, heritage and have our own history. We want to live in peace with our neighbors but do not wish to be considered Arabs or Kurds. Despite all forms of oppression and persecutions our people have managed to preserve our language and way of life. We were massacred by the Arabs, kurds Persians and the ottomans during the las century and driven out of out historic homelands.

I don't want to argue with the Pan-Arabists authors and journalists refuse to make our pious clergies feel guilty but this is my opinion:

"We are not Arabs and did not arrive here from the Arabian peninsula and were here centuries before the Arabs arrived in the region and brought with them the Arabic languages and the religion of Islam. It is also true that we became a minority in our own homeland, it is a fact that most countries of the Middle East are ruled by the Arab majority but not all the inhabitants of these countries are Arabs. Customarily inhabitants of Persia are called Iranian and those of turkey are known as Turks but we are the more ancient people who have lived alongside these other cultures for much longer than the Kurdish and Arabs-Islamic cultures have though our history is not well known to most people."

In fact We have greatly influenced our neighboring cultures and religion, they in turn have influenced ours but we still have a separate culture and national identity which has been preserved over centuries.

Our people have been persecuted by the rising nationalism in the countries of the Middle East trying to undermine our identity but we will continue to preserve our independent national heritage.

 

 

Auswanderung

 


Sicherheit ist die Auswanderung der falsche Weg zur Stabilisierung der Sicherheitslage und der Erreichung politischer Ziele in der Heimat.
Leider stellen die verschiedene Organisationen unseres Volkes Forderungen an das Volk und sie selbst versagen in der Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber das Volk. Das natürlich eine gewisse Frustration gegenüber die politischen Organisationen entstanden ist.
Du hast Recht viele politische Organisationen betonen immer wieder, dass wir als Diasporavolk keine Zukunft haben, und uns deswegen auf unsere Heimat konzentrieren sollten, doch bieten leider keine Alternative Lösungen zum Leben in der Heimat und die Rückkehr und das Wiederaufbau der Dörfer und Kirchen passiert meistens unorganisiert und wirrkürlich, dass die Sicherheit und das wirtschaftliche Leben der Rückkehrer nicht gewährt wird. Hier fällt der politischen, sozialen Organisationen und  den Rückkehrervereine die Erfahrung über Subventionen der EU und der UNO.
Ich finde jedoch, dass die politischen Organisationen es versäumten es zu akzeptieren, dass eine große Masse an unserem Volk sich in den Zerstreuungsländer eben neue Heimaten  gefunden haben und dies ist zu akzeptieren. Nun es ist auch wichtig und möglich bei richtiger Arbeitsweise in diesen neuen Heimaten eine Lobby zur Durchsetzung der politischen - und Menschenrechte unseres Volkes in der Heimat zu bilden. Ohne diese Lobbys hätten die Libanesischen Christen noch länger gebraucht, um die Durchsetzung internationaler Resolutionen zur Befreiung Libanons und der Gewährung der Rechte der Christen.

Raif


 

Unsere politische Organisationen


Hikamt Hakim schrieb in Ainkawa, die Mehrzahl unserer politischen Organisationen sind neugegründet und Ihre Kader vermisst die praktische politische Erfahrung, um politische Abkommen zu verhandeln und der Schaffung von politischen Koalitionen mit anderen politischen Kräften.
Alle dieser Organisationen sind nationalistisch und pragmatisch geprägt und die meisten, verfügen nicht über politische Programme. Sie vermeiden meistens politische Konfrontationen und suchen faule Kompromisse. Gerade, wenn sie mit fremden und benachbarten Kräften zusammenarbeiten oder für diese arbeiten, um ihre Existenz auf dieser Art zu sichern. Hier suchen sie dann meistens faule Kompromisse, um politische Abkommen zu verhandeln, die jedoch sie nur zu weiteren Verzichte bewegen.

In den Ostchristlichen Institutionen in Libanon, bildete sich einen Intellektuellen- und Politikerschicht, die eine spürbare Interesse an der aktiven Teilnahme am politischen Leben in Libanon gezeigt hat. Es zeigte sich jedoch auch, eine aktive politische Arbeit im Rahmen der Nationalbewegung, was ein frisches Wind und alternative freie Ideen und Meinungen in diese Bewegung in der ganzen Welt brachte. Auch innerhalb der LF haben sich Angehörige der SHURAYA und der Alrabita Alsuryania organisiert. Und brachten unserem Volk politische Vorteile.

Sicher brauchen wir politische Organisationen. Denn diese sind zwingend notwendig, um die politische Prozesse unseres Volkes zu vertreten. Doch auch um eine politische Meinung zu bilden und diese an die Öffentlichkeit zu bringen. Doch welche, die gewillt sind, die nationale Sache und die Interessen unseres Volkes in allen Ländern zu vertreten und voranzutreiben.

Die Fehlentwicklung unserer politischen Organisationen brachte jedoch die Gesellschaft in eine andere Ausgangsposition, doch ich bin mir sicher, dass auch unsere politische Institutionen in der Lage werden, politische Reformen in unsrer Gesellschaft zu verwirklichen und die politischen Interessen unseres Volkes zu vertreten.


In Liebe
Raif Toma

 

Auch nach zwei Jahren, sind die Christen immer noch weit von der Befreiung 


Die Provinz Nineve genannt in Anlehnung an der assyrischen Hauptstadt mit dem gleichen Namen, umfasst die die historischen Gebiete der assyrischen Hauptstadt.
Der Ansturm der arabischen Muslime in Mesopotamien, hat das Gebiet  seiner wahren Identität beraubt und zwang die christliche Bevölkerung des Gebiets zum Islam zu konvertieren. Die Besatzer trieben eine gewaltsame Politik der Islamisierung und die Mehrheit der ehemaligen Christen des Gebiets, wurden arabisiert.
Die dunkeln Zeiten der Osmanen, haben das Gebiet noch mehr Leiden gebracht und brachte mit sich neue Siedler kurdischen und türkischen Ursprungs. Doch die Yeziden konnten in den Gebieten von Skaikhan ihre alte babylonische Religion behalten und haben ihre nationale und religiöse Besonderheiten behalten.

Durch die spätere baathistische Politik des Sadamregimes und der begleitende Arabisierungsprozess, wurde das Gebiet von muslimischen Stämmen angesiedelt.
Mit der Befreiung des Iraks durch die USA, hoffte das Urvolk Mesopotamiens auf Freiheit, Demokratie und Leben in Ehre und Frieden.
Doch schon bei der Befreiung; versuchten kurdische Peschmergas christliche Dörfer zu berauben und anzusiedeln, doch dies gelang es ihnen nicht.
Später haben fanatische Islamisten die christliche Urbevölkerung des Gebietes schikaniert und tun das immer noch in großer Intensität, um sie zur Auswanderung zu zwingen. Sie bombardierten in Mosul Kirchen und christlichen Schulen.
Einige assyrische politische Organisationen wollten eine administrative Selbstverwaltung erreichen, doch die Bestrebung war unorganisiert und wurde durch die Kurden stark negativ beeinflusst, dass der Traum nur Traum blieb.
Mit den Wahlen hat, die sunnitische Mehrheit die Wahlen boykottiert und Terroristen haben eine breite Masse an den Wahlen verhindert. Doch die wahlwillige Chaldo-Assyrer - die Angehörige verschiedener Ostkirchen sind - wurden rigoros an den Wahlen verhindert. Dies geschah durch die Nichtöffnung von Wahllokalen aus angeblichen Sicherheitsgründen, obwohl die christlichen Dörfer mit einer christlichen Mehrheit von ca. 200.000 Christen als ziemlich sicher galten. Wahlurnen waren verschwunden. Elemente der kurdischen demokratischen Partei verhinderten, dass Wahlurnen den Wahllokalen gelangen.
Chaldo-Assyrer wurden in manchen Gebieten mit kurdischem Einfluss zum Wahl der kurdischen Liste gezwungen.
Beobachter haben sogar Wahlfälschungen registriert. Doch auch Kurden aus dem Iran haben mit gefälschten irakischen Ausweispapiere gewählt.
Die Kuriosität und Ungerechtigkeit gelang  es sogar dazu, dass sogar tote Kurden dürften wählen und
Hunderttausende Urbewohner des Gebiets wurden daran gehindert. 

Für die christliche Urbevölkerung des Iraks, bleibt eine internationalgesicherte Sicherheitszone, die einzige gerechte Lösung.

Raif Toma 
 

 

 

 

Der Begriff der Leitkultur wird als „eine Kultur die leitet“, definiert. Mit einer Leitkultur

können die leitende Werte, Visionen und Traditionen unserer vielseitigen

Gesellschaft dargestellt werden. Die Grundlage dieser Leitkultur bilden meiner

Meinung nach hauptsächlich die pan-mesopotamische Gedankenwerte und können

wegleitend auf das Gesellschaftsleben einwirken, doch ohne den Vielfalt in dieser

Gesellschaft zu beeinträchtigen.

Diese Leitkultur soll meines Erachtens auf gegenseitiger Toleranz und Achtung

beruhen und dies trotz allen sozialen, konfessionellen und politischen Differenzen.

Dabei liegen Traditionen und Werte des syro-mesopotamischen Raumes und dessen

Urbevölkerung zugrunde, die zum Teil möglichst auch der westlichen Aufklärung

angepasst werden können.

Als ein Fundament dieser nationalen Gemeinschaft zählt unter anderem die

Akzeptanz eines gemeinsamen Wertekonsenses. Die heutige soziale und politische

Situation kann die Gesellschaft in die Instabilität bringen. Nun nach langer

Überlegung und Analysen, stellte ich auch fest, dass für die Rettung, sowie für die

Verwirklichung der nationalen Frage, die Loyalität gegenüber dem Volk, und der

Gesellschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl und das gemeinsame

Identitätsbewusstsein unverzichtbar sind. Es wird jedoch wenig auf die grundlegende

Wertvorstellungen hingewiesen, ohne diese Gemeinschaft weder eine nationale

Einheit erfüllen noch kann die nationale Vision verwirklicht werden.

Wobei wir hier ins Auge fassen müssen, dass im Zuge der gesellschaftlichen und

globalen Entwicklungen, die manche gesellschaftlichen Strukturen aus ihrem

historisch gewachsenen Zusammenhang gerissen werden. Sie verlieren mit der Zeit

ihre Legitimität und müssen sich in ihrer Geltung behaupten und als nützliche

Strukturen zur Gewinnung von politischem oder sozialem Kapital immer wieder

beweisen. Dennoch klagen viele heute noch über die begrenzte Freiheit des

Individuums auch gesellschaftsintern sowie über die nicht errungene Emanzipation

der Frau.

Bei diesem Wertekonsens geht es um die Summe der Leitideen, die im Substrat

einer Nation wurzeln. Doch trotzdem stellt sich die Frage, um welche Werte bzw.

welche Leitideen es sich dabei handelt?

Ich stellte folgende wegweisende Grundlagen der Leit-Kultur fest:

 

Die Stellung der Frau gestern und heute
 
Die Stellung der Frauen in der vorchristlichen Zeit des syro-mesopotamischen Raumes ist meines Erachtens trotz der zur Verfügung stehenden Quellen aus den Keilschriften nicht eindeutig festzulegen. Berichte aus der Epoche nach der arabischen Eroberung und der folgenden islamischen Herrschaft sind rar. Doch einiges lässt sich auch aus den Gesetzen der damaligen Zeit erkennen! Wie zum Beispiel, die Erkenntnis, dass der Mann der eindeutige Hausherr war! Trotzdem waren Frauen nicht nur als Priesterinnen in der vorchristlichen Zeit bekannt, sondern schafften es auch Königinnen zu werden, wie die legendäre assyrische Königin Shamiram/Semiramis (810-782 v. Chr.) und Zenubia Königin von Palmyra[1] ( reg. 267-272) . Sie schaffte es, über die römische Provinz Syrien zu herrschen. Andere  gewannen  durch ihre gesellschaftliche Stellung und Persönlichkeit an Macht, wie Surma (1883 – 1975),  Schwester der Patriarchen der Kirche des Ostens Mar Benyamin Shimun XXI. (1887-1918) und Mar Shimun XXII. Polos (1885-1920), die besonders in den ersten Jahrzehnten ihres Neffen Mar Eshai Shimun XXIII. (1908-1975) als Sprecherin der Berg-Assyrer öffentlich auftrat und einer Delegation der Friedenkonferenz  von Versailles (1919-1920) angehörte.
In Ur nahmen die königlichen Gemahlinnen und die Nebenfrauen der summerischen Könige großen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben Ihrer Zeit. Die En-Pristerinnen der Nanna bekleideten die wichtigsten kultischen Ämter[2]. Ich werde  mich mit diesem Teil der Abhandlung auf die Stellung der Frau in Vergangenheit konzentrieren und in einer weiteren Folge, auf  die Stellung und Situation der Frau in der nahen Vergangenheit sowie in der Gegenwart eingehen.                                                                                                           Die Gesetze summerischer und babylonischer Zeiten beinhalteten, wie bekannt, auch Vorschriften und Bestimmungen zum Ehe- und Erbrecht.
Die Stellung der Frau hing allerdings in der vorchristlichen Zeit davon ab, ob sie Kinder zur Welt brachte. Blieb die Ehe kinderlos, konnte der Ehemann sich scheiden lassen oder eine Nebenfrau nehmen. Hatte die Ehefrau aber Kinder, war eine Scheidung kaum möglich. Den Frauen stand aber auch unter bestimmten Voraussetzungen das Recht in Babylon auf Scheidung zu.
In Ur war zwar die Frau durchaus nicht ohne Rechte, aber in Angelegenheiten von Ehe und Scheidung doch ohne Einfluss. Der Vater konnte das Verlöbnis seiner Tochter einseitig lösen, musste aber dem Bräutigam dessen Geschenke zurückgeben.
Position und Rechte der Frau in der Ehe mussten in Babylon durch Urkunden festgeschrieben werden. Denn "wenn ein Mann eine Ehefrau genommen hat, aber keine schriftliche Abmachung vorliegt, so ist diese Frau keine Ehefrau."[3]  Mit der Mitgift galten Frauen als erbrechtlich von den Eltern abgegolten.
Urkunden über die Mitgift waren der eigentliche Grund für die Ausstellung einer Heiratsurkunde und wichtig, weil die Mitgift zwar vom Ehemann genutzt werden konnte, aber Eigentum der Frau blieb und in der weiblichen Linie, also an die Kinder der Ehefrau, weiter gegeben werden musste. Die Frau hatte das Recht, die Mitgift oder Teile davon ertragreich zu verleihen und im Fall einer Scheidung ihre Mitgift, samt dem Scheidungsgeld, das ihr der Ehemann schuldete, mitzunehmen. Das galt aber nur, wenn die Ehe ohne ihre Schuld geschieden wurde. War der Ehemann mit seiner Frau ´´unzufrieden´´, konnte er sie mitsamt den Kindern verstoßen oder in die Sklaverei verkaufen. Eine Scheidung zu verlangen war für den Mann dann problematisch[4], wenn die Ehefrau ihm Söhne geboren hatte und der Frau kein Verschulden nachzuweisen war. In einem solchen Fall war der Mann verpflichtet für die Familie weiter zu sorgen und ihr ein Haus zur Verfügung zu stellen. Bei Krankheit, Erblindung oder Lähmung der Ehefrau durfte der Mann die Scheidung nicht verlangen. Die Ehefrau blieb im Haus des Ehemannes und wurde von ihm auf Lebenszeit versorgt. Allerdings durfte er sich dann eine Nebenfrau nehmen. Starb der Ehemann, hatte die Witwe gesetzlichen Anspruch auf Unterkunft und Verpflegung im Haus ihres verstorbenen Mannes.
Die Scheidung war in der Zeit des Königs Hammurabi möglich, durch Verstoßung der Ehefrau – wobei die Rechtsfolgen und weitere Einzelheiten durch Vertrag frei und ggf. auch deutlich zugunsten der Frau regelbar waren und laut überlieferten Verträgen auch eine Verstoßung des Mannes durch die Frau denkbar war –, ferner durch Eheauflösung auf Antrag der Frau, durch Verschollenheit und durch den Tod eines Ehegatten.
Zwar stand dem Mann in Babylon frei, sich scheiden zu lassen, doch falls er wieder heiraten wollte, musste seiner ersten Frau und ihren Kindern einen Teil seines Vermögens überlassen[5]. War die Ehe kinderlos geblieben, hatte die verstoßene Frau außer ihrer väterlichen Mitgift Anspruch nur auf das Scheidegeld in Höhe des Geschenkes, das der Bräutigam ihrem Vater vor der Ehe übergab. Ohne jedes Scheidungsgeld konnte eine Frau entlassen werden, die durch ehewidriges Verhalten dazu Anlass gab. Der Mann konnte sie nach seinem Ermessen auch versklaven[6].
Ich fand ein Paragraph in den Rechtsvorschriften des sumerischen Königs Urukagina von Lagas (regierte ca. 2380 v. Chr. - 2360 v. Chr.), in dem der König per Gesetz es abschaffte, dass Frauen zwei Ehemänner heiraten dürften[7], woraus festzustellen ist, dass davor dies möglich war.
Der Codex des babylonischen Königs Hammurabi (1792 bis 1750 v. Chr.) ließ auch Einblick in das Leben und die Rechte von Frauen der damaligen Zeit gewähren. In den Paragraphen 127- 195 wird das Familienrecht behandelt. Die Frau im babylonischen Großreich war damit nicht ohne Rechte - unter bestimmten Voraussetzungen konnte sie ihr Recht einklagen, wo in anderen Kulturen auch nach dem Mittelalter, die Rechte der Frauen keine Berücksichtigung fanden, „(...) dass die Frau im Codex Hammurabi anders als nach späteren orientalischen Rechten „keineswegs der willkürlichen Strafgewalt ihres Ehemannes ausgesetzt“ gewesen sei.“[8]  
"Wenn ein Mann eine Frau zur Ehefrau genommen hat und sie von der La'bum-Krankheit[9] ergriffen worden ist  und er sich vornimmt, eine andere Frau zu nehmen, kann er sie nehmen. Von seiner Ehefrau, die die La'bum-Krankheit ergriffen hat, darf er sich nicht scheiden lassen. Im Haus, das er gebaut hat, wohnt sie und solange sie lebt, unterhält er sie"[10].
Die Frauen konnten Besitz haben, handeln und erben. „Durch die Individualisierung des Besitzes und der Produktion verloren sich die bisherigen Bindungen an Stämme, Gemeinden und Großfamilien. Die unmittelbare Familie mit den Kindern, Nebenfrauen und Sklaven waren Grundlage der Gesellschaft geworden.“[11]
Die Babylonier praktizierten die Einehe, unter bestimmten Umständen waren jedoch trotzdem Nebenfrauen erlaubt. Die Familie war meist patrilinear und patrilokal, das heißt, der Erbgang verlief primär nach der väterlichen Linie (wenn es keine männlichen Nachkommen gab, durfte auch eine nicht verheiratete Tochter erben) und die Frau zog an den Wohnort des Ehemannes. Dem „Haus“ stand das Oberhaupt des Hauses, der Patriarch, vor. Er allein vertrat die Familie nach Außen und hatte auch innerhalb des Hauses die absolute Entscheidungsgewalt über Menschen und Material.

 Bei der Eheschließung hatte sie aber kein Mitspracherecht. Die Heirat wurde durch Absprachen der Elternpaare ausgehandelt. Frauen heirateten mit etwa 13 –14 Jahren, Männer 5 – 6 Jahre später. Aufgabe der Ehe war die Fortpflanzung, um die Kontinuität der männlichen Blutlinie zu garantieren, sowie die vorhandenen materiellen Güter zu mehren.
 
„Wenn ein Mann die Tochter eines anderen Mannes, ohne ihren Vater und ihre Mutter zu fragen, genommen hat und ein Hochzeitsmahl veranstaltet hat, aber keine förmliche Verpflichtung mit ihrem Vater und ihrer Mutter eingegangen ist, ist die Tochter, auch wenn sie ein Jahr im Hause des Mannes gelebt hat, keine rechtmäßige Ehefrau.“[12]
Die Juristin Irene Strenge soll nach Dunker in ihren Schlussfolgerungen[13] zu dem Ergebnis gekommen sein, „gerade im Vergleich mit anderen altorientalischen Quellen hätten die Frauen im CH eine denkbar starke Stellung gehabt und am Rechtsleben grundsätzlich gleichberechtigt mit den Männern teilgenommen. Erst im Laufe der späteren Jahrhunderte sei die Frau in eine untergeordnete Stellung zurückgedrängt worden. In der Tat sind viele der Einzelergebnisse geeignet, diese Aussage zu stützen. Andere namhafte antike Gesellschaften, die gemeinhin im Gegensatz zu Babylon als Ursprung abendländischer Freiheit und Individualität dargestellt werden, behandelten Frauen und Sklaven weitaus deutlicher als Objekte und Gewaltunterworfene, als dies im CH der Fall war.“[14]
Die freie Frau war voll rechts- und geschäftsfähig. Sie konnte über ihr eigenes Vermögen frei verfügen. Allerdings waren ihr viele Berufe verschlossen, wie z. B. in der Verwaltung, da dazu die Kenntnis der Schrift notwendig war. Nur selten wurden Frauen zu Schreibern ausgebildet, ein Beruf, der mit hohem Ansehen verbunden war.[15]
Es gab zwar keine Gleichstellung von Mann und Frau, aber Hammurabi gewährte den Frauen zahlreiche Rechte. Eine Frau durfte selbständig Rechtsgeschäfte abschließen, wie Kauf und Verkauf und Tauschgeschäfte. Auch war es ihr erlaubt, Darlehen zu vergeben.
Es gab für eine Ehefrau mehrere Möglichkeiten, sich von ihrem Mann zu trennen. War ihr Mann im Dienst des Königs längere Zeit abwesend oder in Kriegsgefangenschaft, so konnte sich die Frau einen anderen Mann nehmen, wenn sie nur dadurch ihre Familie versorgen konnte. Kehrte der erste Ehemann aber zurück, musste die Ehefrau den zweiten Ehemann verlassen und in die erste Ehe zurückkehren. Hatte der Ehemann seinen Wohnort aufgegeben und seine Frau verlassen, so war die Ehefrau nicht gezwungen, zum Gatten zurückzukehren, falls dieser wieder auftauchte.
Eine Frau konnte das eheliche Haus auch verlassen, wenn der Mann ein lasterhaftes Leben führte. Sie konnte zum Mann dann sagen: „Du sollst nicht mit mir verkehren“. Ein anschließender Prozess urteilte dann über die Scheidung. Erhielt die Frau Recht, konnte die Ehefrau ihre Mitgift nehmen und zu ihrem Vater zurückkehren. Galt die Ehefrau, die diese Forderung an ihren Ehemann richtete, aber selbst als lasterhaft, wurde sie in den Fluss geworfen. Ein Mann konnte sich leichter scheiden lassen. Er konnte seine Frau verstoßen. Er musste ihr den Brautpreis und die Mitgift geben. Hatte sie Kinder, musste er auch noch Garten und Feld dazu geben, damit die geschiedene Frau ihre Kinder ernähren konnte. Die möglichen Scheidungsfolgen wurden in den Eheverträgen geregelt. Es gab harte Strafen in einigen Verträgen. Falls eine Frau sich von ihrem Mann lossagte, konnte sie mit dem Tod oder der Sklaverei bestraft werden. Die Strafe des Mannes war weitaus humaner, er konnte, wenn er sich lossagte, fünf Sekel??? Silber an den Priester zahlen.
Segal schreibt, dass die Frauen im Königreich Edessa den Respekt genossen, dass auch ihrer Unversehentlichkeit eine große Bedeutung gegeben wurde, doch Ihr Erziehungsberechtigter soll ihr Mann gewesen sein, wenn sie heiratete. Segal sieht sogar, dass, je höher die gesellschaftliche Stellung der Familie war, desto höher auch die Stellung der Frau war. [16]  In der Zeit nach dem Fall des Königreiches Edessa unter der römischen Besatzung, soll möglich gewesen sein, das Mädchen mit 10 zu verloben. Sie war mit 15 auch volljährig, laut Segal. Sie sollen ihren Vater auch genau so wie die Söhne beerbt haben.  
In der christlichen Zeit, war die Stellung der Frau abhängig von der Familie und ihre Aufgaben bestanden darin, sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern. Sozial war die Frau abhängig von ihrem Mann bzw. von ihrem Vater.
In den Briefen des Apostels Paulus erkennen wir, dass Frauen wichtige Stellungen in den Urgemeinden inne hatten [17].
Dabei gab es keinen hierarchischen Unterschied zwischen dienenden und leitenden Aufgaben: Leitung bedeutete Versorgung. Wegweisend ist auch die Aussage Paulus: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus“[18]. Doch seit sich dann nach und nach Unterschiede in den kirchlichen Institutionen verfestigt haben, stehen sehr viele Fragen im Raum.
Der folgende Vers von dem Brief Paulus sorgt jedoch für Diskussionen über die Stellung der Frau im Christentum des ersten Jahrhunderts  „Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann.“[19]  Weiter heiß es auch, dass Frauen in der Versammlung schweigen sollen und ihnen nicht gestattet wäre zu reden[20]. Dies ordnet die Frau unter dem Mann. Ich habe jedoch keine Erklärung für die Aussage „(…) dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihrem Mann herrscht (…)“[21], die natürlich sehr viele unbeantwortete Fragen in den Raum stellt. Der Apostel Paulus vergleicht jedoch zur Verdeutlichung auch „(…) das Verhältnis Mann-Frau mit dem Verhältnis Jesus-Gemeinde. Jesus aber diktiert die Gemeinde nicht, sondern liebt sie und gibt ihr deshalb sogar die Freiheit, sich gegen ihn zu entscheiden und ihn zu verlassen! Freiheit und Liebe gehören nämlich untrennbar zusammen und sind die beiden Seiten der gleichen Münze: Wer die eine Seite zerstört, macht auch die andere wertlos“[22].
„In den historischen Epochen Mesopotamiens und Syriens bestand stets ein reger Austausch zwischen beiden Regionen, und überdies lassen sich eine Reihe vo Gemeinsamkeiten in der Position der königlichen Frauen von Ebla und jener im sumerischen Kernland feststellen. Somit eröffnet die Einbeziehung des reichen Quellenmaterials aus Ebla interessante Aspekte für die Geschichte der hochgestellten Frauen jener Zeit“[23].
 Die Rolle der Frau in der christlichen Gesellschaft in Mesopotamien nach der islamischen Eroberung hat sich verschlechtert, dass ihre Rolle umso mehr aus der Öffentlichkeit verschwunden ist. Sie wurde Opfer der Islamisierung und der Unterdrückung.
 Zur Zeit der Massaker, Vertreibung und dem Genozid an den Christen im osmanischen Reich, wurden bei den Deportationen schöne Frauen und Mädchen oft aussortiert. Zehntausende Frauen  und Mädchen wurden Opfer von Vergewaltigung, Entführung und Zwangsverheiratung.  Überlebende und Gerettete mussten mit den traumatischen Erfahrungen weiter um das Überleben kämpfen. 
Bei dem Massaker von Simele von 1933, bei dem kein Mann überlebt hat, waren die Frauen Zeugen von Greultaten, die sie lebenslang beeinflusste und sie stärker machte, dass ihre Rolle hier entscheidend und prägend war für die  Erhaltung einer Generation von Waisen und Vertriebenen.
 
Die Stellung der Frau in der Vergangenheit war somit, geprägt von  Unterdrückung und Dezimierung, dass meines Erachtens die vorchristliche Zeit eine bedeutendere Stellung und Ehre wahrte, als in der islamischen Zeit. In der römischen Herrschaft war diese Rolle eher wechselhaft. Das traditionelle Geschlechterverhältnis wurde zwar durch diese Entwicklungen teilweise destabilisiert, doch die Rolle der Frau wurde mit der Zeit bis zur Moderne eher in den Hintergrund gedrängt. 
Raif Toma
http://www.online-artikel.de/pdf/Die-Stellung-der-Frau-gestern-und-heute.pdf

[1]Ihr Berater war der Syrische Patriarch von Antiochien Paulus von Samosata/Samsat (260/1 bis 268). Er soll den Ehrtentitel Ducenarius (Steuereinnehmer jedoch ohne Amt) geführt haben
[2] Frauke Weiershäuser, Die Frauen der III. Dynastie von Ur – Göttinger Beiträge zum alten Orient Band 1, Universitätsverlag Göttingen 2008, Herg. Prof. Dr. Brigitte Groneberg, ISBN 978-3-940344-10-6   
[3] Codex Hammurabi § 128
[4] Wenn ein Mann zu seiner Frau sagt: "Du bist nicht (mehr) meine Gattin", wird er ihr eine halbe Mine Silber zahlen. Codx Hammburabi
[5] Codex Hammurabi § 137.
[6] CM § 141.
[7] Reallexikon der Assyrologie dritter Band,  Göschen´sche Verlagshandlung, Berlin 1971, ISBN 311 003 705 X, Seite 323
[8] Irene Strenge, Codex Hammurapi und die Rechtsstellung der Frau, Würzburg: Königshausen & Neumann 2006, ISBN 978–3–8260–3479–4, ff  S. 33.
[9] Eine epidemische innere Krankheit, kann Malaria sein 
[10] „Vgl. Codes Hammurabi (CH) § 148:
[11] Wapedia, Codex Hammurabi, Link vom 03.03.2010:  http://wapedia.mobi/de/Codex_Hammurapi
[12] Der Codex von Eschnunna, § 27, eine Sammlung von Preisbestimmungen und Rechtsverordnungen des gleichnamigen summerischen Stadtstaates im 3. Jahrtausends V. Chr..
[13] Vgl. Codex Hammurapi und die Rechtsstellung der Frau, S. 91 f.
[14] Babylonisches Frauenrecht. Alte und älteste Quellen zur Rechtsstellung der Frau Rezension von Arne Duncker, Link: http://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/viewArticle/523/531, Stand vom 03.10.2010
[15] Ditilla-Urkunden, summerische Gerichtsurkunden aus der Zeit der dritten Dynastie von Ur (Anfang des 21. Jahrhunderts V. Chr.),  10 tafeln davon wurden laut Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie. Band 53, Heft 1, Seiten 51–92 in der Istanbuler Archäologischen Museen entdeckt.
[16] Edessa, the blessed City, j.B. Segal, Übersetzt ins Arabische von Yoseph Ibrahim Jabra, Aleppo/Syrien 1988, Al-Raha publishing House.
[17] Römer Brief 16,1-16
[18] Galater-Brief 3,28
[19] 1 Kor 11:7-9
[20] 1 Kor 14:34
[21] 1 Kor. 2,12
[22] Internationales BibelStudienInstitut,  Welche Stellung hat die Frau in der Bibel? Link: http://www.bibelstudien-institut.de/bibelfragen/detail/bq/glaubensfragen/welche-stellung-hat-die-frau-in-der-bibel/ vom 06.10.2010
[23] Frauke Weiershäuser, Die Frauen der III. Dynastie von Ur – Göttinger Beiträge zum alten Orient Band 1, Universitätsverlag Göttingen 2008, Herg. Prof. Dr. Brigitte Groneberg, ISBN 978-3-940344-10-6   
 

 

Die Liebe zur Syrischen Sprache und die sprachliche Identifikation.

 

Die Konfessionelle Vielfalt

Die Liebe zur Heimat und die heimatliche Identifikation

Die Mission der Veränderung
 
 
In der letzten Zeit häuften sich Versammlungen zwischen den politischen Kräfte in der Heimat sowie auch in der Diaspora, die an sich positiv sind, doch wie ich es erfahren haben, konnten sich einige Politiker selbst nicht überwinden. Mit diesen Versammlungen sehen wir jedoch auch, wie schwer es ist aus verschiedenen Gründen, bestimmte nationale Visionen in der Praxis zu verwerten.  
 
Ich entdeckte für mich das Verständnis, dass die nationale Sache gleichzeitig, Sache des Menschen schlechthin ist In weiterer Perspektive zielt sie auf die Weiterentwicklung der Nation bzw. das Überleben der Menschen in den Ursiedlunggebieten hin. Ich entdeckte auch die Wichtigkeit, des Verständnis, die nationale Sache als die Sache der Nation im Allgemeinen zu sehen bzw., dass der Einzelne sie als seine Sache sieht
 
Bei dem pan-mesopotamistischen Gedankengut ist an sich nicht der Nationalismus selbst das Ziel, sondern ein Mittel zur Erlangung der nationalen Zielen, Stabilisierung der Nationalbewegung, Festigung der sozialen Strukturen, eine gesellschaftliche Reformierung und die Befreiung des Geistes. Der Pan-Mesopotamismus an sich, ist auf gar keinen Fall ein Nationalismus im deutschen Verständnis und ist nicht immun gegenüber Veränderungen. Meines Erachtens drückt er auch keinen engen nationalistischen Egoismus oder Vorurteile aus. Er ist gewiss auch nicht nur Träger der Eigenschaften unserer Nation, sondern auch Träger von Werte und Tugenden wie, die sich dogmatisch nicht einengen lassen:
 
-         Die Liebe zu der Heimat, zu der Sprache sowie die Liebe zwischen den Volksanghörigen unter einander.
-         Toleranz zu Andersgläubigen und Andersdenkenden
-         Die Bestrebung zu den demokratischen Freiheiten und der Respekt vor der Freiheit anderer
-         Geschwisterlichkeit und das Prinzip des Einen Volkes
-         Gerechtigkeit
-         Friedenswille
-         Einigkeit in der Gefahr (im Bedrängnis) 
 
Doch ohne den anderen Völkern überheblich zu stehen. Diese Wertmassstäbe, verbinden unser Individuum mit der nationalen Sache, mit den Prinzipien der Nationalbewegung, mit seiner Sprache, mit seiner Geschichte, sowie mit seiner Heimat und seinem syrischen Christentum als Glaube. Und verpflichten es meines Erachtens auch dazu, Gehorsam gegenüber die Gesetze des Landes in dem es lebt und diese zu achten.
 
Die Frage jedoch, inwieweit diese dogmatisch ist, bedarf der Behandlung. Da ich manchmal mir die Frage stelle, ob nicht einige Theorien dogmatisch sind?
Denker und Akteure der Nationalbewegung, die de existierenden Gedanken und Theorien nicht kritisieren bzw. verändern wollen, machen dies gewiss nicht aus Bequemlichkeit. Solange diese bemüht sind, den ihnen zur Verfügung stehenden Gedanken und Theorien zu erweitern bzw. diese, für Erweiterungen in der nationalen Arbeit und in der politischen Arbeit für die Nationalsache zu benutzen.
Doch dann gibt es auch Aktivsten, Denker und Akteure in der Nationalbewegung, die eine außerordentliche Arbeit leisten, ohne sich an Theorien oder Dogmen zu binden. Denen geht es oft, um die Erfüllung bestimmter Projekte und stellen an sich und an anderen auch unbequeme Fragen.
 
Mit dem Blick in die Geschichte, können wir sicherlich die Erfahrungen für die Zukunft mitnehmen, um mutige Veränderungen herbeizuführen. Es sind Veränderungen in dem gesellschaftlichen und politischen Denken, die zum Überdenken der Priorität Konfessioneller Identität oder dörflicher Zugehörigkeit führen. Sogar kann sie zur Zerstörung der Mauer der konfessionellen- sowie der verbandsbedingten Trennung führen. Denn wir sind nicht Einheitsfeindlich, doch unsere Gesellschaft ist veränderungsscheu. Wir sehen erst die Risiken einer Zusammenarbeit oder einer Einheit ... nämlich in der Frage, was verliere ich dann damit. Das müssen die gesellschaftlichen Institutionen erstmal überwinden.
 
 

Raif Toma


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